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Zulöaer Anzeiger «-Meint jeden Werktag. Wochenbeilag«: Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 Lieferungsbehlnderung durchHöhere walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fr' lich Ehrenklau, Fulda, Königsiraße Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, bach/S. Hauptschrrftleiter Friedrich Ehren. Nau, Fulda, Königftraße 42, Telefon 2989. Lerantw, für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.

m H Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ^^^L Iulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt

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Nr. 143 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 22. Juni 1935

Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zwangs« weiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder An­spruch auf Nachlaß. -DA." IV. 35.910. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

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Edens schwieriger Auftrag.

InLondoner politischen Kreisen und in der Presse hat der Entschluß des englischen Völkerbundsministers Eden, von Paris aus nach Rom weiterzufahren, Überraschung hervorgerufen. Wie mehrere Zeitungen berichten, ist da« für nicht nur das d eutsch»englische Flotten» abkommen maßgebend, sondern auch die neue Zu< spitzung des abessinisch-italienischen Konflikts. In London besteht die Befürchtung, daß Mussolini auf Grund der neuen abessinischen Protestnote abermals eine Attacke gegen den Völkerbund reiten werde, was um so wahrscheinlicher ist, als der Sprecher des italienischen Außenministeriums auf den letzten Völker- bundsappell des Kaisers von Abessinien, der eine neutrale Untersuchungskommission wegen der von Italien an- geführten Grenzzwischenfälle in sein Land erbat, als Ant­wort nur eine Warnung an den Völkerbund hatte, sich in den Abessinienkonflikt einzumischen. Die italienische Presse wurde noch deutlicher, sie droht wieder mit Italiens Austritt aus dem Völkerbund.

Die Pariser Presse macht teilweise den Versuch, die Stimmung für den englischen Minister Eden etwas freundlicher zu gestalten, als sie nach den ersten Be­sprechungen der Pariser Blätter zum deutsch-englischen Flottenabkommen ausgesehen hat. Ein anderer Teil der Zeitungen beharrt aber auf dem Standpunkt, daß Frank­reich jetzt entschieden aus die englische Stütze verzichten und eine eigene, nur französische Politik betreiben müsse. Der M a t i n" wirft den Engländern Unwahrhaftigkeit vor. Im Gegensatz hierzu bemerkt derPetit P a r i s i e n", daß die etwaigen Vorschläge Edens über ein Sonderluft- abkommen in Paris wie in Rom auf starken Widerstand stoßen würden. DasEcho de Paris" leitet aus der neuen Lage für Frankreich das Recht zu einer neuen Hand­lungsfreiheit ab, die sich in einer Verstärkung der franzö­sischen Kriegsflotte im Vergleich zur englischen, dem Ver­zicht auf die Erörterung eines Luftpuktes, wenn er nicht im Rahmen der allgemeinen Regelung zur Aussprache time, und die Zurücknahme der Opfer äußern müßte, die Frankreich im Interesse der westlichen Solidarität in Litauen, Abessinien und anderswo zu bringen bereit gewesen wäre. Der Vorsitzende des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Abgeordneter B a st i d e, schreibt in derRepublique", Frankreich stehe heute in Europa allein, wenn es Deutschland gegenüber den Geisteszustand eines Richters bewahren wolle.

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Lüval trug die srünzöfWen Vsrhehütte Eden W.

Nach den Besprechungen zwischen dem französischen Außenminister Laval und dem englischen Minister für ^ölkerbundsangelegenheiten Eden am Freitag in Paris gab Laval folgende Erklärung ab:

Wir haben uns in voller Offenheit über das kürzlich Tischen England und Deutschland abgeschlossene Flotten- abkommen ausgesprochen. Eden hat mir die Gründe dar­

Zum erstenmal Fernsehen am Telephon.

Ein Traum wird Wirttichteit. - Öffentlicher Fernseh-Fernsprechverkehr zwischen zwei lSrotzstädten geplant.

. »ui der dkri-h-ig-n .vm.rouwamml.mfl M andes Deutscher E l e k t r o t e ch n l k e r in b«mdurg bildete am Freitag der Fe vortrag von bÄSÄEÄ

'NeKnanTa g e 'praktisch vorgeführt werden konnte. Damit ist endlich der Traum in vollem Umfanä^'A- UMeit geworden, der seit Jahrzehnten als Z ttunft. b'ld galt, am Telephon seinen Gesprächspartner nt ) nur zu hören, sondern auch zu sehen

s. einem Nebenraum des Vortragswa ^ ^ ^^,aus Hamburger Musikhalle standen zwei äußerlich cu g "orinalf j 11 r n Aber innen imo den Apparate«" K angebracht, auf denen man hint ^ seines"Gesprächspartners erkenne^ ^ surren Maschinen, die kleine Lichtpunktchen vifste werfen und das Gesicht abtasten- T H sind

^Uprechendc Mimik belebt. , Bum erstenmal fühlen sich die Teilnehmer eines Ferngespräches - beobachtet!

^"usehen am Telephon. Wer hat e g^$ Ge- w?r Traum so schnell Wirklichkeit werde ^ândkrei.

- noch ist Pas Bild nicht hunvertprozentia eu

gelegt, die seine Regierung zu diesem Beschluß veranlaßt haben. Ich habe nicht verfehlt, die Vorbehalte, die meineRegierung zu formulieren veranlaßt war, zu wiederholen. Meine persönlichen Beziehungen zu Eden genügen, um den freundschaftlichen Charakter unserer Unterredung zu bestätigen. Wir haben im übrigen die Gesamtheit der Fragen geprüft, die die gegenwärtige europäische Lage für unsere beiden Regierungen mit sich bringt, und die Notwendigkeit einer engen Zusammen­arbeit zwischen unseren beiden Ländern anerkannt. Wir werden unsere Unterredung morgen fortsetzen."

Edens Pariser Besprechungen

Keine französischen Marinesachdevständigen nach London?

Paris, 22. Juni. In amtlichen Kreisen wird nach wie vor äußerste Zurückhaltung über den Verlauf der Bespre­chungen zwischen Eden und Laval beobachtet. Eden dürfte die bis Sonnabend mittag eingeschobene Verhandlungs­pause dazu benutzen, um seine Regierung über den bishe­rigen Verlauf des französisch-englischen Gedankenaustau­sches zu unterrichten und nötigenfalls neue Weisungen zu erbitten. Man wird also erst am Sonnabend nachmittag etwas über das Ergebnis der Besprechungen erfahren.

Nach den ersten Besprechungen, die am Freitag zwi­schen Eden und Laval stattgefunden haben, verlautet aus gutunterrichteter Quelle, daß im Augenblick nicht die Absicht besteht, französische Marinesachverständige nach London zu entsenden, um mit der englischen Admiralität Fühlung zu nehmen. Dagegen werden die französischen technischen Sachverständigen auf jeden Fall an der Flot­tenkonferenz teilnehmen, die am Jahresende infolge des Erlöschens des Washingtoner Flottenvertrages stattfinden soll.

Heerlager Neapel.

Am Freitag finb wieder zwei italienische Transport­dampfer nach Ostasrika in See gegangen. Der Dampfer Abazzia" hat Kriegsmaterial und Ersatzmannschaften der Sabauda-Division an Bord. Der DampferGange" wird wieder 2000 Soldaten fortbringen. Neapel ist ein em- ziqes Heerlager. Truppen kommen, Truppen gehen. Ganze Eisenbahnzüge mit Kriegsmaterial aller Art rollen aus allen Richtungen Italiens hera,( ^nd werden in Neapel ausgeladen.

FrorMämpseroeremigung Deutsch-österreich" aufgelöst

Wien, 22. Juni. Das Bundeskanzleramt hat die,, Front­kämpfervereinigung Deutsch-Oesterreich" mit allen Unter- gliederungen aufgelöst. Das Verbot kommt insofern über­raschend, als das christlich-sozialeNeuigkeitsweltblatt" sich noch am Freitag nachmattig in gewissem Sinne für die Vereinigung eingesetzt hat, indem es darauf himwies, daß die Frontkämpfervereinigung eine der ersten Organisatio­nen war, die dem marxistischen Straßenterror entgegen­trat.

Aber der Anfang ist da. Was die Phantasie gestern noch als Zukunft vorqaukclte, ist Tatsache geworden, wird vielleicht morgen schon oder übermorgen als Höchst- leistung deutscher Wissenschaft und Technik der Allgemein­heit dienen.

Denn nach den bis jetzt vorliegenden Plänen soll im Frühjahr zwischen zlvei deutschen Großstädten die erste öffentliche Fcrnsch-Tclcphonie mit Hilfe von

Spezialknbeln cingeführt werden.

Dann kann z. B. de» Sohn seine weit entfernte Mutter sprechen und sehen, ohne eine vielstündige Reise durchführen zu müssen.

Fn seinem Vortrage über die Entwicklung des Fern­sehens teilte Oberpostrat Dr. B a n n e i tz u. a. mit, daß in .siamburg zum ersten Male eine vollständige sahrbare Fernsehanlage vorgeführt werde. Alles was zu dieser Anlage gehöre, sei in 1 4 schweren Lastkraftwagen eingebaut, zu denen sich noch sechs weitere Wagen für Zubehör und die Personenbeförderung gesellten.

Die Fahrtiefe dieses stattlichen Zuges von 20 Wagen betrage rund einen Kilometer. Für die Bedienung bannens und des Senders sei ein Stab von 30 Mensche,» erforderlich.

fahrbare Sender, der die Wirkung von Fernseh­sendern auf hohen Bergen erproben solle, werde nach vieler Tagung zum Brocken fahren und dort für aSkA denn«, roert.cn.

Das Deutsche Rote Kreuz im neuen Reich.

Zum Rotkreuztag am 23. Juni.

Von SA.-Obergruppenführer Hocheisen, stellvertr. Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.

Die Bedeutung des Roten Kreuzes als einer auf völ­kerrechtlicher Grundlage beruhenden, in allen zivilisierten Staaten geschaffenen Einrichtung ist durch die große Rede des Führers und Reichskanzlers vom 21. M a i 19 3 5, mit dem Hinweis auf die Genfer Rote- Kreuz-Konvention in den 13 Punkten am Schluß der Rede, vor dem deutschen Volk und der Weltöffentlichkeit in ein helles Licht gerückt worden. Die Bestrebungen des Roten Kreuzes in den 70 Jahren seiner Geschichte um den Schutz des Verwundeten und Kranken im Kriege sind zu einer selb stverstündlichen Forderung des Volks­gewissens geworden. Jedermann weiß, was das Zeichen des Roten Kreuzes im Weltkriege für die Sol­daten, für die Kriegsgefangenen, für die Familien der Soldaten und für die Flüchtlinge in aller Welt geleistet hat. Die Grundaufgabe des Deutschen Roten Kreuzes ist es, geschulte Männer und Frauen, Sanitätsmänner, Schwestern und weibliche Hilfskräfte zur Verfügung zu haben, die geeignet und gewillt sind, Kraft und Leben in den Dienst dieses Werkes zu stellen. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, hat bereits am 21. Juli 1934 ausgesprochen:Das Deutsche Rote Kreuz ist ein notwendiger Bestandteil des nationalsozialistischen Staates".

Seit Jahrzehnten ist das Deutsche Rote Kreuz von der Überzeugung durchdrungen, daß es seine Ausgaben im Ernstfall nur dann erfüllen könne, wenn es in ständiger, ausgebauter Friedensarbeitt seine Kräfte zum Dienst an Gesundheit und Wohlfahrt der Nation einsetzt. Die Sa­nitätskolonnen, Schwesternschaften und weiblichen Hilfs­kräfte sind die unentbehrlichen, stets bereiten Träger der Rotkreuzarbeit.

Die Männer- und Frauenvereine des Deutschen Ro­ten Kreuzes haben Einrichtungen aller Art in jahrzehnte­langer Arbeit geschaffen. Sie überziehen das ganze Deut­sche Reich mit einem Netz der Hilfsbereitschaft im Sinne des Roten Kreuzes zum Dien st an Volk und Vaterland.

Der besondere Einsatz für die Bereitschaft zum D i e n st im E r n st f a l l ist die Aufgabe des Deutschen Roten Kreuzes im neuen Reich, die ihm von niemand streitig gemacht wird. In der Friedensarbeit be­rührt sich das Deutsche Rote Kreuz eng mit den Ver­bänden, die verwandte Aufgaben zu erfüllen haben. Heute ist das Hauptamt für Volkswohlfahrt mit der Führung

(Heinrich Hoffmann.)

General Litzmann auf dem Obersalzberg.

Der greife General stattete kürzlich dem Führer und Reichskanzler auf dem Obersalzberg einen Besuck ab. Der Führer und sein Gast vor dem Haus Wachenfcld.

auf allen Gebieten der Polkswohlfahrt beauftragt. Der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, die unter Führung des Hauptamtes für Volkswohlfahrt steht, gehört das Deutsche Rote Kreuz mit seinen Aufgaben der Friedenswohlfahrtspflege an.

NS. -Volkswohlfahrt und Deutsches Ro­tes Kreuz, eng miteinander verbunden durch die ge­meinsame Verpflichtung zum Dienst an der Nation auf der Grundlage nationalsozialistischer Weltanschauung, stehen nicht im Wettbewerb mitcinaiibcr; sie ergänzen sich viel­mehr in der Form, die vom Führerstaat als eine Selbst­verständlichkeit gefordert wird. So wie das Hauptamt für Polkswohlfahrt dem Deutschen Roten Krenz seine ihm ureigentümlichen Aufgaben überläßt, so erkennt das Deut­sche Rote Kreuz die Führung des Hauptamtes für Volks- Wohlfahrt auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege rückhalt­los an. Soweit erforderlich, werden arundküblichs Vor-