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Zul-aer Anzeiger

1^5^ H Tageblatt für RHSa und Vogelsberg ».V K* s,. ""1^^^ Zulöa- und Haunetal * Zulöaer Kreisblatt

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au' Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989. - Lntw für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.

Schristleitung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Fernsprecher Nr. 2984

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Fulda, Samstag, 17. August 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Italienisch-englische Gegensätze aus der Dreimächtekonferenz

Frankreich kann denbrutalen Methoden" Italiens nicht restlos zustimmen.

Noch keine amtliche Mitteilung

e n.

Am Quai d'Orsay, dem Sitz des französischen Aus- märtineu Amtes, tagt nunmehr seit Freitag vormittag die Dreimächtekonserenz über Abessinien. Laval-Frankreich, Eden-England und Baron Aloisi- Micu berieten gesondert von den Sachverständigen, die in einem Nebensaal zusammengetreten waren. Zum Früh- M,das am Quai d'Orsay gegeben wurde, vereinigten sich die Vertreter der Mächte mit den Sachverständigen. Unmittelbar nach dem Frühstück wurden die Verhand­

lungen wieder ausgenommen. Da die Besprechungen nur kurz durch das Essen unterbrochen worden waren, wurde noch keine amtliche Mitteilung ausgegeben. Alle einzelnen Beteiligten lehnten jede Erklärung ab.

An die erste Zusammenkunft zu Dreien knüpft die Pariser Presse vorläufig nicht allzu große Hoff­nungen.In einer Atmosphäre sehr großer Ungewißheit", schreibtAgence Economique et Finanziere",wird die Konferenz eröffnet, in der jedoch immerhin einige Möglichkeiten für ein Abkommen erscheinen." Der schwie­rigste Punkt sei ohne Zweifel der der Garantien, die Italien verlange. Auf alle Fälle würden die Unterhal­tungen ziemlich lange dauern, und es müßte Wohl eine kleine Pause eingelegt werden, die Eden gestatte, mit dem englischen Ministerpräsidenten Baldwin, der sich zur Zeit in Frankreich zur Kur aufhalte, zusammen­zukommen, während Laval gleichzeitig seine Tochter verheirate.Echo de Paris" meint, Italien wolle ein ihm unterworfenes Abessinien; wirtschaftliche Zugeständ­nisse genügten ihm nicht.

Durch seine brutalen Methoden habe Italien die Lage sehr erschwert; denn Frankreich könne ihm unmöglich restlos zustimmen.

Bei den Pariser Verhandlungen würden die ur­sprünglichen Stellungen nicht aufrechterhalten bleiben. England werde neue Anregungen machen, und die Ver­handlungen würden dadurch an Klarheit gewinnen. Sie hätten nur Aussicht zu einem Abschluß zu führen, wenn die eigentlichen Interessen offen dargelegt würden.Excelsior" erfährt, daß Eden betont habe, die Frage des Tsanasees und der Wasser des Blauen Nil sei zwischen Italien und England nicht strittig, da sie durch frühere Verträge geregelt sei.

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Ätw Ziel: Militärische Oberherrschaft über ASessimen.

[ ..Wie es in Londoner politischen Kreisen I "-ißt, haben die informatorischen Besprechungen, die in Wig stattgefunden haben, einen höchst dramatischen -lustast genommen. Laval unterrichtete Italiens Ver- Mtt, Aloisi, über die englische Stellungnahme, worauf sich dieser sehr gereizt darüber ausgesprochen Daily Telegraph" weist darauf hin, daß Laval Dar sein bestes versucht habe, eine Angleichung der j Standpunkte herbeizuführen es sei ihm aber nicht ge- : DM, den italienischen Vertreter vonEnglands töd- : »w Ernst" in dieser Angelegenheit zu überzeugen. Wie âly Mail" undNews Chronicle" zu berichten wissen, Me Aloisi in der Besprechung mit Eden, nachdem es ! Ä «Hausgeräten Bemühungen gelungen sei, Eden '"° Aloisi zu einerprivaten" Besprechung zusammen- zisuhren, die englischen Vorschläge glatt abgelehnt. Nach oeni Bencht derDaily Mail" habe er mit dürren Worten I daß wirtschaftliche Konzessionen und die Abtre- einem oder zwei Landstreifen an den italieni- ; DD. Kolonialgrenzen nicht ausreichend seien, Italien Mche militärische Oberherrschaft über b t n 1 e n , durch die das Land für alle Zeiten in 'ger Abhängigkeit von Italien ge» y"Uen würde.

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Sie Eroberung Abessiniens...' fprickuH^^^el per italienischen ZeitungT r i b u n a" Italien a^ daß das abessinische Unternehmen für müsse SR^r unbedingt zum Abschluß gebracht werden ; woichèr ^ ? Eroberung Abessiniens, unter : oder d auch erfolge, sei es Mandat, Protektorat LebeDominion, sei für das italienische Volk eine 1 mit aX0*toendigkeit geworden. Es handle sich derzichten^ IV««orten um eine Unternehmung, auf die zu das nur V? die mit einem Kompromiß anzunehmen, f ein Perlit °?rm retten ließe, schlimmer sein würde als ! darauf hin V ?es Spieles überhaupt. Das Blätt weist i sich dem r^ heute nur noch zwei Faktoren gibt, die abeffinissi "^mschen Willen entgegensetzen: nämlich das i abessinisch» E"^ und die englische Opposition. Das [ nach der nu"ieresse habe keinerlei moralischen Wert. Wie werde, ""enischen Argumentation stets hervorgehoben

sei Abessinien nicht als gleichberechtigter, geschweige denn als Staat im wahren Sinne des Wortes zu bezeichnen.

Auch die Zugehörigkeit Abessiniens zum Völkerbund bezeichnet das Blatt als wertlos, da die Aufnahme Abessiniens in die Genfer Institution durchaus ungesetz­lich gewesen sei.

Die Pariser ZeitungInformation" bringt folgende Äußerungen einer einflußreichen italienischen Persönlichkeit, die u. a. erklärte: Wir spielen in Afrika ein großes Spiel. Alle Folgen unseres Vorgehens sind vorher von uns überlegt worden. Sie schrecken uns nicht.

Wie kann man glauben, daß wir 260 000 Mann an die afrikanische Küste schicken und riesige Ausgaben nur für eine kindische Inszenierung gemacht haben?

Für Italien ist -oer Augenblick gekommen, als G r o ß - in a ch t zu handeln. Wir sind glücklich, die Freund­schaft Frankreichs gefunden zu haben. Niemals wird sich ein günstigerer Augenblick finden, um die wahr­hafte lateinische Brüderlichkeit zu besiegeln. Ich hoffe, daß Italien nicht enttäuscht wird.

Gme Millien iMsÄschs Kolvairn mobilisiert.

Wie aus einer amtlichen Erläute-ung der italienischen Regierung zu den l ckanntgegebenen Mobilmachungen der Jahrgänge 1911, NN3 und 1914 hervorgeht, handelt es sich hierbei nur um die bisher Zurückgestellten, wie ein­zelne Söhne, Studenten,. FamilieneM^s'-r Mb sonst aus wirtschaftlichen Gründen nicht Angeforderte der bereits seit längerer Zeit unter die Waffen gerufenen Jahrgänge. Insgesamt beläuft sich die Zahl der jetzt Einberufenen auf 150 060. Durch diese Maßnahme wird die Zahl derfürAfrikamobilisiertenitalienischen Truppen auf eine Million erhöht.

Verftârlimg der kiMMA» Tn-ppen in Dschibuti.

Wie die englische ZeitungDaily Telegraph" aus Dschibuti meldet, hat die lebhafte Freundschaft der Somalis für ihre abessinischen Nachbarn die französischen Behörden zu ungewöhnlichen Vorsichtsmaßnahmen ver­anlaßt, um im Kriegsfälle die Ordnung aufrecht­zuerhalten. Der KreuzerDumont D u v i l l e" wird am Sonntag in Dschibuti eintreffen. Die Stachel­drahtsperren im Hafen werden verstärkt; auch werden Flugzeugschuppen gebaut, um zehn neue Maschinen auf­zunehmen, so daß insgesamt 14 Flugzeuge dort stationiert sein werden. Auf der Heroninsel sollen vierGeschütze von 15 Zentimeter Kaliber aufaestellt werden, um den Zu­

Die Sünde wider das Blut

Derrote Zar von Franken", wie ihn haßerfüllte Gegner genannt haben, Julius Streicher, hat vor der Bevölkerung der Reichshauptstadt aufklärend über die Judenfrage gesprochen. Ruhig, sachlich und überzeugend, wie es seine Art ist. Und in der Reichshauptstadt tut eine solche Aufklärung not; ist doch der Prozentsatz der in Ber­lin wohnenden Juden gegenüber dem Reiche erschrek- k e n d h o ch und haben doch in der letzten Zeit viele Juden versucht, in der Reichsbauvtstadt Untersckluvs au finden.

MW

(Weltbild - M.)

Frankcnführcr Streicher spricht zu den Berlinern im Berliner Sportpalast.

gang zum Hafen, die Reede und die hinter der Stadt be­ginnende Wüste zu beherrschen. Die kleine Garnison ein­geborener Infanterie wird durch tausend Senegal­schützen verstärkt werden. Die Paßkontrolle ist sehr scharf. Leute, die abzureisen wünschen, werden ermahnt, dies möglichst bald zu tun,

Lre!»kbtspkech»88 weiter streng geheim Nur wenige erwarten glücklichen Ausgang.

Paris, 17. August.

Die Besprechung zwischen Eden, Laval und Aloisi, die am Freitag um 17.30 Uhr begonnen hatte, dauerte bis 19.30 Uhr. Am Schluß der Sitzung erklärte Minister­präsident und Außenminister Laval: Wir prüften die ver­schiedenen diplomatischen Dokumente, die die Beziehungen unserer drei Länder zu Abessinien regeln. Unsere Aus­sprache hat sich so auf der Grundlage der drei Protokolle von 1906, 1925 und 1928 bewegt. In den weiteren Be­sprechungen werden wir eine Möglichkeit suchen, den ita- . lienisch-abessinischen Streitfall friedlich zu regeln. Die nächste Sitzung findet voraussichtlich am Sonnabendvor­mittag statt.

Ueber den Verlauf der Sitzung wird von sämtlichen be­teiligten Kreisen weiterhin strengstes Stillschweigen be­wahrt. In politischen Kreisen war am Freitagabend ein ziemliches Rätselraten. Nur wenige sind der Ansicht, daß der Streitfall glücklich beigelegt werden kann.

Abeffimen; ZugeWniMW

Telefonische Rücksprache Aloisis mit Rom.

Paris, 17. August.

Die Mitteilung, daß sich Baron Aloisi nach Abschluß der Vormittagsbesprechungen mit Rom telefonisch in Ver­bindung gesetzt habe, hat noch am Freitagabend ihre Be- stätigung gefunden. Aus meist gut unterrichteten Kreisen verlautet hierzu, das Kernproblem der strittigen Fragen sei allem Anschein nach von den drei Verhandlungsteil- nehmern Freitag vormittag erörtert worden. Dabei habe man sowohl von französischer wie von englischer Seite eine gewisse Beeinflussung Italiens versucht, auf Grund deren sich Baron Aloisi wahrscheinlich mit seiner Regie­rung ins Benehmen habe setzen wollen. Währenddessen sei man davon unterrichtet worden, was die abessinische Regierung zuzubilligen bereit wäre, nämlich:

1. Garantien für die Sicherheit der italienischen Kolonien in Somali und Eritrea zu geben, ebenso Garantien für die Sicherheit der in Abessinien lebenden Italiener; 2. wirtschaftliche Zugeständnisse zu machen, soweit sie die Ausbeutung der Minen und den Bau von Straßen und Eisenbahnen betreffen. Eventuell sei Abessinien auch be­reit, einer Erweiterung der landwirtschaftlichen Konzes­sionen zuzustimmen.

Der Negus habe noch nicht die Höchstgrenze seiner Zu­geständnisse genannt, da er noch die Festsetzung der ita­lienischen Forderungen abwarte. Auf jeden Fall werde er aber die Anabhängigkeit und die Souveränität seines Landes nicht aufgeben. Aus diesem Grunde hält man es in den beteiligten Kreisen der Konferenz auch für un­wahrscheinlich, daß er sich mit einer militärischen Besetzung seines Landes abfinden könnte.

Ruhig haben die Zehntausende von Berlinern, die im Sportpalast und in den Berliner Tennishallen anwesend sein konnten, die Rede Streichers mit angehört, und ruhig sind sie nach Hause gegangen, in Ordnung und Disziplin. Keine Handhabe wurde den Lügnern im Auslande ge­boten, wieder einmal das nationalsozialistische Deutschland zu verdächtigen. Denn der Kampf gegen das Judentum ist zu ernst. als daß er in Äußerlichkei­ten, wie auch Gauleiter Streicher betonte, ausarten dürfen. Dann können wir des Erfolges sicher sein.

Vor allem ist zuerst die A u s k l ä r u n g aller un­serer Volksgenossen bis ins letzte Dorf notwendig. Sind die Kinder ans Mischehen mit Juden nicht beklagenswerte Opfer eines instinktlosen, jetzt erfreulicherweise überwundenen Zeitalters, nichts Halbes und nichts Ganzes, zwischen zwei Rassen stehend? Sind die Franc n. die sich an Juden weggeworfen haben, nicht doch letzten Endes unglückliche Menschen ge­worden? War es nicht schrecklich, wie einst die jüdischen Schriftsteller mit all ihrem literarischen Unrat die Seele unseres Volkes vergiften durften?

Diese Zeiten sind, G o t t s e i d a n k, vorüber. Heute hat der größte Teil unseres Volkes bereits die Rassengesahr des Judentums erkannt. Wir werden uns durch nichts an der endgültigen Abwendung dieser Gefahr von un­serem Volke hindern lassen, auch wenn eine gewisse jüdische Clique im A u s l a n d e bei ihrer Lügen­hetze gegen Deutschland verharren sollte. Wir Deutschen kümmern uns nicht um die gelynchten Neger in Amerika oder um das brutale Vorgehen gegen streikende Schnei­derinnen, die man nackt durch die Straßen der ameri­kanischen Stadt Dallas getrieben hat. Aber das Aus­land möge freundlichst auch uns in Ruhe lassen, wenn wir reinen Tisch in Deutschland schaffen wollen. Denn es wird die Zeit kommen, wo auch das Ausland die große Gefahr erkennen wird, die das Juden­tum mit seiner zersetzenden Kritik aller staatlichen Ord­nungen und mit seiner Unterwühlung aller sittlichen christlichen Werte für alle nicht jüdischen Völker bedeutet. a. b.