Zul-arr Anzeiger
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KMitw für ^n Inhalt: B e r n d H e i m, Fuld«. Nachdruck der mit * verfchenea firUkel nur mtt Ätzeltenangabe .Zuldarr finzriger'-estattel.
9!t !21 — 12. Jahrgang
Fulda, Samstag, 25. Mai 1935
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Ws der Grundlage der 13 Punkte Hitlers
Friedenskonferenz in Holland?
England ergreift die Initiative — Rückfragen in Berlin
England scheint die Initiative zu Verhandlungen Ker Hitlers Friedensprogramm ergreifen zu wollen. Die
Punkte dieses Programmes werden in den politi- iiicn Kreisen Londons weiter eifrig erörtert und man Bnet mit dem baldigen Abschluß eines Luft- LfteS und dem Zustandekommen eines Abschlusses zur Scgrenzung der L u f t r ü stu n g e n. Zu diesem w würden demnächst Verhandlungen ausgenommen Wen über den Zusammentritt einer Konferenz, ßi die möglichst Holland vorgcschlagcn werde. Es «de jedoch als wünschenswert erachtet, daß diese Konfe- Wverhandlungen erst nach dem Umbau desbri - lischcii Kabinetts erfolgen.
Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" will in Diesem Zusammenhang wissen, daß
in Berlin Rückfragen über folgende Punkte
ms der Rede Adolf Hitlers erfolgen sollen.
1. Die genaue Bedeutung der Worte „G l e i ch w e r - tigfeit und Gleichberechtigung" als Grundig aus denen der Völkerbund aufgebaut werden sollte.
2, Die Frage, welche Vertragspunkte noch „durch die Methode friedlicher Verständigung" Miert werden sollen und auf welche „m o r a l i s ch e n uni) materiellen Zurücksetzungen des deut- Wii Polkes" sich Hitler in seiner Rede bezogen habe.
3. Die Frage, was die hinsichtlich der „k o l l e k t i v e n l Zilsam m e n a r b e i 1 für die Sicherung des europäi- IM Friedens" erwähnten „notwendigen Änderungen" I fa, die, wenn sie „unterdrückt werden künftige Explo- I kn veranlassen könnten".
4. Aus welcher Grundlage die Lieferung von I Miti on und Waffen im Frieden und im
Italienisch-abessinischer Krieg vorläufig vermieden.
Zwei Entschließungen vom Bölkerbundsrat angenommen — Schiedsrichter beider Parteien sollen die Schlichtung bis zum 25. August durchführen.
Kritische Lage am Freitag.
«^ einer Londoner Meldung, liegt aus der abessi- Hauptstadt Addis Abeba ein Bericht der bcl- ! ”!C11 Militärmission vor, wonach italienische Militär- Muze Bombenangriffe über abessinischem Ge- > i l-usgeführt hätten. Diese Behauptung mürbe durch ''"'»graphisches Beweis material gestützt. Nach einer weiteren Meldung aus Addis Abeba ^"'Abessinien auch weiterhin, daß die allgemeine Mo- machiing seine Stellung vor dem Völkerbund schwä- XWe. Trotzdem bestehe nach wie vor der allge- Eindruck, daß I t a l i e n e n t s ch l o s s e n sei, auf
bin £. • ^ivpvtin uqicyt huuj ivic vui ne Emdruck, daß I t a l i e n e n t s ch l o s ft .
, et wiederholten Grenzstreitigkeiten den Krieg ^klären.
genfer Kreisen ist man sichtlich bemüht, den beseitigen, daß die Verhandlungen über den w. ^ch-abessinischen Streitfall zu einer peinlichen Sl- geführt haben. Entsprechend dem aus Rom ge- ? Widerruf einer, völlig ablehnenden Haltung h ^ gegenüber den englischen Vermittlungsbemühun- jetzt von einem Kompromiß gesprochen
I MHitjung des Völterbundrates. I # Genf, 25. Mai.
I Tag voll angestrengter Verhandlungen über »^^'"'.^'abesfinischrki Streck, die durch wlcderhol.tr ■ Rom fast stündlich in einen neuen Abschn'.tt I ü ^’ wie verlautet, in den späten Abendstunden I die 1 ^ne neue Antwort aus Rom eingetrosten, ■ Ion K Vereinbarung auf der Grundlage ermöglichen W ^Völkerbund den Parteien zunächst eine ange- ■ zur Durchführung des Schiedsgerichtsvers
I tot nickt "Nb süß die Parteien verpflichten, in dieser
I . 5um Kriege zu schreiten.
W Rachtsitznng fand zwischen Laval, Aloisi. Eden 1 eine abschließende Aussprache statt.
I ^ Einigung in letzter Stunde. Lts M’ 25. Mal. In der Sitzung des Völkerbunds- I ^n heute nacht zwei Entschliehungscntwürfe an- I S 6h*. ^n der ersten Entschließung heißt es, u.
K^Mung der Verhandlungen auf diplomatlschem H bic belden Parteien zur Ernennung ihrer A^ij,;^"hter tm Sinne des Vertrages geschritten, « bereit, diesen Schiedsrichtern auch die Regelung
K r i e g e für die Teilnehmer an regionären veicyrangrlsss- pakten geregelt werden solle.
5. Ob Einvernehmen darüber herrsche, daß das Luftlocarno zur Begrenzung der Luftstreitkräfte strenge internationale Überwachung und Kontrolle der Zivilluftfahrt zwecks Verhinderung ihres Mißbrauchs in Kriegszeiten vorsehe.
6. An was für einen Plan Hitler gedacht habe, als er von der Verhinderung der „Vergiftung der öffentlichen Meinung durch Wort, Schrift, Theater und Kino" sprach; ob vorgeschlagen würde, daß andere Regierungen in ihren Ländern eine strenge Zensur oder ein Kontrollsystem nach deutschem Vorbild einrichten sollen.
7. Was die deutsche Desinition der „Unabhängigkeit" im Falle Österreichs sei.
Auch in einer Besprechung mit den Dominionvertretern wurde die Rede Hitlers eingehend erörtert. „Times" berichten, daß die Dominionvertreter ersucht hätten,
durch den britischen Botschafter in Berlin die Verhandlungen sofort auszunehmen
und vor allem noch einige Punkte klären zu lassen. Die Besprechungen erhielten ihr besonderes Gepräge durch die Anwesenheit der Generalstabsvertreter der drei Waffengattungen. Wie es heißt, seien weitgehende Pläne für den Ausbau der Verteidigung des britischen Weltreichs beschlossen worden, wobei sich die Dominionvertreter bereit erklärt haben, durch A u f st e l - l u u g eigener Luftflotten zur Aufrüstung Englands in Europa beizutragen.
der inzwischen an der italienisch-abessinischen Grenze eingetretenen Zwischenfälle zu übertragen. Die italienische Regierung erhebe entsprechend einem an sie gerichteten Wunsch keine Einwendungen hinsichtlich der Staatsangehörigkeit der von der abessinischen Regierung bestimmten Schiedsrichter. Die beiden Regierungen seien sich darüber einig, den Zeitpunkt, an dem das Schlichtungs- und Schledsgerichtsverfahren beendet sein solle, auf den 2 5. August festzusetzen.
Zn der zweiten Entschließung erklärt der Rat, daß er den beiden Parteien alle Freiheit zur Lösung des Streitfalles gemäß Artikel 5 des itaUenstch-abessinischen Vertrages vom 2. 8. 1928 läßt. Der Rat beschließt, wieder zusammenzutreten, falls die vier Schiedsrichter sich bis zum 25. Juli nicht geeinigt und auch nicht über die Wahl eines 5. Schiedsrichters verständigt hätten. Dabei soll es den 4 Schiedsrichtern allerdings überlassen bleiben, diese Frist zu verlängern. Außerdem beschließt der Rat, zur Prüfung der Lage zusammenzutreten, falls am 25. August eine Rege- lung auf dem Wege der Schlichtung und der Schiedsgerichtsbarkeit nicht erfolgt ist.
Ein Austausch vou Bemerkungen zwischen dem italienischen und dem abessinischen Vertreter ergab, daß nach Aufastung beider Parteien die Schiedsrichter nicht die G r e n z e estzusetzen, aber doch auch diese Frage zu berücksichtigen laben.
Im Namen der abessinischen Regierung sprach der Variier Gesandte dem englischen und französischen Vertreter seinen Dank für ihre Bemühungen für eine rasche und friedliche Lösung aus. Die heutigen Entschließungen stellten hoffentlich einen entscheidenden Schritt !ur Wiederaufnahme freundschaftlicher Beziehungen zwischen Italien und Abessinien dar. Abessinien werde nichts unterlassen, um das Vertrauen zwischen den beiden Ländern- zu stärken.
50ü-Jahr-Feicr des schwedischen Reichstages.
Stockholm. In der Zeit vom 2 5. bis 3 0. Kal fiuseu in Schweden große Feiern aus Anlaß des 1 »»jährigen Bestehens des schwedischen Reichstages statt. Der erste Reichstag, zu dem alle idmiebifdNn Stände ihre Vertreter entsandt hatten, wurde ... >ahre 1435 in dem kleinen Städtchen Arboga abgeyalten Aus Anlaß des Jubiläums sind 700 000 Jubiläumsstücke zu 5 Kronen in Silber geprägt worden.
Ideal und Wirklichkeit.
Deutsche Einfuhrbeschränkung und Nohstofferzeugung ein Muß, kein Wollen — Der französische Franc soll stabil bleiben, aber wird es gelingen, ihn zu halten? — Weitere Jnflationsgefahr in USA. vorerst abgewiesen.
Je mehr die deutsche Binnenkonjunktur Erfolge zeitigte, um so mehr mühte man sich im Ausland, die deutschen Anstrengungen zu verkleinern und den deutschen Leistungen boykottartige, dem Ausland übelwollende Absichten zu unterstellen. Als wir unter dem Zwang der Notwendigkeit unsere Einfuhr beschränkten, sprach man in böswilliger Weise davon, daß wir uns dem Autarkie- Ideal verschworen hätten, d. h. jenem Zustand der Selbstgenügsamkeit, der einzig und allein die Verwendung heimischer Erzeugnisse gutheißt und Auslandserzeugnisse konsequent vom Jnlandsmarkt fernhält. Als wir darangingen, unter dem Druck unseres Devisenmangels durch die nur geringfügige Ausfuhr der Rohstofferzeugung im eigenen Land unser besonderes Augenmerk zuzuwenden, da hieß es, wir seien geschworene Feinde des internationalen Güteraustausches. Man wußte weiter zu berichten, daß wir schon aus weltanschaulichen Gründen Anhänger der Planwirtschaft, d. h. einer vom Staat streng geleiteten Wirtschaft seien, zumal wir die Privatinitiative des Einzelunternehmers nicht sonderlich hoch bewerteten. Viele Male ist von berufenen Persönlichkeiten diesen gegen uns Stimmung machenden Berichten in Wort und Schrift entgegengetreten worden, nicht zuletzt durch den Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsidenten D r. Schacht selbst. Aber das fruchtete nur wenig, die Behauptungen verstummten nicht. Unter diesen Umständen war es besonders erfreulich, daß der Führer in seiner großen Reichstagsredc selbst auf diese tendenziösen ausländischen Vorwürfe einging, und sie mit entschiedenen Worten widerlegte. Zur Frage der Autarkie erklärte er: „Wir alle sind der Überzeugung, daß die restlose Durchführung des Gedankens der wirtschaftlichen Autarkie aller Staaten, wie sie sich heute anzubahnen droht, von einer höheren Warte aus gesehen, unklug und in ihrem Ergebnis für alle Völker nur schädlich sein kann." — Unsere Srellung zur Frage des Wa- renauslausches erläuterte er mit folgenden Worten: „Es ist wirtschaftlich gesehen wenig vernünftig, aus natürlich gegebenen Agrar- und Rohstoffgebieten künstlich Industrieländer zu machen und umgekehrt, die menschenüberfüllten Industriestaaten zu einer primitiven Rohstoff- oder gar Rohstoffersatzerzeugung zu zwingen." — Zur Frage der Planwirtschaft erklärte er: „Ein gefährliches Unternehmen, weil jeder Planwirtschaft nur zu leicht die Verbürokratisierung und damit die Erstickung der ewig schöpferischen privaten Einzelinitiative folgt." — Wenn die deutsche Wirtschaft heute z» Beschränkungen oder Umstellungen gezwungen ist, so vertritt sie darum noch keineswegs den Standpunkt, daß es sich in jedem Fall um ideale Lösungen handelt. Sie folgt vielmehr oft genug dem ernsten Gebot des Augenblickes.
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Es läßt sich nicht länger leugnen, daß Frankreich zur Zeit all die wenig erfreulichen Geschehnisse durchmacht, die die Länder, die in den letzten Jahren ihre Währungen abgewertet bzw. von den Baissespekulanten angegriffen worden waren, kennenlernten. Man spekuliert zur Zeit in fr a n z ö si sch en Francs nud behauptet vor allem im Ausland, daß die Zeit nicht fern sei, wo auch Frankreich seinen Goldstandard aufgeben und sich den Ländern mit abgewerteter Währung anschließen werde. Auch in Frankreich beginnt der Gedanke der Abwertung Anhänger zu gewinnen. Die französische Regierung freilich und der größte Teil der führenden Wirtschaftler Frankreichs versichern die Notwendigkeit, unter allen Umständen am Goldstandard festzuhalten. Die führenden Wirtschaftskreise machen ausschließlich den Fehlbetrag des Staatshaushaltes für die Schwierigkeiten verantwortlich, die Frankreich gegenwärtig ernste Sorge machen. Tatsache ist, daß das Defizit nicht zuletzt durch die ungeheuer hohen Rüftungskosten Frankreichs hervorgerufen ist. Die Regierung erklärt dagegen, die Rüstungskosten würden ausschließlich durch das Aufkommen aus besonderen Anleihen gedeckt. Wie dem auch sei, zur Zeit wandert das Gold in Riesenmengen aus dem bis dahin so goldreichen und mit seinem Goldreichtum Politik treibenden Frankreich ab. In den letzten Wochen sind allein über eine Milliarde Gold aus Frankreich abgezogen und zum größten Teil in die Vereinigten Staaten und nach England geleitet worden. Die Goldabzüge halten weiter an. Es besteht die Gefahr, daß das Volk der Währung gegenüber mißtrauisch wird und daß eine Kapitalflucht einsetzt. Zunächst hat Frankreich seinen Diskontsatz um % Prozent erhöht, und es hofft damit eine sichere Maßnahme gegen weitere Angriffe auf den Franc ergriffen zu haben. Es wäre wünschenswert, wenn Frankreich durch die eigenen wachsenden Wirtschaftsschwierig- keiten die Nöte der anv^" ‘'^»t verstehen lernen würde
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Ebenso ungewiß wie die Aussichten für die französische Währung, sind die für den am er ika n rsch en Dollar. Roosevelt ließ sich seinerzeit bic Vollmacht geben, den Dollar im Notfälle weiter abwerten zu dürfen Als in diesen Tagen die sogenannte Veteranen- Vorlage, d. h. ein Antrag, wonach allen Kriegsteilnehmern eine besondere Entschädigung ausgezahlt werden sollte, eingebracht wurde, lag die Befürchtung im In- und Ausland nahe, daß Roosevelt jetzt, um die Auszahlungen von 2 Milliarden Dollar vornehmen zu können, die Notenvreste in Ansvrucb nehmen müßte. Die gegen-