Einzelbild herunterladen
 

Zul-aer /lnZeiger

Bei L^eferungsbehinderüng durchHöhere ? Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Ehlenklau, Lauter- Zulöa- un- Haunetal -Zulöaer Kreisblatt bach/H. Hauptjchriftleiter Friedrich Ehren-

LL^FM 4 » 2 8^ Sch-iftl-ttung un» »MM: ®WfH«* « M* »-- MW

A n z e i g e n p reis. 1 mm Höhe in der 46 mn breiten AnDgenspalte oder deren Raum 4 Pf in Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. »DA.' V. 35. 910. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 162 12. Jahrgang

Fulda, Montag, 15. Juli 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Abessinien in Erwartung des italienischen Vormarsches.

Man rechnet mit italienischen Vorstötzen auf die Oase Havel- Ende u. den Tsanasee

des Kaisers H a i l e

Aus der

Selassie I. von Abessinien verlautet, daß der Monarch den Krieg mit Italien für unvermeidlich halte und von den Londoner wie Washingtoner Abessinien-Befprechun- gen nichts mehr erwarte. Bei den abessinischen Militärs herrscht die Ansicht vor, daß dieMtaliener von Eritrea her zunächst gegen die f r u ch üb a r e Oase Hadele Gubo vorstoßen werden, um damit eine stra t e gisch bedeutsame S ch l ü s s «è l st e l l u n g im Norden in der Hand zu haben.

Ein anderer italienischer Vorstoß wird sich in Rich­tung des Tsanasees bewegen und damit in ein wichtiges englisches Interessengebiet hineingehen.

Auch in Somaliland zeigen sich die Italiener sehr rührig.

Die letzten Dampfer, wie der Transportdampser Aventino", haben Somaliland zum Ziel, wo Truppen­verstärkungen noch sehr notwendig sind.

In Dschibuti sind weitere Sonderzüge aus Addis Abeba angekommen. Unter den Flüchtlingen befinden sich zahlreiche italienische katholische Missionare. Die Abessinier, die koptische Christen sind, haben schon von jeher den von Italien beherrschten katholischen Missionen stärkstes Mißtrauen entgegengebracht, da sie in ihnen die Schrittmacher italienischer Eroberungspolitik sahen.

Die maßgeblichen politischen Kreise Englands glauben an folgende Entwicklungsmöglich­keiten: Es sei jetzt damit zu rechnen, daß

der Völkerbund srat am 25. Juli oder kurz darauf zusammentreten

werde, nachdem die Verhandlungen des Aussöhnungs- ausschusses in Scheveningen zusammengebrochen seien nnd vor allem, nachdem die abessinische Regierung eine sofortige Einberufung des Völkerbundsrates gefordert habe. Sowohl in London als in Genf würde man es be­grüßen, wenn die italienische Regierung jetzt ihre Beschwerden und ihre Forderungen gegenüber Abes­sinien darlegen würde.

Englische Sronlttopfer melden sich zum abessinischen Keer.

Wie die englische ZeitungDaily Expreß" be­richtet, sollen sich in den letzten Tagen einige hundert frühere Kriegsteilnehmer und vor allem ehemalige Offiziere bei der abessinischen Gesandtschaft in London als Kriegsfreiwillige gemeldet haben, die aber zunächst a b g e w i e s e n worden seien mit der Versiche- rilng, daß Abessinien zur Zeit noch keinen Krieg führe. Das gleiche Blatt berichtet von einer lebhaften' Propa­ganda unter den südafrikanischen Negern von denen sich einige 10 000 verpflichtet haben sollen, im Falle Les Kriegsausbruchs auf abessinischer Seite zu fechten.

Die englischen Frontkämpfer in Deutschland

Überaus herzlicher Empfang in der Reichshauptstadt.

, Am 8. Juli 1934 richtete der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf H e st, von Königs­berg aus einen Appell an die Frontkämpfer der anderen Länder zu gemeinsamer Arbeit für den Frieden der Welt. Nachdem nun ein Jahr seit diesem Appell vergangen ist und nachdem vor einem Monat der c n g l i s ch e Thron­folger einen englischen Frontkämvscrbesuch in Deutsch- land befürwortet hatte, trafen am Sonntagnachmittag als erste offizielle Vertreter fünf Mitglieder der Iritish Legion, des größten englischen Front lampscrverbandes, der 1 % Millionen Mitglieder umfaßt, tn Berlin ein.

Einen wie starken Widerhall dieser englische Frout- rampierbcfud) in Deutschland und insbesondere in Berlin findet, kann man daraus ersehen, daß nepen den offi­ziellen Vertretern der d e u t s ck e n Front­kampferbünde sich Tausende von Berli­nern, insbesondere Frontkämpfer, auf dem Bahnsteig und in den Straßen zur Begrüßung eingefunden hatten.

Bereits um 16 Uhr war der Bahnsteig auf dem Bahnhof Friedrichstraße von Angehörigen der Front­kampferbünde und der nationalsozialistischen Gliederun­gen sowie zahlreicher deutscher Frontkämpfer und Mit­glieder der englischen Kolonie dicht besetzt. Als Vertreter des Botschafters von Ribbentrop waren Dr. Stahmer, als Vertreter des Reichsführers der NSKOV. von Kossel, als Vertreter des Bundesführers des NSDFB. Haupt­mann a. D. von Bary und Dr. von Schmidt-Rauly, so- wle im Auftrage des Reichskriegerbundes Kyffhäuser Ltabsführer Major von Beer und Oberstleutnant von Maltzahn anwesend. Als der Zug aus Hoek van Holland eingetroffen war, begrüßte die wartende Menge d'.e englischen Frontkämpfer mit Heilrufen und dem deutschen Gruß.

Schwerer Auiounfall des österreichischen Bundeskanzlers.

Schuschnigg unverletzt, seine Gattin ge -

lötet.

Plötzliches Unwohlsein des

Chauffeurs verursachte das Unglück.

Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat, wie aus Wien berichtet wird, auf der Fahrt nach seinem Urlaubsort in der Nähe von Ebelsberg bei Linz iinen schweren Kraftwagenunsall erlitten. Der Wagen des Bundeskanzlers stieß aus bisher un= ickannter Ursache, vermutlich infolge plötzlichen Unwohlseins des Chauffeurs, der die Macht über den Wagen verlor, gegen einen Baum.

Der Bundeskanzler wurde aus dem geschleudert, blieb unverletzt, erlitt aber Nervenschock. Die Gattin des Bundeskanzlers,

Wagen einen

Frau

Herma Schuschnigg, wurde schwer verletzt, der Sohn leicht. Von dem Begleitpersonal trug der Fahrer lebensgefährliche Verletzungen davon, ein Kriminalbeamter wurde leicht verletzt. Die Verunglückten wurden dem Krankenhaus in Linz zu­geführt, wo Frau Schuschnigg ihren Verletzungen erlegen ist.

Frankreich feierte den 14. Juli

Eine grohe Truppenparade eröffnete den französischen Natio­nalfeiertag. Der Aufmarsch der Rechts- und Linksverbände.

Der französische Nationalfeiertag, der alljährlich am 14. Juli zur Erinnerung an den Sturm auf die Bastille im Juli 1789 begangen wird, ist am Sonntag in Paris and in ganz Frankreich völlig ruhig verlaufen. Bis in sie späten Nachmittagsstunden lagen keinerlei Meldungen aber irgendwelche Zwischenfälle oder Zusammenstöße vor.

Paris prangte in reichem Flaggenschmuck. Alle simtsgebäude und viele Privathäuser hatten die Triko­lore gehißt, und auf den ausländischen diplomatischen Vertretungen wehten die Fahnen der betreffenden Län- ser. Nach alter Sitte tanzte das Volk von Paris schon Sonnabend abend auf allen Straßen und Plätzen der Hauptstadt die ganze Nacht hindurch. Sonntagvormittag

begann die offizielle Feier mit einer Parade der durch auswärtige Truppenteile des Heeres, der Marine und der Luftwaffe verstärkten Garnison von Paris, Die dieses Jahr in besonders glänzendem Nahmen ad- gehalten wurde. Nachdem der Präsident der Re- o u b l i k die Front der auf der Avenue Foch hinter dem

Die deutschen Abordnungen hiessen ihre englischen Kameraden auf das herzlichste in der Neichshaupt- stadt willkommen.

Der Führer der englischen Abordnung, Major F. W. C. Fetherstone-Godley, stellte dann seine Landsleute vor. Die deutschen und englischen Abordnungen mußten nun ein wahres Kreuzfeuer von Aufnahmen der Presse- und Wochenschau-Photographen über sich ergehen lassen, ehe ihnen der Weg zum Ausgang freigemacht werden konnte.

Vor dem Bahnhof Friedrichstraße erlebten nun die englischen Gäste einen Empfang, wie sie ihn wohl kaum erwartet hatten. Kopf an Kopf stand die Menge.

Mit erhobener Hand grüßten die Deutschen, unter denen sich sehr viele Frontkämpfer mit Orden und Ehrenzeichen befanden, die englischen Gäste.

die ebenfalls ihre Orden und Kriegsauszeichnungen angelegt hatten. Sichtlich bewegt d a n k t e n die englischen Frontkämpfer für diese überaus herzliche Aufnahme, die ihnen hier spontan von der Bevölkerung der Neichshaupt- stadt bereitet wurde. Die englischen Gäste begaben sich nach dem H o t e l K a i s e r h o f, wo sie während ihres Berliner Aufenthalts als Gäste der deutschen Frouttämpferbünde Wohnung nehmen. Schon von weitem grüßte sie die eng­lische Flagge, die zwischen der Hakenkreuz- sahne und der schwarzweißroten Fahne vom First des Hotels wehte.

Im Empfangsraum des Hotels hieß der Neichsführer der NSKOV., O b e r l i n d o b c r, die offizielle Abord­nung der British Legion willkommen und wünschte ihnen einen angenehmen und erfolgreichen Aufenthalt in der Reichshauptstadt.

Stabschef Lutze weist die Verleumdung der SA. zurück.

Scharfe Antwort an die konfessionellen Hetzer.

Stabschef Lutze gibt zu der konfessionellen Hetze gegen die SA. folgende Erklärung ab, in der er die Ver­leumdungen entschieden zurückweist:

Wie bereits in der Tagespresse mitgeteilt wurde, ist die von staatsfeindlicher Seite gegen die SA. inszenierte konfessionelle Hetze kläglich zusammengebrochen. Die sofort eingeleitete Untersuchung der ruchlosen Tat hat einwand­frei ergeben, daß der Täter die Kirchenschändung nur zu dem Zwecke begangen hat, um die SA. zu diffamieren. Auch dieser neue Fall zeigt dieselben Methoden, wie sie seinerzeit gegen die SA.-Männer des Hilfswerks Nordwest angewandt wurden. Es ist

kein Zufall, daß diese verbrecherischen Verleumdungen gegen die SA. gerade im Münsterlande und in West­falen in Umlauf gesetzt wurden.

Diese Fälle stehen nicht vereinzelt da. Sie sind Glieder in der Kette einer von gewissenlosen Quer­treibern gegen den nationalsozialistischen Staat und seine Organisationen vorgetragenen systematischen Hetze, die zu brandmarken ich vergangene Woche in Münster gezwungen war. Uns Nationalsozialisten ist die Ehre höchstes Gnt.

Als verantwortlicher Führer der SA. lege ich schärfste Verwahrung gegen die unerhörten Ver­dächtigungen der SA. ein. Die SA. ist nicht gewillt, ihren Ehrenschild widerspruchslos beschmutzen zu lassen, und verlangt, daß die ganze Schwere des Gesetzes nicht nur diese Verbrecher treffen möge, sondern auch auf jene Hintermänner angewandt werde, als deren Werk- 'zeuge wir die Täter ansehen müssen."

Triumphbogen aufgestellten Truppenteile abgefahren hatte, begab er sich auf die Prunkstraße der Champs Elysèes, wo er zunächst den Abordnungen von dreißig Einheiten der Luftwaffe feierlich ihre neuen Fah­nen übergab und zahlreichen hohen Offizieren der drei Wehrmachtteile persönlich die ihnen verliehenen Ordens­auszeichnungen überreichte. Dann fand der Vorbei­marsch statt, bei dem wie üblich die beiden Militär­schulen Saint-Cyr und Polytechnic-um in ihren historischen farbenprächtigen Uniformen die Spitze bildeten. Beson­ders begrüßt von den Zuschauermassen wurden die Ein­heiten der Luftwaffe, die zum erstenmal ihre neuen l i la­blauen Uniformen mit weißer Mütze trugen. Als Abschluß der Parade

überflogen 600 Flugzeuge aller Klassen von den schwersten Bombern bis zu leichten Jagdflugzeugen in dicht geschlossenen Geschwadern Paris.

Der Nachmittag war den politischen Demon - st r a t i o n e n vorbehalten. Es war streng dafür Sorge getragen, daß die beiden feindlichen Lager von rechts nnd links unter keinen Umständen miteinander in Berührung kommen konnten. Sämtliche Truppen der Gar­nison von Paris lagen für die Dauer des ganzen Tages alarmbereit in ihren Kasernen.

Neben einem ungeheuren Schutzmannsansgebot hielten starke Abteilungen der Mobilgarde zu Pferd und zu Fuß alle »nichtigen Punkte der Stadt besetzt.

Während dieVerbändederRechten ihren Auf­marsch vom Concordiaplatz zum Triumphbogen durch­führten, wo nachmittags der Führer der Feuer- kren zier die Zeremonie der Entzündung der ewigen Flamme auf den« Grabe des Unbekannten Soldaten vornahm, und dann in Richtung des Boulogner Wäldchens abmarschierten, sammelten sich die Verbände der von den Radikalsozialen bis zu den K o m m u n i st e n reichenden s o g e NZ n n t e n V o l k s f r o nt ant entgegengesetzten Ende der Stadt, am Bastilleplatz, nnd zogen dann über den Platz der Nation in Richtung des Vincenner Wäldchens ab. Bei der Demonstration der sogenannten Volksfront waren die Kommunisten die Tonangebenden, während die Gruppen der Sozialisten und der Radikalsozialen kaum in Erscheinung traten. In dem Zug wurden unzählige rote Plakate und Fahnen mit aufreizenden In­schriften mitgeführt. Die Menge stieß ununterbrochen Schmährnfe gegen bekannte Politiker der Rechten und der bürgerlichen Parteien aus oder fang die Internationale und die blutrünstige Carmaguole der ersten Revolution. Irgendwelche Zwischenfälle sind aber nicht vorgekommen, da die Ordnungskräfte offensichtlich die verhetzten Massen ruhig toben ließen, solange sie sich auf Geschrei und revo­lutionäre Gesänae beschränkten.

Windhose zerstört ein Dorf. Das spanische Dorf Fuentes de Bald epero bei Valencia wurde von einer Windhose vollständig zerstört. Die zum größten Teil aus Lehm gebauten Häuser der 1500 Einwohner sind vem Erdboden gleichgemacht worden. Bei der Katastrophe sind, soweit bis jetzt festsreht, eine Person getötet und mehrere verletzt Wochen.