Möaer Anzeiger
SÖS&SSB * Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
^A^---^^ Ehrettklau, Lauter- Zulöa- und Haunetal-Zul-aer Kreisblatt 2» Jff'EÄ T-'-L Äs' - ««»««•« "»» ettoWtUe: «Snlgstr-ß- 42 4 $ttnfo«d>.-MfM Ht. 2489
!^mtwortlich für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit Quellenangabe »Zuldaer flnzeiger'grflaSet.
^Z 12. Jahrgang
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Fulda, Donnerstag, 9. Mai 1935
$ König Georg von England
den Führer
tcr König von England hat das Glückwunsch- mimi des Führers und Reichskanzlers zu dem Aiqe» Regierungsjubiläum mit einem Telegramm M das in der Übersetzung wie folgt lautet:
rch danke Ihnen, Herr Reichskanzler, aufs wärmste Sic Glückwünsche, die Sie so freundlich waren, mir mllich meines silbernen Jubiläums in Ihrem eigenen m und im Namen des deutschen Volkes zu über- iln Ich bin Ihnen besonders dankbar für die freundliche Erwähnung meiner Bengen und der Bestrebungen meiner Regierung im Ueresse des Friedens. Die Sache des rieben^ liegt mir sehr am Herzen und ist das ständige das meine Regierung vor Augen hat. Ich erwidere guten Wünsche für den Erfolg dieser Sache und ver- „darauf, daß ich damit nicht nur die Gesinnung inès eigenen Volkes, sondern die der ganzen zivili- Welt zum Ausdruck bringe. Georg R. I." *
Bnig Georg empfing am Mittwoch im Thronsaal t altehrwürdigen St. James-Palastes die diploma- fcn Vertreter der ausländischen Mächte und die Äbten der britischen Dominien und Kolonien, um und damit der Welt für die Glückwünsche zu seinem mm Regierungsjubiläum zu danken. Der Empfang 5t. James-Palast begann mit einer Ansprache des lanischen Botschafters de Oliviera als Doyen des sflMatischen Korps. In seiner Antwort sagte König W u. a., er und die Königin seien tief gerührt durch ii Bärme und Aufrichtigkeit der Glückwünsche des scheu Korps. „Es ist eine Freude für mich, wie ich hoffe, ein glückliches Vorzeichen für die Zu
einheitlichung der Strafrechtspflege
Ein Vortrag von Reichsminister Dr. Gürtner.
^minister der Justiz, Dr. Franz Gürtner, 1 vor Pressevertretern über die bis jetzt geleistete auf dem Gebiet der Vereinheitlichung -t r a s r e ch t s p s l e g e. Er zeichnete ein etn- cs Bild über das Gesicht des neuen Strafrechts und Mm Wunsche Ausdruck, es möge ein Gesetzwcrk ent ! das mindestens dieselbe Lebensdauer wie das alte, sie Strafgesetzbuch haben werde.
wn der Neugestaltung des deutschen Strafrechts i"i der Verreichlichung der Justiz eine fortgesetzte ^«ceinheitlichung einher, die zuni Ziel hat, in allen ss des Reichsgebiets eine gleichmäßige Handhabung âstechts und des Strafverfahrensrechts sicherzu- k, Vereinheitlichung der Strafrechtspflege. In ülvden Verfügung werden nunmehr
«Richtlinien für das Strafverfahren" Plicht. Diese gliedern sich in einen Allgemeinen Besonderen Teil. In dem ersten wird zunächst ^-Mbe der Strafrechtspflege herausgestellt: Schutz £ H? l k es vor dem Rechtsbrecher, , w begangenen und Warnung vor künftigem .au$ Schutz des Unschuldigen vor ^ rt,0te Verdächtigung. Darum:
uub schnelle Aufklärung des Sach- Uf ' ^me Verzettelung in Kleinigkeiten, schärfster äkk ni^ gewissenlosen Schädling, verständnisvolle, Reichliche Behandlung dessen, der aus Not, nung ober Torheit gestrauchelt ist, gerechter Bestimmungen behandeln dann das Straf- 1. '« seinen einzelnen Abschnitten von der Ein- n Wicklungen bis zur Rechtskraft des Urteils, ügcs^,^u n t e r s li ch ri n g — die möglichst ^ werden soll — werden sodann die «s in jL wrd die Vorbereitungen der Hauptverhand- Einzelheiten erörtert. Besonders eingehend % No S °w Richtlinien mit der Hauptverhandlung Abschnitte bringen zahlreiche Einzel- . Ar AnnslC(,r technischer Art.
l!l>eii enthält in 31 Abschnitten Richt- d t e Behandlung bestimmter sy«!^ "' und zwar auch, soweit sie in den zahl- r ? ^wckichen Nebengesetzen unter Strafe gestellt und re ch t s p o l i t i s ch e u Ge- cNi»ti« "ou den Justizbehörden jeweils besonders werden hier in den Border- SNn' ct 1 - 3- B. bei der Beleidigung die Ehr- Äitiifl ^^ Staates, bei der Abtreibung die der Einzelperson, sondern auch der yng bei den Steuerstrafsachcn die Kcnn- l -^eins^k^^lichkeit als Trcubruch gegenüber und Staat. Im übrigen erhalten die ^lifje $„ lisbehörden eingehende Hinweise, Ölungen mit besonderem Nachdruck zu ent» c verfolgen sind, ^'wuss zu erfolgen bat welche polizeilichen
Die Antwort auf das Telegramm Hitlers zum Negierungsjubiläum.
kunst, daß Abgesandte aus Federn Teil des Erdballes heute hier in Freundschaft und Vertrauen versammelt sind. Ich bete zu Gott, daß die Einmütigkeit, die Sie heute an dieser Stelle zusammengebracht hat, ein Sinnbild eines dauerhaften Friedens in der gesamten Welt sein möge."
Dann begrüßten die vier Ministerpräsidenten der britischen Dominien Kanada, Australien, Südafrika und Neuseeland den Monarchen mit Ergebenheitsadressen
*
Das lsaiAliche Vorbild
Ergebenheitsadresse des englischen Parlaments.
London, 9. Mai.
Beide Häuser des englischen Parlaments nahmen am Mittwoch einstlmmig die Ergebenheitsadresse an, die sie am Donnerstagvormittag in der Westminster Hall dem König anläßlich seines 23jährigen Negierungsjubiläums überreichen.
Lauten Beifall riefen auch die Worte MacDonalds hervor, daß die englische Krone ein Band der dauernden Einigkeit zwischen England und den englischen Dominien sei. Auch der arbeiterparteiliche Oppositionsführer Lansbury erklärte unter Beifall: ,,Die englische Verfassung funktioniert, und die Volksmassen gewinnen mehr und mehr die Anerkennung des Rechtes, sich an der Zukunft dieses Landes zu beteiligen." Er, Lansbury, könne auch keine klassenkämpferischen Gründe gegen den König anführen; denn die Königsfamilie habe durch ihr Verhalten zur Beseitigung der Klassenunterschiede bei» getragen.
oder privaten Zentralstellen zur Bekämpsuug bestimmter Straftaten eingerichtet sind, welche sonstigen Behörden oder Stellen im einzelnen Falle zu beteiligen sind, Auskunft geben oder geeignete Sachverständige nennen können.
Im Anschluß an die Ausführungen des Reichsjustiz- ministers legte Staatssekretär Dr. Freisler den Zusammenhang der Bestimmungen dar, die an den Anfang des neuen Teiles des Strafrechts gestellt sind. Die Kommission ist ausgegangen von der Betrachtung des Volkes als einer biologischen Einheit, das heißt einer blutgebundenen Gemeinschaft, die aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft hineinreicht. Der einzelne wird ausschließlich als Glied des Ganzen betrachtet und als solcher auch strafrechtlich geschützt. Entsprechend ist auch der Aufbau des besonderen Teilendes Strafrechts gestaltet. Aus der organischen Anschauung vom Wesen des Volkes folgt die Einteilung der Straftaten in vier Gruppen: Schutz des Volkes, der Volks- führung und staatlichen Ordnung, des Volksgutes und der Volksgenossen. Die erste Gruppe bringt einen
neuen Abschnitt über Volksverrat, der die Tatbestände der Verleugnung und Besanmpsung des Volkes, die Beschimpfung seiner Vergangenheit, seiner- nationalen Symbole und des deutschen Brauchtums enthält. In die neue Gruppe „Schutz des Volksgute s" fällt neben dem Schutz der Volksgesundheit besonders der Abschnitt über Angriffe auf die Arbeitskraft, der der sozialistischen Grundeinstellung entspricht. Die letzte Gruppe bringt dann den Schutz bei Volksgenossen.
Horst-Wegei-Mörder
in Sicherheitsverwahrung.
Gefährlicher Gewohnheitsverbrecher unschädlich gemacht.
Einer der Mörder des deutschen Nationalhelden Horst Wessel, der jetzt 33 Jahre alte Josef Kan- dulski stand erneut vor der 13. Großen Strafkammer Landgerichts Berlin, wo gegen ihn als einen gefährlichen G e w o h n h e i t s v e r b r e ch e r die nachträgliche Anordnung der Sicherungsverwahrung beschlossen wurde. .
Kandulski gehörte mit zu den p a u p t t a t e r u bei feinen hinterhältigen Mord. Er war gemeinsam mit dem Zuhälter „Ali" Höhler schwerbewaffnet in die Woh mnm siorft Wessels eingedrungen und hat Höhler bei ' er Mordtat gedeckt. Er erhielt damals für seine Be Hsinmta nur die Mindeststrafe (!) von fünf Jahren Zucht bans Diese Strafe hat Kandulski am 5. März dieses Sabres verbüßt. Die Voraussetzungen für die Sicherungsverwahrung sind vor allem deshalb gegeben, weil der Angeklagte seit 1918 nahezu ununterbrochen von neuem straffällig geworden ist.
Weshalb braucht die deuffche Zrau heute Mtterschulung?
Ein Wort zur Sammlung für die Mütterschulung.
Von M. G y s z l i n g , München.
Ein Jahr ist vergangen, seit alle deutschen Frauenverbände sich im Reichsmütterdienst zusammenschlossen zu einer großen Aufgabe: der deutschen Mutter zu dienen. Im Norden und Süden, im Osten und Westen reichten sie sich zur Vollbringung dieses Zieles die Hand. In der Stille, arm an Mitteln ist bt eser Reichsmütterdienst gewachsen. Die ersten Wanderlehrerinnen fuhren im Herbst hinaus auf das Land, und nun haben viele Kurse (über 3000) ferne und kleine Dörfer erreicht. In den Städten entstanden rund 100 Mütterschulen, die die Gesamtheit des mütterlichen Wirkens ihren Besucherinnen vermitteln.
Rückschauend steigt noch einmal die Frage nach der Berechtigung dieser Arbeit auf. Braucht die deutsche Frau wirklich diese Mütterschulungskurse? Ist es nicht ganz natürlich so, daß jede Frau den gesunden Mutterinstinkt, den sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben braucht, mitbringt?
Diese Fragen beantworten sich ganz von selbst, wenn wir hineinsehen in unsere Familien und uns daran erinnern, was wir immer und immer wieder erleben mußten: Frauen mit jahrelanger Berufstätigkeit versagten trotz besten Willens in der Mutterschaft, in der Ehe, in der Haushaltsführung. Ihr natürliches, mütterliches Bewußtsein war infolge einseitiger, körperlicher oder geistiger Inanspruchnahme unsicher geworden.
Alles lernen unsere jungen Mädchen: Mathematik und Physik, fremde Sprachen und Gymnastik, aber niemand kümmerte sich um die Ausbildung der Frau zu ihrem Beruf als Mutter. Die Frauenberufe im Haushalt, in der Krankenpflege und Kindererziehung erfassen nur einen Bruchteil unserer Mädchen und bilden die zukünftige Mutter einseitig aus. Dazu kam die f a m i l i e n- feindliche Einstellung vergangenerJahre. Die Arbeiterfrau wqr gezwungen, zu verdienen, sie hatte keine Zeit für ihre mütterlichen Aufgaben. Die Bäuerin war mit Arbeit überhäuft und schließlich zu müde, den Geist alter Familiensitten zu wahren. Die kinderreiche Mutter wurde verspottet.
Dies alles ist dank unserer nationalsozialistischen Staatsführung geändert. Oberstes Gesetz unseres Staates ist der Dienst am Volk. Reinerhaltung der Rasse, Stärkung des Bauernstandes, Überwindung der großstädtischen Arbeitslosigkeit, Stärkung der deutschen Familie sind die in Angriff genommenen Aufgaben. Nicht Parteien, nicht Maschinen, nicht Geld sind Deutschlands wichtigste Angelegenheit, sondern einfach das deutsche Volk, jede einzelne Familie, der Vater, die Mutter, die Kinder, dieses immer junge, immer lebendige Volk.
Die Mutter ist zur wichtigsten Staatsbürgerin erhoben. Um sie zur Erfüllung ihrer großen, verantwortlichen Aufgabe für Familie und Volk zu befähigen, wurde der Reichsmütterdienst ins Leben gerufen. Untüchtige Mütter sind eine Gefahr für unser Volk. Tüchtige Mütter werden den Wiederaufstieg sichern. Darum brauchen wir eine planmäßige Mütterschulung.
Wir stehen noch vor der Tatsache, daß unzählige Frauen die der heutigen Wissenschaft angepaßte Kochlehre nicht beherrschen. Sie verstehen es nicht, wirr- schaftlich einzukaufen und volkswirtschaftlich zu denken. Billiger Schund und ausländische Waren werden trotz beschränkter Mittel erstanden. Der Wohlstand unseres Volkes hängt aber von der Wirtschaftsführung des einzelnen Hausstandes ab. Darum brauchen wir planmäßige Mütterschulung: die Näh- und Flickkurse, den praktischen Kochunterricht „Wie werde ich satt mit wenig G e l b", die Unterweisung in allen Fragen der Haushaltsführung: „Wie spare ich Zeit iinb Kraft, wie reiche ich aus mit meinem geringen Wirtschaftsgeld."
Die deutsche medizinische Wissenschaft hat Weltruf. Trotzdem kennen unzählige Frauen nicht die Gefahren der Rassenmischung, wissen nichts von der Vererbung körperlicher und geistiger Eigenschaften. Tausende gesund geborene Säuglinge sterben jährlich in Deutschland, weil ihre Mütter nicht wußten, wie sie sich während der Schwangerschaft zu verhalten haben, wie das. Neugeborene gepflegt und ernährt werden muß. Wir haben eine ausgezeichnete Krankenversicherung, große Krankenhäuser mib Heilstätten, aber unzählige Frauen kennen nicht den Gebrauch des Fieberthennometers und die einfachsten Regeln, sich durch gesunde Lebensführung vor ansteckenden Krankheiten zu schützen.
Darum brauchen wir planmäßige Mutter- schulung: Aufklärung über Erb- und Rassepflege, Unterweisung auf allen Gebieten der Säuglings-, Kinder- und Krankenpflege und in der Bekämpfung von Volks- seuchcu. So soll die Frau befähigt werden, die Hüterin unserer Volksgesundheit zu sein.
So hoch auch die Erziehungswissenschaft bei uns siebt, wieviel Frauen aber verstehen heute noch ihre mütterliche Ausgabe auch erziehlich richtig anzupackcn? Wie viele Mütter kennen die Lebensbedürfnisse ihrer Kinder im Laufe ihrer Entwicklung? Warum jammern so viele Mütter über ihre nervösen und schwer erziehbaren Kinder? Weil sie die Mittel und Wege der Erziehung nicht kennen, nichts mehr wissen vom Beispielgeben, von der Macht der Gewöhnung vom ersten Lebenstag an.
Darum brauchen wir planmäßige Mutterschuluna: die Einführung in alle Erriebunas fragen des Kleinkindâ