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Lul-aer flnzeiger

IT&^ durch 'Höhere $ Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg

AWL^KM^KTL Zul-a-ua- Haunetal »Zul-aer Kreisblatt lla '^ Fu^^KmüMratze^42, Telefon ^M? -* KeSaktron unö Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprech-flnsthluß Nr. 2989 Lerantw, jur den Jnyall. Bernd Hei in , Fulda.Nachdruck der mit * versehenen Drittel nur mit QuellenangabeZulSaer flnzeiger"gestattet.

^ 128 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 4. Juni 1935

Anzeigenpreise 1 mm Höhe in bet 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zwangs­weiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder An­spruch auf Nachlaß.DA." IV. 35.910. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Abgeblasene Währungsexperimente.

MW Ausgabe: Frankeastützuag. Schweizer Franken bleibt stabil. Hollands Wirtschostsminister stürzte über seine Abwertungssorbernng.

Das Vertrauen in den internationalen Geldmarkt hat mich die schnelle Regierungsbildung in Frankreich Mv die Ablehnung der Wirtschaftsexperimente in der Schweiz eine Stärkung erfahren, die noch erhöht wird durch den Rücktritt des holländischen Wirtschasts- ninisterch der die Abwertung des Gulden vertrat.

Der neue französische Finanzminister Caillaux wird neue Vollmachten für längere Zeit fordern, um die Festigung der Wirtschastsverhültnisse herbeizuführen. Wieweit Caillaux damit kommen wird, bleibt nach wie der fraglich. Er wird den französischen Franken zunächst um jeden Preis verteidigen, wie er aber den Milliarden- jeblbetrag im Staatshaushalt decken will, bleibt noch ab- Marten.

In S ch w e i z e r R e g i e r u n g s k r e i s e n sowohl wie in der internationalen Finanzwelt begrüßt man die Ablehnung des in der Schweiz zur Abstimmung gestellten Volksbegehrens über die sogenannte Kriseninitiative, in dem außergewöhnliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Wrtschaftsnot gefordert wurden. Damit sind die Wäh- mgsexperimente in der Schweiz zunächst abgeblasen. Die schweizer Bundesregierung wird nun versuchen, den Problemen wie Rückgang des Fremdenverkehrs und der Ausfuhr, Überschuldung des Hausbesitzes u. a. ohne Wiihningsgefährdung beizukommen.

Der holländische Gulden, um den ja auch seit tagem Gerüchte von Abwertung gingen, scheint vorerst «ich außerhalb der Gefahrenzone, zumal nachdem Holland m Wochenende noch einmal den Diskont um 1 Prozent Mi 5 Prozent heraufgesetzt hat. Der Wirtschafts- mtster Dr. St e en b e r g h e , der im Kabinett in einet Devalvation die einzige Rettung der Wirtschafts- IW. erblickte, ist allein mit seiner Ansicht geblieben und e daraus die Konsequenzen ziehen. Ob der Rücktritt Wor Steenberghes, der der Katholischen Staatspartei t, für die bevorstehende bedeutsame Stellung- der Zweiten Kammer zur Sparvorlage der Ne-

Äg schwerwiegende Folgen haben wird, ist noch nicht .-«sehen. Innerhalb der Kammerfraktion der Kalho- Am Staatspartei, der größten Regierungspartei, sollen Nie Meinungsverschiedenheiten über die Krisenpolitik

England feiert Königs Geburtstag.

Ein weiterer Höhepunkt in den Iubiläumsfestlichkeiten.

Der 70. Geburtstag König Georgs V. von Ugland am Montag ist im Rahmen der Jubiläums- Michkeiten mit ganz besonderem Prunk und Pomp ge- W worden. Wieder wie vor drei Wochen, säumten un- ziehbare Menschenmengen Londons Prachtstraße, wieder "'üischierte die rote Garde mit ihren Bärenfellmützen auf, 11,11 Spalier zu bilden wieder lachte die warme Sonne das festliche Treiben herunter. Die Tribünen, die noch N den Jubiläumsfeierlichkeiten her stehen, waren wieder

auf den letzten Platz gefüllt. Der König, umgeben Gardeschwadronen, ritt, von zwei Generalen flankiert, ? der Uniform der Waliser Garde. Straft und aufrecht ?5 da, niemand kann ihm ansehen, daß er 70 Jahre W Ihm folgen in der gleichen Uniform die könig- Mn Prinzen. 'Dann die fremden Militärattaches in wen verschiedenfarbigen Uniformen, Oberst Geyer

Schweppenbürg grüßt zur deutschen h'^schaft hinauf, wo sich ein Teil der deutschen und als besonderer Gast auch Kronprrn- L Vn Cäcilie mit ihrer jüngsten Tochter eingefun- haben.

®»>e Stunde währte der Vorbeimarsch der Garde- Wen vor dem König, der zu Pferd die Parade "v^hm. Während die Königin mit den Prinzessinnen vorn Balkon des Kriegsministeriums aus zusah.

den Anschein, als bewege sich ein . exakt Uhrwerk unten auf dem verhältnismäßig be- Mukten Raum des Paradeplatzes. Mit klingendem £ marschierten dort die Truppen unentwegt auf und ' w der Grenze des Platzes angekommen, machte die âE vorderste Glied kehrt und marschierte durch ^lhen der ihm entgegenkommenden hindurch. , . formierten sich wieder die Züge, und der Kömg W?,tcm Gefolge und die Königin mit einem langen in denen sich die zur Hoftafel ge- den ^sie befanden, begaben sich auf demselben Wege, bet gekommen, zum Palast zurück, begleitet vom Wirbel ^Ederttausende. die dort ausgeharrt haben. >M 8awii???^dalast eingetroffen, zeigte sich die königliche auf k, vor dem feierlichen Geburtstagsessen noch einmal Der ^?"" der Bevölkerung. . . , r-n Geburtstag des Königs bildete ernen werte-

^ e p u n k t der I u b i l ä u m s f e st l r ch - des ^Nachmittags empfing der König die Vertreter "ett^^res, des Unterhauses, des Kabr- dlrr A r in e e, um ihre Glückwünsche entgegen- des Hunderte von Telegrammen waren im -aufe Echjch.^es im Buckinghampalast eingelaufen aus allen unb i n, ,?cr Bevölkerung, von kleinen Dorfbewohnern von Leuten aus den entlegensten Gebieten, die ihrem

der Regierung bestehen. Von der Haltung der katholischen Kammerfraktion hängt für den Fortbestand der Regierung Colijn viel ab.

Laillai« nimmt seine Arbeit auf.

Ausschuß zur Reform des Finanzmarktes eingesetzt.

Der neue französische Finanzminister Caillaux hat als erste Maßnahme einen Ausschuß zur Reform des F i u a n z m a rkt e s eingesetzt, der die Bedingungen für die Gründung einer Art Bankier- k a m m e r ausarbeiten wird. Die Bankierkammer soll die Oberaufsicht über sämtliche zum Börsenhandel zu- gelassenen und zuzulassenden Wertpapiere ausüben. Sie wird alle erforderlichen Nachforschungen anstellen.

Wer außerhalb der Bankierkammer irgendwelche Wertpapiere auszugeben verflicht, soll strenge Strafen zu gewärtigen haben.

Ferner ist die Einsetzung eines Kammeraus­schusses beabsichtigt, der Äusgabebeschränkungen und Einsparungen am Haushalt prüfen und Vorschlägen soll. Caillaux will den Franken verteidigen und die Finanzlage Frankreichs bessern, auch im Hinblick auf die internationale Währungslage. Er will sich bemühen, durch einen Versuch der allgemeinen Eingliede­rung der Währungen eine größere finanzielle Stabilität zu verwirklichen. In politischen Kreisen bezeichnet man Caillaux bereits als den geeigneten Mann, der in diesem Sinne die

Initiative zu einer internationalen Währungs­konferenz

ergreifen könnte. Eine Erklärung, die der Finanzminister derInformation" zur Verfügung gestellt hat, bestätigt diese Annahme. Caillaux sagte:Die Wieder­belebung des Austausches steht im Vorder­grund meiner Bemühungen. Sie wird beträchtlich er­leichtert werden, wenn die anderen Währungen, außer der französischen, demnächst den Gegenstand einer gemeinsam beschlossenen Stabilisierung abgeben könnten."

König die Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstag aus­sprechen wollten.

b. Wbrntrop Sei MacDonald und Simon

Die deutsche Delegation zu den Flottenbesprechungen unter Führung des Botschafters v. Ribbentrop nahm die deutsch-englische Aussprache am Montag auf. Botschafter von Ribbentrop besuchte den Außenminister Simon, den Premierminister MacDonald und den Ersten Lord der Admiralität.

Die englische Treffe bringt der deutschen Delegation und besonders ihrem Führer einen freundlichen Will­komm, weist aber deutlich auf die Unterschiede zwischen der englischen und deutschen Auffassung hin und betont vor allem, daß nach englischer Ansicht die größtenteils veralteten britischen Schiffe nicht als vollwertiges Ver­gleichsmaterial zu den deutschen Neubauplänen gerechnet werden könnten.

Die Begrüßung des Botschafters v. Ribbentrop in London.

Im Londoner Flughafen traf die deutsche Delegation zu den Floltenbesprechungen nur England ein. Das Funk­bild zeigt die Begrüßung des deutschen Botschafters V Ribbentrop durch einen englischen Beauftragten. In der Mitte: Konteradmiral wchuster. (Weltbild M.)

Besuch in Alt-Rehse.

Die große Reichsschule der deutschen Ärzteschaft im meck­lenburgischen Bauernland.

In Anwesenheit vieler hervorragender Persönlich­keiten der Partei und des Staates eröffnete der Stell­vertreter des Führers, Rudolf Heß, am 1. Juni 1935 nach einer Rede des Reichsärzteführers Dr. Wagner die erste Führerschule der deutschen Ärzteschaft in Alt-Rehse in Mecklenburg.

Nun hat die deutsche Ärzteschaft ihre Führerschule. Herrlich gelegen in der Heimat Fritz Reuters, dem Meck­lenburger Land, am Rande des Tollense-Sees. Man muß neidisch werden, wenn man das alles gesehen hat, wenn man einen Blick tun durfte in das Werden dieser riesigen Aufgabe, immer wieder hört der Besucher, wie stolz die mecklenburgischen Parteigenossen und Bauern sind, daß sich die deutsche Ärzteschaft entschlossen hat, gerade auf diesem Boden ihre große Schule für ganz Deutschland zu errichten.

Der NameFührerschule der deutschen Ärzteschaft" umreißt schon das Programm dieser Schule. Es sollen hier ärztliche Führer herangebildet werden, die vorher schon ihre weltanschauliche Schulung in der Partei er­halten haben. Wer einen Gang und zwar einen sehr umfangreichen Gang durch die Park-, Garten- und Dorfanlagen, die mit dieser Schule verbunden sind, tun durfte, muß anerkennen, daß alle Voraussetzungen vor­handen sind, dieses Ziel zu erreichen.

Der Gutshof, dasNeue Schloß", die Garagen usw., wurden umgebaut, für 100 Kursusteilnehmer Naum geschaffen und schließlich das ganze Dorf mit 20 Familien neu aufgebaut.

Am 2. August 1934 war der erste Spatenstich getan worden, heute, nach noch nicht einem Jahr, steht die ganze Einrichtung in ihren wesentlichsten Teilen. Nur die Dorf­siedlung ist noch in Arbeit, doch kann man auch hier schon die einzelnen Fachhäuser klar erkennen, die alle über dem Eingang Namen deutscher Gaue, wie z. B.Haus Rhein­land",Haus Kurmark",Haus München" usw. tragen.

Neben dem G e m e i n s ch a f t s h a u s , den drei Schlafhäusern, einem Lehrerhaus, dem N e u e n Schloß, dein Schlachthaus, der Garage, dem Wachhaus, dem Dorfkrug und den zehn Gutsärberter- Hausern, wurden noch geschaffen: eine Kläranlage, ein Bootshaus, Vogelvolieren, Brunnen, Feuerlöschanlagen, Sirenen, Telephon- und Signalanlagen.

Während man einerseits nur bodenständiges Ma­terial verwandte, hat man auf der anderen Seite jede Einzelheit bis zum letzten Türgriff nach alten Bauern­motiven entworfen und sinngemäß in neuzeitliche Formen gebracht. Der Saal wird durch Wandmalereien späterhin noch eine höhere festliche Note erhalten. Die roh gehaue­nen Hölzer hat Professor Wossidlo mit mecklenburgischen Bauernsprüchen verziert.

Mitten hinein in das harte arbeitssame Leben des deutschen Bauern und Landarbeiters wurde diese Füh­rerschule gestellt. Das tägliche Beispiel des Kampfes um des Ackers Frucht und Segen soll als starkes bleibendes Erlebnis in den Herzen der Ärzte haften bleiben.

Frei mußte diese Stätte dastehen und den Menschen schon am frühen Morgen mit einem erhebenden Gefühl den Tag beginnen lassen, darum wurde diese Erholungs­stätte hier in dem schönen Lande abseits der Großstadt, im Lande der Seen, des Fachwerkbaues und der Strohdächer geschaffen. An solchen füllen Plätzen, zu denen Alt-Nehse gehört, ist wahrer Boden nationalsozialistischer Erzie­hungsarbeit.

Hier am Tollense-See soll dem künftigen ärztlichen Führer die Kraft für seine Ausgabe gegeben werden. Ein großartigerer Rahmen für diese Aufgabe wäre nicht zu finden gewesen.

Nachdem die ersten drei Kurz-Kurse bereits abge­schlossen sind, werden im Laufe des Monats Juni die Vollkurse beginnen, sie werden dem ärztlichen Führer Rüstzeuge der Gesetzeskenntnis, des erschöpfenden Wis­sens um die Wirksamkeit der sozialen Einrichtungen un­seres Staates und der Kenntnis der erbbiologischen und rassischen Grundsätze einer neuen deutschen Gesundheits­politik vermitteln.

In Alt-Rehse, so betonte der Stellvertreter des Füh­rers bei seiner Eröffnungsrede anläßlich der Einweihung der Schule, wollen wir geistig gesunde Menschen sehen, die voller Verantwortung ihrem Volk und ihrer Wissen­schaft gegenüber sind, und die ihre Lebensaufgabe in neuer nationalsozialistischer Gestaltung meistern.

Eine deutsche Ärzteschaft, wie sie' hier herangezogen werden soll, wird nicht mehr das starre Schema und das Dogma höher stellen als manch alte Überlieferung der Volksheilkunde, und so eine Kluft aufkommen lassen zwi­schen Arzt und Volk.

Man kann vielleicht aussprechen, daß hier eines der schönsten und sinnvollsten Werke geschaffen wurde, die Deutschland auf diesem Gebiet hat. Ein Werk einzig in seiner Art, auf das die nationalsozialistischen deutschen Ärzte und mit ihnen die Partei stolz sein können.

Gert Sachs.

Litwinoffs Paris-Reise erneut verschoben

Moskau, 4. Juni. Infolge der Umbildung der franzö-- Regierung wurde die Reise des Außenkommissars Lüwrnoff nach Parrs erneut verschoben. Der genaue Zeit­punkt der Reise wird noch festgesetzt. ö