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Am 19. Mai: Reichsautobahn Frankfurt a. M.—Darmstadt.
Eeneralinspektor Dr. Todt über die verkehrsgeschichtliche Bedeutung dieses Ereignisses.
Die erste Strecke des Reichsautobahu- iiüeS zwischen Frankfurt n. M. und Darmstadt — ein MW der großen Zukunftsstraße Hamburg—Frankfurt M Main—Basel — wird am 19. Mai dem Berkehr über- M. Dieses für die deutsche Kraftfahrt und den deutschen r,rchcnbnu außerordentlich bedeutungsvolle Ereignis gab W Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, st.-Jng. Todt, Veranlassung, vor einer großen Zahl m in- und ausländischen Pressevertretern über das Arüsienwesen im nationalsozialistischen Deutschland und ^besondere über das Werden der Reichsautobahnen zu Elchen.
Der Gedanke der Neichsautobahn stammt vom Phrer selbst, der sich mit dem großzügigen Plan schon Ehrend seiner Festungshaft in Landsberg beschäftigte. Bereits elf Tage nach der Machtübernahme bei der Er- Wung der Automobilausstellung gab der Führer zum ttitehmal öffentlich diesem Gedanken Ausdruck. Am S. September 1933 tat der Führer den ersten Spatenstich jur Neichsautobahn bei Frankfurt a. M. Damals Mm 700 Arbeiter eingesetzt,
heute stehen auf den Baustellen der verschiedenen Auiobahnstrecken 93 000 Arbeiter, deren Zahl im Laufe dieses Jahres aus 120 000 anwachsen wird, und in den Steinbrüchen und Liefernngswerkcn arbeiten weitere 150 000 Volksgenossen.
M Kilometer Reichsautobahnen sind in Bau, weitere W Kilometer für den Bau f-cigegcben, und für 2000 Kilometer werden die Pläne zur Zeit bearbeitet, l?Millionen Tagewerke wurden bisher geleistet, 60 Mil- l*n Kubikmeter Erdmassen in Bewegung gesetzt, BP Kubikmeter Beton, 90 000 Kubikmeter Eisenbeton "0)00 Tonnen Stahl und Eisen verarbeitet. Die k ZZ.lsansässigen Arbeiter reichte nicht ans; aus ‘ia. Großstädten, den Zentren der Arbeitslosigkeit, '^O 18 000 Arbeiter herangezogen werden. 1 0 8
Barackenlager sind nach dem Muster des âilSdienstes für ihre Unterbringung errichtet worden.
ue Gesellschaft Reichsautobahnen hat 15 oberste Bau- kMigèn eingerichtet, denen 68 Bauabteilungen unterer, Außerordentlich groß ist die Zahl der Brücken- l^äantische Ingenieurbauten erstehen über Main z° Neckar, über Voralpenflüssen und Schluchten, über Elbe, Oder und an vielen anderen Stellen.
S dem Gesamtnetz der Reichsautobahnen von Kilometer Sänge werden rund 10 000 Brücken ~ gebaut werden.
J floßen werden keine Fremdkörper im Landschafts- d?.ändern ein harmonischer B e st a n d t e i l ja ndschaft. Dem Ingenieur steht in jeder ober- eitun9 ein Landschaftsanwalt zur Seite, der uU '?^öß daß dieses Werk der Technik nicht durch rück- Zweckbestimmung an kulturellem Wert einbüßt. iiiiiri v werden für den motorisierten Verkehr M Schlagadern im eigentlichen Sinne des fem; sie dienen in erster Linie dem Weitverkehr. un Bau der Autobahnen geht Hand in Hand eine
Meder 168 000 Arbeitslose weniger.
Entwicklung des Arbeitseinsatzes im April 1935. — Starker Zugang der Zugendlichen.
^^Nhjahrsbelcbung in der deutschen Wirtschaft . Mim April fortgesetzt. Die Arbeitslosen zahl m um 168 000 ab. Damit liegt der Ende April
^tand der Arbeitslosigkeit in Höhe von 2 234 000 lailf ^wsen bereits um rund 30 000 unter dem im Ver-
Arbeitsschlacht bisher erreichten günstigsten ,La bom Oktober des Vorjahres. Die inzwischen in lind M ^kommenen 53 000 Arbeitslosen des Saarlandes Mim » • ^'"gerechnet. Bedeutsam ist, daß dieses Er- z?elt werden konnte, obwohl die Zahl der Not- biefcP 5^^er planmäßig verringert wurde. Im April Seno!l,„ hres waren nur 319 000 arbeitsuchende Volks- 600(10 !. "ei Notstandsarbeiten beschäftigt gegenüber dies«., -^hrjnhr. Weiter ist zu berücksichtigen, daß in Oberin , cJm April ein gegenüber dem Durchschnitt der Jahre weit stärkerer Jahrgang o 11 ch e r in das Berufsleben eingetreten ist.
?efptojJWnsti)ine der Arbeitslosigkeit war in den aus- ^erßp ®°ifongehjerben, wie Bau- und Bauueben- Stfoerß'' Industrie der Steine und Erden und Verkehrs- Huiw'in?W"'Uäßig geringer und überragte die Be- übrigen Berufsgruppen verhältnismäßig huf/,, 1 °, sehr. Insgesamt ging in den Außen- M-â ' Einschließlich der Landwirtschaft, die Arbeits- ^(ibh - ^u nd 1 00 000, in den mehr konju nk- gigen Berufen um 68 000 zurück. r ^ältnrâ zwischen der Arbeitslosigkeit der ^slen und Frauen hat sich weiterhin zuun- grauen verschoben; die Entlastung ist mit wo 'ast ausschließlich den Männern zugute ge-
planmäßige Neuordnung v e r ^trapen- Verwaltung.
Ein planmäßiger Ausbau der bestehcudeu Straßen und die Ncueinteilung des Landstraßennetzes ist gleichfalls bis auf kleinere Restarbeiten abgeschlossen.
In Zukunft bestehen neben den Reichsautobahnen etwa 40 500 Kilometer Reichsstraßen und etwa 83 000 Kilo- meter Landstraßen erster Ordnung. Wenige Wochen nach Eröffnung der ersten Reichsautobahnstrecke wird eine
Aufn. Presse-Illustration Hoffmann.
Der Führer besichtigt sein Werk.
Hitler besichtigt die Reichsautobahn Darmstadt—Frankfurt a. M., die am 19. Mai als erste im großen Autobahnnetz eröffnet wird.
weitere Strecke bei München eröffnet, und im Herbst folgen weitere Teilstrecken mit einer Gesamtlänge von etwa 370 Kilometer.
In den nächsten Tagen erscheint eine Verordnung, die den Betrieb des Verkehrs auf den Autobahnen vorläufig regelt. Fertiggestellte Kraftsahrbahnen gibt der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen zunächst zum probe weisen Betrieb frei, Renn- und Rekord führten sind nur mit Genehmigung zulässig D i e Benutzung der Straßen i st vorläufig f o ft e n - frei. Das Reich behält sich vor, die Betriebsersparnisse für Kraftwagen später in irgendeiner Form dem Kapital dienst der Reichsautobahnen nutzbar zu machen. .
tommen, während die Arbeitslosigkeit der Frauen nur eine geringe Abnahme um zirka 10 000 erfahren hat. Der Z u - gang an Jugendlichen, die noch nicht unter- stützungsberechtigt sind, bat dazu beigetragen, daß die stahl der Arbeitslosen nicht so stark gesunken ist, wie die Zahl der Unterstützten. Gegenüber einer Abnahme der Arbeitslosen von rund 168 000 ist die Zahl der Unterstützten um über 200 000, d. h. um rund 35 000 mehr als die Arbeitslosenzahl, zurückgegangen. Die Zahl der in iber A r b e i t s l o s e n v e r s i ch c r u n g Unterstützten sauf um 122 000 auf 336 000. In der K r i s e u f ü r - sorge wurden nach einem Rückgang von 27000 rund 788 000 Hauptunterstützungsempfänger betreut, und ar- beitslose" anerkannte Wohlfahrtserwerbslose Würben bei den Arbeitsämtern 514 000, das sind rund 53 ooo weniger als im Vormonat, gezählt.
Der landwirtschaftliche Kräftebedarf machte sich auch im April außerordentlich stark geltend.
^ic Versorgung der Landwirtschaft mit Arbeitskräften konnte im allgemeinen sichergestellt werden, nur die Befriedigung der Nachfrage nach arbeitswilli- g e n w e i b l i ch e n Kräften machte nach wie vor il i ch t u n e r h e b l i ch e Schwierigkeit e n Zahlreiche Landhelfer und jugendliche freie Arbeitskräfte aus den: Saarland, den rheinisch westfälischen und sonstigen Industriegebieten und aus Schlesien konnten in den landwirtschaftlichen Bezirken untergebracht Werben
Durch die weitere Aufnahmefähigkeit der Wirtschaft und der Behörden, insbesondere für Büropersonal," nahm bie Zahi der arbeitslosen Angestellten auch im Berichtsmonat ab.
Der Mi - der Monat der Mütter.
Zum Muttertag am 12. Mai.
Von Agnes Miegel.
Der Mai ist von alters her der schönste Frühlingsmond der Deutschen — aber nirgends ist er es so sehr wie in unserm Ostland. Oft stehen bis tief in den Ostermond hinein die Bäume kahl in dem grellen, blendenden, heißen Sonnenlicht. Der eisige Ostwind, der arktische Nordwest, wehen todeskalt über das ausgedörrte, fahle Land, nur im geschützten Bachgrund beginnt es sacht zu grünen und unterm welken Laub zu blühen. Aber dann, nach einem glasklaren, eiskalten Abend, aus dessen Helle der Weiße Abendstern winterklar blitzt, ziehen mit seinem stillen Sinken Weiche Nachtwolken auf, es tropft der erste mildere Frühlingsregen gleichmäßig und durchdringend nieder — und wenn dann am nächsten Tage die Sonne wieder vorkommt, ist auf einmal alles begrünt, hängen weiche Kastanienblättchen von den glänzenden Zweigen, steht der Ahorn strahlend in lichtgrüner Blüte. Wie ein Wunder gehts dann weiter mit dem Sprießen und Grünen bis wir in ein paar glühenden Maitagen das Blühen nicht nur jenseits der Weichsel, sondern auch den sanften, sachte gekommenen Frühling Süddeutschlands eingeholt haben mit dem überschwänglichen Blühen unserer Bäume und Wiesen.
Hier ist der Mai noch ganz der Monat der Mütter, der er immer war: aus allen Türen in Stadt und Land kommen sie jetzt getrost in den warmen Tag, in den zarten ersten Blätterschatten, um ihre Kleinen auszuführen, sie zum erstenmal in die holde Luft zu bringen, die vom jungen Gras wie Wein duftet. Überall sehen sie sich und ihr Glück gespiegelt in einer anderen Mutter, sieht noch die Großmutter, die ihre Enkel hütet, ihr eigenes Ebenbild. Sehen sie es nicht nur im Menschengesicht und in dem Mutterglück der grünen Weü, sie erblicken es überall in den grünen Wiesen bei der Herde, bei den braunen Muttcrstuten, die ihre wildfarbenen Fohlen neben sich haben, in all dem Kleinen, Weichen, Hellen, was jetzt in Hof und Stall hcrumschiept, alles noch so weich und hilflos zart, noch nach Mutterwürme und — Obhut verlangend.
Auch der naturentfrembete, durch ein langes Leben in die Stadt Gebannte, fühlt es in diesen Frühlingstagen so deutlich wie die wieder mit Land und Landleben verbundene Jugend, daß dieses die hohe Zeit nicht nur des kleinen und jungen Lebens ist, sondern daß es der Mond der Mütter ist! Nie hätte unser Volk, hätten gerade die Kinder sich so frohen Herzens zu dem Muttertag bekannt, wenn nicht dieses Gefühl — lange überdeckt, aber nie erloschen — in uns allen gelebt hätte, um nun ganz kindhaft wieder in uns zu erwachen.
Noch immer werden die meisten deutschen Kinder mit den ersten Monden des neuen Jahres geboren. Für die meisten von uns ist dieser Mond noch mit dem Traumerlebnis jenes allerersten Ausgangs verbunden, und stehen die Wunder jener Stunde — feuchte Süße sprießenden Grüns in den kleinen Lungen, Wärme der Maisonne, Vogelruf und -schatten, lichtflimmernde Himmelsbläue — als Strahlenglan; um das lächelnde, liebestrahlende Antlitz, das sich da über uns neigte.
Jeder von uns weiß, wie beim ersten milden Tag aus der Tiefe des Unbewußten, Dank und Liebe noch des selbst Altgewordenen zu erster Kindheit, zu Mutter und Großmutter zurückwandern. Und so waren es die nicht mehr Jungen, die zuerst mit den Kleinen zusammen so dankbar den Tag der Mutter bejahten und mit dem Gemüt begingen. Es ist kein Geburtstag — trotz der Festfreude: denn weit über den Ehrentag der eigenen Mutter, so sehr sie jedem von uns an diesem Morgen der Mittelpunkt ist — bleibt es der Tag, an dem wir mit all unsern deutschen Geschwistern auch i h r e M u t t e r feiern und lieben! Das ist es Wohl, neben jenem Urgefühl, was gerade uns heute dabei so bewegt, die G e m e i n s a m k e i t! Dies, daß wir uns an diesem Maimorgen einig wissen mit allen von uns in dem beglückenden, die eigene Lebensfreude und Kraft wie Frühlingssonne weckenden und steigernden Gefühl verehrender Liebe. Für etwas Ewiges, das der Urgrund unseres Seins, seine schirmende Hüterin war, was unser erster und letzter Anruf war und sein wird, für eine Liebe, die keine Trennung kennt und die auch der Tod nicht scheidet.
„Mutter!" — Das Unvergängliche bist du, Wort, das wir heute in unsern Herzen bewegen, bist geliebte Gestalt, vergängliche Hülle, die wir noch umarmen oder die nur unser Erinnern sucht, das Bild aller Mütter unseres Volkes. Bist das Gleichnis der Erde, aus der deine uub unsere irdische Hülle Nahrung empfängt, zu der du und ich wieder eingehen. Bist an diesem Tag, dem Tag der deutschen Mutter, darüber hinaus das Gleichnis auch für die größere, für die diese Heimat auch nur ein Kind ist wie wir: für unsere große Mutter, die Vielleidende, die durch schwere Winter Wandernde, die aus aller Not immer wieder zu neuem Frühling erblühende Mutter D c u t s ch l a n d !
Vilhelm Furtwängler
Bayreuther Festspieldirigent.
Die Leitung der B a v r c u t h c r B ü h n c n f e st - spiele gibt bekannt, daß bei den Festspielen 1936 Wilhelm Furtwängler als Hauptdirigen^ mitwirkt.