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Zuloaer Mnzeiger

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Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in der 46 mn breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., in Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." V. 35. 910. Zur Zeil ist Preis­liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 179 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 3. August 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die 7 Gebote der Weltrevolution

Das wichtigste Gebot: Zersetzung der Jugend.

Die amtliche Nachrichtenagentur der Sowjetunion verbreitet jetzt die erste große Entschließung des 7. Welt­kongresses der Komintern, die auf Grund des Rechen­schaftsberichtes desdeutschen" Kommunisten Pieck über die Tätigkeit des Vollzugsausschusses der Kommunisti­schen Internationale angenommen wurde. In sieben ge­nau formulierten Punkten werden hier Kampfanweisun- gcn desGeneralstabes der Weltrevolutionäre" gegeben.

Einleitend billigt der Kongreß in Punkt 1 die poli­tische Gesamtlinie und die praktische Tätigkeit des EKKJ. (Erekutivkomitee der Kommunistischen Internationale). Im Punkt 2 verpflichtet der Kommunistenkongreß seinen Vollzugsausschuß und alle kommunistischen Parteien der Welt, künftig überall die Bildung der Einheits­front unbedingt zu erreichen. Der Kongreß befiehlt in Punkt 3 den einzelnen Sektionen der Komintern, den An­schluß an die Sozialdemokraten zu finden und die Metho­den der kommunistischen Agitation und Propaganda den unmittelbaren Nöten und Interessen der Massen anzu­passen. Der Punkt 4 zählt eine große Reihe Mängel in der Kominternarbeit auf, wie die verspätete Durch­führung der Einheitsfrontbildung, das mangelnde Ver­ständnis für die Notwendigkeit der Verteidigung der Überreste der bürgerlichen Parteien, für die Z er­setzt! n g s a r b e i t in den faschistischen Gewerkschaften sowie innerhalb anderer von bürgerlichen Parteien er­richteten Vereinigungen und schließlich die Unterschätzung der Agitationsarbeit unter den Frauen, den Bauern und dem Kleinbürgertum.

Der Punkt 5 gibt neue Richtlinien zur Zerseüung der Jugend. Danach sollen nämlich die Mitglieder der kommunistischen Jugendvcrbânde nicht mehr ge­schlossen auftreten, sondern verpflichtet werden, einzeln den bürgerlich-demokratischen, den faschistischen und den religiösen Jugendvcrbändcn gewerkschaftlicher, kultu­reller und sportlicher Art beizutreten. Hier sollen sie den Kampf gegen eine Militarisierung des Lagerlevens und gegen den Arbeitsdienst der Jugendlichen führen, um eine breite Einheitsfront der nichtsaschistischcn Jugend zu organisieren.

Zum Schluß faßt der Kominternkongreß seine Kampf­befehle dahin zusammen, daß es nur von der Kraft und dem Einfluß der kommunistischen Parteien auf die breiten Massen des Proletariats sowie von der Energie und der Selbstlosigkeit der Kommunisten abhänge, die heranreifende Krise in einesiegreiche proleta­rische W e l t r e v o l u t i o n" (!) zu verwandeln.

Pieck tritt ab - Dimiiroff kommt.

Der erste Teilabschnitt des siebenten Weltkongresses der Kommunistischen Internationale wurde darauf mit einem Schlußwort desdeutschen" Kommunisten Pieck seinem Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Vollzugsausschusses der Komintern beendet. Den Kern des Schlußwortes bildete die Forderung an die Kom­munistische Partei nach Errichtung einereinheit­lichen Kampffront gegen den Faschis­mus und den imperialistischen Krieg". (Also die neue Murmel für die alte Losung der Weltrevolution um jeden -brels! Die Schriftleituna.) Schließlich erachtete

Ihr könnt wieder stolz auf Deutschland sein.

Ansprache Dr. Goebbels an die auslandsdeutsche Jugend in Berlin.

Die 1 0 5 0 a u s l a n d s d e u t s ch e n Jungen, ; uach dem Besuch des Deutschlandlagers Kuhlmühle 111 Berlin weilen und der alten Soldatenstadt Potsdam einen längeren Besuch abstatteten, wurden am Freitag- "Mynittag auf dem Wilhelmplatz zu Berlin von dem Gauleiter Berlins, Reichspropagandaminister Dr. G o e b- bel s -festlich empfangen.

, Reichspropagandaminister Dr. Goebbels erschien, er mit begeisterten Heilrufen von den auslands- Tungen begrüßt. Fanfarenbläser des Jung- ! k suchten einen Marsch zu Gehör. Dann sprach D^^chunführer Minke, der Leiter des Deutschland- ho m ei Kuhlmühle und Organisator des Welttreffens, em Reichsminister den Dank der auslandsdeutschen ® aus; durch die Unterstützung und Initiative 5 -^"Nisters sei erst das Welttreffen möglich geworden.

Reichsminister Dr. Goebbels,

I^E ^ürnnschem Jubel begrüßt, wies die auslandsdeut- liph, j , crnken darauf hin, daß sie hier auf dem Wil- so "uf historischem Boden ständen. Hier standen,

und "' um 30. Januar 1933 die Berliner Männer Rei^"^" und bekannten sich zum nationalsozialistischen Tiern» Jedesmal daun, wenn das deutsche Volk im fei ' z aufgewühlt war, sei es durch Schmerz und Leid, die Freude und Beglückung, immer fanden sich --ayen aus diesem Platz zusammen.

Elten/ Fuhre nach dem Kriege, da ihr und eure schämt -draußen in der Welt der alten Heimat habt auch ."müssen. Andererseits dürft ihr diesem Volk aber das / Unrecht tun, denn es gibt kein Volk der Erde, tote L?1 an Leid und Kummer hat ertragen müssen das deutsche Volk von heute.

Pieck eine verbesserte Agitationssähigkeit unter der Heranwachsenden Jugend als die vordringlichste Aufgabe der Komintern. Die Massen­eroberung der Schüler und der schulentlassenen Jugend durch die antifaschistische und antimilitaristische Einheits­front müsse das nächste Ziel aller Kommunisten sein (!).

Die zweite Woche des Kominternkongresses begann mit einem ausführlichen Bericht des aus dem Reichstags­brandstifterprozeß her bekannten berüchtigten kommunisti­schen Agitators D i m i t r o f f.

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Jetzt wissen wir, wie die neuen Methoden der Welt­revolution aussehen. Der Staat Adolf Hitlers ist gerüstet, den neuen Ansturm der Moskowiter ab­zuschlagen. Uns ist nicht bange. Mögen nur die anderen Staaten ein wachsames Auge haben. Es lohnt sich bei vielen, einen Frontwechsel vorrunehmen und statt irrsinniger Hetze gegen den Nationalsozialismus den Kampf gegen den alles zersetzenden Bolschewismus auf­zunehmen.

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Roosevelts Gegenstoß

gegen die Kominiern-Hetze.

Haftbefehl gegen den amerikanischen Ver­treter auf de in Weltkongreß in Moskau.

Präsident Roosevelt hat eine energische Aktion gegen die Durchführung des von dem amerikanischen Kommunistensührer Darcy aus dem Moskauer Welt­kongreß der Kommunistischen Internationale verkündeten Aktionsprogramms getroffen. Der Präsident hat das Arbeitsmènisterinm angewiesen, sofort alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die kommunistische Bewe­gung, die an der pazifischen Küste besonders rührig ist, uiederzuwersen. Gegen Darcy ist außerdem wegen Meineids ein Haftbefehl erlassen worden.

Darcy ist einer der rührigsten Kommunistenführer in den Vereinigten Staaten. Auf seine Tätigkeit ist der erst nach längerer Zeit niedergeschlagene kommunistische Hafenarbeiterstreik zuzurückzuführen, Präsident Roosevelt erklärte nach Bekanutwerden der Ausführungen Darcys in Moskau, der dort für die Entfesselung neuer Streiks eingetreten war, mit allem Nachdruck, er werde es auf keinen Fall dulden, daß unter kommunistischem Einfluß stehende Gewerkschaften erneut schwere Schäden für die amerikanische Schiffahrt heraufbeschwören.

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Das Staatsdepartement in Washington übersandte der deutschen Botschaft die Antwortnote auf den deut­schen Protest wegen des Flaggenzwischenfalls. In der Note wird betont, daß die Schuldigen verhaftet und vor ein Gericht gebracht worden sind. Sie schließt mit fol­genden Worten: Es ist bedauerlich, daß trotz der eifrigen Bemühungen der Polizei, jede Störung zu verhindern, die deutsche Nationalflagge während der Un­ruhen nicht den ihr gebührenden Respekt erhielt.

Junge Menschen waren es damals, die die Fahne aufrichteten und hochhielten, junge Menschen, die gegen eine Welt von Haß und Verleumdung und Niedertracht das WortReich" auf ihre Fahne schrieben.

Aus dem, was damals ein paar Menschen begannen, ist nun das große neue Reich entstanden, und dieses große neue Reich kann an euch draußen in allen Teilen der Erde ein Gefühl des Stolzes wiedergeben. Denn nun vermag wieder ein einiges Band alle Deutschen zu umschließen, und

nun leben wir wieder in einem Reich, dem man zwar die Freiheit nicht schenken wollte, das sich aber seine

Freiheit wiederqenommen hat. (Lebhafter Beifall.)

Zwar haben gewissenlose Verräter im November 1918 das deutsche Schwert zerbrochen, aber dieses Schwert haben wir neu geschmiedet. (Beifall.) Zwar haben Marxisten und Juden und Deserteure im November 1918 die deutsche Fahne in den Schmutz geworfen, aber dafür haben wir aufs neue eine Fahne der Ehre und der Achtung und des Stolzes gehißt. (Lebhafter Beifall.)

Sie mögen heute in anderen Staaten versuchen, diese Fahne zu beleidigen. Beleidigen kann eine Fahne immer nur der, der sic selbst trägt. Und dafür über­nehmen wir die Sicherheit, daß diese Fahne von ihren Trägern niemals beleidigt werden wird. (Erneuter lebhafter Beifall.)

Wenn ihr, meine jungen Kameraden, nur die Zeitungen gelesen hättet, die in euren Ländern gedruckt werden, dann hättet ihr vielleicht annebmen können, daß ich zu euch, nur umgeben von einem Maschinengewehr-

Neue Arbeit fürs Winterhalbjahr.

Günstige Aussichten für die Leipziger Herbstmesse. Die neuen Filmpro gamme, wirtschaftlich gesehen. Aus­ländische Aufträge für deutsche Werften.

Eins der großen Wirtschaftsereignisse des August ist die Leipziger H e r b st m e s s e. In- und Ausland, Industrie und Handwerk sehen mit gespanntem Interesse der großen Veranstaltung entgegen, die dieses Mal vom 25. bis 29. August stattfindet. Sowohl in Ausstellerkreisen wie im Groß- und Einzelhandel wird ihr ein günstiger Verlauf vorausgesagt. Entscheidend für die Umsätze auf der Herbstmesse sind die Aussichten des Winter- und Weihnachtsgeschäfts. Dank der anhalten­den Konjunktur, der sinkenden Arbeitslosigkeit, der vielen öffentlichen Aufträge und der Anregungen, die die Wirt­schaft durch die Wiederherstellung des deutschen Verteidi­gungsstandes erhält, können diese als ungewöhnlich gut angesehen werden. Auch für die Ausfuhrindustrien hofft man auf gute Umsätze, zumal die Anstrengungen zur Ge­winnung der ausländischen Absatzmärkte in der letzten Zeit vervielfacht worden sind. Auch das Interesse der Auslandskundschaft ist neuerdings wieder größer ge­worden, wie die in Leipzig vorliegenden Besucher­anmeldungen aus Europa und Übersee eindeutig be­zeugen. Viel beachtet wird die Beteiligung Hollands mit einer Kollektivausstellung. Ein besonderes d e u tsch- tschechoslowakisches Abkommen regelt den Warenaustausch der beiden Länder auf der Herbstmesse. Deutscherseits sind für bestimmte Erzeugnisse den 120 bis 150 tschechoslowakischen Ausstellern besondere Einfuhr­kontingente eingeräumt worden. Diczje können nur voll ausgenutzt werden, wenn tschechoslowakische Einkäufer mindestens um ein Drittel mehr Aufträge an deutsche Aussteller der Leipziger Herbstmesse erteilen. Bei diesem Abkommen handelt es sich um die erste zwischenstaatliche Abmachung dieser Art, die sich der Leipziger Messe als internationalen Fertigwarenmarkt bedient und insofern grundsätzliche Bedeutung hat. Zugunsten der Umsatz­belebung des Handwerks hat die Ausfuhrförde­rungsstelle des deutschen Handwerks die Beteiligung der Handwerkszweige an der Messe durchgesetzt, die besonders gute Ausfuhraussichten haben.

Wie die meisten deutschen Wirtschaftszweige hat auch die F i l m w i r t s ch a f t aus dem Wirtschaftsaufstieg der letzten beiden Jahre Nutzen gezogen. Diese Besserung spiegelt sich deutlich in den in diesen Wochen veröffent­lichten Filmprogrammen für 1935/36 wider, die außer­ordentlich reichhaltig sind, dem Kinobesucher genußreiche Stunden, der Filmindustrie, dem Filmverleih und dem Kinobesitzer ein gutes Geschäftsjahr in Aussicht stellen. Die gebesserten Wirtschaftsverhältnisse und die vergrößer­ten Arbeitseinkommen brachten schon im letzten Jahr einen regeren Kinobesuch mit sich. Dadurch machten sich die Filme im allgemeinen gut bezahlt. Die 'Einnahme­steigerung in der heimischen Filmindustrie wird gegen­über der Vorsaison auf 20 Prozent durchschnittlich ver­anschlagt; bei besonders gut gelungenen Filmen sogar auf 3040 Prozent. Diese Mebreinnahmen sollen nicht zuletzt zu einer weiteren Verbesserung der Qualität der neuen Filme verwandt werden. Etwa 130 Großfilme sind für das neue Wirtschaftsjahr 1935 36 vorgesehen. Bisher rechnete man für jeden abendfüllenden Großfilm mit einem Kostenbetrag von mindestens 250 000 bis 300 000 Mark. Im Interesse der Qualitätsverbesserung ist für das neue Jahr ein Mehraufwand von durchschnittlich 100 000 Mark je Großfilm vorgesehen, weil erfahrungs­gemäß die hochwertigen Filme im Inland sowohl wie im Ausland besser geben. Auf die Fil m ausf u h r wird gerade im neuen Deutschland größter Wert gelegt, legt der künstlerisch hochwertige Film doch nicht zuletzt be­redtes Zeugnis für das deutsche Filmschaffen im Aus­land ab. Daß der hochwertige deutsche Film, auch wenn er rein deutsche Stoffe behandelt, im Ausland begeisterte Aufnahme findet, zeigt das Schicksal des deutschen Films Der alte und der junge König". Dieser Film von aus­

kordon, zu sprechen gewagt hätte (Heiterkeit), daß" in der Wilhelmstraße Kanonen aufgefahren wären, um die Regierung gegen das eigene Volk zu schützen und daß ich als Propagandaminister euch nur Broschüren in die Hand gegeben hätte, ohne zu wagen, euch das deutsche Land und Volk selbst zu zeigen. Ich habe das Gegenteil getan.

Ich gestehe offen, wir haben es mit all unserer Arbeit und Sorge nicht fertig gebracht, aus diesem Land ein

Paradies zu machen.

Wir haben es nicht gekonnt, aber wir haben es auch nicht gewollt. Denn es ist nicht Aufgabe der Menschen, auf Erden in einem Paradies zu leben, sondern auf Erden zu kämpfen, zu arbeiten nnd sich das tägliche Brot zu ver­dienen. Und das allerdings könnt ihr in Deutschland in Stadt und Land, in Süd und Nord, in Ost und West feststen en, nämlich

ein Volk, das au der Arbeit ist,

das sich sciu Leben erkämpft und das, ausgefüllt mit neuem Selbstvertrauen, im Gegensatz zu früher heute zu stolz dazu ist, sich bei anderen Völkern und anderen Ländern sein Leben zu erbetteln. (Lebhafter Beifall.)

Diese Stadt heißt euch herzlich willkommen und drückt euch allen brüderlich die Hand, und dieses ganze Volk wird auf eurer Fahrt, die eine wahre Triumphsahn werden wird, sich zu euch stellen, sich zu euch bekennen und wird im Bekenntnis zu euch ein Bekenntnis zum Reich und zum Führer oblegen.