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Fuldaer Anzeiger

Werktag. Wochenbeilage:Der *

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulüa« und HauRetai Iulöaer Kreisblatt

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^ 102 - 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 3. Mai 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

eichsluftfahrtmimster Göring über die deutsche Luftwaffe

Unzig und allein für den Frieden. Ausführungen vor der ausländischen Presse.

jicichsluftfahrtminister General der Flieger Hermann na sprach Donnerstag mittag aus einem vom Ver- Äusländischen Presse zu Berlin im HotelAdlon" teten Esten über die neue deutsche Reichsluft-

W alter Soldat und leidenschaftlicher Flieger, so e er, habe er in den vergangenen Jahren unsag- barunter gelitten, daß sein Vaterland unsicher und djtig im Herzen Europas lag. Der Ministerpräsi- jtellfe nachdrücklich fest, daß er in früheren Äußerun- liienn er erklärte, Deutschland besitze keine Luftwaffe, Ms die Unwahrheit gesagt habe, denn tatsächlich beim Regierungsantritt Adolf Hitlers nur einige ige veraltete Typen, die kaum als Versuchsflugzeuge Jochen werden konnten, vorhanden gewesen. Er aber stets betont, daß Deutschland bemüht sein de, und es als ein absolutes Recht der Sicherheit ver- e, eine defensive Luftwaffe zu bekommen.

Äfe^abe auch nie einen Zweifel darüber offengelaffen, Mm Deutschland gezwungen sein würde, aufzurüsten, die anderen Mächte sich nicht entschließen könn­en, ihre Luftstreitkräste abzurüsten; denn ihm sei vom Nhrer die Sicherheit der Nation in ihrem Luftraum überantwortet worden.

Die Art und Weise, wie die deutsche Luftflotte ge- sen wurde, sei so originell und einzigartig, daß man ohne Kenntnis der Unterlagen kaum glauben könne. Mau sei vollständig neue Wege gegangen, habe es abgelehnt, den Weg einer langsamen, allmäh- a Aufrüstung zu beschreiten, weil dann die Gefahr hätte, daß beim Eintreten schwieriger Momente Wvaffe nicht fertig gewesen wäre., Er habe daher ?Muifchen und industriellen Möglich- üttbis zum Ä ußersten aus geb aut, die ® gestatteten, schlagartig die Luftwaffe "lassen. Die Flugzeuge feien vorher nicht unter M oder in dichten Wäldern versteckt gewesen: sie .einfach nicht da!

Richtlinie beim Aufbau der Luftstreitkräfte, so fuhr Göring fort, wird immer einzig und allein bi»

Kit der deutschen Nation bleiben.

M^ hänzt ausschließlich von den anderen Mächten ab, die Höhe der deutschen Luftwaffe zu bestimmen.

N Sie mich fragen:Wie stark ist nun die deutsche ^nn kann ich Ihnen versichern, daß die

7 -ustwaffe immer so stark sein wird, wie die Kon- on in der Welt für oder gegen den Frieden.

$ faß6 Ihnen nichts überraschendes, wenn ich be- 5 die deutsche Luftwaffe so stark ist, daß der-

der Deutschland angreift, einen sehr, sehr Stand in der Lust haben wird. Denn die Luftwaffe verfügt über kein einziges altes bug! Sie verfügt über keinen einzigen alten

Motor!

die deutsche Luftwaffe heute an Motoren und besitzt, ist das m o d e r n st e, was überhaupt len 's t deutsche Fliegerei des Weltkrieges hat be- gegen eine Übermacht zu kämpfen verstand.

' .'w ohne Anmaßung von mir sagen darf, daß

: 'n meinem Leben ein Feind meinen Rücken ge- a * '° ist die deutsche Fliegerei verschworen im

Luftwaffe sei auch nicht so riesengroß, wie man sich das im Ausland hier und da ausmale. Entscheidend sei nicht die Anzahl der Flugzeuge, sondern ihre Güte, und nicht die Anzahl der Flieger, sondern ihre

Charaktereigenschaften und ihr Können.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen legte der Ministerpräsident vor der Weltpresse ein eindrucks­volles Bekenntnis Deutschlands für den Frieden ab. Deutschland braucht den Frieden, so be­tonte er, und es wird weder von sich aus den Frieden stören, noch sich provozieren lassen, weil es sich nicht in irgendwelche Abenteuer Hineinstürzen wird, sondern weil seine Richtschnur immer die Unantastbarkeit seiner Ehre als letztes und höchstes Gut sein wird. General Göring betonte insbesondere, daß

Deutschland gerade durch seine Rüstung etwas Posi­tives für den Frieden geleistet habe. Nichts sei für den Frieden bedrohlicher gewesen als ein Deutschland in vollständiger Ohnmacht inmitten hochgerüsteter

Völker.

Ein Volk von 66 Millionen, das im Herzen Europas liege, werde immer ein Anreiz für andere Völker sein, Aus­gleiche für ihre Politik zu suchen. Nur wenn das Herz eines Erdteils stark schlage. seien auch alle Glieder ge­

sund. Die Ausgabe, die'Deutschland für den Frieden Europas und zur Rettung des Abendlandes zu erfüllen habe, werde erst von einem späteren Geschlecht klar und deutlich erkannt werden.

Deutsche Geschichte wird von Deutschland gemacht werden, so erklärte General Göring mit großem Nachdruck, und Deutschland wird der Welt beweisen, daß das ganze Volk hinter dem Wort des Führers steht:Deutschland wünscht und braucht den Frieden und arbeitet bereitwillig an seiner Erhaltung mit!" Wir sind bereit, die Rechte der anderen voll und ganz zu achten, denn nur so wird unter starken Völkern ein starker Friede möglich sein.

In diesem Sinne nur sei die deutsche Luftwaffe ge­schaffen worden, und sollten die Völker einmal ihrer­seits Übereinkommen, die Luftstreitkräste abzuschassen, so werde Deutschland sich davon nicht ausschlietzen. Deutschland stehe keiner Regelung im Wege, wenn sie von den anderen Völkern ehrlich betrieben werde, aber es komme nur eine Regelung in Frage, die aus voll­ständig gleichberechtigter Basis beruhe.

General Göring gab der Hoffnung Ausdruck, daß oiese Zusammenkunft dazu beitragen möge, das persön­liche Verhältnis zueinander mehr noch als bisher aus­zugestalten. Er sei überzeugt, daß die Vertreter der Welt­presse einen äußerst wichtigen Beitrag zur Erhaltung des europäischen und Weltfriedens schaffen könnten; denn die Presse sei dazu da, die Völker zu belehren und auf­zuklären. General Göring schloß mit dem eindringlichen Appell:Verstehen Sie das deutsche Volk und verstehen Sie seinen Führer, und Sie werden erkennen, daß uns nichts mehr am Herzen liegt, als das Gedeihen aller europäischen Völker und aller Völker der Welt."

Vor der englischen Aufrüstung.

Ausschuh zur Erweiterung des Luftflottenprogramms Die Nevisionsfrage vor dem Oberhaus

^nffmt-Mailünd in zwei Stunden.

i JV' Mai wurde die neue Fluglinie Mailand M a. M. Amsterdam eröffnet, die ge- der Deutschen Lufthansa und der Hollândi- e Mayrtgesellschaft K. L. M. betrieben wird. Die len > i ' die während der Sommermonate unter» iw stellt eine außerordentlich schnelle Serbin» d > Italien, Westdeutschland und Holland her üch bn«w $ erhöhte Bedeutung durch direkten An- tt a. 4 Esterdam nach London. Die Flugzeit Frank- lliailand beträgt nur rund zwei Stunden.

erlang ^lbstlosen, restlosen Aufopferung für ihr

hat auch bereits seinen Willen kundge- '»itb riWontecntioncn mitzuarbeiten, und es scheuen, gemäß übernommener Ver- toenen D Luftstreitkräste im Rahmen der ge- ^ibini . nicht nur zur Sicherung und

^Hg y,,; L Deutschlands, sondern auch zur Sichc- ^^Edigung des europäischen und des he, Zierat m Weltfriedens einzusetzen.

Kl ^slukvA Qing dann kurz auf den Aufbau ein, die aus der Luftflotte und der bestehe. Schon aus der Einheit dieser ^utfrfi Gattungen könne man erkennen, daß ^ Hut)1' ÄP>Mfe "ur zum Zwecke der Verteèdi-

^lcberheij aufaebaut sei. Due deutsche

Die auswärtige Politik ist das Gesprächsthema in London und alle Zeitungen sind voll von Artikeln über Die außenpolitische Lage und die Stellung Englands in Europa. Am Mittwoch beschäftigte sich das Kabinett in einer mehrstündigen Rede mit Englands Lage zu Wasser und in der Luft. Es ist ein besonderer Kabi­nettsausschutz gebildet worden, der zusammen mit Sachverständigen des englischen Lustsahrtministerèums Die Erweiterung und Beschleunigung des bisherigen Lustflottenprogramms aus­arbeiten soll.

Am Vorabend der großen Unterhausaussprache sand im englischen Oberhaus eine bemerkenswerte außenpolitische Aussprache statt, in der hauptsächlich die Frage der Vertragsrevision behandelt wurde. Der Liberale, Lord Davies, stellte den Antrag, die eng­lische Regierung solle im Zusammenhang mit dem west­europäischen Lüftpaktplan Schritte tun, um Artikel 19 der Völkerbundssatzung durch ein Verfahren zur Revision von Verträgen zu ergänzen. Der liberale Abgeordnete Lord Esher erklärte,

es sei unfair, Deutschland des alleinigen und ein­seitigen Vertragsbruches zu bezichtigen.

Lord Lothian setzte sich sehr energisch für eine Vertragsrevision ein. Hierbei erklärte er u. a.: Wenn es Frieden geben soll, dann muß Deutschland einen Platz in der Welt erhalten, der ihm zukommt. Es sei eine Täuschung, wenn man glaube, daß der Friede Europas auf irgendeine andere Grundlage gestellt werden könne. Zur Frage der entmilitarisierten Zone sagte «ord Lothian, es sei zwecklos, zu glauben, daß sich eine große Nation auf lange Zeit hinaus darein fügt, daß eines ihrer größten Gebiete dem Einmarsch benachbarter Staaten offensteht, ohne das Recht zur Selbstverteidigung zu haben. Schließlich kam Lord Lothran auf die Kolonialfrage zu sprechen und erklärte,

die deutschen Kolonialwünsche

müßten eher als eine Frage der nationalen Ehre denn

als wirtschaftliches Problem betrachtet werden. Die Kolonialfrage müsse früher oder später am Konferenzttsch abgeändert oder in praktischer Weise in Angriff genommen werden. Diese Dinge müßten erfüllt werden, wenn der Völkerbund weiterleben soll. Lord Lothian erklärte weiter, man könne allerdings nicht verheimlichen, daß in Eng­land und anderen Ländern Beunruhigung darüber herrsche, ob sich das gegenwärtige Regime in Deutschland vielleicht nicht nur mit der Revisionsfrage beschäftige, sondern mit der Möglichkeit einerUmstoßung des Welt­kriegsurteils". Das einzige Mittel dagegen sei die Bereit­schaft, eine vernünftige Revision in Angriff zu nehmen. Lord Allen of Hurtwood sagte u. a.:

Ich habe die Dinge in Deutschland mit eigenen Augen gesehen. Meiner Ansicht nach ist es unbedingt erforder­lich, Schritte für die Revision der Rüstungsklauscln des Versailler Vertrages zu unternehmen.

Im Namen der Regierung beendete der parlamen­tarische Unterstaatssekretär des Äußern, Lord Stanhope, die Aussprache. Er sagte u. a., er könne nicht glauben, daß die von Hitler vorgeschlagene Zahl von 36 Infanterie­divisionen für die anderen europäischen Mächte auch nur annähernd annehmbar sei, doch müsse man noch ein wenig auf die Entwicklung der Lage warten, denn seiner Ansicht nach werde eine abwartende Haltung im Hinblick auf die zu erwartende Rede Hitlers gerechtfertigt sein. Auf den Gedanken einer internationalenPolizeimacht zurückkommend, verwies Lord Stanhope auf die prak­tischen Schwierigkeiten und bemerkte, die 36 Divisionen Deutschlands zum Beispiel würden eine Polizeimacht von zwei oder drei Millionen Mann notwendig machen

*

Der Sultan von Johore (Hinterindien) hat anläßlich des Regierungsjubiläums des englischen Königs f ü r d e n Ausbau der englischen Flottenbasis Sin - gapore 500 000Pfundge stiftet. Andere indische Fürsten sollen diesem Schritt folgen

Mac Donalds Erklärungen vor dem

renfneoen den Erwartungen weiter politischer Kreiße bradne ® Erklärung des englischen Ministerpräsidenten Mac Do nald im englischen Unterhaus keinerlei Sensationen oder Überraschungen. Der Ministerpräsident verlas" seine gesamten Ausführungen von einem vor­bereiteten Schriftstück. Das Haus zeigte ein gewisses Er­staunen darüber, daß die Erklärung des MlNisterprasi- etwa 20 Minuten lang dauerte, und daß MacDonald in kaum einer Frage auf irgendwelche «u,.,âiten einging, sondern nur tn großen Zügen dre â meinen Leitsätze d r englischen Außenpolitik darlegte. ^gEnen MacDonald-Erklä-

r u n^g war die Mitteilung, daß die englische Regierung ine Beschleunigung und Ausdehnung des oi^rvüstun asprogramms tn der Luft be- ällosscn hat und daß zu diesem Zweck ein Zusatzhaushalt TÄttben muß. Diese Erklärung wurde vom ÄÄ S S mit (totem SkifaK aufgenom. m°'i ^ entbleiten bie «lutfütitungen (Blae-

Donalds u. a.

1,

2.

3.

4.

3.

folgende Hauptpunkte:

Der Vorschlag .Hitlers, R i ch t a n g r i f f s p a k t e i n Osteuropa abzuschließen, soll nicht fallen gelassen werden. _ ,

Das Londoner Kommunique vom 3. yebruar stellt immer noch das unmittelbare Ziel der englischen Außenpolitik dar. ,

die geplanten deutsch-englischen (f lottert besprechungen werden endgültig stattftnden, und zwar unter genau denselben Bedingungen wie die eng­lischen Flottenbesprechungen mit Amerika und ^apan. England besteht auf der Erklärung Baldwins, keine zweitklassiqeStellunginderLuft gegen­über einer zukünftigen deutschen Luftflotte anzu­nehmen.

Der englisch - italienisch - französischen Zusammenarbeit mißt England große Bedeu­tung in den Bestrebungen für kollektive Sicherheit bei.

Von einem militärischen Bündnis kann jedoch keine