(friAcint jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der rnn rtna“ J Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. S L^eferungsbehinderung durch „Höhere Ee- Et" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried- Ehrenklau. Fulda, Königstraße 42. »Natationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- W Hauptschriftleiter Friedrich Eh
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Leraniw. für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt
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Nr. 187 — 12. Jahrgang
Fulda, Dienstag, 13. August 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Eineinhalb Stunden Zeitersparnis zwischen Frankfnrt/Main und Berlin
Die Probefahrt des „Fliegenden Frankfurters"
Als neuester von den Blitzzügen der Deutschen Reichsbahn wurde der Schnelltriebwagen Frankfurt a. M.— Berlin am Montag mit einer Probefahrt mit geladenen Gästen in Betrieb genommen. Der „Fliegende Frankfurter" wird ab 15. August fahrplanmäßig verkehren. Zu der „Generalprobe" war der Frankfurter Hauptbahnhof festlich geschmückt worden.
Der neue, aus zwei Zugeinheiten bestehende Schnell- triebwagen trat am Montag früh 6.40 Uhr seine erste Probefahrt nach Berlin an, wo er um 11.46 Uhr eintraf. Auf Einladung der Deutschen Reichsbahnhauptverwaltung nahmen an dieser Fahrt Vertreter der deutschen und ausländischen Presse teil. In dem hügeligen und kurvenreichen Gelände zwischen Frankfurt am Main und Erfurt mußte der Wagen noch mit verhaltener Kraft bis zu 130 Kilometer fahren.
Erst hinter Erfurt konnte er die Geschwindigkeit auf 160 Kilometer und kurz hinter Bitterfeld vorübergehend sogar auf 170 Kilometer steigern. Im Zug selbst wird diese ungeheure Schnelligkeit kaum wahrgenommen.
Um so mehr aber wirkt sie auf diejenigen, die den Zug an sich vorüberfahren lassen. 160 Kilometer Stundengeschwindigkeit bedeutet, daß der 4 4 Meter lange Zug in genau einer Sekunde an dem Beobachter vorbeirast. Für die Sicherung der Strecke sind selbstverständlich besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig geworden, unter anderem mußten die Signalvorschriften geändert werden. Neben der üblichen Luftdruckbremse besitzt der Zug eine Magnetschienenbremse, die mit einer Kraft von 10 000 Kilogramm wirkt.
Die Inneneinrichtung des Zuges, der für 77 Fahr- staste Platz bietet, hat gegenüber den bisherigen Schnelltriebwagen noch einige Verbesserungen erfahren.
Abessinien zur Gebietsabtretung bereit.
Ein Vorschlag des Kaisers Haile Selassie
en als Zugang zum
In einer Unterredung mit dem Sonderberichterstatter des französischen Nachrichtenbüros „H a v a s" in Addis tibcba, hat der Negus seine Bereitwilligkeit aus- stedrückt, in eine Gebietsabtretung einzu -
l l i gen, wenn Abessinien zur Förderung seines wirt- laMsilichen Ausbaues ein Has •wett bewilligt werde.
Kaiser Haile Selassie erklärte zunächst, daß an der Unabhängigkeit Abessiniens nicht gerüttelt worden dürfe, und fuhr dann fort: „Meine Regierung hat immer -uleihen zur Entwicklung des Landes und Be- Weunigung des zivilisatorischen Werkes gewünscht. Ms der Mittel, das zur Wirtschaftsförderung «desslniens beitragen könnte, wäre die Gewinnung eines --Wité. Wenn wir diese beiden Bestrebungen verwirken könnten, würden wir gegen die Abtretung eines geiles der Provinz Ogaden nichts einzuwenden haben, ^egen Vorteile finanzieller und wirtschaftlicher Art, wie Mung einer Anleihe und Abtretung eines Hafens, n sie zum Zwecke des Friedens bereits vor- «Wagen hatte, könnten wir die Abtretung eines Gebietes ins Auge fassen."
»M md Louden zu dem Angebot des Aegirs. -Das neue Angebot des Negus, den von aaer England geäußerten Wünschen entgegenzu- KWtrb in französischen politischen jen mehr oder weniger skeptisch beurteilt. In wird größte Zurückhaltung beobachtet, um so s 2 a ü a 1 zur Zeit nicht anwesend ist, und weil vorn^^ Fühlungnahme zwischen Eden und Laval nicht JJ wrü. Eden trifft am Dienstag in Paris ein. aus «n Mnzösische Nachrichtenagentur meldet hingegen bä« , n - daß man in dortigen politischen Kreisen widi,i^eboi des Negus für außerordentlich am 19 Mchw. Man halte es für eine Rückkehr zu dem Don un! Mussolini gemachten Vorschlag, der jedoch her damals zurückgewiesen wurde. Eine Regelung aus Fragen werde in London als durch- mogilch bezeichnet.
^Aâns Stifts geliert m ^ Mkâud
längere Selassie hielt vor dem Kronrat eine bau des w der er einleitend über den inneren Auf- ^bessinj^n Maates sprach und betonte, daß das heutige ^dessinien eigener Arbeit unb Kraft entstanden sei. Völker. die gleiche Lebensberechtigung wie andere I t a^e »âiser schilderte chronologisch den Streit mit des Schiedâ^r unterstrich, daß die Schwierigkeiten deu Bö<Erfahrens und der Behandlung durch 1 e r b u n b, insbesondere im Hinblick auf den
Die Fahrtdauer zwischen Frankfurt am Main und Berlin ist gegenüber den günstigsten FD-Zügen noch um etwa ein Fünftel verbessert worden. Während die D-Züge für die Strecke bisher rund acht Stunden, der beste FD-Zug sechs Stunden 22 Minuten gebrauchte, benötigt der FDt. nur fünf Stunden sechs Minuten. Die Rückfahrt von Berlin erfolgt abends 18,24 Uhr, die Ankunft in Frankfurt a. M. um 23.29 Uhr. Der Fahrpreis ist der gleiche wie im FD-Zug zweiter Klasse.
Der nächste Schnelltriebwagen wird in Kürze auf der StreckeFrankfurtamMain—N ürn = berg eingesetzt. Im Winterfahrplan folgt dann die wichtige Strecke M ü n ch e n—B e r l i n, die eine Schnellverbindung zwischen der Hauptstadt der Bewegung und der Hauptstadt des Reiches schafft.
Acht Tsie bei ILugzeuHahstürZen.
Ein französisches Verkehrsflugzeug, das an einem Rundflug mehrerer Sportflugzeuge von dem Flugplatz T o u s s u s - l e - R o b l e bei Paris aus teilnehmen wollte, stürzte kurz nach dem Start wieder ab, als der Pilot in 330 Meter Höhe eine Kurve ausführen wollte. Die Maschine verlor an Schnelligkeit und fiel senkrecht zu Boden; sie ging sofort in Flammen auf, so daß der Besitzer und zwei seiner Freunde, die A mitgenommen hatte, verbrannten, ehe Hilfe zur Stelle war.
In Worthington Minnesota) stürzte ein Verkehrsflugzeug mit 5 Insassen ab. Der Pilot und die vier Passagiere verbrannten.
Zwischenfall von Ual-Ual, erheblich größer geworden seien. Trotzdem dürfe auch heute die Hoffnung nicht aufgegeben werden, daß bis zum 4. September eine friedliche Regelung gefunden wird. Ferner sei auch mit einem Erfolg der Verhandlungen in Paris zu rechnen.
Der Kaiser fuhr dann fort: Wir setzen Vertrauen in die Mitgliederstaaten des Völkerbundes, ob sie groß oder klein sind. Es ist an ihnen, in jetziger Stunde einen Beitrag für die Gerechtigkeit und Wahrheit zu liefern. Nach dem Weltkrieg begann der Aufbau des Friedens. Jetzt droht ein Krieg, dessen Folgen vielleicht die ganze Welt spüren wird. Darum bitten wir Gott, daß die Nationen Mittel finden,' den Krieg zu verhindern.
Vom Völkerbund erwarte Abessinien Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.
Englisch-italienische Vereinbarungen von 1925.
Paris, 13. August. eine ausländische Zeitung hatte Acontag morgen vom Bestehen eines Geheimvertrages gesprochen, der 1925 zwischen England und Italien abgeschlossen sei und Abessinien betreffen sollte. In gutunter- richteten Pariser Kreisen wird dazu bemerkt, daß es sich nicht um einen Vertrag, sondern um den Austausch von Briefen handele, der im Dezember 1925 zwischen der britischen und der italienischen Regierung vorgenommen wurde i Die in Frage stehenden Dokumente seien auch nicht ge- cheim, sondern sie seien 1926 in den britischen Parlaments- berichten veröffentlicht worden. In den Briefen hat Italien sich eine Vergrößerung seiner wirtschaftlichen Einfluß- zone in Abessinien über den Vertrag von 1906 hinaus anerkennen lassen. England hingegen bekam Zusicherungen über seine Interessen im Bezirk des Tanasees und hinsichtlich des Blauen Nils, der den ägyptischen Sudan bewässert.
Die französische Regierung, so wird in dieser Angelegenheit bemerkt, hat seinerzeit in London und Rom Erklärungen gefordert. Die Antworten, die die Tragweite der Absprache begrenzten, hätten die französische Regierung befriedigt. Die abessinische Regierung habe ihrerseits Protest erhoben, den sie auch in Genf vorgebracht, aber dann nicht weiter verfolgt habe.
Besteht Italien auf einer kriegerischen Lösung?
Eine bemerkenswerte Unterredung.
Paris, 13. Aug. (Funkmeldung.) Eine hochstehende italienische Persönlichkeit gab dem römischen Berichterstatter des „Jour" einige Erklärungen über die Einstellung Italiens zum itaLienifchLaLeftinilchsn Streitfall ab. Lu-f der augenblicklichen Sage noch gerecht werde, erwiderte
die Frage des Berichterstatters, ob der Vertrag von 1906 der Italienische Politiker: „Gegenüber Abessinien nicht, deshalb lenke Italien auch die Aufmerksamkeit der anderen Unterzeichner dieses Vertrages auf die Notwendigkeit einer Abänderung. Wenn Italien sich hinsichtlich dieser Forderung bisher größte Zurückhaltung auferlegt habe, so nur deshalb, weil es nicht im voraus eine unnachgiebige Haltung einnehmen wolle.
Auf den Einwurf des Berichterstatters ob dann ein Krieg noch vermieden werden könne, erwiderte die italienische Persönlichkeit: „Selbstverständlich! Das Wort „Krieg" könne überhaupt für europäische Verhältnisse nicht angewandt werden. Wenn man nach zwei oder drei Zusammenkünften im September mit einem Abkommen nach Genf gehe, das für alle und auch für den Völkerbund einen Erfolg darstelle, so werde es sich dann nur noch um eine „koloniale Operation" handeln, oder um eine „Polizeimaßnahm e", also etwas, was sich England Vorbehalten habe, als es dem Kelloggpakt seine Zustimmung gegeben haben. Für Abessinien würde eine solche Maßnahme allerdings militärischen Charakter behaltens!). Denn die Z»vilisierung dieses Volkes lasse sich anders nicht durchführen.
England habe einen großen Einfluß in Addis Abeba und könnte den Kaiser von der Notwendigkeit überzeugen, sich abzufinden. Auf die Frage des Berichterstatters, ob denn England bereit sei, so weit zu gehen, lautet die Antwort: das ist das große Geheimnis der Pariser Konferenz.
Die Deutsche Ostmesse.
Die 23. Deutsche Ostmesse, die vom 18. bis 21. August in Königsberg (Pr.) stattfindet, verdient als Mittlerin zwischen der westdeutschen Industrie und dem Käuser im ostdeutschen und osteuropäischen Raum wegen ihrer außerordentlich großen wirtschaftspolitischen Bedeutung für den Oste, «rötzte Beachtung.
PP£). In den Zeiten schwersten Niedergangs der deutschen Wirtschaft, als die Folgeerscheinungen des Weltkrieges sich in allen Gebieten des Lebens in einer allgemeinen Verwirrung äußerten, entstand in Königs- b e r g — bet alten Ordensstadt — eine neue Institution, die es sich zur Aufgabe setzte, den Neubau des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens des Ostens tatkräftig mit- zugestalten: die Deutsche O st m e s s e.
Gerade der Osten war ja bürd) die neue Grenzziehung besonders hart getroffen. Die alten Handelsbeziehungen zum Auslande. Wie and) zum eigenen Lande waren schlagartig abgeschnittc.'. Das engmaschige Netz der deutschen Handelsvertretungen, das äch ehemals über den deutschen Ostraum ausbreitere, war zerrissen und hätte nur in jahrelanger Arbeit wieder aufgebaut werden können. Hinzu k a in, daß die Kaufkraft des Ostens, die nicht unbeträchtlich war und die auch heute noch vielfach unterschätzt wird, nicht durch wenige Großhändler, vielmehr durch eine Vielzahl kleiner Einkäufer vertreten wurde, denen es uicht möglich war, die Leipziger Mustermesse zu besuchen. Aus diesen Problemen heraus erwuchs die Aufgabe der Deutschen Ostmesse. Sie mußte einerseits die Funktionen eines zenrralen 0 st d e u t s ch.e n Ma r k-
Michsminister Seldte beim Führer.
Der Führer und Reichskanzler empfing am Montag, wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, den Bundesführer des „Stahlhelm", Reichsminister S e l d t e, zu einer Besprechung über die Zukunft des „Stahlhelm".
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Der Nationalsozialistische Front- kämpferbund (Stahlhelm), Ortsgruppe Gronau, ist auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 14 des Polizer- verwaltungsgesetzes für das Gebiet der Stadt Gronau mit sofortiger Wirkung wegen staatsfeindlicher Betätigung aufgelöst worden.
t e s »vernehmen, der sich tm einzelnen den Bedürfnissen dieses Wirtschaftsgebietes anzupassen hatte, sie mußte aber andererseits versuchen, die durch den Weltkrieg abgerissenen Handelsbeziehungen der deutschen Exportwirl- schaft zum osteuropäischen Raum wieder neu anzuknüpfen. Schon wegen seiner außerordentlich günstigen geographischen Lage fiel Königsberg diese Mittlerstellung zwischen der deutschen Wirtschaft und dem Osten zu, und so entstand hier eine neue Warenmustermesse, die ein abgerundetes Bild in allen Wirtschaftszweigen bietet, die den Osten interessieren. .
Vom Beginn der ersten Veranstaltung an, die imJahre 1920 noch auf einem provisorischen Gelände abgehalten wurde, ist die Deutsche Ostmesse ein voller Erfolg gewesen. Sie hat sich selbst im Laufe der Depression, als fast alle übrigen deutschen Messen zugrunde gingen, als eine der krisenfestesten Mnstermcssen erwiesen. Seit der Machtübernahmc durch deu Nationalsozialismus har sie einen ungeahnten Aufschwung erlebt, der wohl am deutlichsten aus den wenigen folgenden Zahlen bcrDorgcbt:
Jahr:
Aussteller:
Besucher:
1929
1550
63 000
1930
1573
65 000
1931
1650
68 000
1932
1681
74 000
1933
1836
96 400
1934
1947
122000