Zulöaer Anzeiger
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
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Nr. 157 — 12. Jahrgang
Fulda, Dienstag, 9. Juli 1935
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W
Nach dem Versagen des Kellogg-Paktes
Englische Zweifel am Völkerbund
Edens sinkender Stern
„Das sehr gewagte Spiel Les Duce."
Nachdem, wie die amerikanischen Blätter schreiben, der Kellogg-Pakt das erste Opfer des italienisch-abessinischen Konfliktes geworden sei, hat die englische P r e s s c die ernste Sorge, daß ein ähnliches Schicksal dem Völkerbundspakt be- schrcden sein könnte. Einige englische Blätter warnen daher die englische Regierung, ihre Karten in allzu starkem Maße auf den Völkerbund zu setzen, da dabei unter Umständen das völlige Versagen des Völkerbundes und seine Machtlosigkeit in der Beilegung von ernsten Konflikten sestgestellt werden könnte.
Wie die englische Zeitung „Daily H e r a l d" melbet, hat der britische Botschafter in Paris, S i r George Clerk, innerhalb von fünf Tagen seine dritte Besprechung mit dem französischen Außenminister Laval gehabt. Aber auch diesmal sei sein
Versuch, die französische Regierung zu einer gemeinsamen Aktion der Völkcrbundsmächte in der Abessinien-Frage zu veranlassen, ohne Erfolg geblieben.
In diesem Zusammenhang hat die letzte Rede M u s soll n i s , die er am Sonnabend in Salerno gehalten hat, in der englischen Presse besonderes Aufsehen erregt. Man sieht in London den Kriegsausbruch in Nord-Ostafrika nunmehr als unvermeidlich an.
Ein Teil der englischen Presse sucht den englischen Minister für Völkerbundsangelegenheiten Eden, dessen Stern im Sinken sei, für die schwierige Lage verantwortlich zu machen und als Sündenbock hinzustellen. Man meint in unterrichteten englischen Kreisen, daß
das englische Kabinett Eden nicht mehr auf „Tour" senden werde,
den Botschaftern überlassen werde. Als Eden in einer Versammlung in Birmingham sein Somalilandangebot zu begründen suchte, ist er, wie einige Londoner Blätter melden, von der Versammlung aus- gezischt worden.
andern in Zukunft die diplomatischen Verhandlungen
*
Aus Neapel sind neue italienische Truppentransporte nach Erithrea abgegangen. In amerikanischen Regierungskreisen — das ist in diesem Zusammenhänge interessant — bezeichnet man den Abessinienfeldzug des Duce alseinsehrgewag- t e s Spiel. Mussolini riskiere seine so mühsam erworbenen Lorbeeren als Staatsmann von Weltbedeutung, da man die Kampfkraft der Abessinier keineswegs unterschätzen dürfe.
Auch der ketzre Schlchiungsversuch mißglückt?
In dem holländischen Badeort Scheveningen, wo seit einiger Zeit ein i t a l i e n i s ch - a b e s s i n i s ch c r Schlichtungsausschub tagt, haben sich Schwierigkeiten ernsten Charakters ergeben. Bestimmte Darlegungen des Vertreters der abessinischen Regierung, des französischen Juristen Professor Gaston I è zc sollen
starke Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Sche- veninger Ausschusses
hervorgerufen haben. Auf Grund des Protestes der italienischen Mitglieder mußte das Plädoyer des französischen Professors unterbrochen werden, da er angeblich Tatsachen zur Sprache gebracht habe, für die der Ausschuß nicht zuständig fei. Man rechnet mit einem Abbruch derArbeiten des S ch l i ch t u n g s a u s s ch u s s e s, da die Italiener an den Beratungen nicht mehr teilnehmen wollen.
efreiung von der Versklavung
an das materielle Leben."
„Kraft durch Freude" grüht den Führer,
Aus Anlaß der Reichstaaung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in Hamburg hat Reichsorganisa- tionDtzer Dr. Ley an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: ..Die nationalsozialistische Gemeinschaft .Kraft durch Freude, das Feierabendwerk des schaffenden deutschen Volkes, grüßt anläßlich ihrer ersten Reichsiagung in Hamburg den Führer des b^c u t s ch e n Volkes und Kanzler des Reiches in Dankbarkeit und Freude. Wir versichern, das Werk der Befreiuna des deutscheu schaffenden Volks- genossen von der Versklavung an das materielle Leben mit dem restlosen Einsatz unserer Kräfte weiterzuführen, um es im Geiste unseres großen Führers zu vollenden."
In der großen Ausstellungshalle des Hamburger Zoo fand am Montagvormittag im Rahmen der Reicks- tagung der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" eine große Arbeitstagung statt, zu der sich die Gauwarte. Schulungswarte und Propagandawarte aus dem ganzen Reiche einaefunden hatten. Der stellvertretende Am-sleiker der NSG. „Kraft durch Freude", Dr. Weiß, eröffnete die Arbeitstagung mit einem Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges, der Bewegung sowie der Opfer der Arbeit. Dann ergriff der Stabsleiter der DAF., Dr. Don Renteln, das Wart. Das Leben sei ein eiwaer Kampf, so betonte er, der das Schicksal über die steinen Wünsche jedes einzelnen von oben her meistern mitoe , Nur wer den Grundsatz des Kampfes bejahe, kou . nendig das Leben zwingen. Aus dieser kämpferi- UW' Grundhaltung heraus sei auch die NS.-Gcmein-
. K'gft durch Freude" entstanden. Diese Gemein- form hafte Verkörperung der heroischen Ein- !-um Leben, nämlich die Schaffung der Freude durch ^niff
Im weiteren Verlauf der Tagung sprach der Leiter des Propagandaamtes der DAF., Pg. Geiger. Er bezeichnete das Werk „Kraft durch Freude" als die Offenbarung des nationalsozialistischen Wollens. Der Leiter des Reichsschulungsamtes der DAF., Dr. Frauendorfer, führte u. a. aus,
bei der gewaltigen Arbeit, die Einstellung des einzelnen und des Volkes zum Leben zu ändern, stehen wir nicht am Ende, sondern erst am Anfang.
Die Aufgabe der Partei ist nach wie vor dieselbe wie in der Kampfzeit: Das deutsche Volk zu Nationalsozialisten zu machen, und unsere Schulungsarbeit dient einzig und allein diesem Zweck.
Der Nachmittagssitzung wohnte auch Reichsorgani- sationsleitcr Dr. Ley bei, der stürmisch begrüßt wurde. Uoer das Aufgabengebiet des Amtes „Reisen, Wandern und Urlaub" föraeb beffen Leiter Dr. Lafferentz. Er
betonte, daß es dem Amt gelungen sei, bereits im ersten Jahr des Bestehens der NS.-Gemeinschaft eine beträchtliche Anzahl von Urlauberzügen in Fahrt zu setzen. In diesem Jahr seien bis zum 1. Juli insgesamt
über s 000 000 Arb'eitskameraden auf eine längere oder kürzere Reise geschickt worden. Für den verhinderten Leiter des Amtes „Schönheit der Arbeit", Speer, sprach Pg. K r e tz s ch m e r. Das Amt habe von Anfang an die Gestaltung der Arbeitsstätten als eine Kulturaufgabe betrachtet, die dem gesamten deutschen Volke gestellt werden müsse. Schon heute könne das Amt auf beachtliche Erfolge Hinweisen. Für das Sportamt sprach Reichssportführer von T s ch a in m e r und Osten. Er betonte, daß die vor einem Jahr geschaffene sportliche Organisation der DAF. Heute bereits zu einem bedeutsamen Faktor des gesamten deutschen Sportlebens geworden sei und eine außerordentlich wertvolle Quelle der Lebenskraft und Leistilngsfähigkeit des deutschen Volkes darstelle.
Über die Arbeit der Abteilung „Schulung und Volksbildung" sprach anschließend deren Leiter Leutloff. In Zukunft werde kein Amtsträger der nationalsozialistischen Bewegung in seinem Amte bestätigt werden, der nicht mit Erfolg einen Schulungskursus mitgemacht hat. Der Leiter der Abteilung „Werkscharen", G o h d e s , sprach über Aufgaben und Ziele dieses jüngsten Kindes der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Die Werkscharen sollen künftig allein Träger des kulturellen Gedankengutes in der Feierabendgestaltung der Deutschen Arbeitsfront innerhalb der Betriebe sein.
Im weiteren Verlauf der Haupttagung nahm Pg. Horst Dreßler-Andreß das Wort. Unsere Arbeit wird, so sagte er u. a., zur Schaffung eines neuen Brauchtums der Arbeit führen. Wir wollen die rassische Ausrichtung in der Arbeit. Es wird in der künftigen nationalsozialistischen Arbeitswelt nur den deutschen Arbeiter geben. Dieser mit innerer Freude schaffende deutsche Arbeiter ist dann der Typ des deutschen Volksgenossen überhaupt.
Mit stürmischem Jubel begrüßt, nahm darauf Reichsorganisationsleiter Dr. Leh das Wort. „Kraft durch Freude" ist das Werk des Führers, so erklärte er einleitend. Der Führer hat mir den Befehl gegeben, dafür zu sorgen, daß die Nerven des schaffenden Volkes gesund erhalten und gestärkt werden, und zu diesem Zweck wurde die NSG. ins Leben gerufen.
Zwei Millionen Volksgenossen haben bereits im ersten Jahr der neuen Organisation auf großen Reisen und Fahrten Erholung gefunden und ihr deutsches Vaterland und die Welt kenncngclernt; im nächsten Jahr werden cs bereits vier Millionen sein.
Wir wissen, daß allein die Gemeinschaft fähig und in der Lage ist, Freude zu vermitteln. An die Gemeinschaft des Volkes und der Rasse sind auch die Werte der Kultur und der Kunst gebunden; sie können nicht im luftleeren Raum ein Leben für sich führen. Dr. Ley ging sodann auf die Frage des Urlaubs ein. Wir verlangen den Urlaub nicht aus Mitleid, so erklärte er, sondern weil der schaffende Volksgenosse seine Kräfte behalten muß, was ja ailch wieder dem Unternehmer zugute kommt. Wir werden in kürzester Zeit — die Gesetze sind bereits in
l Fortsetzung auf Seite 2.)
Der Aufmarsch der 300 000 Soldaten in Kassel.
Nahezu 300 000 alte Soldaten brachten auf dem 5. Reichskriegertag in Kassel durch den Bundesführer des Kyff- hauferbundes, Oberst a. D. Reinhard, dem Erneuerer und Erretter der deutschen Nation, Adolf Hitler, ihren Dank für die wiedererlangte Wehrehre und Wehrfreiheit zum Ausdruck — Unser Bild zeigt den Einmarsch der Fahnenkompanie des Infanterieregiments Kassel mit den Traditionsfahnen auf der Karlswiese zu der gewaltigen Kundgebung des Sonntags (Scherl — M.)