Lulöaer /inzeiger
. . jeden Werktag. Wochenbeilage: , krsWn Bezugspreis: monatlich 1,70 5 ^vi-s'-runasbehinderung durch „Höhere keine Ansprüche. Verlag Fried- Krenklau, Fulda, Königstraße 42. VL^brud: Friedrich Ehrenklau, Lauter- K Hauptschriftleiter Friedr i ch Ehren- La Königstraße 42, Telefon 2989. - für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.
H Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal ♦ Iulöaer Kreisblatt
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, 103 - 12. Jahrgang
Fulda, Samstag, 4. Mai 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
W
Der französisch-sowjettussische Pakt.
Veröffentlichung des Wortlautes.
Paris, 4. Mai.
stanzösisch-sowjetrusstsche Pakt ist am Freitag vernicht worden. Er hat folgenden Wortlaut:
W Vollzugsausschuß der Sowjetunion und der Präsi-- frr französischen Republik, beseelt von dem Wunsch, Frieden in Europa zu festigen und seine fatcn ihren Ländern zu garantieren durch Vollständi- x Gewährleistung der genauen Anwendung der Bestim- M der V ö l k e r b u n d s s a tz u n g e n über die Auf- Schaltung der nationalen Sicherheit, der gebietsmäßi- l 'Äantastbarkeit und der politischen Unabhängigkeit ißiaaèen, entschlossen, ihre Anstrengungen der Vorbe- kg und dem Abschluß eines europäischen Ab- mirens mit diesem Ziele zu widmen, und inzwischen, Nit es von ihnen abhängt, zu der wirksamen Anwen- ng der Bestimmungen der Völkerbundssatzung beizu- W, haben beschlossen, zu diesem Zweck folgendes Ab- i» abzuschließen:
Artikel 1:
» den Fall, daß Frankreich oder die Sowjetunion Umstand einer Drohung oder einer Angriffsgefahr h feiten eines europäischen Staates sein sollte, ver- Wen sich die Sowjetunion bezw. Frankreich gegenseitig, Msofortige Konsultierung vorzunehmen über zur Einhaltung der Bestimmungen des Artikels 10 der Merbundssatzungen zu ergreifenden Maßnahmen.
Artikel 2:
Ito Fall, daß — unter den in Artikel 15 Absatz 7 der Istkrtundssatzung vorgesehenen Bedingungen — Franksch ober Sowjetrußland trotz ihrer aufrichtig friedferti- F Absichten Gegenstand eines nicht herausgeforderten von feiten eines europäischen Staates sein soll- W, wdcn die Sowjetunion bezw. Frankreich sich sofort MM u n d B e i st a n d gewähren.
I Artikel 3:
»AsteBerücksichtigung, daß laut Artikel 16 der Völker- W^Gungen jedes Mitglied des Völkerbundes, das im
zu den laut Artikel 12, 13 oder 15 der Völker- P«t;ungen übernommenen Verpflichtungen zum Kriege ipso facto als eine Macht gilt, die eine Kriegs- gegen alle anderen Völkerbundsmitglieder vor- Mmen hat, verpflichten sich Frankreich bezw. die Rianion, für den Fall, daß eines von ihnen unter MBedingungen und trotz der aufrichtig friedfertigen beider Länder Gegenstand eines nicht her- ksSsforderten Angriffes von feiten eines europäi- M vtaates wäre, sich sofort Hilfe und Beistand durch k^^dung des Artikels 16 der Völker- l »gslatznn g en zu gewähren. Dieselbe Verpflichtung toL • FE übernommen, daß Frankreich oder die Gegenstand eines Angriffes von feiten eines Staates unter den in Artikel 17 Absatz 1 und L ""aerbundssatzungen vorgesehenen Bedingungen
L Artikel 4:
L L s oben festgesetzten Verpflichtungen mit den Pfuch- bcttragschließenden Parteien als Mitglieder Dunbeè überein stimmen, wird nichts in lj- äsenden Vertrag als Einschränl mg der Mission Lk “WMcs zur Ergreifung geeig ler Maßnahmen mci' Sicherung des Weltfriedens oder als L hov ^S drr aus den Völkerbundssatzungen für 0ern schließenden Parteien sich ergebenden prangen ausgelegt werden.
L Artikel 5: i^y^Wube Vertrag, dessen franz sicher und russi- i^s. ortlaut gleichmäßig maßgebend ist, wird ratiftzierl die Ratifizierungsurkunden werden in M o s- r â möglich ausgetauscht werden. Er wird bi ^..?"sroundsekretariat eingetragen werden. Er wird !?ten, sobald die Ratifizierungsurkunden aus- Mt ? 'tnd und fünf Jahre in Kraft bleiben. Wenn et mit eito ssoor der hohen vertragschließenden Parteien
i.ornnkündigung von mindestens einem Jahre iritu^ Dreses Abschnittes gekündigt ist, wird er ohne -ded^^schränkung in Kraft bleiben, wobei «ine em. vertragschließenden Parteien ihn dann durch ^Ggen kanP^ Erklärung mit einjähriger Frist auf-
*^**6« M dem «ertrag
i der Unterzeichnung des gegenseitigen Beistandspaktes haben die Be° M eg; n ^n Protokoll unterzeichnet. In ihm verabredet, daß Artikel 3 jede der vertrag- Parteien verpflichtet, der anderen sofort Wfhilw gewähren, indem sie sich sofort nach «ui (Ä9tn des Bölkerbundsrates richtet, sobald d°s Artikels 16 der Völkerbundssatzungen r di- ^nd. Es gilt gleichfalls als verabredet, i ö Endeln vertragschließenden Parteien g e m «' n - I feilere be=’ um Zu erreichen, daß der Volker- ^keit ' .^ Empfehlungen mit der ganzen Schnel- 3 toetttt hw’a»^ d'a Umstände erfordern werden, uni nheiuem ^,F°tkerbundsrat nichtsdestoweniger aus rr- unde fein»*!»» Gmv^estffmaen erläßt oder ?»«*
einstimmiger Beschluß zustande kommt, die Beistands- pflicht deshalb nicht weniger zur Anwendung kommt. Es gilt als verabredet, daß die in dem vorliegenden Vertrag vorgesehenen Beistandsverpflichtungen sich nur aus den Fall beziehen, daß ein Angriff gegen dar eigene Gebiet der einen oder der anderen vertrag- Mießenden Partei erfolgt.
Beide Regierungen stellen fest, daß die Verhandlungen, die zur Unterzeichnung des vorliegenden Vertrages geführi haben, anfänglich ausgenommen wurden, um ein Sicherheitsabkommen zu vervollständigen, das die Staaten von Nordosteuropa, nämlich die Sowjetunion, Deutschland, die Tschechoslowakei, Polen und die der Sowjetunion benachbarten baltischen Staaten umfaßt, und daß neben diesem Abkommen ein Beistandsvertrag zwischen der Sowjetunion, Frankreich und Deutschland abgeschlossen werden sollte, durch den sich jeder dieser drei Staaten verpflichten sollte, demjenigen unter ihnen Bei
^ommumftenausstand aus den Philippinen.
Mobilisierung der amerikanischen Streitkräfte — Moskaus Werk.
Wie aus Manila (Philippinen) gemeldet wird, ist es aus den Philippinen zu einem b l u t i g e n A u s st a d der k o m m u n i st i s ch e i n g c st e l l t c u E i n g c - borcnen Partei der Sataalisias gckymman. Der amerikanische Generalgouverneur der Philippinen hat aus Grund der polizeilichen Berichte über den Umfang der kommunistischen Ausruhrbctvcgung für sämtliche amerikanische Streitkräfte den A l a r mz u st c n d befohlen. Die Hauptstadt AkaitUa ist von einem dichten Polizei- und Militärkordon umgeben worden, um einen Marsch der Rebellen auf Manila zu vereiteln.
Die Sakdalistas haben den Aufstand mit systematischen Überfällen auf die nur schwach besetzten Polizei- st a t i o n e n begonnen, die meist von eingeborenen Polizisten unter Führung weniger Weißer besetzt sind. In einigen Orten sind diese Überfälle geglückt, in anderen wieder wurden die Angreifer mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. In C a b u y a o in der Provinz Laguna kam es zu einem heftigen, stundenlangen Kamps, als die Sakdalistas morgens um 8 Uhr die dortige Polizeistation stürmen wollten.
Wagcnborgs Bilderdienst Straßenansicht aus Aèamla.
Die Polizisten halten sich aber, nachdem pe rechtzeitig aewmnt worden waren, in der Station vcrüarr. kaviert und empfingen die Angreifer mit rasendem Maschine, igcwchrfcucr.
17 Sakdalistas wurden getötet. Viele wurden so schlver v rietzt daß sie im Sterben liegen. Der Angrys wurde erfolgreich abgeschlagen und kein einziger Polizist getötet. W EtrX die zur Polizeistackon fuhrt und aus der ^r^U, griff'vorgetragen wurde, sah wie ein Schlachtfeld u^ ^ aus nnd war besät von Toten, Srhciwn und Verwundeten. Die ganze Provinz Lam na befindet sich im Aufstand, der Ww zahllose Sow- ictaaenten geschürt, auch unter den Peonen um gch greift. 1 H Sr/Äinj B n l a c a n sind ähnliche Kämpfe zu vorrâen wenn auch nicht mit so vielen Todesopfern. 8 ariffen 70 gutbewafsnele Sakdalistas die kleine ^tadt KaiUWeionso an. Es gelang ihnen durch überraschendes N^aehen die dortigen Polizisten gefangenzunehmen und^di' städtl'cheN Gebäude «u besetzen. «Väter wurden
stand zu gewähren, der Gegenstand eines Angriffes vor feiten eines dieser drei Staaten wäre.
Obgleich die Umstände bisher den Abschluß dieser Abkommen, die beide Parteien weiterhin als wünschenswert erachten, noch nicht gestattet haben, sind die in dem französisch-sowjetrussischen Beistandsabkommen enthaltener Verpflichtungen nichtsdestoweniger so zu verstehen, dgß sie nur in den in dem früher geplanten Dreierabkommen vorgesehenen Grenzen angewandt werden sollen.
Unabhängig von den aus dem vorliegenden Abkommen folgenden Verpflichtungen wird gleichzeitig daran erinnert, daß gemäß dem am 29. November 1932 unterzeichneten französisch-sowjetrussischen Nichtangriffspakt uni ohne Beeinträchtigung der Universalität der Verpflichtungen dieses Paktes im Falle, daß eine der beiden Parteien Gegenstand eines Angriffes von feiten einer oder mehrerer dritter europäischer, in dem obenerwähnten Dreierabkommen nicht genannten Mächte wäre, die andere vertragschließende Partei sich während der Dauer des Konfliktes jeder mittelbaren oder unmittelbaren Hilfe oder Beistandsleistung an den Angreifer oder die Angreifer zu enthalten hat, wobei im übrigen beide Parteien erklären, daß sie durch keinerlei Beistandsabkommen gebunden sind, das im Gegensatz zu dieser Verpflichtung stünde.
Verstärkungen der Landespollzei eingesetzt, die die Lage tviederherstellten, die gefangenen Polizisten befreiten und die Aufständischen in die Flucht schlugen.
In C a v i t e nahmen die Kämpfe vorübergehend den Charakter einer richtigen Revolution an. Etwa 1000Sakdalistas griffen überraschend die Stadt an. nahmen den Gouverneur Samonte gefangen und entführten ihn als Geisel. ..
Im Laufe der Nacht wurden arncrikanischc Marine- soldaten herbeigeholt, die die Stadt nach heftigem Kampf wieder entsetzten.
Der Aufstand der Sakdalistas stellt die amerikanische Verwaltung der Insel Luzon vor eine sehr schwere Aufgabe. Da der Aufstand weitverzweigt ist und in einigen Provinzen festen Fuß gefaßt hat, ist eine systematische Bekämpfung infolge der schwachen Militär- und Polizeistreit-- kräfte bisher unmöglich gewesen. Wahrscheinlich müssen Verstärkungen aus anderen Teilen der Inselgruppe herangeholt werden. Man rechnet mit weiteren blutigen Kämpfen zwischen AuMändischen und der bewaffneten Macht. Als Führer des Austuyrs gilt der kommunistische Abgeordnete Untivero, der in engen Beziehungen zu Moskau steht.
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In philippinischen Nationali st enkrci- s e n hat der kommunistische Aufruhr peinliches Aufsehen erregt, da er in eine Zeit fällt, wo den Philippinen aus Washington bedeutungsvolle Zusagen gemacht worden sind und in einer Reihe von Jahren die völlige Unabhängigkeit in Aussicht gestellt worden ist. Man fragt sich, ob eine unabhängige philippinische Regierung in der Lage sein wird, der kommunistischen Gefahr wirksam zu begegnen. Würde dies nicht der Fall sein, würde die Gefahr eines japanischen Eingreifens aufkommen, und die nach 300 Jahren spanischer Kolonial Herrschaft und 40 Jahren amerikanischer Oberhoheit müy- sam erkämpfte Freiheit könnte an Japan verlorengehen.
Die aufständischen Sakdalistas haben nach einer offiziellen Mitteilung in der Nacht drei Städte in der Provinz besetzt. In den blutigen Kämpfen haben die schwachen Polizeikräfte anscheinend nur mit Mühe die Oberhand behalten.
Die Sakdalistas benutzen als Waffe hauptsächlich lange Messer, die beim Einbringen der Zuücrrohr- crnte gebraucht werden.
Sie tragen eine Art Uniform, die aus Khakihosen, verschiß denfarbigen Hemden und roten Armbinden besteht. Ihr Eindringen in eine Stadt setzt die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Ehe die Aufftändischcn zum Sturm auf die Gebäude der Behörden ansetzen, schneiden sie gewöbn- lich alle Telephondrähte durch und legen den Verkehr lahm. In der Provinz Bulacan besetzten die Sakdalistas die kleine Stadt San Ildefonso, holten die anieri- kanische Nathausfahne nieder und hißten das Sakdalista- Banner. Einen Angriff auf die Hauptstadt Manila selbst fürchten die Behörden nicht. Im Notfall sieben in der Nähe der Hauptstadt 8000 amerikanische Soldaten zur Unterstützung der Polizeikräfte bereit.
Emlaffuug politisier SchuMstlinge
Saarbrücken, 4. Mal.
Der Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes hat anläßlich des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes in der bestimmten Erwartung, daß alsbald die letzten politischen Gegner zur Einsicht kommen, die Âtl^T .aus politischen Gründen in
Schutzhaft befmdüchen Personen verfügt.