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All-aer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

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Nr. 164 12. Jahrgang

Fulda, Mittwoch, 17. Juli 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Mussolini will nach Afrika fliegen.

Aufmunternde Besichtigung der italienischen Kolonialtruppen vor dem Angriff.

Italien setzt, wie die Nachrichten aus Rom bestätigen, seine Rüstungen für den kommenden Krieg in Nordostafrika fort. Es wird sogar jetzt aus Rom berichtet, daß Mussolini persönlich in nächster Zeit die italienische Kolonie Eritrea besuchen wird, um die italienischen Kolonialtruppen zu besichtigen und anfeuernde Reden zu halten, bevor nach Beendigung der Regenzeit der An­griff aus das abessinische Kaiserreich erfolgt. Der Duce will das Flugzeug, das ihn nach Eritrea und Somaliland bringen soll, persönlich steuern. Der Plan Mussolinis stellt eine Art Antwort auf die kürzliche Erklärung des Kaisers von Abessinien dar, daß er seine Truppen persönlich in die Schlacht führen würde, wenn es zum Krieg gegen Italien kommen sollte. Hier­durch ist unter den abessinischen Kriegern eine ungeheure Begeisterung entfacht worden.

Die italienische Kriegsstimmung wird von der Haltung der römischen Öffentlichkeit sekundiert; in der italienischen Presse wird erklärt, daß Italien nicht nur den Gedanken einer baldigen Einberufung des Völkerbundsrates ablehne, sondern ebenso sehr die frei­lich immer bestimmter auftretenden Gerüchte von italie­nischen Lösungsvorschlägen innerhalb oder außerhalb des Völkerbundes, die durch den italienischen Botschafter G r a n d i in der letzten Woche an die englische Regierung und den Generalsekretär des Völkerbundes herangebracht worden sein sollen. Die Entwicklung der letzten Wochen habe Italien nur noch mehr in dem Beschluß bestärkt, die Vorbereitungen seines Vorgehens in Ostafrika in großem Stile weiter zu beschleunigen.

Die Mailänder ZeitungS t a m p a" hebt hervor, daß die Diplomatie im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht in der Lage sei, einen Ausweg zu finden.G a z z e t t a d e l P o p o i d" stellt in den Vordergrund ihrer Betrach­tung, daß Italien in der abessinischen Angelegenheit sich volle Handln zsfreiheit vorbehalte und der einzige Schiedsrichter über die geeignetste und wirksamste Art der Verteidigung seiner nationalen Interessen zu bleiben wünsche.

Um gegenüber den europäischen Nationen zu demon­strieren, daß

Italien trotz der gewaltigen Truppenverschiffungen in seine Kolonien die Schlagkraft seiner Armee in der Heimat nicht zurücksetze,

werden die diesjährigen italienischen Som­me r m a n ö v e r, die für das letzte Drittel August an­gesetzt sind, in der italienischen Presse als die größten Manöver bezeichnet, die Italien jemals veranstaltet hat. An den Manövern im Geb,et des Armeekorps B o z e n werden sieben kriegsstarke Divisionen teilnehmen. Für die Manöver in der Umgebung von Udine werden vier, in der Umgebung von Mailand drei und für die Manöver zwischen Neapel und Bari eben- falls drei kriegsstarke Divisionen aufgeboten.

Lavals Plan: Begrenztes Mandat Italiens.

s In unterrichteten Pariser Kreisen glaubt man zu wissen, daß der diplomatische Meinungs­austausch zwischen Paris und London zur Ausstellung

' Nahem SriegsoBtaeteitaBgea Bisher zehn vollständige Divisionen aufgeboten.

Rom, 17. Juli.

Das Tempo der italienischen Kriegsvorbereitungen für Ostafrila nimmt weiter zu. Einer von Tag zu Tag bestimm­teren Sprache der Presse halten die Taten Schritt. Nach dem letzten Mobilmachungskommunique wird nunmehr bekannt, daß im Laufe des Dienstags ein großer Flugzeug­iransport abgegangen ist. Von Neapel aus wurden 24 Kriegsslugzeuge mit 80 Fliegern auf dem Flugzeug- mutterschifsMiraglia" nach den Kolonien befördert. In de P nächsten Zeit werden weitere 300 Bombenflug­zeuge nach Eritrea und Somaliland verfrachtet werden. Im Hafen von Neapel stehen sechs große P e r s o n e n d a m p- fer zur Ausfahrt bereit, um im Laufe dieser Tage, mit Mannschaften und Kriegsmaterial beladen, die Reise nach den Kolonien anzutreten.

Unterdessen gleicht Süditalien einem Heerlager. In Ealabrien wird mit beschleunigtem Tempo seit dem am Montag eingetrosfenen Befehl des Duce die Mobilisierung der Division Sila betrieben. Im Laufe des Montagabend kam es in zahlreichen Städten und Ortschaften zu größeren Kundgebungen, in denen besonders der Oberbefehls­haber der neuen Division stürmisch gefeiert wurde. Es wird vielfach angenommen, daß sich der D u c e dieser Tage nach der calabrischen Halbinsel begeben wirch um die neu mobilisierte Division zu inspizieren.

Somit sind jetzt bereits zehn vollständige Tibi» V pH^.n aufgeboten worden, von denen je fünf zum rtalrenischen Heer und zur Schwarzhemden-Mistz gehö- ren. Drei Armeedivisionen, die Peloritana aus Sizilien, ote Florentiner Division Gavinana und die auf der Insel

eines Planes für die Regelung des italienisch-abessinischen Konfliktes, geführt habe, dem Ministerpräsident und Außenminister Laval seine Zustimmung erteilt habe. Dieser Plan sieht eine Erklärung des Völkerbundes an Abessinien vor, in der darauf hingewiesen wird, daß

die Aufhebung der Sklaverei eine Vorbedingung für die Unterstützung Abessiniens durch den Völkerbund gewesen sei und daß das Kaiserreich diese Bedingungen nicht erfüllt habe.

Weiter soll die bereits von einigen Ländern erlassene Sperre für Waffenlieferungen an Abessinien ver­allgemeinert und verschärft werden, so daß dem Negus praktisch eine Kriegführung unmöglich würde. Italien soll ein begrenztes Mandat über Abessinien unter Kontrolle des Völkerbundes erhalten, durch das ihm gewisse wirtschaftliche Vorrechte gesichert würden. Dabei soll allerdings dafür Sorge getragen werden, daß das Ansehen des Negus unter der Bevölkerung nicht beeinträchtigt wird.

Abessinien soll als im juristischen Sinne unab­hängiger Staat seinen Sitz im Völkerbund, wenn es diese Bedingungen annimmt, behalten.

Man macht sich allerdings in Paris nur sehr geringe Hoffnungen, daß dieser Plan, den man als allerletzten Versuch betrachtet, wirklich zur Vermeidung eines Krieges führen könnte, da nach den letzten Nachrichten aus Addis Abeba der Negus sich völlig ablehnend gegenüber jeder Beeinträchtigung der abessinischen Souveränität zeigt.

Aegypten verbietet Kameleinfuhr nach Eritrea.

Nach einer Meldung aus Kairo hat du ägyptische Negierung die Ausfuhr vor Kamelen nach der italienischen Kolonie Eritrea verboten. Wie hierzu verlautet, haben die zahlreicher Kamelankäufe italienischer Agenten in Oberägyypter dieses Verbot veranlaßt.

Oie Zitadelle Afrikas gerüstet.

Die in Amerika studierende abessinische Prinzesstr He sh la Tamanya, eine Base des Kaisers Sail, Helassie, erklärte, ihr Vetter habe die kommenden Dingi schon vor sechs Jahren vorausgesehen und sein Volk uni sein Heer auf den Entscheidungskampf um Freiheit uni Unabhängigkeit genügend vorbereitet. In den schwel zugänglichen Gebirgsgegenden seien riesige Unter- stände erbaut worden, wie sie der Weltkrieg gelehr: hat. Abessiniens Munitionsvorräte lägen vor Fliegern gut geschützt in dem abessinischen Hochland. Abessinien, die Zitadelle Afrikas, sei gerüstet.

Im New-Uorker Negerviertel Harlem wirbt die panafrikanische Wiederaufbauvereinigung um Freiwillige für die Verteidigung Abessiniens und gibt die Parole aus:Afrika den Afrikanern." Das Komitee für Abessinien" veröffentlicht eine Bittschrift an den amerikanischen Präsi­denten Roosevelt, die Feindseligkeiten in Abessinien auf Grund des Kellog-Paktes zu verhindern. Der Ausschuß hofft, zehn Millionen Unterschriften zu­sammenzubekommen.

Sardinien mobilisierte Division Sabauda, sind bereits, ebenso wie größere Schwarzhemden-Kontingente, nach Afrika aufgebrochen. In den Bergen der Abruzzen stehi die Division Gran Sasso bereit. In Calabrien wird seit Montag zum Sammeln geblasen. Die Transportschiffe müssen ihren Weg im schnellstmöglichen Tempo zurücklegen, um die Truppen nach Ostafrika zu bringen.

Rottenparade gor König Georg

London, 17. Juli.

viuf der Höhe von Spithead fand am Dienstag di« große Iubiläumsparade der englischen Kriegsflott« vor König Georg V. statt. Die englische Bevölkerung nahm zu hunderttausenden an dem großen Schauspiel teil. 160 Kriegsschiffe der Heimatflotte, der Mittelmeerflotte und der Reserveflotte lagen in ausgedehnten Linien zwischen Portsmouth und der Isle of Wight vor Anker. Auch die englische Handelsflotte war durch alle Schiffsgattungen, vom großen Ueberseeluxusdampfer bis zum kleinen Fisch- dampfer, vertreten. Alle Schiffe hatten festlich über die Toppen geflaggt. Vom Donner der Schiffsgeschütze begrüßt, nahm König Georg mit seinen drei Söhnen, dem Prin­zen von Wales und den Herzögen von Kent und Pork, an Bord der KönigsjachtViktoria and Albert", die lang­sam die Reihe der vor Anker liegenden Schiffe abfuhr, die Parade ab. Nach, der Flottenschau folgte eine Parade der M a r i n e l u f tst r ei tk räf te, an der sich über 100 Kampf- und Jagdflugzeuge, Bomber und Flugboote be­teiligten. Der Tag wurde mit einer großen Festbeleuchtung der gesamten Flotte abgeschlossen.

Das Lehrbuch national# sozialistischen Giaatsdenken«.

Zehn Jahre HitlersMein Kampf".

Zehn Jahre sind vergangen seit dem Tag, an dem am 17. Juli 1925 das große Werk Adolf HitlersMein Kampf" mit seinem ersten Band den Weg zum deutschen Volke antrat.

Wenige Monate vorher war die Partei vom Führer neu gegründet und ihr die Kampftaktik gegeben worden, die sie in zähem Ringen schließlich an die Macht gebracht hat. Die Taktik des legalen Kampfes, die ihre Stärke vor allem in den inneren geistigen Kräften der Partei entwickeln mußte.

Mit unerhörter Spannung sahen die wenigen tausend Männer und Frauen, die über ganz Deutsch­land verstreut damals im Glauben an die Persönlich­keit Adolf Hitlers die ersten Pioniere der NSDAP, waren, auf das Buch des Führers. Denn sie wußten, daß der Kampf gegen das übermächtige System in der Methode, die als die einzig mögliche vom Führer be­fohlen war, unerhörte Anforderungen an die innere Zähigkeit und an die festgegründete Überzeugung des einzelnen Parteigenossen stellen mußte.

In dem Zermürbungskampf, der bevorstand, genügte es nicht, nur mit dem Herzen Nationalsozialist zu sein, es mußte in dem Inferno der täglichen Auseinander­setzungen mit den Gegnern eine verstandesmäßige Rüstung den einzelnen Nationalsozialisten stahlhart machen.

Deshalb gab Adolf Hitler der Partei nicht nur die Parole des legalen Kampfes, sondern er schuf auch gleich­zeitig dieinnere Po rau s s e ku n gsürdenSieg dieser Kampfmethode, indem er der Partei mit seinem genialen großen WerkMein Kampf" eine umfassende Darstellung der nationalsozialistischen Gedankenwelt und eine unwiderlegliche Auseinandersetzung mit ihren Geg­nern in die Hand gab.

Dieser innere Zusammenhang zwischen der Kampf­parole des Führers und der Notwendigkeit einer um­fassenden Klärung der geistigen Fundamente auf dem die Bewegung ruht, hat es mit sich gebracht, daß wir kein anderes Buch kennen, das eine derart aktive politische Be­deutung in der Entwicklung einer Nation gewonnen hat.

Wenn Staatsmänner und Politiker bisher Bücher schrieben, dann taten sie es meist um der Klärung willen und der Rechenschaft über vergangene Entwicklung.

Adolf Hitlers Buch wurde nicht in die Vergangen­heit. sondern in die Zukunft geschrieben, es war bestimmt, Grundlage und Voraussetzung einer politischen Entwicklung von historischer Bedeutung zu werden.

Heute, zehn Jahre nach dem ersten Erscheinen dieses wahrhaft epochalen Werkes, sind wir uns dieser seiner Bedeutung bewußter denn je. Denn wir wissen, daß die unerhörte geistige Kraft dieses Buches uns heute mehr denn je innere Stärke zu geben vermag. Und nicht nur den Parteigenossen. Denn längst ist Adolf Hitlers Buck- Gemeingut des ganzen Volkes geworden.

Millionen deutscher Menschen haben es an einem Ehrenplatz stehen und holen es in Stunden der Selbst­besinnung hervor, um aus ihm die tiefe Logik unseres nationalsozialistischen Staates sich immer neu plastisch vor Augen zu führen.

Einst geistige Grundlage des Kampfes um die Macht, ist Adolf HitlersMein Kampf" heute das u m fassende Lehrbuch nationalsozialistischen Staatsdenkens.

In dieser einzigartigen geschichtlichen Leistung und gewaltigen nationalen Gegenwartsaufgabe liegt die tiefe Bedeutung dieses Werkes, das heute seinen Weg mit derselben Kraft fortsetzt, wie es ihn vor zehn Jahren beganr

Spar-ikiaiur Lavals.

Die französische Negierung will zehn Milliarden Franken einsparen. Kürzung der Löhne, Gehälter und Renten.

Kaum ist der kritische 14. Juli, der für die franzö­sische Negierung nicht gerade ermutigend war, vorüber da setzt die Gesetzmaschine wieder ein, um in nich: weniger als 23 sogenannten Dekreten die ver­fahrene Finanzwirtschaft in Ordnung zu bringen. Fünfzehn Dekrete befassen sich mit Einsparungen zur Wiederherstellung des Etatsgleichgewichts, acht weitere bringen Herabsetzung der Preise für Licht und Gas zur Ankurbelung der Wirtschaft und Verbilligung des Lebensunterhalts.

Wie verlautet, will Ministerpräsident Laval ins- aesamt nebn Milliarden Franken einsvarcn. Die