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kuldaer Anzeiger

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Fulda, Königstraße 42, Telefon 2989. - für den Inhalt: B e r n d H e i m, Fulda.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg §ulöa- unö Haunetal >§ulöaer Kreisblatt Reöaktkon und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernfprech-Rnfthluß Nr. 2489 Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit (Quellenangabe .Zul-aer ftnzeiger"gestattet.

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3!r 127 12. Jahrgang

Fulda, Montag, 3. Juni 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

M

WMWNe für in ärztliche Mmtm.

Eröffnung der Führerschule der deutschen Ärzteschaft.

In Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, $u f o l f Heß, eröffnete der Reichsärzteführer ^Wagner in Alt-Rehse die erste Führerschule der Äschen Ärzteschaft. In der Abgeschiedenheit der mecklen- Ngjschen Landschaft ist hier eine Bildungsstätte ent- WM, die sich unter bewährter Leitung die große Auf- «be gestellt hat, das ärztliche Führertum der »tunst auf seinen verantwortungsvollen Dienst an ult und Staat im nationalsozialistischen Geiste v o r - »bereiten.

Der festliche Tag begann mit dem Aufmarsch der Emotionen, die sich auf dem weiten Platz vor dem Ge- âschaftshaus sammelten. SA. und SS., Arbeitsdienst, ^Jungvolk und BDM. formierten ein offenes Viereck, md inmitten der braunen und schwarzen Uniformen tum- Klten sich Gutsarbeiter und Bauern, Förster und festlich Mete Mädchen. Auf der Terrasse versammelten sich iii Ehrengäste aus allen Teilen des Reiches, Vertreter Micher Parteiorganisationen und der Wehrmacht, der Ministerien und der Universitäten, der Gau- und Reichs- kitung des Roten Kreuzes und der medizinischen Fach- iWen.

Reichsärztesührer Dr. Wagne r sprach einleitend ibn die Bedeutung der Schule. Der gewaltige Umbruch in nationalsozialistischen Revolution habe der individua- Wm Berufsausfassung des Arztes und der gesamten Mzin sowie unserer Wissenschaft und Lehre ein Ende Macht.

^tule gelte der Kranke mehr als die Krankheit, die Wildheit des ganzen Volkes mehr als die Gesund- tziii des einzelnen und die Gesundheit der Nation ich als die Behandlung des leidenden Einzelwesens.

^Instinktlosigkeit habe der Arzt der Vergangenheit die Änderung der Rassenpflege vernachlässigt M Wt Geringschätzigkeit auf die im Volk verwurzelten I M einer natürlichen biologischen Heilkunst herab-

Sie Gestellungspflicht der ersten Rekruten.

Sm Juni Musterung des Jahrgangs 1914.

.. Das Reichsgesetzblatt Nummer 56 vom 1. Juni ent- Mdie Dom Reichskricgsminister und vom Reichsminister Innern unterzeichneteVerordnung über die Muste­rs und Aushebung 1935". Zur Erfüllung der aktiven M|>^^i^^1 werden die Dienstpflichtigen des "hrg a n g s 1 9 1 4 , in Ostpreußen auch die des Jahr- iRjB 1910 herangezogen. Zum Arbeitsdienst sind die ^«Wichtigen des Jahrgangs 1915 bestimmt Die ^Wichtigen werden in der Zeit von Anfang ^nj bis 15. August, in der entmilitarisierten Zone 15 31. August gemustert.

Sie wehrfähigen Dienstpflichtigen des Jahrgange» Ä die noch nicht 26 Wochen Arbeitsdienst geleistet ^hen in der Zeit vom Herbst 1935 bis Herbst 7 dem Arbeitsdienst zur Verfügung. Über ihr Heran- M zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht wird durch ° Aushebung im Jahre 1936 entschieden. Ein Dienst- Rtigcr, der vor der endgültigen Entscheidung über die Manziehnng zum Wehrdienst seinen Wohnsitz elt, muss dies zur Berichtigung des Personal­mes bei der polizeilichen Meldebehörde innerhalb von Ä Tagen a n m e l d e n. Verzieht ein Dienstpflichtiger Mrend der Musterung in einen Bezirk, in dem die Mrung schon durchgeführt ist, so beantragt die poltzel- din?^ebehörde seiner außerzeitliche Musterung. Em H Krankheit an der Gestellung zur Musterung ver- Dienstpflichtiger hat ein Zeugnis des Amts- ernzureichen. Die Versäumung in der Gestellungs- «^i-^bindet nicht von der Gestellungspflicht. Die ^eibehörde kann völlig Wehruntauglrche " Mskranke, Krüppel usw.) auf Grund eines Amtsarzt»- ^.gnisscs von der Gestellung zur Musterung befreien. Ufr ferner auf Antrag schiffahrtstreibende Dienst- Mge von der ordentlichen Musterung befreien. Slm^'nstpflichiige, die ihren Wohnsitz oder dauernden imAuslan d haben, werden zum Wehrdienst >M;re 1935 noch nicht herangezogen.

dl 'Forschriften sind für diejenigen erlassen worden, ° ihrer Gestellungspflicht nicht oder nicht pünktlich Ein Dienstpflichtiger, der seiner Ge- «Micht nicht rechtzeitig nachkommt, kann mit Killchen Zwangsmaßnahmen hierzu angchaltin werden. .

lSzzl'E Erfüllung der aktiven Dienstpflicht der im Herbst Amtvk^^.H e e r und die L u f t w a f f e emMstellenden rechnet vorn 1. Oktober 1935 ab mH der K^&'^ "llch Dienstpflichtige, die noch bis »um , 1935 eingestellt werden, als am l Oktober "Schellt gelten. Für die Ableistung des aktiven dienst 7fr m der Kriegsmarine gilt im Kusten- die aktive Dienstpflicht durch die Dienstpflicht als , erfüllt. Dienst- le der seemännischen und halbseemannischen

geseyen. Ein neues ärztliches Fuyrertum aver habe das Vergangene abgelöst, ein Führertum, das auf dem Fundament der nationalsozialistischen Welt­anschauung begründet sei.

Nach der Ansprache des Gauleiters des Gaues Mecklenburg-Lübeck, Hildebrandt, und des Leiters der Führerschule, Dr. D e u s ch l e, trat der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, vor das Mikrophon.

Rudolf Heß führte u. a. aus, die Vorstellung, die wir vom rechten nationalsozialistischen Arzt haben, ist einfach zu umreißen. Im Mittelpunkt seiner Lebensauf­gabe steht das Volk, dessen Gesundheitszustand zu bessern bzw. gut zu erhalten sein Streben ist.

In Alt-Rehse wollen wir geistig gesunde Menschen sehen, die voller Verantwortung ihrem Volke und ihrer Wissenschaft gegenüber sind, und die ihre Lebensaufgabe in neuer nationalsozialistischer Ge­staltung meistern.

Diese Ärzteschaft weiß, daß ein Volk nicht allein mit Medikamenten und Instrumenten gesunderhalten werden kann. Sie weiß, daß Medikamente und Instrumente not­wendige Hilfsmittel einer ärztlichen Kunst sind, die wenn sie Erfolg haben und wirklich Gesundung bringen soll ausgeübt werden muß von Menschen mit seeli­schem und geistigem Einfluß auf den Patienten und auf das ganze Volk. Einen solchen Einfluß kann aber nur der ausüben, der in der Verbundenheit mit seinem Volke und nicht in der Abgeschlossenheit eines Studierzimmers die ärztliche Kunst erlernte.

Rudolf Heß schloß mit einem Dank an den Führer, der auch den Ärzten die große und schwierige Aufgabe gestellt hat, über die Betreuung des Einzel­menschen hinaus im Geiste der allumfassenden nationalsozialistischen Ideen das deutsche Volk in seiner Gesamtheit weiter gesunden zu lassen und gesund zu erhalten.

völkerung werden zur Ableistung der aktiven Dienstpflicht in der Kriegsmarine herangezogen. Dazu wird im einzel­nen bestimmt, wer der seemännischen bzw. der Halbsee- männischen Bevölkerung angehört. Über den aktiven Wehrdienst in der Luftwaffe wird bestimmt, daß Dienstpflichtige der fliegerischen Bevölkerung zur Dienst­pflicht in der Luftwaffe herangezogen werden. Hierzu ge­hören u. a. die Angehörigen des Deutschen Luftsportver­bandes, das Personal der Luftverkehrsgesellschaft und der Luftfahrtindustrie usw.

Die Ersatzreserve

gliedert sich in die Ersatzreserve I und II. In die Ersatz­reserve I werden die als überzählig zurückgestellten Taug­lichen als überzählig übergeführt, über die dahin ent­schieden ist, daß sie nicht mehr zum aktiven Wehrdienst herangezogen werden. Der Ersatzreserve II sind die be­schränkt Tauglichen und alle übrigen Wehrpflichtigen zu-

Zur W e h r f ü h i g k e i t wird festgestellt: Wehrfähig ist der Dienstpflichtige, der a) wehrwürdig ist, b)taug­lich 1",tauglich 2" oderbedingt tauglich" ist oder c) nicht unter Wehrpflichtausnahmen fällt, d) nicht zurück- zustellen ist. Weiter wird die Frage derWehr- u n w ü r d i g k e i t" und der vom Reichskriegsminister zuzulassenden Ausnahmen hierzu behandelt. AlsWehr- pflichtausnahmen" werden völlig untaugliche Dienst­pflichtige römisch-katholischen Bekenntnisses bezeichnet, die die Subdiakonatsweihe erhalten haben.

Polen gibi HOOKreipasse zur Teilnahme an her VDA.-Tagung.

Mehrere hundert Deutsche aus Polen werden an der Königsberger P f i n g st t a g u n g des Volksbundes für das Deutschtum im Aus­land teilnehmen. Durch das verständnisvolle Entgegen­kommen der polnischen Regierung in Warschau wurden inSaefamt 6 00 g e b ü h r e n f r e ie Sammelpässe bewilligt Die Bewilligung der Freipässe hat in Volks­deutschen Kreisen große Befriedigung hervorgerufen. Man sieht das als ein Zeichen dafür, daß in Polen die Bedeutung der Königsberger Tagung als eine Kund- oebnna für die gegenseitige Achtung der Volkstumsrechte gewürdigt wird. Auch von feiten der Deutschen Reichs­bahn sind übrigens anläßlich der Tagung des Weltver- bande^ der Auslandspolen im vergangenen Jahre Son- derzüge und Fahrterleichterungen gewährt worden.

Der Stromliniendampfzug. Weltbild.

Die Reichsbahn hat den ersten Stromliniendampfzug, der mit vier Wagen für eine Geschwindigkeit von 175 Kilo­meter in der Stunde gebaut ist, übernommen. Der Zug ist mit allen Bequemlichkeiten für den modernen Schnell­verkehr ausgestattet.

Die i-emsch-eLZgüscheLt

Kloiienbesprechungen.

Am Dienstag beginnen in London die deutsch­englischen Flottenbesprechungen. Die deutsche Flottenabordnung unter Führung des Bot­schafters von Ribbentrop traf am Sonntagnach­mittag in London ein. Zu ihrer Begrüßung hatten sich von englischer Seite auf dem Flughafen in Croydon u. a. eingefunden der stellvertretende Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Craigie, sowie der britische Flottensachverständige, Kapitän Danckwerts.

Botschafter von Ribbentrop wird einer Preß-Associa- tion-Meldung zufolge am Montagnachmittag von dem englischen Außenminister Sir John Simon im Unterhaus empfangen. Die erste Sitzung für die Flotten­besprechungen wird am Dienstagvormittag um 10 Uhr formal durch Außenminister Simon eröffnet werden. Die Besprechungen sind rein informatorischen und vorläufigen Charakters und, wie in englischen Kreisen erklärt wird, lediglich der Vorläufer von formalen Verhandlungen, die unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden sollen.

Danziger Staffel siegle im Deutschlandflag

Der Vorjahressieger Hannover an dritter Stelle.

Das größte nationale Luftsportereignis, der D e u t s ch l a n d f l u g , ging am Sonntag zu Ende. Als Sieger in dem großen Mannschaftswettbewerb, zu dem vor sechs Tagen von Berlin aus 154 Sportslugzeuge ge­startet waren, ging die Danziger Staffel B 6 her­vor. Am Ziel in Berlin hatten sich bei einem Flugtag Zehntnuscnde von Zuschauern eingefunden, die die Sieger und alle 139 Flugzeuge, die die Prüfung durchgehalten hatten, herzlich begrüßten.

Die letzte Übernachtung der Flieger hatte in Erfurt stattgefunden. Von dort aus begaben sich die Maschinen im geschlossenen Flug zum Ziel nach der Reichshaupt­stadt. Es war ein großartiger Anblick, als die Staffeln, dicht geschlossen, am Sonntagnachmittag über dem Tem­pelhofer Feld erschienen, um noch einmal eine Ehrenrunde vor der Landung zn fliegen. Als erste Staffel landete die Staffel mit dem Kennzeichen F 3 vom Reichsluftfahrt­ministerium unter der Führung des Obersten Christiansen, des altenl)o-X"-Kapitäns. General der Flieger Wewer gab im Auftrage des Reichsluftfahrtministers Hermann Göring die Namen der Siegerstaffel bekannt. Die Danziger haben mit vier Klemm-Maschinen den Wettbewerb gewonnen. Die Plätze nach ihnen belegten die Neunerstaffel aus Stuttgart und die Fünferkette des Vorjahrssiegers Hannover. Vor und nach der Landung dèr Deutschlandflieger wurden Segelflugkunst­flüge und Schauflüge des beutfctK» Kunstflugmeisters Stör und des Altmeisters Udet gezeigt, die von den Massen mit Spannung verfolgt wurden. Zu Beginn der Veranstaltung wurden drei Motorflugzeuge und eine Segelflugmaschine feierlich getauft und den Sportflicgern übergeben. Der Präsident des Deutschen Luftsportverbandes, Oberst L o e r z e r, Reichssportführer von Tschammer und O st e n und der Chef des Stabes der SA., Lutze, wohnten der Veranstaltung bei.