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M-aer Anzeiger

®Ä O 4 Tag-bla« fär «» und vag-Iab-r^ kÈ5^ $"»« und tz°ua°k>>. Zulbaer «r-i-bla« » «Sli' »Ä L' _ «-â. und <S-schâft-- Ufas*«*. * MM>MM« «-. *w ^ntirortlich für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda. Nachöruck üer mit * »ersehen«» Artikel nur mit Ätzteitenangsbe .Jutta er Mzeigrr'gefiattet.

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K. 113

12. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 16. Mai 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Am 21

Mai Reichstag

Der Führer gibt eine Erklärung der Neichsregierung ab.

Der Reichstag ist auf Dienstag, den 2 1. Mai, ISLHr, einberufen. Auf der Tagesordnung sieht als ^iger Punkt: Entgegennahme einer Erklä­rung der Reichsregierung.

Wie verlautet, wird der Führer und Reichskanzler jie Erklärung der Reichsregierung selbst abgeben.

Die Reichstagssitzung ist deshalb auf 8 Uhr abends gesetzt worden, um jedem Volksgenossen die Möglich- |(ii zu geben, die Rede am Rundfunk zu hören. Es sind Mnisatorische Maßnahmen in Vorbereitung, um sicher­ten, daß auch alle Volksgenossen an dem bedeutungs- *n Ereignis teilnehmen können.

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Seit Wochen gingen im Ausland Gerüchte um, nach teilen eine große außenpolitische Erklärung des Führers devorstehe. Selbst aus dem Inhalt der Rede wollte man schon Einzelheiten kennen. Nach der Konferenz in Stresa, du Wkerbnndsratstagung in Genf, den Beratungen in $om und Florenz und den Laval-Besuchen sind immer Bieber in der Auslandspresse Versuche gemacht worden, die deutsche Ansicht zu den außenpolitischen Ereignissen hemszulocken, zumal dann, wenn die Diplomatenkunst nicht mehr weiter wußte. Der Führer hat aber während bei Zeit der diplomatischen Hochspannungen in Europa keine Erklärung abgegeben. Nur der Reichs- Mnminister von R e u r a t h hat während der Antiseren; von Stresa mit einer kurzen Erklärung über die Stellungnahme Deutschlands zu verschie- benen Problemen östlicher Paktpolitik einmal ein- Wisfen. Außerdem hat die Reichsregierung die vom «jm deutsche;: Volk einmütig in schärfster Form ab- M Entschließung des Völkerbundsrates in Genf I lir die Verkündung der allgemeinen Wehrpflicht in f Wand mit einer kurzen Protestnote am Sonnabend t tönern beantwortet. Diese Note enthielt schon den te darauf, daß sich die Neichsregierung jede weitere Mügnahme vorbehalte.

ür Führer hat in freier Entscheidung den Zeitpunkt â Stellungnahme Deutschlands zu den außenpolitischen Dingen der letzten Monate gewählt. Die Auslands- Wtvird nun wieder mit allerhand Meldungen über den

Frankreich liefert sich den Sowjets aus.

Was die Pariser Presse über die Besprechungen Lavals in Moskau zu berichten weiß.

Sie französische Presse meldet in größter Aufmachung « Unterredung Lavals mit dem Sowjetdiktator Stalin y»eiff auf das Frühstück bei Molotow hin, das halb- Aillch hochtönend alsL i e ü e s m a h l wahrer ^eundschaft" bezeichnet worden ist.

-le Berichterstatter der Pariser Zeitungen wissen .Mit melden: Man habe zwischen Laval und Stalin 5 über die Ausdehnung des gemeinsam abgeschlossenen dai: ^ kinenl allgemeinen osteuropäischen Pakt unter- habe auch die etwaige T e i l n a h m e D e u t s ch -

Ä » "örtert und habe die Frage geprüft, inwieweit eu entgegenkommen könne, das angeblich zum

- Muß eines umfassenden Nichtangriffspaktes dann J HL wenn dabei keine Beistandsverpflichtungen ver- "den und nur der Angreifer nicht mit Kriegs- . unterstützt werden darf. Weiter wird gemeldet, '»an sich über

die kommunistische Propaganda in Frankreich berÄ^" habe. Die Sowjetregierung soll angeblich seh JM eine feierliche Erklärung über die Notwendig- ,,^°er Landesverteidigung Frankreichs herauszngeben

e antimilitärische Propaganda rn ch einzustellen. Die Teilnahme des »Olt Woroschilow an den Besprechungen wird über den ^iser Presse als Zeichen einer Erörteruna Ausbau der russischen Streitkräfte und über gemein Sedein fame militärische Maßnahmen

Soli ausführlichsten ist in dieser Beziehung die ti iic( MW desO e u v r e", die zugibt, datz

^uenn auch in neuer Form, bei dem Pak. "reff Frankreich und dein Bolschewismus um eine daß sjj,. rcchteAllian z" handele und weiter mitteilt, den ® n Sommer Verhandlungen zwischen r a l st ä b e n beider Länder in Aussicht ge- i 'c'en. Man habe über den

' °» der sowjetrussisch-französischen Wirtschafts-

^'drocb^ beziehungen

Wn® DerkulturelleAustausch (davon wird ^Uuna -,?londers profitieren Red.) sei durch Ver- ^lch de» französischen Sprache in Sowjetrußland, Konknll'?^ausch von Professoren und die Errichtung als notwendig anerkannt worden. An- auch Laval den Versuch macheü. die Berrehun-

Inhalt der Hitler-Erklärung auswarten, aber sie wird nichts Sachliches über den Inhalt der Rede des Führers zu sagen haben, bevor Adolf Hitler am Dienstagabend um 8 Uhr im Reichstag das Wort nimmt und in der Ge­meinschaft mit den Erwählten des Volkes sowie in de^ Gemeinschaft mit dem ganzen deutschen Volk die außen­politische Stellungnahme Deutschlands verkündet

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Gemeinsch«Wempfang angeordnet.

Anläßlich der am Dienstag, dem 21. Mai 1935, um 20 Uhr stattfindenden R e i ch s t a g s s i tz u n g, in der der Reichstag eine Regierungserklärung entgegennehmen wird, ist von der Abteilung Rundfunk der Reichspropagandaleitung Gemeinschafts­empfang verfügt worden. Alle Gliederungen der Funk­warteorganisation haben daher die notwendige Vor­arbeit zu treffen, so daß die Volksgenossen, denen keine Möglichkeit zu einem Hausempsang gegeben ist, auf den Straßen und Plätzen durch Großlautsprecher die Rund­funkübertraguna abhören können.

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ReichspaNeitag vom 10.-16. September

Auf der Hauptversammlung desVerkehrsvereins Nürnberg e. V." kam u. a. Oberbürgermeister Liebel auf die Vorbereitungen zum Nürnberger Parteitag 1035 zu sprechen. Der diesjährige Reichsparteitag, so erklärte Liebel, werde noch größer gestaltet, als der des Vorjahres. Vom Zweckverband Reichsparteitag Nürnberg würden bis zum Parteitag 1 9 3 5, der vom 1 0. bis 16. Sept e m b e r stattfindet, rund 15 Millionen Reichsmark aufgewendet werden. Die Deutsche Reichsbahn werde für Arbeiten im Bereiche des Reichsparteitaggeländes eben­falls 15 Millionen Reichsmark aufwenden. Der Nürn­berger Tiergarten werde in den nächsten Jahren von seinem bisherigen Platz verlegt werden, da dieser Raum in das Reichsparteitaggelände einbezogen werden müsse. Der Tiergarten werde an anderer Stelle in viel schönerer und reichhaltigerer Form wiederstehen. Nürnberg werde dann denmodernsten deutschenTierpark sein eigen nennen können.

gen zwischen S o wj et r l and und dem Vati­kan zu bessern. Schließlich soll ein

Besuch Litwinows in Paris

.stattfinden. Wirtschaftlich eingestellte Blätter in Paris berichten außerdem wieder von einer französischen Anleihe für die sowjetrussischen Eisen- 6 11 ^Während Laval in seinen Verhandlungen in Moskau dem Bolschewismus alle Tore weit öffnet, ist in Paris ein Kabinettsrat einberufen worden, um zu dem er­schreckenden ErgebnisderGemeinderatswah- l e n Stellung zu nehmen. Trotz aller halbamtlichen Ver­sicherungen, daß das Wahlergebnis keine Änderung bringe, sind

die zuständigen Pariser Kreise über die Stärkung des Kommunismus sehr beunruhigt.

Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß die Regierung eine Änderung der Wahlbestimmungen für die Erneuerung des Senats Vorschlägen wird, um auf diese Weise den Einzug der Kommunisten in die erste Kammer möglichst zu verhindern. iWie sagt doch Goethe imZauberlehrling":Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los." - Red.i

Laval hat Moskau verlassen.

Laval besuchte in Begleitung von Außenko m - in i N a r Litwinow und K r i e g s k o m m i s s a r Woroschilow den Militärflugplatz bei Moskau, wo dem französischen Außenminister einige Übungsflüge ge­zeigt wurden. Anschließend fand ein Frühstück im Mos­kauer Stadtsowjet statt. Nachmittags empfing Laval die Vertreter der Weltpresse. Abends wurde eine amtliche Mitteilung ausgegeben, die besagt: Mittwoch abend um 10 45 Uhr verläßt Laval mit seiner Begleitung Moskau, um an den Beisetzungsfeierlichkeiten für P i l s u d s k i teilzunehmen.

Besichiigungsreise des Chefs der Heeresleitung nach Ostpreußen.

Der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie ^rvr^ von Fritsch, hat sich auf eine dreitägige Be- sicktiâungsreise nach Ostpreußen begeben, wo er mehrere Standorte und den Truppenübungsplatz Arys besuchen wird.

Überführung des toten Marschalls

Warschau, 16. Mai.

Die Aeberführung der sterblichen lieberreste Mar­schall Pilsudskis vom Schloß Belvedere nach der Kathe­drale fand am Mittwoch abend statt. Der Sarg wurde von Generalen der Armee auf eine Lafette gehoben, die von sechs Pferden gezogen wurde. Der riesige Trauer­zug setzte sich unter dem Geläut sämtlicher Glocken in Bewegung. Die Spitze des Zuges, der sich durch ein dich­tes Spalier von Truppenabteilungen und militärischen Organisationen langsam und feierlich bewegte, bildete ein Batallon Infanterie, eine Schwadron Kavallerie und ein« Batterie Artillerie. Dann folgten die Träger der Ordens­kissen mit den zahlreichen Auszeichnungen des toten Mar­schalls. Die Lafette mit dem Sarg wurde von Vertretern der Geistlichkeit umgeben. Im Trauergefolge schritk als erster Staatspräsident M o s c i ck i mit der Witwe deâ ^Verewigten und den nächsten Familienangehörigen, bei Generalinspekteur der Armee, der Ministerpräsident, sämt­liche früheren Ministerpräsidenten, das Diplomatisch« Korps und unzählige Abordnungen der Armee und bei Legionäre mit ihren Fahnen. Man schätzt die Zahl bei Teilnehmer an der Ueberführung und die der Zuschauei auf über 200 000 Personen.

(Scherl-Bildmaterndienst.)

Die alten polnischen Legionärsfahnen über dem toten

Marschall.

Ein eindrucksvolles Bild aus dem Großen Salon des Belvedereschlosses in Warschau, in dem Marschall Pil- sudski zuerst bis zu seiner Ueberführung in die Kathedrale aufgebahrt war. Hohe Offiziere der Armee und alte Mit­kämpfer hielten an der Bahre die Totenwacht, und . ober­halb des Katafalks hingen das polnische Danner mit dem Weißen Adler und die Legionärsfahnen, unter denen Pilfudski gekämpft hat.

Den großen Trauergottesdienst jefebriert der Erz­bischof von Warschau, Kardinal K a k o w s k i. An dieser kirchlichen Feier nehmen auch die Vertreter der Chefs der fremden Staaten und die Repräsentanten fremder Armeen teil. Nach dem Trauergottesdienst geht der Zug zum Mokotower Feld, wo die polnische Armee durch

eine letzte Parade aller Waffengattringen

ihrem Schöpfer huldigt. Der Sarg wird auf dem Felde auf einer Tribüne aufgestellt, an derselben Stelle, wo der Marschall früher die Truppenschauen abzunehmen pflegte. Die Straßen entlang, die der Zug passiert, wird Spalier gebildet von den Verbänden, die dem Marschall beim Aufbau des polnischen Staates besonders nahegestanden haben. Während der Sarg dann zur Überführung nach Krakau ans den Eisenbahnwagen gehoben wird, werden 101 Salutschüsse abgefeuert. Ein Geschwader Flugzeuge wird über dem Zug kreisen.

Die Fahrt nach Krakau dauert von Freitag nachmittag bis Sonnabend früh, also mit Rücksicht auf die Bevölkerung, die sich längs der Bahnlinie versammeln wird, etwa doppelt solange wie mit den fahrplanmäßigen Zügen. In Krakau wird der Sarg vom Bahnhof direkt zum Wawel gebracht, und zwar wird er von den alten Soldaten und Legionären des Marschalls getragen. Der Weg durch. Krakau ist so gewählt, daß er durch die alten historischen Straßen, führt.