Zul-aer ^n^cigcr
-riAeint jeden Werktag. Wochenbeilage: Der Stan“. Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. S Lieferungsbehinderung durch „Höhere Ge- «bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried- Ä Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Eionsvruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- L§ Hauptschriftlerter Friedrich Ehren- taf Fulda, Königstraße 42, Telefon 2989. — Kiantw. für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg" entlauf Vota- Iulöa- und Haunetal ♦ Iulöaer Kreisblatt
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K. 129—12. Jahrgang
Fulda, Mittwoch, 5. Juni 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
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Kabinett Bouision gestürzt.
Die Kammer verweigert mit knapper Mehrheit die Vollmachten.
Die französische Kammer hat am Dienstagabend bei dir entscheidenden AbOminung über den Ermächtègungs- Mentwurf das neue Kabinett Bouision gestürzt. Mit w äußerst knappen Mehrheit von 264 gegen 262 Stimmen «weigerte das Parlament der Regierung die verlangten Mmachten zur Verteidigung des Franken und zur Sanre- Mg der Staatsfinanzen.
Die Kammer war bereits am Nachmittag zusammen- getreten, um die Regierungserklärung des MM Kabinetts entgegenzunehmen. Das Haus bot das Silb eines großen parlamentarischen Tages. Minister- Äent Bouisson, seit neun Jahren zum erstenmal nicht mehr auf dem Hochsitz des Kammerpräsidenten, der Magen seine persönliche Domäne geworden war, verlas sie knapp gehaltene Erklärung, die in gleicher Form von Pstizminister Pernot im Senat bekanntgegeben wurde.
Die Regierungserklärung.
Die neue Regierung stelle die breiteste Einheit dar, die seit dem Kriege verwirklicht werden konnte, so hieß es m her Erklärung. Bisherige Gegner hätten sich zusammcn- Wndcn, um die nationale Währung ausrechtzu- ahalten und die Finanzen und die Wirtschaft des Landes Merherzustellen. In einer außergewöhnlichen Lage Äse es außergewöhnlicher Mittel, die, um «ksam zu sein, sofort angewendet werden müßten. Die «iterten aber begrenzten und zeitweiligen V o l l - achten, die die Regierung fordere, sollten ihr die Hlichkeit geben, sofort die S p e k u l a t i o » zu brechen «den Franken vor jedem Angriff zu sichern. Ihre M seien aber noch weiter gesteckt. Die Finanzen und die »Gast Frankreichs, die durch eine seit fünf Jahren an- taube Krise erschüttert seien, müßten zur Gesundung I tatst werden. Das fordere wieder eine neue An I 'w, um das Gleichgewicht des Budgets I tasten. Dabei werde nichts versäumt werden, um t ^'rschiedenen Zweige des Wirtschaftslebens anzuregen s tan Austauschverkehr mit dem Auslande zu beleben.
M der Verlesung der Regierungserklärung durch ta Ministerpräsidenten wurden die Jntcrpcllativns- ®itngc bekanntgegeben. Ministerpräsident Bouision ^langte sofort Vertagung ihrer Beratung unter Stellung der Vertrauensfrage. Bei dieser ersten Ab- Mmung siegte die Regierung noch mit 390 gegen 192 Stimmen!
Dann wurde von Ministerpräsident Bouision das ^unäch t i g u n g s g e s e tz eingebracht, das der Regung bis zum 31. Oktober 1935 alle diejenigen Allmächten geben sollte, die geeignet wären, die Wicklung der Staatsfinanzen zu verwirklichen, die Mveraufnahme der wirtschaftlichen Betätigung zu ermöglichen und die Beeinträchtigung des öffentlichenKre- zu verhüten und zu unterbinden. Dieses Gesetz über- man zunächst verfasiungsmäßig dem F i n a n z a u s- der Kammer und vertagte die Sitzung auf eint taube.
Simon eröffnet die deutsch
englischen Flottenbesprechungen.
London begannen am Dienstag im ForZgu Ä bem englischen Außenministerium, die deut sch - Z>Ul^sch e ll F l o t t e n b e s p r e ch u n g e n. Mf d e u t- tat Seite nahmen daran teil Botschafter v. R r b b e n- ^ ° p. Admiral Schuster, Korvettenkapitän Krderlen und Gutsche Marineattachö in London, Kapitän Wasner. Ö glischen Vertreter sind der Stellvertretende Staatssekretär im Foreign Office Er aig in , der Aoertrelende Chef des Marinestabes Vizeadmiral Little Kapitän Danckwerts. ... .
Beginn der Besprechungen begrüßte der engmche Z.nm,Nister Sir John Simon im Namen der Men Regierung die Flottensachverstandigen. Un- ^E>ar darauf begannen die sachlichen Besprechungen, der Londoner Flottenbesprechungen schreibt u. a. Dena^lkische Beobachter": „Die Flotleuforderung ql^chlands an sich ist ausschließlich bedingt durch unsere Lage als Küstenland der Nordsee und der 15 L®te deutsche Küste hat eine Lange von rund "Meter, und diese Küste »nutz gegen reden Angriff tt* Mn. Werbern M«iben «>^ ^SZ wie etwa Elbe und Oder, unserer Verteidigung m ^sondere Gesetze zu. In der Auslandspreffe hat ■ ^ten Tagen allerdings wieder einmal ein Staffel löi i^ta’ftat. Man hat sich den Kopf darüber zerbrochen, Rrd? ?^ deutsche Flottenforderung praktisch auswirken tau' me die 35 Prozent auf die Tonnage derbiltchen errechnet werden fallen und wie die deutsche dic^Marlne künftig beschaffen sein werde. Wir halten Es jst ^tselraten und die besorgten Mienen für müßig. ÄnLLtzens ber falsch angebrachte Versuch, die le, wen Verhandlungen von vornherein zu belasten.
Paris, 5. Juni. (Funkmeldung.) Als der Präsident um ein Uhr nachts seine Besprechungen zur Lösung der Krise auf Mittwoch verschob mit der Ankündigung, er werde gemäß dem Vorschlag Bouisions Jeanneney die Führung der Regierungsgeschäfte anbieten, war man sich darüber klar, daß der 71jährige Jeanneney sich kaum zur Uebernahme eines so schweren Auftrages eignete. Man rechnete deshalb mit einer Ablehnung und erwartet, daß Lebrun alsdann erneut an Laval herantreten wird, mit dem dringenden Ersuchen, sich diesmal nicht mit seinem außenpolitischen Aufgabenkreis zu entschuldigen. Die Erklärung, die Laval nach seiner ersten Unterredung mit Lebrun am Dienstagabend der Presse abgegeben hat, zeigt in der Tat, daß Laval Bouision vorgeschoben hat, um vollkommen freie Hand für die sich anbahnenden diplomatischen Verhandlungen zu erhalten.
Es gibt Kreise, die unter den neuen Umständen einen weiteren Versuch der parlamentarischen Regierungsbildung für vollkommen zwecklos halten und die einzige Möglichkeit in der Auflösung der Kammer und einer Volksbefragung erblicken. Es ist mehr als bezeichnend, daß auch in den Blättern der verschiedensten Richtungen das Wort Auflösung wiederkehrt.
Laval mit der Regierungsbildung beauftragt.
Paris, 5. Juni. (Funk »Meldung.) Der Präsident der Republik hat am Mittwoch früh um 9 Uhr die üblichen Besprechungen zur Lösung der Regierungskrise begonnen und, wie erwartet, als ersten dem Senatspräsidenten Jeanneney den Auftrag der Kabinettsbildung angeboten. Senatspräsident Jeanneney hat, wie ebenfalls erwartet, diesen Auftrag aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt.
Um 10 Uhr vormittags traf der bisherige Außenminister Laval im Elysee ein. Er hatte eine Unterredung mit dem Präsidenten der Republik, die eine Viertelstunde dauerte. Als Laval um 10.15 Uhr das Elysee verließ, gab er den Journalisten folgende Auskunft:
„Der Präsident der Republik hat mir den Auftrag der Kabinettsbildung angeboten. Ich habe mich grundsätzlich dazu bereit erklärt, muß aber, bevor ich meine endgültige Antwort geben kann, die erforderlichen Vorbesprechungen vornehmen."
Die Flottenbesprechungen wurden am Dienstagmittag um 13.45 Uhr nach über dreistündiger Dauer aus den Nachmittag vertagt und um 16 Uhr wiederauf- genommen. Die Besprechungen während des Nachmittags bauerten fast eineinhalb Stunden.
Die englische Presse
stand am Dienstagabend völlig im Zeichen der Flottenbesprechungen. Allgemein sieht man ihrem Verlauf mit Spannung entgegen. Es toird darauf hingewiesen, daß es die ersten Besprechungen dieser Art sind, die seit dem Weltkrieg zwischen den beiden Ländern stattfinden. Sämtliche Zeitungen bringen auf der ersten Seite Bilder des Botschafters'von Ribbentrop.
M hervorragendste Gestalt
in der heutigen Welt."
Lord Rothermerc über den Führer.
Die bekannte Londoner Zeitung „Daily Mail" veröffentlicht einen Artikel von Lord Nothcrmere: Adolf Hitler aus der Nähe". Darin heißt es u. a.: Die hervorragendste Gestalt in der heutigen Welt ist Adolf H i t l e r. Hitler steht in der direkten Reihe jener großen M e n s ch h c i t s f ü h r e r, die selten mehr als einmal in zwei oder drei Jahrhunderten auftauchen. Er ist die Verkörperung des Geistes der deutschen Rasse.
Hitlers tiefer Glaube an seine eigene Sendung ist eine Kraft, die sich fühlbar macht, sobald man mit ijöm in Berührung kommt. Ein Mann, der so voll-
Achtung vor dem Volkstum!
Vom Sinn der Königsberger Pfingsttagung des Volks- bundcs für das Deutschtum im Ausland.
Ostpreußen, das Gastland der 55. Jahrestagung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, ist ein Symbol für dieses traditionelle volksdeutsche Treffen. Einst zogen die Flamen und Niedersachsen, die Schweizer, Thüringer, die Sudetendeutschen, die Salzburger und die Franken gen Osten und siedelten. So wurde O st p r e u - ßen ein Land aller deutschen Stämme. Auf feinem Grunde fanden sie sich, alle Deutschen, zu gesamtdeutscher Arbeit. An dieses geschichtliche Vorbild der Einheit unseres Volkstums knüpft der VDA., der Volksbund für das Deutschtum im Ausland an, wenn er zu seiner diesjährigen Pfingsttagung nach dem Ostlande ruft. Stehen doch diese Tagungen im Zeichen der volksmäßigen Verbundenheit aller deutschen Stämme. Deutsche aus aller Welt werden sich in Königsberg zu der kulturellen Gemeinschaft des deutschen Hundertmillionenvolkes, das auf alle fünf Erdteile zerstreut ist, bekennen. Der VDA. wird erneut dafür Zeugnis ablegen, daß er Treuhänder des ganzen Volkes ist, um gesamtdeutschen Aufgaben zu dienen.
Auch von einem anderen Blickfelde ist Ostpreußen ein Sinnbild Volksdeutschen Denkens: Ostpreußen ist nicht eine Insel des Reiches inmitten fremder Staatlichkeit, es ist e i n e B r ü ck e zu den Auslanddeutschen in Memel, im Baltikum und in Polen. Möge die Ostlandtagung des VDA. dazu beitragen, jedem Deutschen im Reich dieses Bewußtsein lebendig zu machen. Denn unsere Volksgenossen draußen stehen im aufreibenden Selbsterhaltungskampf und brauchen die stärkende Gewißheit: Das gesamte deutsche Volk steht geschlossen hinter uns. Jedes Leid, das man uns zufügt, trifft das ganze Volk. Und unser Schicksal ist aller Schicksal.
In Königsberg wird der VDA. Rückschau halten auf d i e L e i stu n g e n und Erfolge des letzten Arbeitsjahres. Nicht nur die Zahl seiner Gruppen und Mitglieder hat sich im weiteren Verlaufe des 1933 begonnenen Volksdeutschen Aufstiegs im Reich bedeutend vergrößert. Auch seine finanziellen Leistungen sind erfreulich gestiegen. Der Vereinsrahmen ist schon bei der Tagung in Passau, Pfingsten 1933, gesprengt worden. Aus dem Verein gestaltet sich immer mehr ein Volksbund. Der nationalsozialistische Staat ist auf Volkstum gegründet. Daher muß sich jeder Reichsbürger, wie der Innenminister des Reiches bei der letzten Pfingsttagung des VDA. ausführte, dessen bewußt werden, daß er nicht nur Staatsbürger, sondern auch Volksgenosse ist, der Verpflichtungen dem gesamten deutschen Volkstum gegenüber auf sich zu nehmen hat. Innerhalb dieser Linie vollzog sich die innerdeutsche Entwicklung des VDA. im letzten Jahre, das nach 1933, dem Jahre des Aufstiegs und des Volksdeutschen Durchbruchs, ein Jahr des Ausbaus und der Festigung war.
Nach außen gesehen wird der VDA. in Königsberg die Achtung vor der Hoheit unseres deutschen Volkstums fordern. Wie der Führer in seiner letzten großen Rede vor dem Reichstag erneut der Welt verkündete, wünschen wir kein Germanisieren. Wenn wir Deutsche zum VDA. nach Königsberg fahren, so wollen wir keine Staaten angreifen und keine Grenzen verschieben. Der Führer der Polen im Reich, Dr. Kaczmareck, hat erst kürzlich einem dänischen Journalisten bescheinigt, daß sich die Lage der Auslandpolen im nationalsozialistischen Reich günstiger gestaltet hat. So wie wir fremdes Volkstum achten, verlangen wir auch, daß deutsches Volkstum geachtet wird. Was auch der „Weltverband der Auslandpolen" oder die Vereine der Auslandlitauer und -Esten für ihr Volk in Anspruch nehmen, genau das gleiche Recht fordern wir Deutsche für die fünfunddreißig Millionen unserer Volksgenossen, die nicht das Glück haben, im Mutterlande zu leben. Wir sehen die Geschichte von den ewigen Werten des Volkstums aus und erkennen, daß Jahrhunderte währende staatliche Machtkämpfe im günstigsten Falle nur die Oberschicht eines geknechteten fremden Volkstums anzuritzen imstande sind. Die Substanz des Volkstums aber und die breiteren Schichten können nicht mit den kleinlichen Mitteln staatlicher Entnationalisierung vernichtet werden. Nur bie gegenseitige Achtung vor dem Volkstum kann unserem völkisch so zerklüfteten und zerrissenen Erdteil aufrichtigen Frieden und der Menschheit neues Leben geben. Das ist die weltpolitische Bedeutung der deutschen Volkstumsarbeit, wie sie auf der Pfingsttagung des VDA. in Königsberg einen ihrer Höhepunkte erleben wird.
Dr. Walter Stark.
st ä n d i g von einem großen Ziele besessen ist, hat keine Verwendung für Spitzfindigkeiten und Heucheleien. Hitlers Z i e l ist es, die volle Souveränität Deutschlands in innerpolitischen Angelegenheiten wiederherzustcllen und in der Außenpolitik Deutschland wieder auf den Stand einer Weltmacht erster Klasse zu erheben. Hitler macht es klar, daß es in diesem Ziel kein Nachlassen gibt.
Die öffentlichen Erklärllngcu, mit denen er Geschichte macht,
sind nicht das Ergebnis langer Besprechungen, und stellen nicht ein Kompromiß zwischen den auseinandergehenden Ansichten verschiedener Geister dar. Ihre Kraft itnb ihre Klarheit sind auf die Tatsache zurückzusühren, daß sie Hitlers eigenem Kopf entspringen, tvobei nur ein oder zwei intime Mitarbeiter mit ihrem Rat mib wirken. Die wenigen Männer, die in enger und ständiger