Zul-aer Anzeiger
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal - Zulöaer Kreisblatt
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Nr. 156 — 12. Jahrgang
Fulda, Montag, 8. Juli 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
300 000 Frontkämpfer in Kassel.
Der erste Reichskriegertag im Dritten Reich.
Am Wochenende war ganz Kassel ein einziger Festplatz, ein einziger Militärmarsch, eine einzige frohe Verbrüderung. Weit mehr Altgediente, als man erwartet hat, fanden sich zu dem großen Kriegertreffen ein, um, wie der Bundesführer Reinhard in seiner Ansprache an die in- und ausländische Presse ausführte, dem Erneuerer und Erretter der deutschen Nation, Adolf Hitler, ihren Dank und dem Volk und seiner Wehrmacht ihre Verbundenheit z u m Ausdruck zu bringen. Nahezu 300 000 ehemalige Soldaten beherbergte Kassel.
Sen Höhepunkt des 5. ReiKsknegertages. bildete Sonntag vormittag die Paradeaufstellung der Landesverbände des Kyffhäuserbundes auf der Karlswiese. Nach dem Aufmarsch der Abordnungen der SA., der SS., des Neichsluftsportverbandes, des Arbeitsdienstes, des Frontkämpferbundes, der Reichskriegsmarine, der Fahnenkompanie des Infanterieregiments Kassel mit den alten Fahnen des ehemaligen 1. Armeekorps ergriff der Bundesführer des deutschen Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. Reinhard, das Wort zu seiner Ansprache, in der er zuerst dertoten Kameraden gedachte: des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, der Kameraden, die auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges gefallen sind, der Toten aus den Freikorps und aus der Bewegung, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Dann führte er u. a. aus: Der Kyffhäuserbund nimmt das Recht seines Bestehens nur aus der Pflicht, Deutschland zu dienen, d c m Deutschland, das der Führer schuf. Aus der alten Wehrmacht und aus den Freikorps sammelte sich das Soldaten-
MäWWrbund und
erhielt die Gesinnung der Front und soldatischen
Dieser soldatische Geist hielt sich aufrecht gegen alle Anfeindungen in 15 trüben Jahren. Und sie gingen dann, freudig beseelt, hinein in die Bewegung Adolf Hitlers, der dem Soldatentum wieder die Ehre und dem Vermächtnis des Krieges die Erfüllung gab. Sie gingen hinein, um zu arbeiten, mit ganzer Seele zu schaffen, Pflichten zu übernehmen und Pflichten zu erfüllen. Soldat heißt: Ziel erkennen, Soldat heißt: Ziel wollen, Soldat heißt: dieses Ziel erkämpfen, auch wenn es Opfer kostet. Das Ziel unseres Soldatentums ist Deutschland. Ihm dient der Kyffhäuserbund, soldatisches Glied im Willen Hindenburgs und in der Zielsetzung Adolf Hitlers. Die Männer des Kyffhäuserbundes wissen, daß ihre Organisation, solange sie auch besteht, und so groß sie auch ist, niemals Selbstzweck ist, sondern dem Willen des Führers sich unterordnet. An den Führer glauben wir und ihm gehören wir. Wir begrüßen auf das wärmste
Fünfter Reichskriegertäg in Kassel.
Unser Bild gibt einen Ausschnitt von der Generalprobe der Vorführungen Kasseler Truppenteile auf der Karlswiese, die die Tagung zusammen mit anderen Veranstaltungen umrahmten. (Scherl — M.)
Die Untersuchung gegen die verhafteten
Danziger Beamten.
Das Deutsche Nachrichtenbüro berichtet aus D a n - 8l0: „Zu der vor einigen Tagen gemeldeten Verbaf- ung einer Reihe von Danziger Beamten wegen staatsfeindlicher Tätigkeit wird nunmehr von zuständiger Danziger Seite eine nähere Darstellung veröffentlicht.
die Annäherung der Frontkämpfer aller Staaten.
Dieser erste Reichskriegertäg im Dritten Reich ist ein Bekenntnis der drei Millionen ehemaliger Soloaten des Kyffhäuserbundes zu dem wehrhaften Staat Adolf Hitlers.
Mit stürmischem Beifall begrüßt, hielt sodann der E h r e n b u n d e s f ü h r e r Reichsstatthalter Ritter von Epp eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Dem Namen nach ist es eine Tagung des Reichsbundes Kyffhäuser; in Wirklichkeit ist es eine Tagung des deutschen Soldaten im allgemeinen, des deutschen Soldaten, wie wir ihn kennen aus der Vorkriegszeit, aus dem fünfjährigen Krieg, des deutschen Soldaten, der heute Waffen trägt, und des jungen Deutschen, der einst Waffen tragen soll und wird. Die Lage Deutschlands verlangt ein starkes, einheitlich denkendes, einheitlich wollendes Volk, das sich in seinen Lebensgrundlagen nicht wieder irremachen läßt, wie dies zu seinem furchtbaren Schaden mit dem Zusammenbruch des Jahres 1918 geschehen ist. Es handelt sich für uns aber zur gleichen Zeit auch um
das Herausarbeiten aus einer schweren wirtschaftlichen Lage, um Wiedergewinnung von Wirtschasts- grundlagen, die für den ganzen Volksbestand aus- reichen.
Als letzter Redner sprach der Reichskriegsopferführer Oberlindober. Er wies darauf hin, daß das heutige Treffen eine Mahnung sein soll an den viereinhalbjährigen Weltkrieg: Haltet die Front von einst zusammen, denn nur in dieser Einheit könnt ihr der inzwischen Heranwachsenden Generation und der gesamten deutschen Jugend ein lebendiges vorbildlichesBeispiel sein.
Den Höhepunkt des 5. Reichskriegertages bildete der Vorbeimarsch der 2 5 0 0 0 0 alten Krieger vor dem Bundesführer und den Ehrengästen auf der Tribüne.
GrußLelegramm an den Führer.
Oberst a. D. Reinhard sandte folgendes Telegramm an den Führer imb Reichskanzler:
„Dem Führer und Reichskanzler melde ich in kameradschaftlicher Verbundenheit, daß rund 300 000 Kyff- häusermänner, Waffenträger der alten Armee, aus allen deutschen Gauen am 1. Reichskriegertag im Dritten Reich zu einer machtvollen Kundgebung der Wehrfreiheit und Volkseinheit angetreten sind."
Weitere Telegramme wurden an den Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, an Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, an Ministerpräsident General Göring, an Reichsminister Dr. Goebbels, an Reichsinnenminister Dr. Frick, an den Chef des Stabes, Lutze, an Reichsführer SS. Himmler, Generalfeldmarschall von Mackensen, Admiral Raeder und Präsident L o e r- z c r gesandt.
Danach handelt es sich um Mitglieder des sogenannten .Bunves nationaler Beamten', einer Gründung der deutschnationalen Gruppe Weise. Die Verhafteten baden sich in einer Versammlung schwerer Verunglimpfungen und persönlicher Verleumdungen der Danziger Regierung schuldig gemacht. In mehreren Fällen sind die Vorgänge bereits zur Erhebung der öffentlichen Anklage an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden."
Zuerst immer wieder das Volk
In Hamburg fand in diesen Tagen die erste Reichstag» ng der NSG. „Kraft durch Freude" statt.. Die Aufgaben, die dieser nationalsozialistischen Gemeinschaft gestellt sind, und die einen Teil des nationalsozialistischen Programms darstellen, sind von allergrößter Bedeutung. Dar- um sei im folgenden der Aufgabenkreis kurz umrissen.
Das ganze deutsche Volk ist heute eine weltanschauliche Gemeinschaft geworden. Die Nationalsozialistische Partei mit allen ihren Gliederungen und die von ibr geführten Organisationen sind Träger dieser Gemeinschaft. Ihre Aufgabe ist, die neuen Gedanken der Verbundenheit aller Stäube und Berufe immer stärker in die Tat umzusetzen. Jede Organisation, jede
Schmeling schlägt paolivo nach Punkten.
45 000 Zuschauer bei dem großen Berliner Borkamvktaa.
Im Berliner P o st st a d i o n fand vor etwa 45 000 Zuschauern und Tausenden von Zaungästen der mit größter Spannung erwartete Boxkampf zwischen Ex- weltmeister Max Schmeling und dem spanischen Meister Paolino Uzcudun statt, der zu den besten Schwergewichtlern der Welt gehört und noch niemals eine k. o.-Niederlage erlitt.
Schmeling führte den über zwölf Runden gehenden Kampf mit boxerischer Überlegenheit durch. Wenn er auch den eisenstarken Spanier nicht zu Boden schlagen konnte, so wurde er doch hoher Punktsieger über den „baskischen Holzfäller", dessen stürmische Angriffe an dem ausgercisten boxerischen Können und der Taktik Schmelings scheiterten.
Gliederung der Partei hat auf dem zugewsesenen Spezialgebiet eine Sonderausgabe.
Hierzu gehört auch die RS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Sie ist aus der Deutschen Arbeitsfront heraus entstanden und ist sowohl organisatorisch als auch geistig eine Schöpfung der NSDAP. Allein die Durchdringung des Volkes mit nationalsozialistischem Geiste durch die NSDAP, machte eine solche Organisation wie „Kraft durch Freude" erst möglich.
Wie „KdF." also das ureigenste Werk und der echteste Ausdruck nationalsozialistischen Wesens ist, war diese Organisation tatsächlich auch erst im Reiche Adolf Hitlers möglich. „Kraft durch Freude" hatte kein Vorbild. „KdF." ist auch mit kciucr irgendwie gearteten Organisation in der Welt zu vergleichen. Der Rechenschaftsbericht, den wir bei der Jahrestagung in Berlin hörten, zeigte, daß „KdF." der Riesenorganisation der Deutschen Arbeitsfront würdig zur Seite steht, und daß jemals weder in Deutschland noch sonstwo etwas Gleichartiges geschaffen wurde.
Das ganze Werk wird getragen von dem nationalsozialistischen Geiste der Volksgemeinschaft, von jener Auffassung, die den schaffenden Volksgenossen ohne Unterschied als den Träger der Nation sieht. Somit geschieht alles, was im Zeichen von „Kraft durch Freude" getan wird, von dem großen weltanschaulichen Gesichtspunkte unserer Bewegung aus.
„Kraft durch Freude" ist sein Vergnügungsverein oder ein Reisebüro. „Kraft durch Freude" will dem Arbeiter und Angestellten, dem bisher die Schönheiten des eigenen Vaterlandes verschlossen waren, Einblick in die einzigartige Schönheit der deutschen Landschaft geben, will ihm die uralten Kulturdenkmäler deutscher Städte zeigen und ihn so von den Bergen zum Meer, in deutsche Wälder und an unsere herrlichen Seen führen.
„Kraft durch Freude" will die Liebe zur Heimat wecken und fördern und Stolz auf Volk und Vaterland in aller Herzen senken. Volkstum, alte Volksbräuche und Sitten werden gefördert, und Kunst und Kultur sollen nicht mehr das Vorrecht einiger weniger Begüterter sein, sondern sollen auch bep Alltag der Masse verschönen. Jeder fleißige und arbeitsame deutsche Arbeiter, der den Platz ausfüllt, an dem er steht, verdient, daß er an den geistigen Gütern der Nation Anteil hat und daß ihm die Schönheiten des Landes erschlossen werden.
So ist „Kraft durch Freude" auch ein Teil des gerechten Lohnes, der dem deutschen Arbeiter zusteht, und der ihm hier vom ganzen Volke gegeben wird.
Ein Deutscher, der sein Vaterland kennt, der sich von den überragenden kulturellen und künstlerischen Leistungen der größten Denker, Dichter und Künstler seines Volkes überzeugt hat, wird immer stolz sein und wird diesen Stolz auf seine Kinder und Enkel übertragen, so daß die Gestalt des heimatlosen Proletariers in Deutschland auch in der fernsten Zukunft niemals wieder auftauchen kann.
„Kraft durch Freude" beschränkt sich aber nicht darauf, nur den Feierabend zu gestalten, sondern betreut auch die arbeitenden Volksgenossen dort, wo sie ein Drittel ihres Lebens verbringen, am Arbeitsplatz! Das Wort „Schönheit der Arbeit" schließt in sich ein Programm! Wir wollen nicht nur nach der Arbeit frohe Gelichter, sondern auch bei der Arbeit! Arbeit ist keine