Zul-aer /lnzeiger
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Nr. 154 — 12. Jahrgang
Fulda, Freitag, 5. Juli 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Europäische Zuspitzung um Abessinien.
Scharfe Spannung zwischen London und Rom. — Englische Fühlungnahme mit Frankreich.
Die englischen Versuche, den Abessinienkonslikt un- vediugt friedlich beizulegen, gegebenenfalls durch wirtschaftlichen Druck auf Italien, hat eine Spannung zwischen London und Rom hervorgerusen, da Mussolini ganz entschieden sich eine Einmischung in die Abessinienfrage verbittet. In Italien ist sogar eine ausgesprochen feindselige Stimmung gegen England fest- zustellen.
Wie die Londoner Blätter melden, hat das britische .Kabinett beschlossen, kein Mittel unversucht zu lassen, um Abessiniens Selbständigkeit zu erhalten p.nb andererseits Italien wirtschaftliche Vorteile im Reiche des Negus zu verschaffen. In einigen Kreisen des Kabinetts soll die Neigung bestanden haben, den Völkerbund zu wirtschaftlichen Sanktionen gegen J ta l ien aufzurufen. Die Gesamtheit der Minister habe sich aber dieser Ansicht nicht anschließen können. Vielmehr sei beschlossen worden, zunächst einmal wieder eine enge Fühlungnahme mit Frankreich herzustellen. England soll angeblich bereit sein, Frankreich in den europäischen Fragen weitestgehend entgegenzukommen, um seine Mitwirkung zur Beilegung des abessinischen Falles zu erhalten, diè aus gewissen innerpolitischen Rücksichten dringend notwendig für England ist.
Der britische Botschafter in Paris soll angewiesen worden sein, die französische Regierung nach ihren Ansichten über die Schritte zu fragen, die angesichts der Ablehnung aller Kompromißvorschläge durch Mussolini getan werden sollten. Falls nach einem Meinungsaustausch die britische und die französische Regierung sich übet die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Autorität der Bölkcrbundssatzung
einig sein sollten, dann werde voraussichtlich eine gemeinsame Beratung der anderen Mitglieder des Völkerbundes folgen. Man erwarte, daß der Völkerbundsrat gemeinsame, von Frankreich und Großbritannien vorgeschlagen« Maßnahmen sicher einstimmig annehmen würde.
Der britische Botschafter in Paris hatte bereits eine Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten Laval, in der der englische Standpunkt erörtert wurde.
Die Pariser Presse bleibt anscheinend entsprechen! einer Weisung des Außenministeriums dem englischer Vorhaben gegenüber sehr zurückhaltend. Man hält der Engländern vor, daß sie im Falle Abessiniens jetzt der Völkerbundspakt anwenden möchten, dessen Geist uni Inhalt sie selbst, wenn es um ihre eigenen Belange gehe nicht gerade pfleglich behandelten. Wenn England fety Frankreich für die Anwendung der Völkerbunds
Der Schwerpunkt der Abessinienfrage liegt jetzt in Paris.
London, 5. Juli. Zur Abessinien-Frage meldet Reuter, daß der Schwerpunkt augenblicklich in Paris liege, wo die britische Regierung Anfragen auf Grund ihrer Kol- lektivverpflichtungen als Völkerbundsmitglied stelle.
Es scheine sicher, daß eine grundlegende Entscheidung von der Stellungnahme ândener Regierungen abhängig gemacht werde.
Die gegenwärtigen Besprechungen in Paris hätten nur den Charakter einer Untersuchung und würden voraussichtlich auf diplomatischem Wege fortgesetzt. Inzwischen werde die britische Regierung alles in ihren Kräften stehende tun, um einen Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Italien und Abessinien zu verhüten, jedoch stets wir unter der Voraussetzung, daß England ein Risiko in diesem Verfahren nicht allein zu übernehmen brauche.
Sicher sei, daß man nicht ohne Rücksprache mit den Regierungen der Dominien vorgehen werde. Eine sorgfältig erwogene Frage sei die mögliche Auswirkung von Feindseligkeiten auf andere Teile Afrikas, wo der Verlauf des Konfliktes von den Farbigen genau verfolgt werde.
Was England vorgeschlagen hatte
. London, 5. Juli. Das englische Vermittlungsangebot im italienisch-abessinischen Konflikt rief am Donnerstag eine neue Anfragen-Flut im Unterhaus hervor. Der britische Vorschlag ging dahin, einen Gebietsstreifen von Britisch- Somasiland an Abessinien abzutreten, um abessinische Gebietszugeständnisse an Italien zu erleichtern. Der Kolonialminister Malmcolm Mac Donald erklärte, es sei geplant gewesen, den Hafen von Zailia unter gewissen Umständen an Abessinien abzutreten, mit einem etwa 50 Meilen langen und zwölf Meilen breiten Korridor, um Abessinien einen Zugang zum Meer zu verschaffen. Die dort ansässige eingeborene Bevölkerung wechsele je nach der Lahreszeit von 3000 im Sommer bis 7000 im Winter.
dazugehörige Hinterland habe keine ständigen Einwohner, sondern werde nur in gewissen Jahreszeiten von Romadenstämmen bewohnt. Der Haupthafen von Britisch-
bestimmungen gegen Italien zu gewinnen suche, sei zunächst eine Klärung der gesamten Atmosphäre notwendig
Frankreich will scheinbar England im Ungewisser lassen, um es zur Stellungnahme in anderen Fragen zr zwingen. Andererseits wird behauptet, Laval hab« Mussolini feste Zusicherungen gegeber und sei nicht mehr frei in seinen Entschlüssen.
Frankreichs Hilfe für Mussolini.
Die Außenpolitikerin Les Pariser Blattes „Oeuvre- Tabouis, will wissen, daß in den in Rom zwischen den« französischen und dem italienischen Generalstabschef geführten Besprechungen große strategische Abmachunger getroffen worden seien, die in dem Fall in Kraft treten sollen, daß es gelingt, auch zwischen Italien und der Kleinen Entente ähnliche Abmachungen zu treffen. Abei zwischen Paris und Rom soll ein Abkommen geschlossen worden sein, das Italien und Frankreich erlauben, ihr« bisher an der gemeinsamen Grenze zusammen- gezogenen Truppen dort wegzunehmen. Dadurch v e r - füge Italien im Augenblick über 250 00 0 b i s 3 0 0 0 0 0 Mann mehr für andere Zwecke.
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Abessinien fordert Eingreifen Amerikas
Ein Ersuchen des abessinischen Kaisers.
Der Kaiser von Abessinien hat den amerikanischen Geschäftsträger in Addis Abeba, nachdem er ihm einen Überblick über die Entwicklung des abessinisch-italienischen Konflikts gegeben hatte, ersucht, seiner Regierung die Aufforderung zu übermitteln, als Urheber des Kellogg- Paktes jetzt an diesen Pakt zu appellieren. Die Bemühungen des Völkerbundes um eine Schlichtung des Konfliktes würden daneben weitergehen.
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Ausbau Maltas zur Lustflottmbafis.
Der ehemalige Ministerpräsident von Malta, Lord Strickland, ist überraschend in London eingetroffen. Über den Zweck seiner Englandreise befragt, erklärte er sehr ernst, daß er der englischen Regierung den sofortigen Ausbau Maltas zu einer großen englischen Luftflottenbasis nahelegen wolle. Diese würde nicht nur in Zeiten des Friedens von Nutzen sein, sondern erst recht im Kriegsfall größte Bedeutung haben. Malta genüge nicht als englische Flottenbasis allein.
Somaltland sei nicht Zetia, sondern Berbera, der selbstverständlich nicht in den britischen Vorschlag einbegriffen gewesen sei. Der Kolonialminister betonte immer wieder, daß es sich nur um einen provisorischen Vorschlag gehandelt habe und daß niemals beabsichtigt gewesen sei, irgendein Gebiet bedingungslos abzutreten. Vielmehr hätten verschiedene Bedingungen erfüllt werden müssen.
Die italienischen AreKeangrisse aus England
Rom, 5. Juli. Die heftige Gegenwehr gegen die englischen Vermittlungsvorschläge in der abessinischen Frage ist noch nicht abgeklungen. Die italienische Presse sucht in ausführlichen Darlegungen die als „englisches Opfer an Italien verschleierten Angebote" als reine Interessenverfolgung Englands zu entlarven, die lediglich noch Abessinien zugute kämen.
England könne vielleicht heuw noch ableugnen, Waffen nach Abessinien geliefert zu haben, niemals aber könne es abstreiten, Abessinien mit allen Mitteln moralisch gestützt und ermutigt zu haben.
Der Hauptstoß der heutigen italienischen Artikel richtet sich gegenwärtig hauptsächlich gegen die englischen Boykott- pläne. Mit aller Entschiedenheit wird England das Recht zu Boykottmaßnahmen bestritten. Für die Anwendung derartiger Maßnahmen gegen Italien könne England nicht einmal den fadenscheinigsten Grund vorbringen. Wenn England schon einen solchen Boykott so warm befürworte, hätte es, so meint „Giornale d'Italia", ihn seinerzeit gegen Japan oder im Chaco-Konflikt anwenden können Die Blätter weisen iin übrigen übereinstimmend auf die Tatsache hin, daß der Anwendung von Sanktionen ein einstimmiger Beschluß des Völkerbundsrates vorausgehen müsse. Hierbei wird allgemein damit gerechnet, daß Frankreich seine Freundschaft für Italien nicht englischen Interessen opfern werde.
Unser Kamps gegen das Judentum.
Oberpräsident Wilhelm Kube, der Gauleiter der Kurmark, veröffentlicht im Politischen Pressedienst einen bedeutsamen Aufsatz, in dem es u. n. heißt:
überall in deutschen Landen werden die Klagen über ein stärkeres Auftreten des Judentilms wieder laut. Zwei Blätter sind es, die besonders den Kampf gegen Juda auf ihre Fahne geschrieben haben: Der „Stürmer" in Nürnberg und der „I u d e n k e n n e r" in Berlin. Der „Stürmer" ist eins der ältesten Blätter in der nationalsozialistischen Bewegung. Sein Gründer und geistiger Leiter ist der Gauleiter Julius Streicher, allen Teilnehmern an den Reichsparteitagen in Nürnberg persönlich bekannt. Julius Streicher führt den Kampf gegen das Judentum mit rücksichtsloser Energie. Schwere Verfolgungen hat er deshalb besonders in der Kampfeszeit auf sich nehmen müssen. Sie haben den aufrechten und tapferen Mann weder beugen noch zerbrechen können. Zielbewußt hat Julius Streicher immer wieder den Weltfeind angegriffen. Julius Streicher gehört auch zu^ den führenden Nationalsozialisten, die sich vor der Täuschung bewahrten, als sei die Lösung der Judenfrage für Deutschland mit dem 30. Januar 1933 schon entschieden.
Der Kampf gegen das Judentum ist für uns Nationalsozialisten durch die Machtübernahme Adolf Hitlers nur in ein weiteres Stadium getreten. Der nationalsozialistische Staat hat alle die Machtmittel zur Verfügung, über die die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei in den Kampfesjahren noch nicht verfügte. Das nationalsozialistische Deutschland hat sich durch die Machtübernahme die Feindschaft der jüdischen Weltmacht zugezogen, die bis zum 30. Januar 1933 der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei allein galt. Mit dem Fall der Republik von Weimar verlor das Weltjudentum einen Hauptaktivposten seiner Weltstellung. Dazu kommt, daß das Beispiel, das das deutsche Volk durch sein Bekenntnis zu Adolf Hitler gegeben hat, auf die gesunden Teile anderer Nationen ansteckend gewirkt hat. überall in der Welt regt sich der Antisemitismus! Und auch hier ist Julius Streicher einer der führenden Männer, der unbeirrt seinen Weg geht.
Man hat in sogenannten schöngeistigen Kreisen oft behauptet, der „Stürmer" schade dem nationalsozialistischen Deutschland durch die Maßlosigkeit seines Hasses und durch die Formlosigkeit seines Kampfes. Das ist Unsinn. Die Waffe des nordischen Menschen richtet sich immer nach dem Niveau seines Gegners. Man kann den Juden nicht mit Feinheit arischen Seelenadels bekämpfen, da er hierfür kein Verständnis hat. Man muß ihn mit den Mitteln bekämpfen, die für ihn besonders schmerzhaft sind. Und das tut Julius Streicher. Das Judentum sollte im „Stürmer" und im „Judenkenner" seinen Spiegel betrachten, dann wird es zu der Erkenntnis kommen, daß beide Blätter ihm zwar nicht schmeicheln, noch weniger aber ihm unrecht tun.
Der Jude glaubt vielfach noch, die nationalsozialistische Machtübernahme sei wie ein Sturmgewitter über ihn gekommen. Ein Sturmgewitter aber sei ein zeitlich begrenztes Naturereignis. Und darum könne man den geölten Wollkopf schon wieder in alter Frische erheben, da ja die Revolution in Deutschland nunmehr beendet fei. Der Antisemitismus in Deutschland wird so langebestehen, wieder nationalsoziali- stische Staat dauert; das heißt immer! Und die Bekämpfung des Judentums mit dem Ziele seiner endgültigen Vernichtung als geistiger und wirtschaftlicher Faktor, als politische Macht ist ein lebenswichtiger Teil des nationalsozialistischen Gesamtprogramms.
Daran halten wir fest. Das deutsche Volk ist heute noch aus dem Liberalismus der Vergangenheit heraus in seiner Mehrheit in Lebensfragen gutmütig. Die nationalsozialistische Erziehung wird die kommenden Generationen der Deutschen härten. Jede überflüssig« Sentimentalität wird und muß aus dem deutschen Volkscharakter schwinden. Das Verschwommene muß beseitig« werden, das Harte muß stärker hervortreten. Die Härte, die uns im Kampf den Sieg gab, muß das Gesetz unseres Lebens sein. Der siegreiche Deutsche verzeiht zu schnell und vergißt, was der Feind ihm angetan hat.
Wir sind uns darüber klar, daß unse, Kampf gegen dasJudentum noch nicht zum Ziele geführt hat. Wir sind uns aber auch darüber klar, daß er noch in unserer Generation die Sicherung des Deutschtums netten das Judentum bringen muß und bringen wird. Der Nationalsozialismus ist Lebensbejahung des deutschen Volkes, darum ist er der Todfeind dèr Verneiner dieser Lebensbejahung. Verneiner sind die Juden von Anbeginn an. Aber wie die Nebel- acstalten des deutschen Mythos sich zu tarnen verstanden, so tarnt sich das Judentum auch heute. Nehmt dem Alberich die Tarnkappe, dann seid ihr Herr über ihn Daran haben wir Tag um Tag zu arbeiten. Und diese .lrbeU ist eine bittere Notwendigkeit für alle Gliederungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei.
Kein Lehrgang unserer Schulen darf ohne einen tiefgründigen Vortrag über das Wesen des Judentums oorüberqehen. Das Reichserziehungsmlnlstenum sollte in den Lehrplan der deutschen Schulen den Kampf gegen das Judentum einfügen. In Biologie. Deutsch und Geschichte ist Gelegenheit dazu. Unsere Altphilologen sollten