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r&^ Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ÄÄ^rÄXS

aJH?vb^FVÄ Zulöa- und Haunetal-Zul-aer Kreisblatt SS X? "^^

Hauptschrrftleiter Friedrich Ehren- Z VD.A." Vll. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis-

tuu Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989. Sckrittleituna und Gâättsftelle« KönkaKrake 44 a ^ernsveecker fir 4480 hfte Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den M?antw für den Inhalt: B e r N d H e i m . Fulda. DtyrtfltettUNS uns veftyaflSfteue. nomgflraye 42 . rernspreyer ZK. 2959 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

jit. 185 12. Jahrgang Fulda, Samstag, 10. August 1935 Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Wieder 122000 weniger!

Nur noch 13[4 Millionen Arbeitslose.

Im Juli dieses Jahres hat nach den Feststellungen bct Arbeitsänlter die Zahl der Arbeitslosen weiter um 122 000 a b g e n 0 m m e n. Damit ist die Zahl der Arbeitslosen aus 1 754 000 gesunken. Innerhalb der ictitcn beiden Monate hat die Zahl der Arbeitslosen die aweimillionengrenze bereits um eine Viertelmillion unterschritten. Im vorigen Jahre war im Juli nur noch Line Abnahme um 55 000 Arbeitslose zu verzeichnen.

Bei der wesentlich größeren Abnahme im Juli des Jahres 1935 haben zu einem erheblichen Teil das Bau- newerbe und dessen Lieferindustrieu sowie wegen der durch die Witterung begünstigten Ernte die Landwirtschaft mit­gewirkt. Aber auch die konjunkturabhängigen Berufe haben mit wenigen Ausnahmen einen weiteren Rückgang ' zu verzeichnen.

Im Gegensatz zum Juli des Vorjahres waren alle Landcsarbcitsamtsbezirke an der Entlastung beteiligt.

In der Arbeitslosenversicherung und Krifenfürsorge ist eine Abnahme um 63 000 auf 904 000 Unterstützte ein­getreten, während die Wohlfahrtsunterstützungsempfänger um 35 000 auf 386 000 abgenommen haben. In den drei Uuterstützungseinrichtnngen wurden demnach insgesamt Ende Juli noch 1 290 000 arbeitslose Volksgenossen be­treut gegenüber 1 388 000 Ende Juli.

Besonders beachtlich ist, daß auch im Juli die Zahl der Notstandsarbeiter um weitere 35 000 planmäßig gesenkt werden konnte.

Es standen Ende Juli nurmehr 168 000 Notstandsarbeiter in zusätzlicher Beschäftigung. Aus einer Übersicht über die Entwicklung bei den einzelnen Berufsgruppen ergibt sich besonders die Abnahme der Arbeitslosigkeit durch die frühe Ernte. Häufig konnte der Abruf von Arbeitskräften für die Landwirtschaft nicht mehr gedeckt werden. Der Bedarf an Landhelfern ist nach wie vor erheblich. Auch die Forstwirtschaft war aufnahmefähig. Das Baugewerbe Meinen neuen Antrieb besonders durch öffentliche Bauten

Die Trauerseier für die Opfer von Taschenhos. Grohe Anteilnahme der Bevölkerung. Dr. Ley überbrachte den Abschieds- gruh des Führers.

Die schlesische Stadt Goldberg und die Umgebung vaitd am Freitag im Zeichen der Trauerfeierlich- lcitcn für die auf so tragische Weise im «"saltsteinbruch Taschen Hof um § Leben kommenen Arbei 1 skamerade n.

SS. in ihren schwarzen Uniformen hatten vor der ^iadt Aufstellung genommen, um allen lärmenden Ver- W nm Goldberg herum zu leiten. Vor dem Hotel Prinz Heinrich, wo die Trauerfeierlichkeiten stattfanden, wehten Fahnen auf Halbmast, wie überhaupt in der ganzen

Goldberg Fahne neben Fahne trauerumflort auf furchtbare Unglück hinwies. Ehrenformatio­nen der SS., SA., des Arbeitsdienstes, der Arbeitsfront, «er NSBO. und der übrigen Gliederungen der Partei 'Men vor dem Trauerlokal Aufstellung genommen.

lange vor Beginn der Feierlichkeiten fanden sich llc einzelnen Angehörigen der Toten ein, die ehrfürchtig on den bereits Anwesenden begrüßt wurden. Die Kranz- Mnden mehrten sich von Minute zu Minute. Der Saal es Lokals selbst war vollkommen schwarz verhängt, so M auch nicht ein einziger Lichtschein von draußen trotz sommerhellen Tages an den Ort der Trauer drang.

-M der Stirnwand, die gleichfalls schwarz verhängt war, Mßte das Zeichen der Arbeitsfront, flankiert von den Amtszeichen der Bewegung.

Unter einer großen Blumenfülle standen die neun

, Särge der geborgenen Toten.

steütsmass ^ü'ckmtteten befindet sich noch unter den Ge- ^urz vor Beginn der Feierstunde betraten die a y n e n a b 0 r d n u n g e n der Ehrenformationen den A,,x""saal und nahmen rechts und links von den Särgen W . "6, die außerdem von Ehrenposten der SS., SA., kior,'^i'eitsdienstes und der Deutschen Arbeitsfront flan- ben waren. Unter den Trauergästen bemerkte man auch Landeshauptmann von Mittel- und Niederschlesien so- " Regierungspräsidenten von Liegnitz; außerdem ?"ch einige der Verletzten im Saale, die ?.Wweit wiederhergestelli sind, daß sie an der Trauer- Fiii v-rinnen konnten. Alsbald nach bcni Eintreffen des h hcr Deutschen Arbeitsfront, Dr. L e v. der in Be- M UM des Gauleiters und Oberpräsidenten Josef sang^""' erschien, nahmen die Feierlichkeiten ihren An-

Dr. Ley führte u. a. aus:

ttaer Männer, die die Hoffnung ihrer Angehö- ün ihr Familien waren. Sie zogen frohgemut hinaus

Arbeit und kamen nicht wieder. Ihr aber, Ihr

und Siedlungsbauten erfahren, in manchen Bezirken aber auch durch Privatbauten. Für die Angestelltenberufe waren die Einstellungsmöglichkeiten auch für ältere lang­fristige Arbeitslose weiter im Steigen begriffen. Es herrscht rege Nachfrage nach Stenotypistinnen und ge­schultem technischem Personal.

Baldur von Schirach sprach zu der Auslandsjugend. Im Hochlandlager Lenggries der Hitler-Jugend, in dem zur Zeit die auslandsdeutschen Teilnehmer des Deutsch- landlagers weilen, sprach der Reichsjugendführer über die Sendung der Hitler-Jugend im nationalsozialistischen Staat. (Weltbild M.)

treuen Angehörigen, richtet den Blick aufwärts und nicht zu Boden. Sie sind eigentlich den schönsten Tod gestorben, den je ein Mensch sterben kann, den Heldentod bei der Arbeit im Kampf um das S chicks a l.

Dr. Ley überbrachte dann die Grüße des Führers, der ihn beauftragt habe, den Hinterbliebenen zu sagen, daß der Tod dieser Kameraden der Arbeit nicht umsonst sei.

Die Nation sei einig nicht allein in der Freude und im

Glück, sondern auch vor allem im Unglück.

L>as werde den Hinterbliebenen die Trauer leichter machen. Dr. Ley nahm sodann im Namen des gesamten Volkes Ab­schied von ben Helden der Arbeit mit dem Schwur, den Angehörigen treu zu sein.

An die gefallenen Kameraden richtete er die Nb- schiedsworte, daß auch ihr Tod neue Kraft gebe für den Kampf um Deutschland. Noch einmal grüßte Dr. Ley vor den Särgen die neun Toten und ging dann langsam zum Platz zurück. . _

.Hierauf nahm Gauleiter und Oberprapdent Jo; ep h Wagner das Wort. Er sprach Trosteswortc an die Hinterbliebenen und betonte, daß gerade er als politisch verantwortlicher Mann für ganz Schlesien feststellen könne, daß

das ganze Volk nach besten Kräften im Rahmen des menschlichen Könnens helfen werde.

Wo auch immer der Tod hart eingreife und wo immer bei denjenigen, die es angehe, der Schmerz unendlich groß sei, stehe die tiefe Überzeugung, daß das deutsche Volk in irgendeiner Form sich bemühe, diesen Schmerz zu lindern. Dann ergriff der Betriebsleiter Sturmführer Frenzel das Wort, um den Verunglückten einen warm empfundenen Nachruf zuzurufen. Dann senkten sich aus das'Geheiß des Kreisleiters Kittler die Fahnen, und das Lied vom guten Kameraden leitete über zu den Ansprachen der Geistlichen beider Konfessionen. Dr. Ley begab sich hiernach zu den Hinterbliebenen und richtete tröstende Worte an eine Anzahl schmerzgebeugter Frauen. Darauf wurden die Särge zur Überführung der Toten in ihre Heimatdörfer auf die Wagen gehoben.

In den Bergen abgestürzt.

Oberstdorf. Der 38jährige Schaffner der Nebelhorn­bahn, Josef Voetter, unternahm eine Tour auf die als sehr schwierig bekannten und wenig begangenen Seeköpfe in den Allgäuer Alpen. Auf dieser Kletterfahrt ist Voetter töd­lich abgestürzt.

Dienst am Kinde, Menst am Volke.

Von Hans Bernsee.

Ein Staat verjüngt sich ewig in seiner Jugend, deshalb muß die Sorge um die Gesund­erhaltung der Jugend unsere vornehmste und edelste Tat sein." Adolf Hitler.

Als leuchtendes Fanal steht dieses Wort des Führers über der Arbeit der NS.-Volkswohlfahrt. Dien st an der Jugend ist Dienst am Volke» dessen Zukunft durch die nachwachsenden Geschlechter be­dingt ist. Nur eine gesunde, kräftige Jugend ver­bürgt einen starken Staat. Wie aber sieht es um unsere Jugend aus? Schon bei Beginn der Lehrzeit ist ein Teil der Jugendlichen nicht voll berufsfähig. Etwa ein Fünftel unserer erwerbstätigen Jugend weist die Zeichen der Überbelastung ihrer biologischen Kräfte auf. Man­gel an Bewegung, Luft und Sonne, auf­gewachsen im Dunst und Staub der Großstadt, in engen, schlechten Lebensverhältnissen das alles wirkt zu­sammen, um die körperliche Entwicklung unserer Jungen und Mädel zu hemmen und ihre Leistungsfähigkeit zu mindern. Äußerlich sind Größe und Gewicht ungenügend, innerlich finden sich bereits Schäden an den Organ- systemen, so daß diese Minderleistungen des Körpers sich häufig zu Störungen verdichten, die eine ärztliche Be­handlung notwendig machen.

Diese Kinder sind aber keineswegs krank oder gar erblich belastet, sondern es fehlt ihnen eben nur eine ausreichende und gesunde Kost, Ruhe und Ausspannung, Spiel und Erholung in Luft und Sonne. Sie leiden unter den Folgen schädigender Umweltwirkungen.

DieMilieu-", die Ümwelttheorie war ein Stecken­pferd der hinter uns liegenden Jahrzehnte. Man glaubte, daß alle Menschen durch die wirkenden Kräfte der Um­welt, in denen sie aufwachsen, entscheidend geformt und in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung bestimmt würden. Man sprach und schrieb viel von denOpfern der Umwelt", dachte dabei aber wenig oder gar nicht an jene schädigenden Umweltwirkungen, unter denen unsere Jugend leiden mußte das hätte geheißen, diesoziale Frage" an der Wurzel anzupacken, sondern man be­schäftigte sich mit jenen asozialen Elementen, jenen ge­meingefährlichen Naturen und versuchte, sie mit unge­heurem Kostenaufwand durch Überführung in eine bessere Umwelt" zu erziehen und zu bessern.

Die schädigenden Umweltwirkungen, hervorgerufen durch die sorgenbeladenen Nachkriegsjahre mit ihrer Arbeitslosigkeit, ihrem Wohnungselend und ihren maßlos schlechten Lebensverhältnissen, dieses Erbe einer marxistischen Mißwirtschaft mit allen Mitteln und unter Aufbietung aller Kräfte zu beseitigen, ist vornehmste Pflicht und vordringlichste Aufgabe des völkischen Staates und damit jedes deutschen Menschen. Hierher gehören alle Maßnahmen, die durch das große HilfswerkMutter und Kind" ausgelöst wer­den, hierher gehört vor allem auch die K i n d e r l a n d - Verschickung der NS.-Volkswohlfahrt, die im Rahmen jenes Hilfswerkes zur Durchführung gelangt. Durch sie soll unsere Heranwachsende Jugend aus den Großstädten, aus den Notstands- und Jndustriebezirkcn körperlich ge­stärkt und damit der Gesundheitszustand der Kinder ge­hoben werden.

So steht zwar im Vordergrund der Kinderlandver­schickung der NSV. der Erholungsgedanke; aber eng mit ihm verknüpft ist wenn auch für unsere Jugend unbewußt das eindrucksvolle volkspoli­tische Erlebnis. In ihren aufnahmebereiten Herzen verankern unsere auf das Land verschickten Jungen und Mädel mit der Kraft des Jugenderlebnisses für ein ganzes Leben die Liebe zur Natur und zum deutschen Boden. Aus engen, lichtlosen Hinterhöfen des steinernen Häusermeeres kommen sie hinaus in Gottes freie Natur und erfahren, wie groß und weit und herrlich ihr Heimat­land ist. Sie pflücken das reife Obst vom Baum, das sie mim in Kisten nnd Körben verpackt in den Schaufenstern der Läden bisher gesehen haben, mit weitgeöffnetem Herzen nehmen sie das Gold des wogenden Kornfeldes in sich auf, von dem sie bis jetzt nur gehört und gelesen haben, täglich neues Erleben sind all die Wunder der Pflanzen- und Tierwelt, in die sie plötzlich mitten hinein- gestellt sind; aber vielleicht am tiefsten ist der Eindruck, den sie von der Liebe zur Scholle bekommen, von diesem Gefühl des Verbundenseins mit der Erde, was sie täglich und stündlich bei ihren Pflegeeltern beobachten und erleben.

Frei von Vorurteilen, unbeeindruckt von eingebil­deten Grenzen und konfessionellen Unterschieden kommen unsere verschickten Buben und Mädel in die neue Ge­rn e i n s ch a f t, erringen sich mit ihrer Natürlichkeit die Liebe ihrer Pflegeeltern und werden so zu Brücken­bauern zwischen Stadt und Land, zwischen Nord und Süd, zwischen West und Ost.

Hunderttausende deutscher erholungsbedürftiger Jun­gen und Mädchen sind auch in diesem Jahre wieder von unserer gastfreien, opferbereiten Landbevölkerung auf­genommen worden. Aber noch warten weitere Hundert­lausende auf den Ruf der NSV.; wird ihr sehnsüchtiger Wunsch Erfüllung finden? Werden die von unseren deutschen Bauern und Siedlern gemeldeten Freistellen aus- reichen?

Unsere Landbevölkerung weiß, daß aus den Kindern, die heute noch spielen, einst Väter und Mütter werden, auf deren Schultern das Geschick der deutschen Nation ruhen wird; sie weiß, daß, wer denKindern bient, auch seinem Volke dient.