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Nr. 180 — 12. Jahrgang
Fulda, Montag, 5. August 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg. iMNMWmmmWSV
Gegen die Wühl-Arbeit des politischen Katholizismus
Wieder heimtückische Angriffe gegen die SA. — Dr. Goebbels rechnet mit den Staats-
feinden ab.
Die S t a a t s p o l i z e I st e l l eZ ist
den Regie- das Deutsche
in Werne an
IUngsbezirk M ü n st e r teilt, wie Nachrichtenbüro berichtet, mit:
In der Nacht zum 1. August wurden der Lippe an katholische Einwohner Flugblätter verteilt, die ein Spottlied aus den Bischof von Münster und ein Hetzlied gegen die Devisenverbrechen enthielten. Der Verdacht gegen die Verteiler des Flugblattes richtete sich seitens der katholischen Bevölkerung gegen die Mit- zucder der SA.- und die NS.-Formationen. Die sofort ^genommenen Ermittlungen führten zu dem Er- g*iu§, daß als Hersteller und Verbreiter dieses Flugblattes neun Bkitglieder der Kolping -
Familie aus Werne in Frage kamen. Acht Täter konnten festgenoinmen werden, während der neunte nach Holland flüchtete. Alle Beteiligten haben ein Geständnis chMql und gaben an, daß sie die Flugblätter verteilt haben, um die katholische Bevölkerung in Werne über die angebliche kirchenseindliche Einstellung der NSDAP, und ihrer Gliederungen auszuklären. Aus dieser Tatsache ergibt sich klar und deutlich, mit welchen H e i m t ü ck i -
„Nun wollen wir nur noch Deutsche sein
Reichsminister Rust auf der Hitler-Zugendkundgebung des Essener Gauparteitages.
Der Essener G a u t a g der NSDAP, wurde durch eine große Kulturkundgebung der Hitler-Jugend eingeleitet. Reichsminister Rust führte in einer Rede u. a.
aus:
Das Geheimnis der deutschen Zukunft ist immer das eine:
Nun wollen wir nur noch Deutsche sein!
nur
Lir-wollen uns angesichts dieser Feierstunde nicht litten in kleines Gezänk. Aber das eine muß doch und immer wieder gesagt werden: Wenn wir diese Volks- substanz selber preisgeben, dann ist Deutschland ausgelöscht. Darum gibt es
Ver- hier
kein Verhandeln über die folgenden Punkte:
1. Dieses Volk besteht in seinem rassischen Wert und darum wird der unrassische Wert erbarmungslos ausgeschlossen aus unserem Volk.
2. Wenn in unserem Blut Anlagen durch Vererbung der Minderwertigkeit, des Verbrechens und der erblichen Krankheit sind, dann sehen ivir unser Volk genau so als Organismus, wie wir uns leibst sehen und wenn wirZn unserem eigenen Körper derartige Triebe töten, dann werden die Gesetze zur Er- Haltung unseres Volkes in demselben Maß durchgeführt. »v das der Kirche paßt oder nicht.
Und ein drittes angesichts des internationalen Gezeters über Katholikenverfolguug, die von vorn bis hinten gelogen sind.
Wir kennen den Kampf und wissen, wie es uns selbst unmal ergangen ist. Wir nahmen an einer Diskussion teil >>M kämpften gegen 'die parlamentarisch-programmatische oMplitterung eines einheitlichen politischen Willens in Deutschland. Und wer trat uns entgegen, ein Geist- Ucher. Wir sagten: Ich denke, ich habe dich gestern in “tr Kirche gesehen. Wo ist dein Reich, dort oder hier. Er seinen Bereich verlassen und ging da hin, wohin ihm Heiland den Weg verboten hatte. „Mein Reich ist W bon dieser Welt?
®ir sahen am Fronleichnamstag Zentrumsminister •'m der Kerze in der Hand dem Ällcrhciligstcn folgen.
>n anderen Tage marschierten sic mit dem Reichs-
T . barmer.
verstanden wir wieder nicht. Heute kommt die Quit- Moskau hat Herr Pieck, der führende Kom- mst von Berlin im Preußischen Landtag, erklärt: Hätten iiii Gamals gewußt, was wir heute wissen, wir wären bichsbanner zusammengegangen, also auch mit â"H mit der Zentrumskerze. Wenn wir nun ^WlK'i sollen, dann gibt es nur eines: Ihr habt Aufgabe gestellt, den einzelnen Menschen in die Wett zu führen.
ist das Jenseits, und ihr habt eine Stätte, dle Menschen vorbereitet: das ist die Kirche.
ü dem Sportplatz könnt ihr die Leute für den
_ , Himmel nicht vorbereiten.
tu* Va§ schönste, so schloß der Minister, daß wir wifriMv iâ?" hinter uns stehen sehen. Er als der alte scheu kV,■ llnö der vom Führer berufene Leiter des dent- der könne es vor der Lehrerschaft und
SchuüuM'ch?s.i Zierlich sagen: Wir wollen nicht eure
^ grosse Kundgebung
üinfh * auf dem Essener Flugplatz.
des Chefs des Stabes Lutze an die west-
Bei deutsche SA.
der NS^A^^°^n Kundgebung sämtlicher Gliederungen ^tschl^F^ und dem größten SA.-Aufmarsch, den West- -' wohl je sgh, erlebte der Kgutag des Gaues
Gewaltige Kundgebungen auf dem Gautag
scheu Mitteln der politische Katholizismus seinen Kampf gegen Staat und Bewegung führt.
*
Die obige Mitteilung wirft ein erschütterndes Licht auf die Verranntheit gewisser Kreise des politischen Katholizismus Im Laufe weniger Wochen wurde jetzt in einem bestimmten Gebiet von W e st d e u t s ch l a n d zum drittenmal von den zuständigen Stellen festgestellt, daß eine üble politische Hetze gegen die Reichsregierung und die Nationalsozialistische Partei betrieben wird, indem Angehörige der nationalsozialistischen Bewegung, insbesondere der SA., fälschlich gemeiner Handlungen gegen die katholische Kirche beschuldigt werden. Um solchen Verdächtigungen die notwendigen Unterlagen zu geben, versucht man, mit unlauteren Mitteln vorzugehen.
Der e r st e Fall ereignete sich in Borken in Westfalen Anfang Juli. Damals wurde behauptet, daß eine Brandstiftung im Beichtstuhl und am Altar der Kreuzkapelle von Angehörigen der SA.-Schule in Vehlen begangen sei. Man ermittelte aber ein Mitglied des Cäcilienvereins, das zu den häufigsten Besuchern
Esten und die Zehnjahrfeier Der natwnatjoztattfltschen Bewegung im Ruhrgebiet am Sonntag auf dem Essener Flughafengelände ihren Höhepunkt. Der Führer der SA.- Gruppe Niederrhein, Gruppenführer Knickmann, meldete dem Chef des Stabes Lutze die angetretene SA. Mit einem weithinschallenden „Heil Hitler, Stabschef!" erwiderten die Tausende der SA.-Männer den Gruß ihres Führers.
Gauleiter T e r b o v e n leitete mit kurzen Worten die Kundgebung ein. Mit bewegten Worten gab sodann Ches des Stabes Lutze seiner Freude darüber Ausdruck, an diesem Ehrentage Unter seinen alten Kampfgefährten sein zu können und erinnerte an die Zeit des gemeinsamen Kampfes im Ruhrgebiet gegen Klassenkampf und Standesdünkel, gegen Marxismus und Bolschewismus, gegen Spießertum und Reaktion. Wir haben, so erklärte er, dem Volke durch die Praxis bewiesen, daß
Nationalsozialismus und Sozialismus zwei Begriffe sind, die ohne einander gar nicht bestehen können.
„Es gibt im Staate nur einen
Trager des politischen Willens."
Dr. Ooehheis Mchi.
Auf der Kundgebung sprach auch Reichsminister Dr. G o c b b e l s. Er dankte zunächst Den alten Parteigenossen für ihre Treue zur Bewegung. Die kurze Sommerpause dieses Jahres sei nun zu Ende, und der Kampf beginne aufs neue. Gerade bei dieser ersten Großkund- gcbuug der Partei nach der politischen Sommerpause solle das Bekenntnis abgelegt werden:
Wir sind uns klar über unsere eigene Kraft, aber wir kennen auch unsere Feinde; und sie sollen davon überzeugt sein: wo sic uns entgegentreten, werden wir sie in den Staub werfen! Sie irren, wenn sic glauben, daß unsere Langmut Schwäche sei. (Stürmischer Beifall.)
Dr. Goebbels fuhr daun fort: Nach alten gewohnten Methoden hat eine gewisse Auslandspresse auch in diesem Monat wieder aus den Gesundungserscheinungen des deutschen öffentlichen Lebens eine Krise zu machen versucht. Jedesmal bemerkt das Ausland bei uns eine Krise, wenn wir in Deutschland aufräumen. Und besonders dann, wenn wir uns unterstehen, dabei auch einmal einen Juden anzufassen. Wie notwendig das war, mag mau daran erkennen, daß das Judentum es wagte, in der Reichshauptstadt offen gegen einen ihm unangenehmen Film zu protestieren.
Nicht die Auslandspreise, sondern wir regieren in
Deutschland! (Stürmischer Beifall.)
Nicht der Staat ist gefährdet, sondern die kleine Clique, die ihn zu sabotieren versucht. Wir haben uns nie in lautem Pathos zu Bewegung und Führer bekannt, sondern wir haben für Bewegung und Führer gekämpft. . Wir dulden es aber nicht, daß die Geschickten sich in die vordere Reihe drängen und die alten Kämpfer in den Hintergrund geschoben werden. Jni übrigen überschätze man diese kleinen Gruppen nicht. Wir brauchten unreinen Teil unserer Macht anzusetzen, und sic kröchen wieder wie im Februar und März 1933 in ihre Mauselöcher zurück.
Partei, Armee und Staat bilden einen harten, festen Granitblock, und man kann sich an diesem Granitblock höchstens die Zähne ausbeißen.
Was das Judenproblem anbelangt, so möchte ich in aller Öffentlichkeit fragen: Wer hat provoziert? Die Juden oder wir? Wer hat mit einer wahren Schatsgeduld über
der NSDAP, in Essen.
der katholischen Kirchen gehörte, als Tälët der Brandstiftung und einer üblen Beschmutzung der Kirche. Der n ä ch st e Fall spielte in Bocholt, Ende des Monats Juli. Dort wurden Heiligenfiguren und ein Kolping- denkmal von unbekannten Tätern beschädigt. Gefaßt wurden schließlich zwei Einwohner der Stadt Bocholt, die früher sehr stark mit dem Kommunismus sympathisiert hatten. Auch hier hatte man versucht, die Tai Angehörigen der nationalsozialistischen Bewegung zuzuschieben.
Jetzt liegt der dritte, ganz krasse Fall vor. Man verfaßte Flugblätter gegen die katholische Kirche, verteilte sie durch Angehörige einer ganz besonders frommen Sekte der katholischen Kirche und behauptete dann, die Nationalsozialisten hätten gegen die katholische Kirche gehetzt. Das deutsche Volk, das in voller Einheit den Aufbau Deutschlands betreibt und mit größtem Fleiß und ehrlichster Anstrengung die gewaltigen vaterländischen Aufgaben, welche ihm von der Regierung gestellt sind, zu erfüllen bestrebt ist, rückt auf das entschiedenste von einer solchen Methode der gemeinen politischen Hetze ab.
Wir haben uns immer mit Nachdruck für die Belange des ganzen Volkes eingesetzt, und wir werden dies auch in Zukunft so halten. Wer nicht mit uns ist, der ist gegen uns. Der Totalitätsanspruch unserer Bewegung duldet in dieser Richtung keine Kompromisse. Wir sind mehr als tolerant, ivir sind großzügig gewesen, aber wir sind nicht schwach. Wir haben dort, wo Terror war, diesen gebrochen. Wir haben dort, wo Unfrieden herrschte, Frieden geschaffen. Mit uns hat die Anständigkeit über die Unanständigkeit, die Vernunft über die Unvernunft gesiegt.
Wer es sich dennoch gestattet, aus diesen Tatsachen, die auch unsere unbelehrbaren Gegner im In- und Ausland heute nicht mehr leugnen können, falsche Schlüffe zu ziehen, muß sich nicht wundern, wenn plötzlich hart zugesaßt wird.
Chef des Stabes Lutze wandte sich scharf gegen die politisierende Geistlichkeit und betonte, daß nach dem Willen des Führers einzig und allein die nationalsozialistische Bewegung die Politik mache. Unsere Treue zu unserem Führer ist unerschütterlich, und unbändig ist unser Glaube an Deutschland
zwei Fahre diesem aufreizenden Treiben zugeschaut? Wir kennen die Juden, wir haben sic als Kommunisten, als Sozialdemokraten, als Schakale des Wirtschaftslebens kennengelernt.
Wir werden nicht müde werden, das deutsche Volk über die Gefährlichkeit dieser internationalen Raffe aufzuklären. Ehen zwischen Deutsche,! und Juden werden in Zukunft nicht mehr geduldet. (Stürmischer Beifall.)
Wir lassen es nicht zu, daß die Rassenverderbnis sich auch in den zukünftigen Geschlechtern fortsctzt.
Auf die Frage der Konfessionen eingehend, erklärte Dr. Goebbels: Die nationalsozialistische Bewegung steht und bleibt stehen auf dem Boden eines positiven C h r i st e n t u m s. Wir wünschen und verlangen aber, daß genau so, wie wir religiös positiv christlich sind, die Kirchen politisch positiv nationalsozialistisch sein müssen. Ein Lippenbekenntnis kann nicht genügen, wir wollen ein Bekenntnis der Tat. Daß in Deutschland überhaupt noch Kirchen stehen, ist der Tatsache zu verdanken, daß wir den Bolschewismus zu Boden geworfen haben. (Stürmische Zustimmung.) Wir achten jede religiöse Überzeugung. Wir dulden keine neue Inquisition. Wir eignen uns nicht dazu, wie im Mittelalter Scheiterhaufen aufzürichten.
Die Jugend zur Religiosität zu erziehen, mag Sache der Kirchen sein. Die Jugend politisch zu erziehen ist unsere Sache!
Wenn die Kirchen Sportvereine gründen, so ist es oeml dock sehr die Frage, ob diese Sporterziehung auf das Jenseits gerichtet ist. (Stürmische Heiterkeit und lebhafter Beifall.) Die Jugend gehört uns, und wir geben sie an niemand ab. Auch eine konfessionelle Presse ist überflüssig. (Stürmischer anhaltender Beifall.) Wir haben 400 Tote geopfert, um die parteipolitische Atomisierung unseres Volkes zu überwinden. Sollen wir das, was wir über die Pordcrtrcppe hinuntergefeuert haben, über die Hintertreppe wieder herauflassen.
Wir rotten jede Staatsseindschast aus, wo immer sic sich zeigen mag. Wir wollen keinen Kulturkampf. Wir haben aber den Eindruck, daß es in ehemaligen Zcntrumskreiscn gewisse Cliquen gibt, die einen Kulturkampf herbeiführen möchten.
Was soll man beispielsweise dazu sagen, wenn in Westfalen Schmähflugblätter gegen den Bischof beschlag-