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N"N»°»»BM«ng"d«»^,^ â Tagèvmü für Kpbn uns Vogelsbergs ?°«">?W'"'"^"i/s;'M"B^°M-^-b-lE Sb Ehrenklau, §ul£, König?traße 42. (ns Afts littA Krttltl^frtl ^lllAft^f ßsttäblfttt wird Nachlaß nach Preisliste gewahrt bei zwangs- «atationso ruck' Friedrich Ehrenklau, Lauter- V***VU- WIV IrjUlllllfrllll * AUIVUI^* i^H^IPVlll** weiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder An- bech/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- RoAaFffitn »a6a spruch aus Nachlaß. »DA. IV. 35.910. Zur Zeit

flau, Fulda, Königstraße 42, Telefon 2989. t>eoartion uno vesiyastsflelle. Konigstraße 42 4 Zernsprech-Mnsiymsi rlr. 2989 ist Preisliste Nr. 3 gültig. Verantwort!, für den Berantw. für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda. Nachdruck -er mit * versehenen Artikel nur mit «tzgellenangabe .Zulüaer flnzeiger'geftaüel. Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 134 12. Jahrgang

Fulda, Mittwoch, 12. Juni 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Ar eine reW-smzWe VelWiM.

Reichsminister Dr. Goebbels über die Zukunft der internationalen Politik.

Reichsminister Dr. Goebbels gewährte dem diplo­matischen Korrespondenten der englischen ZeitungNews Chronicle", Vernon Bartlett, eine Unterredung, über die der englische Korrespondent u. a. schreibt:

Wie steht es um die Zukunft der int er* nationalen Politik?", fragte ich. Hitlers Rede tote zweifellos den Weg zu Erörterungen eines Luft- ibtommenâ für Westeuropa freigemacht; es gebe in Groß- britannien aber viele Leute, und noch mehr in Frankreich, die fürchteten, daß die einzige Auswirkung eines Ab- tommens für den Westen sein würde, Deutschland darin zu bestärken und zu ermutigen, sich im Osten in Aben­teuer zu stürzen. Dem widersprach, wie ich erwartet hatte, Dr. Goebbels entschieden.

,Die Menschen sollten sich der Garantien entsinnen, die wir Rußland gaben", sagte er.

Diese Garantien wurden auf Grund freier Entschließung abgeschlossen, und wir werden sie deshalb achten, obgleich sie unter einem deutschen Regierirngssystem zustande- kamen, das wir inzwischen gestürzt haben. Ganz ab­gesehen davon, daß wir, da wir keine gemeinsame Grenze mit Rußland haben, es kaum angreifen könnten, selbst wenn wir das wünschen sollten, besteht noch ein wichtigerer Grund für uns, um es nicht anzu­greifen. Wir haben nicht den Wunsch, uns in russische Angelegenheiten zu mischen, wir können aber nicht zu­geben, daß der durch Rußland genährte Kommunismus in unserem eigenen Lande groß wird.

Es gibt noch einen weiteren Punkt", fuhr der Mini- IV fort.Wir glauben an Nichtangriffspakte, mißtrauen tber den Pakten zur gegenseitigen Hilfeleistung.

Wir wollen keinen Palt, der französische und russische Soldaten, selbst nur unter dem Vorwand, uns gegen einen Angreifer helfen zu wollen, aus deutsches Gebiet bringen könnte.

^Geschichte beweist, daß die Anwesenheit solcher Trup- htelbft verbündeter Truppen, zu oft zum Elend führt. Nulauben, daß jeder Streit, soweit das überhaupt mög- Nist, lokalisiert werden sollte, er sollte nicht durch eine Gruppe verbündeter Nationen, sondern durch eine wirk­liche Kollektivität der Nationen behandelt werden."

Das ThemaRußland" brachte Dr. Goebbels auf die Wannte These, wonach der Nationalsozialismus die Welt bor dem Bolschewismus bewahrt und sich damit die Dank­barkeit Großbritanniens und aller anderen Kulturnationen toient habe.

Die Briten und die Deutschen, so erklärte er, könnten zusammen den Weltfrieden ausrechterhalten.

Ich wandte ein, daß aber keine sehr erhebliche Besse­rung in den englisch-deutschen Beziehungen eintreten können, solange keine Besserung in den Beziehungen zwi­schen Deutschland iind Frankreich eingetreten sei.

Ich war über des Ministers rasche Zustimmung über­rascht.

Hitler habe es sicherlich klargemacht, daß er ernstlich eine bessere französisch - deutsche Verständigung wünsche.

i'Wir sind bereit", sagte Dr. Goebbelsaber das nunmehr eine Frage der französischen Innenpolitik geworden. Es sind starke Männer erforderlich, um das Jahrhunderte alte Mißtrauen zu überwinden. Hitler war der Lage, ein Abkommen m i t Polen zu er­reichen, weil er und Marschall Pilsudski einen betspiel- losen Einfluß auf ihre Landsleute ausübten.

Es sollte leicht sein, zu einer Verständigung mit Frankreich zu gelangen, es muß aber einen mutigen achanzosen geben, der die französische Öffentlichkeit für diese Idee gewinnt und das französische Volk ge­schlossen hinter sich bringt.

Unter solchen Umständen", sagte Dr. Goebbels,könnten wir ein Einverständnis mit Frankreich erzielen. Je langer aber die Erörterungen hinausschieben, um so schwie- Uer ist es, sic zu einem erfolgreichen Abschluß zu bangen, «ic viel leichter würde es gewesen sein, eine Verstandr- zu errieten, wenn vor einem Jahre ein aufrichtiger Wunsch bestanden hätte, mit Deutschland auf der Grund- Wgr wahrer Gleichberechtigung zu verhandeln! Wieviel vrc uns allen erspart geblieben!"

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Sie Notwendigkeit der deuW- englischen Verständigung. ^Uglands Thronfolger zu dem Besuch englischer Front- kämpser in Deutschland.

hi ®cr englische Thronfolger, der Prinzvon Wales, der Jahresversammlung der britischen rxront- "MervcreinignngBritish Legion" in der Londoner dw HE eine Rede, die einen deutlichen Hinweis aus ^-.' vklvendigkeit einer deutsch-englischen Verständigung bhalt und daher stärkste Beachtung verdient. Der Thron- Leaini ^"^lands erklärte sich mit der Absicht der British eno ^'^ine Abordnung nach Deutschland zu senden, um Teon» ^Ziehungen zu den Frontkämpfern des ehemaligen herzustellen, in jeder Hinsicht einverstanden und zum Schluß seiner Ansprache folgendes aus.

Als ich kürzlich mit dem Präsidenten der British Legion sprach, warf er die Frage auf, die sich auch mir aufgedrängt hatte, daß nämlich Vertreter der britischen Frontkämpfervereinigung Deutschland einen Besuch ab- statten sollten.

Ich bin der Meinung, daß es keine Körperschaft oder Organisation gibt, die geeigneter wäre, den Deutschen die Hand der Freundschaft entgegenzustrecken als die

ehemaligen Frontkämpfer,

die im Weltkrieg gegen sie gekämpft und die das alles jetzt vergessen haben."

Diese Erklärung des Prinzen von Wales, der die Teilnehmer an der Jahresversammlung mit den Worten meine alten Kameraden" anredete, wurde mit lang­anhaltendem Be""^ begrüßt.

Volk und Marine gehören zusammen.

Auftakt zu der Marine-Volkswoche in Kiel.

Die Marine-Volkswoche in Kiel, die twu unserer Kriegsmarine veranstaltet wird und bis zum 15. Juni dauert, hat ihren Austakt genommen. Die Marine-Volkswoche soll die Verbundenheit nicht nur der Landschaften an der Küste, sondern auch aller deutschen Gaue mit Seefahrt und Flotte anfzeigen. Sie soll kurz zeigen, daß das Volk und seine Marine z u - s a m m e n g e h ö r e n.

Das Straßenbild Kiels ist ganz außerordentlich belevt. Viele auswärtige Gäste sind eingetroffeu. Über­all sieht man Autos mit den Kennzeichen der verschieden­sten deutschen Landschaften, aber auch viele ausländische Wagen sind zu bemerke«. Bereits im Laufe des Diens­tagvormittag waren eine große Zahl Einheiten der Flotte im Kieler Hafen eingetroffen. Die gesamte Flotte Panzerschiffe, Linienschiffe, Kreuzer, Torpedoboote, Schnellboote, Minensuch- und Räumboote und Hilfs­schiffe werden während der Marinewoche im Kieler Hafen zusammengezogen.

Im Rahmen der Marine-Volkswoche werden auch die ersten internationalen Marine-Pokal-Segelwettfahrten um den vom verewigten Reichspräsidenten Generalfeld­marschall von Hindenburg am 17. Januar 1934 gestifteten Hindenburg-Erinnerungspokal" veranstal­tet. Die zu diesen Wettkämpfen in Kiel eingetroffenen polnischen^ schwedischen, dänischen und . holländischen Marineoffiziere wurden am Dienstag im Stations­gebäude vom Chef der Marinestation der Ostsee, Vize­admiral Albrecht, im Beisein des Führers des Marineregattavereins, Konteradmiral B a st i a n , und des Kommandanten von Kiel, Kapitän zur See M e w i s, herzlich begrüßt.

Von der Vinetabrücke ging es in drei Chefbooten an Bord des mitten im Kieler Hafen liegenden Flottenflagg- schiffesSchleswig-Holstein", wo

der Flottenchef, Vizeadmiral Foerster, die Offiziere der fremden Nationen im Namen der deutschen Flotte

als Kameraden herzlich willkommen hieß.

Auf der StationsjachtNire" fuhren die ausländischen Offiziere dann durch das weite schöne Regattarevier. Während der Fahrt hieß Konteradmiral von B a st i a n, der vom Befehlshaber der Kriegsmarine beauftragte Leiter der Ersten Internationalen Marine-Pokal-Segel- wettfahrt, die Gäste auf dem Felde des Sports will­kommen. Später wurde das Marine-Ehrenmal in Laboe besichtigt. In der Ehrenhalle fand eine

kurze schlichte Gefallenenehrung

statt Anschließend legten die Offiziere der ausländischen Kriegsmarinen Kränze zu Ehren der Helden des Welt- krieges nieder. Konteradmiral B a st i a n dankte für bte ritterliche Hochachtung und pietätvolle Kameradschaft, die aus diesem Akt spreche. Die ausländischen Offiziere be­stiegen dann den 84 Meter hohen Turm des Marine- Ehrenmals, dessen obere Plattform einen wundervollen Rundblick bietet.

Danach wurden die ausländischen Offiziere im Empfangssaal des Kieler Rathauses durch Oberbürgermeister Behrens in der Kriegsmarinestadt Kiel herzlich willkommen geheißen.

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«Inf Anregung des Reichsbundes deutscher Seegeltung war am 6. Juni in Berlin

Pine Stafette des deutschen Wassersports von Berlin über Spree, Havel, Elbe und Kaiser-Wilhelm-Kanal gestartet,

um der Marine in Kiel durch eine Adresse, die vom Ruder- boot zum Kanu und Motorboot weiteraeaeben wurde. die Grüße und Wünsche des deutschen Binnenlandes zu über» bringen Deutschlands Wassersportjugend, der ja Liebe und Verständnis für die Seefahrt Lebenselement ist, hatte tick in den Dienst dieser Sache gestellt. Zur Eröffnung der Marine-Volkswoche wurde in Kiel der Gruß an die Marine übergeben.

Starker Eindruck der FreundschaMeste des Prinzen von Wales.

Die gesamte Londoner Presse verzeichnet in größter Aufmachung die freundschaftlichen Äußerungen des Prin­zen von Wales über Deutschland. In Schlagzeilen wer­den die wichtigsten Stellen aus der Erklärung des Prin­zen von Wales hervorgehoben. DerS t a r" leitet seinen Bericht über die heutige Versammlung der Britischen Legion mit den Worten ein: Die Freundscbaftsgeste des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland wird einen wohltuenden Einfluß auf die europäischen Beziehungen haben. In einer Berliner Reutermeldung wird darauf hingewiesen, daß in Deutschland alles ge­schehen werde, um dem Gedanken, der der Entsendung einer Abordnung des britischen Fronlkämpfcrverbandes zugrunde liege, zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Das heutige Deutschland habe seit jeher die Ansicbi vertreten, daß die Frontkämpfer der verschiedenen Rationen zu- sammcnkommen müßten, um einen neuen Krieg zu ver­hindern. Das Reutertelegramm schließt mit der Fest­stellung, daß die Abordnung einer herzlichen Begrüßung sicher sein könne.

Und noch ein zweiter Sendbote aus dem Binnenlande war unterwegs nach Kiel. Die Schiffe der unter dem Protektorat des Reichsbundes deutscher Seegeltung stehenden Schiffsmodellbauschule Potsdam waren gleichfalls am 6. Juni in Potsdamin See ge­gangen" mit Bestimmungshafen Kiel. Die Modelle SchlachtkreuzerHindenburg", KreuzerKönigsberg", DampferBremen", DampferHamburg" und Tank­dampferFranz Klasen" fuhren über Fluß und Strom, den Lebensadern des. Volkes, die zum offenen Meere führen, nach Hamburg. Diese einzigartigen Modelle, die sich mit eigener Maschinenkraft fortbewegen, liefen nach Passieren des Kaiser-Wilhelm-Kanals gleichzeitig mit der Stafette in Kiel ein als Sendboten der deutschen Heimat an ihre blauen Jungen.

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Die Verlosung der Boote für die Wettfahrt um den Hindenburg-Erinnerungspokal, die im Segel­revier der Förde ausgetragen wird, hatte folgendes Er­gebnis: Deutschland segeltAtair", HollandAldebaran", PolenPolaris", SchwedenBellatrix" und Dänemark Rigel". Sogleich nach der Auslosung begannen die fünf Wcttfahrbesatzungcn mit den ersten Trimm­bersuchen.

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Die Wasieriportoerbande an die Kriegsmarine

Kiel, 12. Suni. Die Stafette der deutschen Wassersport- verbänbe, die eine Botschaft des Reichssportführers von Tschammer und Osten an die Kriegsmarine überbrachte, traf am Dienstag in den späten Nachnittagsstunden ein. Der Reichssportführer nahm die Botschaft in Empfang und verlas sie:Der deutsche Wassersport sendet anläßlich der Marine-Volkswoche Mel 1935 als sichtbares Zeichen seiner Verbundenheit mit der deutschen Kriegsmarine diese Urkunde. Der Geist und das Wesen deutschen Scemanns- tums sind und bleiben immer allen wassersporttreibenden deutschen Sportsleuten Antrieb und Vorbild. Berlin- Charlottenburg, im Brächet 1935. Deutscher Reichsbund für Leibesübungen. Der Reichssporfführer von Tscham­mer und Osten." Der Reichssportführer übergab die Botschaft Vizeadmiral Saalwächter, der im Namen der Kriegsmarine dankte. Unter den anwesenden Ehrengästen befand sich der Vorsitzende des Reichsbundes für Deutsche Seegeltung, Admiral a. D. von Trotha. Fast gleichzeitig trafen als weitere Sendboten des Binnenlandes die in Potsdam hergestellten Schiffsmodelle der DampferBre­men "undHamburg" sowie des TankdampfersFranz Clasen" ein. Sie gingen, überall freudig begrüßt, im Olympiahafen vor Anier.

Javanstcht Militär-Konferenz

Schanghai, 12. Juni. In Tientsin wurde Dienstag nachmittag von hohen japanischen Militärs eine Sitzung abgehalten. Es wurde beschlossen, die chinesische Zusage auf Ausführung der japanischen Forderungen anzunehmen

Die planmäßig abzulösenden japanischen Truppen sol­len nicht in Nordchina bleiben, sondern am 16. Juni zu­rückgezogen werden. Die Truppenteile jedoch, die aus dem Verband der Kwantung-Armee längs der nordchinesisch­mandschurischen Grenze stehen, sollen von dieser Maß­nahme ausgeschlossen bleiben. Ihr Abtransport soll erst dann erfolgen, wenn es zwischen Japan und China wieder zu normalen Beziehungen gekommen ist. Die Durchführung der von China angenommenen Forderungen soll einer scharfen Ueber wachung unterzogen werden.