Zul-aer Anzeiger
, jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der u < Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm
rÄS Bezugspreis, monatlich 1,70 RM. ^Ä^èNLÄÜ jUt âW^^ IMlU L/^^ès9Vè^E^ breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im
Lleferungsbehinderung durch „Höhere Ge- Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung
malt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fr r e d- ^ << . roirb Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon-
r'ch Ehrenklau âuida^ ^ X^Iöü- UtW ßOUtlCUU * jUlOGCr KCCISMÖU kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. -
sRotatiouebrurf- ö V 7 V „D.A." VH. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis-
^ ^ ^auptlch 6. . fiArfM»:*..««. «mA A^ftaft»fU» SXtthft»««» M A MM liste Nummer 3 gültig. — Verantwortlich für den
Schrrstleitung und Seghastsstelle. KoNlgstraße 42 Fernsprecher Nr. 2484 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
Hau Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989 - ^rantw für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.
Nr. 189 — 12. Jahrgang
Fulda, Donnerstag, 15. August 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Die Dammbruchkatastrophe von Svada
600 Tote geborgen - Hunderte von Häusern zerstört - Reisernte vernichtet.
ne», furchtbaren Dammbruchunglück von Ovada /Provinz Alessandria in Italien) war ein starkes Gewitter Munden mit Wolkenbrüchen und Sturm vorangegangen 2 das die Flüsse Orba und Stura und der unweit
Ovada gelegene See Orbicella ungewöhnlich an kâollcn Dieses Unwetter hatte bald darauf den Dmmn- S .ur Folge. Die Fluten überschwemmten die ganze va idschatt und zerstörten eine große Uferstraße auf einer
Das Katastrophcngebiet in Oberitalien,
wo die Gewalt der Fluten des überschwemmten Orbicella- sees einen Staudamm durchbrach und mehrere Dörfer und Städtchen vernichtete. (Scherl Bildarchiv — M.)
Die Aufmarschzahlen von Nürnberg.
Wehrmacht im Zeltlager —
Die „Fränkische Tageszeitung" bringt auf Grund von Angaben der Aufmarschleitungen der einzelnen Gliederungen Ziffern vom diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg. Danach wird die Wehrmacht (Heer, Marine und Luftwaffe) mit 13 000 Männern in 27 Sönderzügen nach Nürnberg kommen. Die Truppen beziehen Biwak im Lager der Wehrmacht an der Gustav- Adols-Höhe bei Gebersdorf. 3000 Mann der Luftwaffe Wen zu Fuß in Nürnberg ein. Das Lager selbst wird l$on am 20. August von einem Pionierbataillon in der Ställe von 500 Mann bezogen.
Das Merkmal des Zeltlagers der Wehrmacht ist das Fahnenzell, in dem am 9. September, wenn die Truppen das Lager beziehen, 130 Fahnen und Standarten der alten Armee untergebracht werden.
Aor dem Fahnenzell werden Doppelposten stehen. Im -ager werden auch 800 Pferde untergebracht. Über 1000 Kraftfahrzeuge werden an verschiedenen Parkplätzen abgestellt.
Am Reichsparteitag nehmen weiter 150 000 P oli - ^tch e Leiter aus allen Gauen Deutschlands teil, die
Letzte Warnung an Staatsfeinde
Mihm« katholischer ZmgmSnnerorreini
Ausschreitungen in vier Württembergischen Kreisen.
Stuttgart, 15. August.
zuständiger Seite wird mitgeteilt:
Die Ueberqrisfr und Ausschreitungen von Angehöriger " katholischen Jugendverbände haben in den letzter Zechen ein Ausmaß angenommen, das po!»ze.l»H “•ehr geduldet werden kann. Mit anderen Verfehlungcr waren besonders schwerwiegend die hinterlistigen Aebrr- kallr in Ebingen, wo Angehörige des Jungvolkes plam .angegriffen wurden, ferner in Herbertshofen, Wi * ” Meter Ans-Höriger eines katholischen Jugendver- »weg«n seines Austritts niedergeschlagen wurde, uni St„Vbausen, wo ebenfalls Angehörige der deutsche» MMend blutig gest'lagen wurden. r .
„L^ AufrechZercheuuNg der öffentlichen Ruhe, Sicherh-i Ordnung wurden daher auf Grund des §1 der Ver- iinh ^ Reichspräsidenten zum Schutze von Bob die katholischen Iungmännervereine in bet Aalinqen, Ehingen, Heilbronn und Neckarjuln ä^urttembergischen 'politischen Landespolizeiamt auf. ein- ^ verboten. Das Vermögen der genannten Ver. M beschlagnahmt. Die beteiligten Kreise möget Auflösung in diesen vier Bezirken als letzt/ "Nung dienen lasten.
Länge von über 20 Meter vollständig. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine große Panik, als die Wassermassen begannen, zahlreiche Häuserzuzer stören und Vieh und Menschen w e g z u s ch w e m m e n.
Nach polizeilichen Meldungen hat die oberitalienische Überschwemmungskatastrophe 6 0 0 Todesopfer gefordert, die bereits geborgen werden konnten. Man muß aber annehmen, daß sich die Zahl der Todesopfer bis zu 1 0 0 0 steigert. In dem Dorfe Molare allein wurden 150 Personen von den Fluten fortgeschwemmt und ertranken. Die gesamte Reis ernte ist in den Überschwemmungsgebieten vernichtet. Überall wurden die Brücken zerstört. Vielfach wurden auch Spinnereien verwüstet. Die Verbindungen zwischen dem Überschwemmungsgebiet und Genua sind unterbrochen.
*
Das Beileid des Führers.
Der Führer und Reichskanzler hat den deutschen Botschafter in Rom beauftragt, der Kgl. Italienischen Regierung seine und der Reichsregierung aufrichtige Anteilnahme anläßlich der Dammbruchkatastrophe in Ovada anszusprechen.
*
Nach den schweren Unwettern, die in v i e l e n Pro- vi n z e n Frankreichs, besonders im Süden und Westen große Schäden angerichtet haben, ist die Gegend von Bordeaux von einem Wirbelsturm he im- gesucht worden. Der Bahnhof und vor allem Telephon- und Elektrizitätsfernleitungen sind in Mitleidenschaft gezogen worden. So ist die Gegend von Beautiran- Castres von allen Verbindungen abgeschnitten. Die Eisenbahnlinie Bordeaux-Toulouse wurde durch umgestürzte Telegraphenpfähle und entwurzelte Bäume gesperrt. Personen- und Güterzüge mußten in den Bahnhöfen bleiben oder auf offener Strecke halten. In den Überresten einer durch Blitzschlag cingeäscherten Scheune fand man die völlig verkohlte Leiche eines Landarbeiters. In Mariae (Tarn) wurde ein siebenjähriger Knabe bei dem letzten Gewitter vom Blitz getroffen und getötet.
SS. übernimmt Absperrung
in über 50 Sonderzügen anrollen Am 10. September kommen 2500 Politische Leiter Sachsens zu Fuß in Nürnberg an. Der Fackelzug der Politischen Leiter wird eine Stärke von 10 000 Mann haben.
Zum erstenmal vor die Öffentlichkeit treten im Rahmen des Reichsparteitages 1935 die 3000 Männer der Werkscharen, die Sprechchöre wb Musikchöre beim Volksfest und bei den Kustdgebungen zum Vortrag bringen sollen. In mehr als 100 Sonderzügen kommen am 14. und 15. September 100 000 S A. - M ä N N e r. Am 10. September treffen in 50 Sönderzügen 54 000 A r b e i t s d i e n st m ä n n e r aus den 30 Arbeitsgauen Deutschlands in Nürnberg ein. Die SS. wird mit einer Teilnehmerzahl von 18500 Männern in 20 Sönderzügen zum Reichsparteitag kommen. Dazu treten noch weitere i 1 000 SS.-Männer, die zur Absperrung eingesetzt werden. Die Hitler-Jugend wird mit 50 000 Mann vertreten sein, und schließlich werden noch io 500 Mann vom NSK K. zum Reichsparteitag fommen.
Illegales katholisches Iugendlager ausgelöst.
In der Ortschaft Hungen b e r g bei G o e ßwcin- kt e i n in der Fränkischen Schweiz wurde bo^ dort von dem Pater Luhn aus Würzburg für die 34 Jungen des katholischen Knabenhortes Don Bosco m Wurzburg errichtete Jugendlager aufgelöst. Eine.AnzahlSportgeräte und belastende Schriftstücke wurden beschlagnahmt Auf Grund des beschlagnahmten Materials konnte festgestellt werden, daß in dem illegalen Jugendlager
nicht nur Sport getrieben wurde, sondern daß auch Felddicnstübungen abgchaltcn und Unterführer ausgebildet wurden.
Bemerkenswert ist, daß diese illegale katholische ^uaendarbeit in i t Hilfe von Karitasge Ibe i n finanziert wurde. Nicht uninteressant ist die Vorgeschichte dieses Lagers. Bereits im vorigen Jahre wvr ^ater ^uhn mit seinen Jungen in Hungenberg m einem Zeltlage.. Auch in diesem Jahre sollte das Lager wieder bezogen werden, doch verweigerte der Ortsgruppenleiter die Genehmigung. Nichtsdestoweniger bezog Pater 8ubn mit 34 Jungen das Quartier, bis nun Vertreter der Gebieth- führung Bayreuth und der Ortsgruppenleiter der Sache ein Ende machten
Elly Beinhorn flog in einem Tage Deutschland—Klein
asien—Deutschlatzd.
Unser Bild zeigt die tapfere deutsche Sportfliegerin nach ihrer Ankunft im Berliner Flughafen am Dienstagnachmittag vor ihrer Messerschmitt-Sportmaschine, mit der sie den ersten Eintagslug Deutschland—Kleinasien—Deutschland mit einer Streckenlänge von 3500 Kilometer bewältigte. (Scherl-Bilderdienst — M.)
Das Flugzeug, das ideale Verkehrsmittel
Elly Beinhorn über ihren Nckordflug.
Ein Pressevertreter hatte Gelegenheit, mit der deutschen Weltfliegerin Elly Beinhorn über ihren letzten Rekordflug zu sprechen, der sie au einem Tage die fast 3400 Kilometer lange Strecke Deutschland—Asien und wieder zurück bewältigen ließ. E l lv Bein Horn, die für alle „Zünftigen" nur kurz die „Elly" ist, erzählte:
Als ich Ende Januar aus Amerika zurückkehrte, wo ich mit Begeisterung eine Maschine mit einziehbarem Fahrgestell ausprobierte, hörte ich zum erstenmal von der Messerschmitt M E 108, die sich auf dem letzten Europaflug so gut bewährt hatte. Die Bayerischen Flugzeugwerke in Augsburg, die diese Maschine serienmäßig bauen, stellten mir eine alte Europaflugmaschine zur Verfügung, mit der ich zunächst einmal nach England flog. In dieselbe Zeit fiel der Tagesflug des Engländers Parcival London— Oran— London, und zugleich kam mir der Gedanke, einen ähnlichen Flug durchzuführen, um die Leistungsfähigkeit der deutschen Flugzeugindustrie auch dem Auslande gegenüber unter Bcrvcis zu stellen.
Nun, mit meinem Flug scheint mir das geglückt, als dessen bemerkenswertestes ich die Tatsache des geringen B e t r i e b s st o f f v e r b r a u ch s ansehen möchte. Die Maschine braucht je hundert Kilometer, mit vier Personen belastet, bei einer Reisedurchschnittsgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometer n u r 1 7 Liter Betriebs- st off! Und für denjenigen, der viel auf Reisen fein muß, ist cs deswegen tatsächlich ein ideales Verkehrsmittel. Darüber hinaus aber spart ein Flugzeug auch Zeit und viel Geld für Übernachtungen, ohne die viele» Rebenausgaben, die auf laugen Reisen unausbleiblich sind! .
Aber noch eine besondere Leistungsfähigkeit der Maschine, meiner „Taifun", möchte ich erwähnen.
Man kann ohne Schwicriglcitn die Geschwindigkeit dieses Flugzeuges weit unter 100 Kilometer, ja sogar auf 60 Kilometer herabdrückcu, um bnmt in aller Gemütsruhe die schöne Landschaft zu genießen. Schwierigkeiten traten bei diesem Fluge, der mich nichl angestrengt hat, gar nicht auf.
VierMonaleSesänWissürylakalabreißer
Ein Laienbruder verurteilt.
^as Ratib orer Schöffengericht verurteilte den Laienbruder Eduard M a g n u s von der Niederlassung Leobschütz des Steylcr-Missionshauses wegen Sachbeschädigung und groben Unfugs zu bi er Monaten Gefängnis und den Kosten des Verfahrens Die Haft bleibt aufrechterhalten. Der Angeklagte hatte am 8. August in L e o b schütz das bekannte Plakat „Deutsches Volk, horch auf!", das sich gegen die üaatsfeindlichcn Treibereien gewisser Kreise wendet, abgerissen.