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Zul-aer Anzeiger

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3Jr 199 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 27. August 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

18. September:

^Tag der Wehrmacht".

Die Wehrmacht nimmt mit 16000 Mann am Reichsparteitag teil.

Am diesjährigen Reichsparteitag, der im Zeichen der Mdcrerrungenen Wehrfreiheit steht, beteiligt sich dir «macht in erheblich stärkerem Maße als im Vorjahr. Äm Führer und Reichskanzler ist der 16. September als der Wehrmacht" bestimmt worden. Folgende Ein Mn des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe «den an den Vorführungen der Wehrmacht teilnehmen:

Pom Heer: Infanterie-Regiment Nürnberg Mit vier Bataillonen, Jnfanterie-Lehrbataillon aus ^ol'critz, eine verstärkte Schwadron und das Trom- Mkorps des Reiter-Regiments Rathenow, Kraft- nch'chützen-Bataillon der 3. Kavallerie-Division, motori­sierte Aufklärungs-Abteilung der Kraftfahrt-Abteilung München, II. Abteilung Artillerie-Regiment Nürn­berg, verstärkt durch eine Haubitz-Batterie der III. Ab­teilung, V. motorisierte Abteilung Artillerie-Regiment Nlm, Panzer-Abteilung Ohrdruf-Zossen, Panzer- abwehr-Abteilung Schwerin, ein Pionier-Bataillon, dem wie im Vorjahre der Bau von Brücken in Nürnberg obliegt, eine motorisierte Kompanie und das Musikkorps des Pionier-Bataillons Ingolstadt, Nachrichten-Ab­teilung Dresden.

Von der Kriegs m a ri n e : I. Marine-Unter- offizier-Lehrabteilung.

Von der Luftwaffe: die Fliegergruppeu Tutow, Faßberg, Döberitz, Prenzlau, Kottbus, Großen­hain, Flakabteilung Fürth, etwa 3000 Mann Luftwaffe zu Fuß und 1000 Mann Luftwaffe Reserve.

Insgesamt nehmen etwa 16 000 Offiziere, Unteroffi­ziere und Mannschaften der Wehrmacht teil, dazu

100 Fahnen und Standarten des alten Heeres.

Lie Truppenteile treffen in der Zeit vom 9. bis 12. Sep­tember in Nürnberg ein, wo sie in einem großen Zeltlager untergebracht werden. Die Gesamtleituna

Es geht um das Leben des Volkes!

Bedeutsame Rede Dr. Fricks.

Berlin, 27. August. (Funkmeldung.) eDr Reichs- und Pleutzifche Minister des Innern Dr. Frick eröffnete heute M11 Uhr in der Aula der Universität den Internationalen für Bevölkerungswissenschaft, dessen Schirmherr In seiner großen Rede führte der Minister u. a. aus: Bevölkerungswissenschaft ist es zu danken, daß wir WMber die Bewegung der Bevölkerung in fast allen Welt ziemlich genau unterrichtet sind. Zwar Eterblichkeitsziffern der Kulturnationen mit den der medizinischen Wissenschaft stark gesunken, : dafür haben sich wieder die bisherigen Geburtenzif- vermindert, daß viele Staaten sich ernsthaft fragen . bei ^. ihren Bevölkerungsbestand überhaupt noch ^os sem müssen, wenn man sich nicht auf der einen Linie rassischer Bevölkerungspolitik zusammenfand. Wiru^r^nn, konnte eine Außenpolitik, eine Finanz- oder Âinmenbr^ $al>en, wenn das Volk rassisch darüber

Hier ist es Aufgabe des Staates, einen Ausgleich herbeizuführen.

bisher, durch Industrialisierung, durch Ueber- ? ^ Wirtschaft und der äußeren Macht ein Volk iA;. Man förderte den ungeheuren Zustrom eilen .u Ä^ hud füllte die Lücken auf dem Land fast in Meihr w Staaten durch fremde, oft andersrassige halten " JP^te nicht verstehen, daß Fleiß und Ar- bei S' Ss ist selbstverständlich nicht zu verkennen, Erreichen ^her Entlohnung der Lebensstandard des Ätn= dein her w ,n En Schichten der Bevölkerung gegenüber tf^blieb'en^t Kinderlosen und Kinderarmen zu-

Deutschland hat gerade auf Welt Gebiet die größte Aktivität ent- unverkennbare Erfolge erzielt. Seit der Gesehen hat die Reichsregierung eine Reihe von Der Miniebi- s^tterungspolitifchsr Bedeutung erlassen, tes Dritten j rte ^"NN die wesentlichsten Schöpfungen |i$t getroffen an? die in bevölkerungspolitischer Hin- 1° die Deutsche Arbeitsfront, das Reichs- das Handwerf«' ®eieP über den vorläufigen Aufbau A^it Unb h das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeitsdienst. ^nsetzu^uEd C^Mi^nn fort: Die gegenwärtige Zusam- ^regen. Das ?^lung unseres Volkes muß Besorgnis n°?^.wird vorwärtsgehende Absterben des Risser vkrsmso^' J10^ durch das Absinken der Sterblich- Ä Beringens .tie Menschen aber, die jenen nur entwedg^?^-^"^ über die Sterbeziffer aus- und Sorae ^« r^^^Üe oder solche, für deren Unter- as schossende Volk aufzukommen hat. Da­

für denTag der Wehrmacht" liegt in den Händen des Jnfanterieführers VII, Generalmajor Ritter von Schobert. Außerdem sind von den Wehrkreisen, Stationskommandos, dem Flottenkommando sowie den Luftkreisen Abordnungen von Offizieren, Unter­offizieren und Mannschaften als Zuschauer zu den Veranstaltungen des Reichsparteitages kommandiert.

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Der Führer beim Artillerieschießen der Kriegsmarine.

Der Führer und Reichskanzler begab sich im Flug­zeug nach Kiel, um an dem mehrtägigen Artillerieschießen der Kriegsmarine teilzunehmen. Auf dem Flughafen Kiel-Holtenau wurde der Führer vom Reichskriegs­minister Generaloberst von Blomberg, dem Ober­befehlshaber der Reichsluftwaffe, General der Flieger Göring, dem Oberbefehlshaber der Kriegs­marine, Admiral Dr. e. h. Raeder, dem Ober­befehlshaber des Heeres, General von F r i t f ch, dem Kommandierenden Admiral der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, dem Kommandeur des X. Armeekorps, Generalleutnant Knochenhauer, dem Befehlshaber im Luftkreis VI, Generalleutnant Zander, empfangen. Ferner hatten sich auf dem Flughafen der Gauleiter von Schleswig-Holstein, Staatsrat Lohse, SA.-Gruppenführer Meyer-Quade und andere füh­rende Männer des Staates und der nationalsozialistischen Bewegung eingefunden.

Nach dem Abschrecken der Front der Ehrenkompanien begab sich der Führer an Bord. Die Flotte war bereits am frühen Morgen des Montag ausgelaufen

bei befinden wir uns in absehbarer Zeit an einem Wende-- punkt der Statistik.

Zn Kürze muß die Sterbeziffer vieler zivilisierter Völker, auch der unsrigen, steil emporschnellen, um dann die Geburtenziffer einzuholen und wesentlich zu übersteigen.

Geht die Eebuttenhäufigkeit noch weiter zurück, so muß die Volkszahl in allen Völkern mit niedriger Geburtsziffer erst langsam, dann immer schneller absinken. So erfreulich der Geburtenanstieg in Deutschland vom Jahre 1934 auch ist, so wissen wir doch, daß die Zunahme der Geburten im Jahre 1934 um 224 000, also um 23,4 Prozent auf besonders gün­stige Umständen zurückzuführen und trotzdem zur Erhaltung des Volksbestandes nicht ausreichend war. Die Abnahme der Geburten ist aber umso bedenklicher, wenn die geborenen Kinder im Durchschnitt gesehen, nicht immer die erbliche und rassische Auslese darstellen, sondern zunehmend körper­liche oder seelische Mängel aufweisen. Dieser Rückgang der Zahl in der Volkskraft kann nicht durch einzelne Gesetze auf­gehalten werden!

Der Minister kam dann auf die Gewährung von Ehe­standsdarlehen, auf das Gesetz gegen Mißbrauch bei der Eheschließung und der Annahme an Kindesstatt und das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zu sprechen. Das letztere Gesetz reiche sittlich über das Ziel der christ­lichen Nächstenliebe hinaus, dis sich nur mit der jetzi­gen Generation befasse. Ein gesichertes Rechtsver­fahren verhüte die irrtümliche oder mißbräuchliche Anwen­dung des Gesetzes. Das Gesetz gegen gefährliche Gewohn- Heits- und Sittlichkeitsverbrecher vom 24. November 1933 schütze das deutsche Volk nicht nur vor Verbrechen, sondern bewahre es auch vor diesen Verbrechen. Anschließend be­schäftigte sich der Minister mit dem Gesetz für die Neubil­dung deutschen Bauerntums, dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse und dem Reichserb- Hofgesetz, das den Bauernstand als Quelle deutschen Blutes auf seiner Scholle festige. Eingehend legte dann der Mini­ster die Maßnahmen dar, die besonders auf die Ermög­lichung der Gründung einer zahlreichen gesunden Familie hinfUhrten, so z. B. die Berücksichtigung des Familienstan­des in Steuergesetzen. Tie Beseitigung der Arbeitslosigkeit ist ein Nahziel, das zum großen Teil erreicht ist. Eine end­gültige Behebung dieser Not ist aber nur durch bevölke­rungspolitische Maßnahmen möglich. Ohne Lösung der be­völkerungspolitischen Probleme keine wirkliche Dauerlösung der Arbeitslosenfrage. Es gilt, der erbgesunden Familie das Auskommen zu sichern.

(Fortsetzung auf Seite 2 der Beilage)

Der Führer an der Unglücksstelle.

Neben ihm Reichsminister Dr. Goebbels und General­leutnant Daluege, der eine Erklärung über die Bergunas- arbeiten gibt. (Presse-Illustration Hoffmann.)

Die Bergung der Toten aus

dem Berliner llnglücksschacht.

Je mehr der U n g l ü ck s s ch a ch t der S-Bahn in der Hermann-Göring-Straße in Berlin freigelegt wird, um so größer wird die Zahl der Toten, die von ihren Arbeitskameraden nach tagelanger mühevoller Arbeit geborgen werden. Jedesmal, wenn einer dieser Helden der Arbeit gefunden ist, verkündet ein Lautsprecher fünf Minuten Arbeitsruhe zu Ehren des Gebor­genen. Dann schweigt der Lärm, die Hämmer und die Spaten ruhen, und mit' erhobener Hand grüßen die Hunderte, die an den Aufräumungs- und Bergungs­arbeiten beteiligt sind, den toten Kameraden, den sie in die nahen Ministergärten tragen. Nach ärztlichem Befund haben die bisher geborgenen Toten infolge der schweren Verletzungen sofort den Tod gesunden.

Bis Montag nachmittag waren a ch t d e r Unglück­lichen, die auf dem Felde der Arbeit ihr Leben ließen, geborgen. Je mehr das undurchdringliche Trümmer- gcwirr, das noch die Unglücksstelle bedeckt, beseitigt und die Gefahr neuer Nachstürze von Erdmassen behoben ist, um so näher kommt man der Tunnelsohle, auf der die Verunglückten vom Tode überrascht worden sind.

SeltsameWahlen" im Memelland.

Wie Litauen die Memeldeutschen entrechten will.

Wie aus Memel gemeldet wird, soll der litauische Präsident des Direktoriums, B r u v e l a i t i s , die Ab- sicht haben, die Wahlkreiskommission für die bevorstehen­den Wahlen zum Memelländischen Landtag folgender­maßen zusammenzusetzen:

Zum Vorsitzenden soll der ehemalige litauische Prä­sident des Direktoriums, der jetzige Hafendirektor und kommissarische Oberbürgermeister der Stadt Memel, Gailus, ausersehen sein; zu Mitgliedern sollen er­nannt werden: der Landgerichtsdirektor T o l i s ch u s , ein Parteifreund des Präsidenten, der durch das Direk­torium Reisgys zum Landgerichtsdirektor ernannt wor­den war, sodann der ebenfalls durch das litauische Direktorium Reisgys ernannte litauische kommissarische Landrat Mitzkus aus Heydekrug, der frühere litauische Abgeordnete D a w i l s aus Schwenzel Kreis Memel und der ehemalige Landesdirektor, Gewerkschaftssekretär und bisherige sozialdemokratische Abgeordnete P a n n a r s.

Sollte die Wahlkreiskommission aus diesen Personen zusammengesetzt sein, würde in ihr nur eine kleine Minderheit vertreten sein, die bisher im Land­tag nur 6 von 29 Mandaten gehabt hat. Die große Mehr­heit der memelländischen Bevölkerung würde so auch in dieser nach der Änderung des Wahlgesetzes für die Memelwahlen wichtigsten Kommission ausgeschaltet werden.

Millionenarmee innerhalb 48 Stunden in unterirdischen Forts.

Frankreichs Festungsgürtel an der Ostgrenze fertig.

Frankreichs Festungsgürtel gegen Deutschland, die sogenannteM a g i n o 1 - L i n i c", der Gürtel der 300 unterirdischen Forts, ist nach Auskunft der fran­zösischen Militärbehörden nunmehr fertiggestellt. Es wird behauptet, daß eine Armee von einer Million Mann innerhalb von 48 Stunden in diese unterirdischen Stellungen geworfen werden könne.