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Zul-aer /Anzeiger

ffriAeint jeden Werktag, Wochenbeilage:Der §^taa" Bezugspreis: monatlich 1,70 NM. Lieferungsbehinderung durchHöhere Ee- bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried - â E h r e n k l a u , Fulda, Königstraße 42. «ntationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- iiâS Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- Nau Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989. Mrantw. für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg» Zulüa- und Haunetal *§u!öaer Kreisblatt

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^r. 186 12. Jahrgang

Fulda, Montag, 12. August 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Dev Führer an die alte Garde.

Rosenheim, 12. 8. Die oberbayerische Stadt Rosenheim hatte am Sonntag anläßlich des 15jährigen Bestehens bei Ortsgruppe Rosenheim der NSDAP, der Zweitältesten Ortsgruppe der Partei im Reich überhaupt, einen großen Tag, der schon am Sonnabend durch eine Reihe von Ver­anstaltungen eingeweiht worden war. Zur größten Freudk und Überraschung wurde alsbald bekannt, daß es sich der Führer nicht nehmen lassen werde, selbst an der Jubelfeier teilzunehmen. Gegen 4 Uhr traf der Führer im Hofbräu­haus ein, der Stätte, an der er selbst in den schwersten Kampfjahren der Bewegung wiederholt gesprochen und seinem Glauben an den Sieg der Bewegung Ausdruck ge- geöei! hatte. Mit rauschendem Jubel wurde der Führer, in dessen Begleitung sich Obergruppenführer Brückner und Reichspressechef Dr. Dietrich sowie der Gauleiter des Traditionsgaues München-Oberbayern befanden, begrüßt, während die Musik den Badenweiler Marsch spielte.

Der Führer begrüßte mit Handschlag persönlich jeden einzelnen der alten Rosenheimer Kämpfer.

5it einer Festansprache umriß Gauleiter Staatsministei Adolf Wagner den Kampf der Bewegung in der Ver­gangenheit und gab die Kampfziele der Gegenwart be­kannt, wobei er sich namentlich gegen den politischen Katholizismus wandte und ferner zur Iudenfrage be­tonte, daß die Bewegung es nicht nötig habe, diese Frage etwa mit Brachialgewalt zu lösen. Seine Rede klang aus in ein hinreißendes Bekanntnis zum Führer.

In den Straßen, und vor allem am Max-Ioseph-Platz, wo nicht nur alle Fenster, sondern auch die Dächer der Häuser besetzt waren, hatten sich viele Tausende in Er-« Wartung des Führers angesammelt. Als der Führer aus der Tribüne sichtbar wurde, ging eine Welle des Jubels über den festlichen Platz hinweg. Sofort ergriff der Führer zu einer längeren Rede das Wort, in der er immer wieder von der stürmischen Zustimmung der Massen unterbrochen wurde. Der Führer rief die Erinnerung wach an die Zeit, da er vor 15 Jahren zum ersten Male in dieser Stadt sprach. 15 Jahre, die heute deutsche Geschichte geworden sind in höchstem und deutschstem Sinne des Wortes, erfüllt von einem Kampf, wie er wundersamer um das Herz und die Seele des deutschen Volkes nie geführt worden ist. Das Schicksal dieser Ortsgruppe müsse für uns alle eine Lehre sein. Nichts habe das Schicksal der alten Garde auch in diejer Stadt damals geschenkt. Eine kleine Schar gegen die Uebermacht der Zweifler und Spötter!Damals stand einer gegen zehn, und wir sind in diesem Kampf nicht müde geworden, bis der Erfolg errungen war." Heute stehen neun des gesamten deutschen Volkes gegen einen der kleinen Zweifler. Wenn wir damals nicht kapituliert haben, dann werden wir es heute sicherlich nicht tun.

,,8m Kampf haben wir einst das Deutsche Reich erobert, und im Kampf werden wir es erhalten und bewahren. Die Wen uns stehen, sollen sich nicht in uns täuschen! Den haben wir noch nie gescheut, früher nicht und heute Wenn sie ihn wollen, dann können sie ihn haben! «>r werden sie niederschmettern, daß ihnen für die nächsten 14 Jahre Gedanken an eine Fortsetzung dieses Dampfes vergehen werden!"

plastischer Weise stellte der Führer gegenüber, was Wre Gegner in 15 Jahren verwirtschaftet haben dem, ^s der Nationalsozialismus in zweieinhalb Jahren seiner ^^lchaft, im deutschen Volke aufgebaut hat, und diesen uustmu schütze nicht mehr eine feige bürgerliche Webt, .^ fanatisches, mannbares, junges deutsches Volk. ' vier stürmischer Zustimmung rief der Führer aus:

darf ich denen, die glauben, daß s i e allein den des Himmels gepachtet haben, wohl sagen: Vor 15 -^e ich nichts als meinen Glauben und Willen. M ve Bewegung die Bewegung Deutschlands, heute k Bewegung die deutsche Ration erobert und ge- s Reich. Wäre das möglich gewesen, ohne den I!,.?z^ des Allmächtigen? Oder wollen etwa die, die da- chchland ruinierten, behaupten, daß sie den Se- k. ^® gehabt hätten? Was wir sind, sind wir nicht '°"dern m i t dem Willen der Vorsehung geworden, w lange wir treu, ehrlich und kampfmutig sind, an unser großes Werk glauben und nicht kapitulieren, wer- weiterhin den Segen der Vorsehung haben d^ daß diese Tugenden gewahrt bleiben, ist ml eu Gm'de die Junge Garde Gewähr!" Wenn die- die Deutschland in 15 Fahren ruiniert haben leid»»^ Einblick auf die nationalsozialistischen Aufbau- (iJS" glaubten, wieder Morgenluft zu wittern, dann Ä " ihnen:Das könnte ihnen so passen, jetzt $ lieber etwas zu verwirtschaften gibt!"

in rief die schweren Prüfungen der Bewegunc Xin h Jc5^n 15 Jahren wieder ins Gedächtnis zurück: prüfen hcw .""? auch in Zukunft das Schicksal wieder seh, sa sollen uns solche Hammerschläge der Vor- daS hif^Ur "ii recht hart und fest machen!"Und aucf uns die Jahre seit 1918 gelehrt:

^ine ^â^. B?lf, das nicht bereit ist, seine Freiheit uni zu >>»s N^igkeit in feinen eigenen Schutz und Schien Deutel'! - .Biemand wird bezweifeln wollen, das in de/ vtt < seit zweieinhalb Fahren eine andere Stellung t&iüt : Eelt entnimmt als vorher. Es gibt kein soziale«

"^em Staat, dessen Volksgenossen untertan sink

Ein Ehrentag für Rosenheim.

einem fremden Willen! Ich bin der Ueberzeugung, das niemand in der Weit unser Reich mehr angreifen kann Wir wollen den Frieden, wollen aufbauen, überall gibt es bei uns Arbeit, Arbeit und wieder Arbeit. So wie wir den Frieden wünschen, so sollten auch die anderen Völker den Frieden wollen. Wer diesen unseren Frieden stören will, der stößt aber nicht mehr auf ein Volk von Pazifisten, sondern auf ein Volk von Männern! Schon die Tatsache, daß dem so ist, wird mehr zum Frieden bei­tragen, als alles reden."

Der Führer umriß dann in großen Zügen den Weg des Nationalsozialismus in die Zukunft. Das Ziel sei, das einheitliche Bild unseres Volkes immer mehr zu ver­tiefen bis zur völligen inneren Geschlossenheit.Wenn wir den heiligen Willen besitzen, unser Volk für diese Einheit zu erziehen, dann wird nach Jahrzehnten unent­wegter Arbeit der Nationalsozialismus als Weltanschau­ung das große allgemein verbindende Erlebnis in unserem Volke sein.

Dann wird ein Volk dastehen, das zutiefst innerst erfüllt ist von seiner gemeinsamen Aufgabe und Sendung. Daran glaube ich so unerschütterlich, für die Zukunft wie vor 15

Bor der Pariser Dreimächlekonferenz.

Wenig Aussichten für eine Einigung in der Abessinienfrage.

Wenn in dieser Woche in Paris die Dreimächte konferenz beginnen wird, so ist kaum damit zu rechnen, daß diese Konferenz über die Abcssinienfrage reibungslos verlaufen wird. Baron Aloisi wird amh dieses Mal wieder an der Spitze der italienischen Abord­nung stehen. Wie aus Rom verlautet, verspricht man sich aus italienischer Seite von der Konferenz keinen großen Nutzen.

Der englische Minister für Völkerbundsangelegen­heiten Eden soll, wie aus London gemeldet wird, den Vorschlag einer endgültigen Regelung der Abessinienfrage nach Paris mitbringen. Die englische ZeitungM o r - n i n g Post" meint, in Frankreich und Italien sei leider der Glaube weit verbreitet, daß die Hauptsorge Groß­britanniens nicht so sehr dem Völkerbund als den Inter­essen des britischen Reiches gelte. Das mache die Lage noch verwickelter. Ja, in politischen Kreisen Italiens sei angedeutet worden, daß Italien sich das Wohlwollen Großbritanniens sofort wieder zuwenden könne, wenn es eine ausdrückliche Verpflichtung eingehe, die britischen Interessen im Gebiete des Tanasees zu achten. Wie dem­gegenüber festgestellt werden müsse, sei in maßgeben­den Kreisen Englands noch bis vor kurzem der Standpunkt vertreten worden, daß die Haltung Groß­britanniens in dieser Frage nur durch grundsätzliche Er­wägungen bestimmt werde. Später indessen sei angedeutet worden, daß

eine Besetzung Abessiniens durch Italien eine Be­drohung der Stellung Großbritanniens in Ägypten bedeuten würde.

Es dürfte daher zwischen Eden und Baron Aloisi ge­legentlich sehr deutlich gesprochen werden, während dem französischen Außenminister Laval die schwierige Aufgabe der Aussöhnung zusallen werde.

Eine Vereinbarung werde n i ch t e r l e i ch t e r t durch die Nachricht, daß der K a i s e r v o n A b e s s i n i e n eine neue Auslandskonzession gewährt habe. Ein schweize­risches Konsortium habe Erlaubnis erhalten, eine Straße zwischen Addis Abeba und dem Sudan zu bauen. Diese Straße würde die Reise nach der Nordgrenze, die

Deutsche Ehrung für eingeborene Träger der Aanga-parbat-Expedition.

Treueauszeichnung durch den Führer.

In selbstloser, hilfsreicher und oftmals gefahrvoller Kameradschaft haben englische und deutsche Bergsteiger seit der ersten deutschen H i m a l a j a e x p e d i t i o n im Jahre 1929 um die höchsten Gipfel der Erde gerungen. Dabei haben auch die einheimischen Träger, die Untertanen des Britischen Weltreiches sind, den Deutschen treue und unschätzbare Dienste geleistet und mehr als einmal ihr Leben für die deutschen Bergsteiger und deren Ziele eingesetzt. Vor allem bei der schweren Katastrophe, die die letzte deutsche Nanga-Parbat-Expedi­tion im Jahre 1934 erlitt, haben treue Träger aus dem Stamme der Scherpa bis zuletzt bei ihren Herren aus- gehalten, und sechs dieser treuen Hochträger haben dabei ihr Leben gelassen.

Der Führer und Reichskanzler hat in Würdigung dieser übermenschlichen Leistungen veranlaßt, den in den Hochlagern am Nanga Parbat auf das äußerste erprobten Trägern Angtsering, Kikuli, Kitar, Pasang und Da Tundu, die als letzte zurückkehrt sind, das Ehren­zeichen des Deutschen Roten Kreuzes zu

Jahren an Die heutige Zeit! Damals habe ich Diese Fahne geschaffen und gesagt, daß sie einmal über ganz Deutsch­land flattern wird. 15 Jahre sind vorbei und über Deutsch­land wehen heute unsere Fahnen! And heute prophezeie ich weiter, in 500 Jahren wird diese Fahne das Herzblatt der deutschen Nation geworden sein!"

Der Führer schloß:Sie in Rosenheim sind die zweite große Ortsgruppe der Partei, der zweite Stützpunkt einer Idee, die das deutsche Volk immer tragen und halten wird. Stehen Sie immer zu Ihrer Fahne, nicht nur in guten Tagen, sondern erst recht in schlechten. Halten Sie die Fahne besonders fest, wenn der Sturm peitscht und Wol­ken am Firmament drohen. Den Blick nach vorn gerichtet, nehmen Sie die Fahne in die Hand. So wie Sie 15 Jahre mit dieser Fahne marschierten, marschieren Sie weiter hinein in die deutsche Zukunft!"

Tief bewegt und im Innersten ergriffen von den Worten des Führers stimmten die Massen das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied an.

Anschließend begab sich der Führer in das Flötzinger Löchl und unterhielt sich angeregt mit den alten Parteige­nossen der Ortsgruppe Rosenheim.

jetzt Wochen beanspruche, auf einige Tage verkürzen, uns dies dürste der Entwicklung des Handels zwischen Abessinien und dem Sudan sehr zugute kommen.

Weitere italienische Truppentransporte nach Sstafrika

Die italienischen TransportdampferCelio Pollenzo" undLaguna" sind von Tripolis mit mehreren Schwadronen Spahis und einer Abteilung Askaris nach Ostafrika in See gegangen. Nach einem neuen amt­lichen Erlaß der italienischen Regierung sind nun auch alle italienischen Fliegerleutnants der Jahrgänge 1909 und 1910, die als Ingenieure ausgebildet worden sind, zu den Waffen gerufen worden. Von Italien aus sind ferner neue Soldaten- und Arbeiter­transporte nach Ostafrika abgegangen.

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Der Völkerbund bleibt Abessiniens Hoffnung.

Der abessinische Gesandte in Paris ge­währte dem Vertreter des Pariser BlattesExzelsio r" eine Unterredung, in der er unter anderem ausführte, daß der Völkerbund Abessiniens Hoffnung bleibe. Als das Land 1923 in den Völkerbund eingetreten sei, habe man damit zum Ausdruck bringen wollen, daß man nun endgültig den Weg des Fortschritts beschreiten wolle. Das einzige wirksame Mittel, um einen Krieg zu verhindern, sei, Abessinien zu gestatten, sich zu bewaffnen. Das Land wolle keinen Krieg, aber man könne den Frieden nur aufrechterhalten, wenn Italien wisse, daß Abessinien sich verteidigen könne.

Wie die englische ZeitungT i m e s" aus Addis Abeba meldet, ist der erste abessinische Konsul für Japan zusammen mit einer abessinischen Wirt­schaftsabordnung nach dem Fernen Osten abgereist. Es ist zwar in Addis Abeba abgestritten worden, daß diese Entsendung mit W a f f e n k ä u f e n in Verbindung stehe, doch sei festzustellen, daß für den Kriegsfall bereits ent­sprechende Abmachungen getroffen seien, für die diese Ab­ordnung von größter Wichtigkeit sein werde.

verleihen. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat außerdem all den Hochträgern, die sich auf der Expedition ausgezeichnet haben, eine Gedenk- m ü n z e verliehen, deren Entwurf von dem Berliner Künstler Jürgen Klein stammt. Das deutsche General­konsulat in Kalkutta wird den Trägern die Auszeichnung in Indien verleihen.

Kurze Nachrichten.

Berlin. Die Gesamtzahl der Rundfunkteil­nehmer im Deutschen Reich betrug am 1. August 1935 6 516 732 gegenüber 6 589 454 am 1. Juli. Mithin ist im Laufe des Monats Juli eine Abnahme von 72 722 Teilnehmern eingetreten.

Dortmund. Wie mitgeteilt wird, hat der Reichs- obmann des Reichsnährstandes, Staatsrat Meinberg, die Schirmherrschaft über die W e st f a l e n - schau der Landesbauernschaft Westfalen übernommen, die in bet Zeit vom 30. Ernting (8.) bis 8. Scheiding (9.) in sämtlichen Räumen der Westfalenhalle und auf dem anschließenden Freigelände in Dortmund stattfinden wird.