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Zulöaer finzeiger

Ki'" Lreserungsbehinderung durch ^Höhere G Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

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Lerniitw. für Len Inhalt : Bernd Heim, Fulda. Nachüruck der mit * versehenen Artikel nur mit (Quellenangabe »ZulSaer Anzetger'geslattet.

Nr. 136 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 14. Juni 1935

Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, Lei zwangs­weiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder An­spruch auf Nachlaß.DA." IV. 35.910.Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. Verantwort!, für de« Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Auslese durch Freiwilligkett.

Dr. Ley über das Wirken der Deutschen Arbeitsfront und ihre nächsten Ziele. Gründung einer Reichs-Arbeitskammer.

Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Rcichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, legte in Berlin auf einer Tagung der Gesamtführerschaft bei Teutschen Arbeitsfront grundlegend das Wesen bei Teutschen Arbeitsfront und die Aufgaben bei nächsten Zeit dar. Die großen Probleme, so führte Dr. Ley u. a. aus, um die wir ringen, brauchen zu ihrer Voll­endung eine beträchtliche Zeit. Es darf daher niemand ungeduldig werden. Wir befinden uns jetzt in der Phase des Aufbaues, bei der wir uns jeden Schritt, den wii tun, genau überlegen müssen.

Während sich die Partei von jeglichen Jnteressen- einflüssen sreihalten muß, muß in der Deutschen Arbeitsfront diese Jnteressenwahrung klar und deut­lich zum Ausdruck kommen.

Die Interessen sind vorhanden und können nicht ge­leugnet werden, soweit sie gesund und berechtigt sind. Die Menschen müssen ihre Interessen in der DAF. am besten gewahrt sehen. Die Deutsche Arbeitsfront hat die Auf­gabe, wirklich die Organisation aller schaffenden deutschen Menschen' zu werden. Sie will aber auch kein« Zwangsorganisation sein. Im Gegenteil will sie durch die Freiwilligkeit eine Auslese schaffen, die aber die überiviegenbe Mehrheit unseres Volkes erfassen muß Die Arbeitsfront muß wie ein Magnet alle schaffenden Menschen an sich ziehen. Die Deutsche Arbeitsfront wirr die Einheit, die die Partei bildet, im Volke selbst exer­zieren, den Gemeinschaftsgedanken als oberstes Gese^ durchsetzen, außerdem aber eine gerechte Wahrung bei Interessen gewährleisten.

Als nächste Aufgaben, an die die Deutsche Arbeits­front herangeht, sind zu nennen:

i 1. Immer mehr Möglichkeiten zu schaffen, daß die Aschen der Arbeit den Weg zueinander finden. Dazu Nn die Wirtschaftskammern, die Arbeitsausschüsse und H Ar b c i t s k a m m e r n.

2. Die Organisation eines Forschungsinsti - stus, das rein wissenschaftlich sich mit den Problemen der Arbeit befaßt.

3. Ein Ehren-, Beschwerde-, Disziplinar- uiid Rechnungshof soll die Willkür des einzelnen naci) Möglichkeit ausschalten und die Gewähr dafür bieten, daß alle Dinge bestmöglichst geordnet sind.

4. Eine Geschäftsordnung zu schaffen, die vor­bildlich sein wird.

Das Forschungsinstitut wird sich unter vielem an­deren mit der in dem Mai-Aufruf betonte» Frage des gerechten Lohnes befassen. Unter Lohn sei nicht nur der materielle zu verstehen, sondern überhaupt die soziale Stellung des Menschen. Es sei ebenso entschei­dend, ob sich dèr einzelne in seinem Beruf zufrieden und glücklich fühle.

Zum Schluß seiner Ausführungen gab Dr. Ley einen umfassenden überblick über die Finanzlage der Deut­

Der Krieg in derGrünen Hölle" zu Ende

Jubel in Südamerika Eine neutrale Militärkommission legt die neue Grenze fest.

Die Beendigung des langjährigen Krieges rm sud- amerikanischen Urwald, im G r a n C h a c o , dem Grenz- (Met zwischen Bolivien und Paraguay, hat in g ans Südamerika große F r eude Hervorgerufen. Große Opfer hat auf beiden Seiten dieser mörderische Kampf in derGrünen Hölle" erfordert; denn Urwald Sumpf, Fieber itnb andere .Schrecken der Tropen waren ständigen Begleiter der Kämpfenden.

Der Kampf ging in erster Linie um die reichen Ölquellen des Gebiets.

Versuche des Völkerbundes, im Krieg zwilchen Bolivien und Paraguay zu vermitteln, sind erfolglos geblieben Fetzt aber ist die Unterzeichnung b e» Waffenru h e ab to m mens in Buenos Aires wohl ; .'N er dem Druck der drei großen suda m e - javanischen ABC-Staaten, Argentinien, Bra Men und Chile,' imb letzten Endes infolge der großen Blutepfer der beiden Kriegsgegner zustande gekommen.

Danz Paraauan stellt wie aus der Hauptstadt ^ f u n c i o n acmeldet wird, vollkommen unter dem Eindruck der Unterzeichnung des Abkommens über die Waffenruhe im Gran Chaco.

> Bevölkerung eilte bei Bekanntwerden der Nachricht großer Erreauna auf die Straßen und gab ihrer Freude über das bedeutsame Ereignis jubelnd Ausdru^ . n Pauser tragen allenthalben rercheN a g 6 Lunch Dem Kongreß ging ein Antrag u, den.Ober- efehlshuber im Cbaco-Kriea General Estlgarrir t a,

gische Ehrung, die das Land zu vergeben ha - w Nach Meldungen aus La Paz hat der Abschluß-er

auch in ganz Bolivien große ^reude

schen Arbeitsfront, aus dem hervorging, wie gesund die Finanzlage der Deutschen Arbeitsfront ist. Zwei Zahlen sollen das beweisen: Die Deutsche Arbeitsfront zahlte allein im Monat März 1935 10,5 Millionen Mark an Unterstützungen. Im ersten Vierteljahr 1935 wurden rund 28 Millionen Unterstützungen ausgezahlt, ohne Berücksichtigung der Leistungen fürKraft durch Freude" usw.

Im Verlauf seiner Rede verlas Dr. Ley Anordnungen zur Bildung der Michsarbeiis- kammer in der OAF.

in denen es u. a. heißt: Auf Grund der Verfügung des Führers vom 24. Oktober 1934 betreffend Festlegung des Aufgabengebietes der Deutschen Arbeitsfront und zur Sicherung der in der Vereinbarung zwischen dem Reichs­wirtschaftsminister Schacht, Reichsarbeitsminister Seldte und mir, vom 26. März 1935 vorgesehenen sozialen Selbstverwaltung allerschaffenden Deut­schen wird mit sofortiger Wirkung die Reichs­arbeitskammer (RAK.) gebildet. Die Reichsarbeits­kammer wird vom Reichsleitcr der DAF. geleitet. Als Mitglieder der RAK. werden vom Reichsleiter der DAF. berufen: die Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaften, die Gauwalter der DAF, Einzelpersonen, die Leiter der Ämter des Zentralbüros der DAF. Die Reichsarbcitskammei hat vom Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront über­tragene Aufgaben zu bearbeiten.

Die Bildung der Arbeitskammern in den Bezirken.

Ferner wird die Bildung der folgenden Arbeits­kammern angeordnet: Ostpreußen, Sitz Königsberg; Schle­sien, Sitz Breslau; Berlin-Brandenburg, Sitz Berlin; Pommern, Sitz Stettin; Nordmark, Sitz Hamburg; Bre­men, Sitz Bremen; Niedersachsen, Sitz Hannover; Düssel­dorf, Sitz Düsseldorf; Westfalen-Lippe, Sitz Dortmund; Rheinland, Sitz Köln; Hessen, Sitz Frankfurt; Mittel­deutschlaud-Magdeburg, Sitz Magdeburg; Mitteldeutsch­land-Weimar, Sitz Weimar; Sachen, Sitz Dresden; Bay­ern, Sitz München; Baden, Sitz Karlsruhe; Württem­berg, L>itz Stuttgart; Saarland-Pfalz, Sitz Saarbrücken.

Die territorialen Gebiete der Arbeitskammern ent­sprechen den 18 Wirtschaftsbezirken. Die Leiter der Arbeits­kammern werden durch Sonderverfügung bekanntgegeben. Als Mitglieder der Arbeitskammern werden auf Vorschlag des Leiters der jeweiligen Arbeitskammer vom Reichs­leiter der DAF berufen: außer dem Leiter alle zum Gebiet der Arbeitskammer noch gehörenden Gauwalter; von jeder Neichsbetriebsgemeinschaft je ein Gaubetriebsgemein­schaftswalter, sofern die Reichsbetriebsgemeinschaft im Ge­biet der Arbeitskammer vorkommt; auf Vorschlag des Lei­ters der Arbeitskammer können Kreiswalter der DAF als Mitglieder berufen werden; Einzelmitglieder; je ein Ab­teilungsleiter der bzw. einer Gauwaltung der DAF (inner­halb des Bezirkes) analog den Ämtern des Zentralbüros der DAF.

In den Kirchen werden Dankgottesdienste veranstaltet.

Auch in Buenos Aires und in dem übrigen Argen­tinien herrscht große Befriedigung über die Einstellung der Feindseligkeiten. Der Präsident der Republik Argen­tinien, General Justo, gab dieser Befriedigung bei einer Ansprache an die Vertreter der Vermittlermächte damit Ausdruck, daß er sagte, Argentinien erlebe heute einen seiner schönsten Tage.

Obwohl auf Grund des Abkommens die Feindselig­keiten bereits am Freilagmittag eingestellt werden müssen, geht der Krieg im Chaco einstweilen weiter.

Die Paraguayer hoffen, bis zum Inkrafttreten der Waffenruhe noch den Ort Ravelo besetzen zu können.

Nach dem Abschluß des Waffenstillstandes zwischen Bolivien und Paraguay ist eine neutrale Militär- k o m m i s s i o n zur Festlegung der Demarkationslinie im Chaco-Gebiet eingesetzt worden. In der Kommission sind vertreten Argentinien durch einen General und einen Oberstleutnant, Chile durch einen General und einen Oberst sowie einen Hauptmann, und Brasilien durch Hwei Majore.

Moskau. Eine Anzahl deutscher Kommunisten und Salonbolschcwisten, die von der Reichsregierung aus- aebürgert worden sind, haben bei der Sowjetregicrnng um die Verleihung der sowjetrussischen Staatsangehörig­keit nachgesucht. Einem Teil der in Deutschland Aus- acbürgerten, darunter dem berüchtigten ehemaligen Regisseur der Berliner Volksbühne, E r w i n P i s c a t o r, ist das sowjetrussische Bürgerrecht auf ihren Antrag hin Serlie.üen worden.

Frontkämpfergeifi

Berständigungsgeifi.

Zu dem Besuch englischer Frontkämpfer in Deutschland.

Schon öfter haben in letzter Zeit die Frontkämpfer- vereinigungen europäischer Staaten die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich gelenkt, wenn sie politische Meinungen vertraten, die über den Rahmen der amtlichen Diplomatie hinausgingen. Wiederholt ist in der öffent­lichen Meinung des In- und Auslandes der Standpunkt vertreten worden, daß eine wahre Friedenspolitik in den Händen von Männern, die das Kriegshandwerk kennen und den Gegner im Kampf achten gelernt haben, besser aufgehoben ist als in Kanzleien und Ministerien, die den Frontkrieg oft nur vom Hörensagen kennen.

Das deutsche Volk weist ebenso wie die französische und englische Nation jede kriegerische Auseinandersetzung weit von sich, denn sie alle kennen den Krieg zu gut. Staatsmänner, die die Stahlgewitter des Weltkrieges über stck haben ergehen lassen müssen, werden die beiliae

Explosion bei Wittenberg.

20 Tote geborgen. Ueber 100 Verletzte.

Gestern gegen 3 Uhr nachmittags ereignete sich in Reinsdorf bei Wittenberg bei der Firma West­fälisch-Anhaltinische Sprengstoffabrik (Wasag) ein Explo­sionsunglück, bei dem ein Teil des Betriebes stark beschädigt wurde. Die Ursache ist bisher nicht festzustellen. : Nach der ersten Explosion entstand ein Brand, in des­sen Verlauf sich weitere Explosionen ereigneten. Die letzte Explosion erfolgte um 6 Uhr. Die Brandstelle war erst gegen Abend um 8 Uhr zugänglich.

Die Ausmaße des Unglücks waren zunächst im Einzel­nen nicht zu übersehen. Bis zum Abend wurden 20 Tote geborgen. Es muß leider aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer Anzahl von etwa 5 0 Toten gerechnet werden. Die Zahl der Schwerverletzten wird bisher mit 73, die Zahl der Leichtverletzten mit 300 angegeben.

Verpflichtung in sich verspüren, ihre ganze Kraft für die Erhaltung des Friedens und eines geordneten Völkcr- verkehrs einzusetzen.

Insofern begrüßt das deutsche Volk die Absicht der British L e g i o n", eine Abordnung mit dem Ziel, engere Beziehungen zu den Frontkämpfern des ehe­maligen Gegners herzustellen, nach Deutschland zu ent­senden. Der englische Thronfolger, der Prinz von Wales, hat diesen Entschluß gutgeheißen und seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben,daß es keine Körper­schaft oder Organisation gibt, die geeigneter wäre, den Deutschen die Hand der Freundschaft entgegenzustrecken, als die ehemaligen Frontkämpfer". In der englischen Presse hat diese Äußerung erfreulicherweise Beifall aus­gelöst. Nur in den französischen Blättern finden wir leider wieder einen gewissen Argwohn.

Warum dieses ewige Mißtrauen und diese dauernde französische Besorgtheit, daß zwei europäische große Na­tionen sich einmal näher kommen könnten? Ist damit irgendein Angriff oder eine Mißachtung Frankreichs er­folgt? Hat nicht vielmehr der Führer Adolf Hitler den Pariser Staatsmännern immer wieder die Hand ent- geaengestreckt und sie zu einer gemeinsamen Arbeit auf- gefordert? Hat er nicht die Versicherung abgegeben, daß . es zwischen Deutschland und Frankreich keine territorialen § ragen mehr gibt? Hat er nicht die Liquidierung der aarfrage als einen Augenblick bezeichnet, der in der deutsch-französischen Geschichte zu einem Wendepunkt wer­den könnte? Sind nicht französische Frontkämpfer nach Deutschland gekommen und haben den Führer gesprochen und Meinungen ausgetanscht? Sind nicht auch deutsche Frontkämpfer zu ihren ehemals feindlichen Gegnern nach Paris gefahren und haben dort in kameradschaftlichster Weise über das Schicksal ihrer Völker ihre Gedanken aus- getauscht? Was sollen wir noch tun, nm die öffentliche Meinung Frankreichs davon zu überzeugen, daß wir ein friedliebendes Volk sind, das geschlossen hinter seinem Führer steht, der es in eine bessere Zukunft europäischer Geschichte hineinführen will.

Wenn schließlich so maßgebende Persönlichkeiten der deutschen Staatsführung wie Rudolf Heß, General Göring und Botschafter von Ribbentrop den Frontkämpfergeist würdigen und durch ihn eine erfolg­reiche Völkerverständigung erwarten, dann sollte man in aller Welt über die Frontkämpferfrage nicht zur Tages­ordnung übergehen und feststellen, daß die Frontkämpfer ja feine Diplomaten seien und keine politischen Faktoren darstellten, die in der Kabinettspolitik von irgendwie maßgebender Bedeutung seien.

Die diplomatische Schule ist zweifellos unersetzbar unb unumgänglich. Wichtiger aber ist der politische Glaube, für den sich der Staatsmann großen Formats opferbereit und selbstlos einsetzt. Der Führer des neuen Deutschlands, dem die Welt heute seine großen staats-