Zulöaer Anzeiger
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Nr. 202 — 12. Jahrgang
Fulda, Freitag, 30. August 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Neues Geschlecht auf neuem Land.
Der Führer bei der Einweihung des Adolf-Hitler-Kooges. — Schleswig-Holstein jubelt Adolf Hitler zu.
Eilt wichtiger Abschnitt in dem großen Aufbauwerk des nationalsozialistischen Deutschland, zu dem im we- tentlichen auch die umfangreichen Landgewinnungsarbei- tcn an der schleswig-holsteinischen WeMDe gehören, wurde am Donnerstag mit der feierlichen Einweihung des Adolf- Hitler-Koags an der ricksanderÄucht in Süderdithmarschen erreicht. Der Nolf-Hitler-Koog ist das erste fertige Werk der sogleich „ach der nationalsozialistischen Machtergreifung in Angriff genommenen großen Landgewinnungsarbeiten.
Die Einweihung des Kooges erhielt durch die T e i l- nahme des Führers einen besonders festlichen Charakter. Gegen 8 Uhr morgens hatte der Führer seine Besichtigungsfahrt durch den Gau Nordmark, die Provinz Schleswig-Holstein, angetreten. An der Fahrt nahmen der Reichsbauernführer und Neichsernähruntzsminister Darre, Gauleiter Oberpräsident Lohse, die zuständigen Gruppenführer der SA., SS., des NSKK. usw. teil. Die Fahrt führte über Eckernförde, Schleswig und Husum und dann über den neuen Damm, der die Insel Nordstrand mit dem Festlande verbindet, zur Insel Nord- strand. Der Führer überzeugte sich hier von den Landgewinnungsarbeiten, die die Insel Nord strand in kürzester Zeit zu einem Teil des Festlandes machen werden. Die Fahrt ging dann wieder über Husum nach Heide und Albersdorf, von dort nach einer Mittagspause nach dem Adols-Hitler-Koog.
Der Weg war mit Transparenten, Girlanden und Blumen festlich geschmückt, oft war die Straße mit Blumen bestreut.
Die Schleswig-Holsteinische SA. ließ es sich nicht nehmen, in viele Kilometer langem Spalier an der Straße zu r stehen, insbesondere waren die Reservestandarten an diesem Spalier beteiligt, so daß man eine große Zahl von SA.-Männern mit den höchsten Kriegsauszeichnungen des Weltkrieges im Spalier sah. In St. Annen und in Albersdorf besuchte der Führer die Friedhöfe und legte an den Gräbern der nach einer SA.-Tagung im März 1928 in Wöhrden ermordeten SA.-Männer Hermann Schmidt und Otto Steibel Blumen nieder. Der Führer hatte damals auch an der Beisetzung der gefallenen SA.-Männer teilgenommen. Am Nachmittag setzten kräftige Regenböen ein, die oft fast die ganze Sicht nahmen. Trotzdem hielt die Bevölkerung in dichten Reihen unentwegt an der Straße aus.
Bauern und Arbeiter waren es in erster Linie, die die seltene Gelegenheit wahrnahmen, den Führer zu sehen und zu begrüßen.
Am Eingang zum Adolf-Hitler-Koog wurde dem Führer von dem Sachbearbeiter des Oberpräsidiums der Provinz Schleswig-Holstein für Landgewinnungsarbeiten nn Portrag über die Anlage und über die Landgewin- "un^sarbeiten gehalten. In einem Bauernhause begrüßte Führer den hier neu angesetzten Bauern, einen SS.- Huuptscharführer, selbst Sohn eines Bauern, mit seiner mgen Frau und gab damit dem Hause die rechte Weihe. Dithmarscher Menschen sind wortkarg und zurück- Mltend, aber man sah, wie es in den Gesichtern dieses ungen deutschen Paares zuckte, als der Führer ihnen oeidèn die Hand bot und sich durch ihr Haus führen ließ, ^ei dieser Gelegenheit wurde dem Führer vom zuständigen «eislelter mitgeteilt, daß
die Bauern im Adolf-Hitler-Koog für die im Koog "»gefetzten Arbeiter den Acker kostenlos gepflügt und "us einen Teil ihrer Ernte zugunsten der Arbeiter
. verzichtet haben.
k” *n dieser Dorfgemeinschaft der Sozialismus °.1 ©runbftein für alle Entwicklung geworden. Der bestieg dann mit Reichsernährungsminister Darrs Ab»» L-Ä^ter Oberpräsidont Lohse dèn Deich, der den on-vitler-Koog vom Meere trennt. Es begann der
feierliche Aki der Einweihung.
der ^T Führer zur Ehrentribüne schritt, scholl ihm J 9~ J starte Jubel der Tausende entgegen. kUem^ erwartete Reichsorganisationsleiter den Führer. verpräsideut Gauleiter Lohse nahm sodann das neuem ken Führer und Kanzler auf Deutschlands Führer?^ zu begrüßen. Er führte u. a. aus: „Mein das in L t ^^" hier an der Nordsee auf neuem Land, ^efoofj? . eit dem Meere abgerungen wurde. Seine sind ^inb "^ jetzt nach und nach dieses Land besiedeln, weciunn !' ° " " ls 0 zialisten , sind Kämpfer der Be- Dithmarün-n ^.Zeiten, als es noch Heitz herging in runa habe im Namen der gesamten Bevölke- W ^rnAHchstmns Ihnen zu danken für Rat und in bietet rlL ^ uns immer zur Seite gestanden haben dieses nrn^^en Arbeit. Wir werden auch in Zukunft dauern fortsetzen, werden neue Köge bauen, so weiter»^ -?^Eer und Arbeiter ansiedeln und werden Lohse verlas hiÄau^d'^ ^ Wille ist!" Oberpräsident die bT**^ $Ut ^^^udsteinlegung der Neulandhalle, £Mn^°J^9enoffeit des Adolf-Hitler-Kooges als wird: 1 e und Versamml ust gs 0 rt dienen
„Adolf Hitler, unser Führer, des Deutschen Reiches Kanzler, vollzog am 29. August 1935 die Grundsteinlegung zu dieser Neulandhalle. Der Wille unseres Führers hat erreicht, was unmöglich schien. Deutschland steht in neuer Gestaltung da. Das Ausbauwerk ist in vollem Gange. Das Schicksal unserer Heimat wendete sich, und mit neuem Mut und neuer Zuversicht haben wir unseren Kampf wieder ausgenommen, den Kampf mit dem Meere. Dem e r st e n neuen Koog, den das Dritte Reich schuf, soll diese Halle ein Denkmal sein für das erfolgreiche Ringen um Neuland aus dem Meer und um Neuland des Wissens und der politischen Erkenntnis. Hier wollen wir uns sammeln zur Arbeit im Sinne unseres Führers als eine Gemeinschaft der Tat. Hier soll dem Siedler das Rüst- S gegeben werden zum Kamps für Heimat und Volk im te des Nationalsozialismus, der ihm die neue Heimat schenkte."
Handwerkskammerpräsident Kummerfeld (Schleswig-Holstein) führte hierauf aus: „Unsere Sprache ist zu arm, um Ihnen, mein Führer, all den Dank und all die Liebe ausdrücken zu können, die wir im Herzen fühlen. Nehmen Sie die Gewißheit mit, daß hier im Norden Menschen wohnen, die nur eine Richtschnur kennen: Ihr Wille, mein Führer! Wir sind stolz und glücklich, daß wir mitarbeiten dürfen an Ihrem großen Aufbauwerk."
Der Führer vollzieht die Weihe.
Der Führer vollzog nunmehr die Weihe mit folgenden Worten: „Deutsche Volksgenossen! Wenn wir hier auf diesem neuen Land stehen, so wollen wir zwei Erkenntnisse nicht vergessen. Arbeit allein hat dieses Werk geschaffen. Möge das deutsche Volk niemals vergessen, daß zu allen Zeiten niemals das Leben dem Menschen als Geschenk gegeben ist, sondern daß es stets schwer erkämpft und durch Arbeit errungen werden mußte. Und die zweite Erkenntnis: So wiè hier jeder Quadratmeter dem Meere abgerungen und mit unermüdlicher tapferer Hingabe beschirmt werden muß, so
muß alles, was die Gesamtnation schafft und baut, von allen deutschen Volksgenossen ebenso beschirmt werden.
Hier ist ein Symbol der Arbeit und des ewigen Ringens, des Fleißes und der Tapferkeit! Niemand darf vergessen, daß unser Reich auch nur ein Koog am Weltmeer ist und datz es nur Bestand haben kann, wenn seine
Der erste Flug durch Menschenkraft gelungen.
Frankfurt a.M. 30. Aug. (Funkmeld.) Auf dem Flughafen Rebstock bei Frankfurt am Main gelang am 29.8. 1935 um 18.10 Uhr der erste Flug durch Menschenkraft. Der Flugzeugführer Dünnbeil (Frankfurt) legte in einem von den Diplomingenieuren Haeseler und Villinger konstruierten
Abschied von den toten Arbeitskameraden
Die Trauer für die Opfer des Einsturzunglücks.
Berlin, 30. August. (Funkmeldung.) Die Reichshauptstadt steht heute ganz im Zeichen der Trauer um die Opfer der Arbeit, die an der Baustelle in der Hermann-Göring- Straße ihr Leben ließen. Die Fahnen aller öffentlichen Gebäude sowie der Häuser, der Gerichte und Geschäfte und ungezählte Privatwohnungen stehen auf Halbmast. Im Leichenschauhaus liegen 17 der Opfer in schlichten Eichensärgen aufgebahrt, die nur mit der Hakenkreuzfahne geschmückt sind. Gegen 7 Uhr marschierten vier Abteilungen des Arbeitsdienstes auf, um den Toten das Geleit zu geben. Je acht Mann tragen die Särge zu den bereitstehenden Leichenwagen. Um 8 Uhr ertönt der Choral: „Jesus meine Zuversicht". Kommandos erschallen. Der Trauerzug setzt sich in Bewegung, voran schreitet der Spielmannszug und der Reichsmusitzug des Arbeitsdienstes. Dann kommen zwei Züge des Arbeitsdienstes mit geschultertem Spaten. Ihnen schließen sich die Kranzträger an. Auf einer Schleife steht: „In treuer Kameradschaft gewidmet unseren auf dem Schlachtfeld der Arbeit verunglückten Kameraden der Baustelle Hermann-Göring-Straßè". Es folgen die Wagen mit den Särgen, zu beiden Seiten von je vier Männern des Arbeitsdienstes begleitet. Den Abschluß des Zuges bildet wieder eine Abteilung des Arbeitsdienstes mit geschulterten Spaten. Zu tausenden umsäumen die Berliner den Weg des Trauerzuges nach dem Lustgarten.
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Die Rede Dr. Leys im Lustgarten.
Bei der Trauerfeier im Lustgarten führte Dr. Ley u. a. aus: Weder hat der unergründliche Wille des Schicksals
Deiche starr jmv und stark erhalten werden. In diesem Sinne vollziehe ich die Grundsteinlegung."
Nach der Weihe durch den Führer nahm
Reichsbauernführer Oarrè
das Wort. Er führte u. a. aus: Neuland ist gewonnen und damit ein Baustein für unsere Aufbauarbeit gelegt worden, und deutsche Bauern haben aus diesem Boden eine neueHeimat gefunden. Mit besonderer Befriedigung stelle ich fest, daß bei ihrer Auswahl der Gedanke der Volks- und Blutsgemeinschaft alter, gleichgesinnter Kämpfer in die Tat umgesetzt wurde. Denn neben dem Bauern steht der Landarbeiter und neben dem Landarbeiter der Handwerker und neben dem Handwerker der Fischer, und diese Gemeinschaft, die wir hier in dem Adolf-Hitler-Koog verkörpert sehen, zeigte sich bereits bei der Schaffung dieses Koogs, indem einer für den anderen einstand. Bei der Durchführung der Ansiedlung wurde durch die Tat in vorbildlichster Weise nach dem Grundsatz gehandelt .Gemeinnutz geht vor Eigennutz'. Wir werden gleich das Läuten der Glocke hören, die den Spruch trägt:
„Blut und Boden sind die Grundlagen des deutschen Staates".
Daß dieser altdeutsche Grundsatz, der insbesondere im alten Dithmarschen nach allgermanischer Sitte sich bis in die Neuzeit hinein erhalten hat, auch in der Gegenwart und der fernen Zukunft der Leitgedanke dieser unserer Bauern bleiben möge, ist mein aufrichtiger Wunsch. Darüber zu wachen, wird insbesondere Aufgabe des neuen Ortsbauernführers sein, den ich hiermit in sein neues Amt einführe.
Der Reichsbauernführer übertrug sodann dem P g. Thiessen das Amt des Ortsbauernführers für den Adolf-Hitler-Koog. Für das Amt gab ihm der Reichsbauernführer den Leitsatz mit auf den Weg: „Ihr werdet so lange sein, als ihr eurer Scholle und eurer Ahnen wert seid!" Der Reichsbauernführer schloß mit einem Sieg Heil auf den Führer und Kanzler, das, von den Tausenden begeistert ausgenommen, weit über die Felder des neuen Landes hallte, während gleichzeitig die bei der Neulandhalle angebrachte Glocke ertönte.
Nach der Einweihung verließ der Führer mit seiner Begleitung, Obergruppenführer Brückner, Brigadeführer Schaub unb SS.-Obersturmbannführer Berndt Schleswig- Holstein.
mit Propeller betriebenen Muskelflugzeug 195 Meter in einer Höhe von einem Meter zurück. Bei einem weiteren Flug am Freitag früh 7.45 Uhr wurde eine Streckenlänge von 2 3 5 Meter wiederum in einer Flughöhe von etwa einem Meter erreicht.
(Weitere Meldungen siehe „Letzte Nachrichten".)
19 tapfere Arbeiter von uns genommen. Es ist, als ob das Schicksal sich vom Segen der Arbeit, nachdem wir solange durch die Geisel der Arbeitslosigkeit geschlagen worden sind, nur ganz schwer und hart sich abbringen läßt. Und so ist es: Wir müßen nachholen, was in Jahren, ja fast in 1% Jahrzehnten, vergessen und vernachlässigt wurde. Viele Millionen Menschen kamen hinein in die Arbeit. Sie sind der Arbeit entwöhnt und müssen erneut die Arbeit zu ihrem Inhalt machen. Das alles birgt ungeheure Gefahren in sich. Das Leben ist Kampf, und Kampf ist das Leben. Und die hier liegen in den Särgen vor uns, sind die Zeugen ihres unerbittlichen Kampfes. Sie sind Soldaten der Arbeit und wir wißen deshalb, daß die Führer in diesem Kampfe ihre Verantwortung tragen müssen. Wir werden erklären, daß wir jeden, der diese Verantwortung in diesen schweren Tagen des Kampfes um den Wiederaufbau Deutschlands vernachlässigt, anklagen werden.
Zu den Hinterbliebenen gewandt, fuhr Dr. Ley fort: Ihr seid nicht allein. Mit euch ist das gesamte Volk. Das ist ja das gewaltige Werk des Führers. Wir sind wieder eine Gemeinschaft, eine Familie eines Blutes geworden.
Der Führer läßt euch durch mich seine Grüße senden. Gestern abend sagte er mir: Sagen Sie diesen Männern und Frauen, die da trauern: Ich bin bei ihnen, ich grüße sie, ich denke ihrer in schwerem Schmerze.
So sind mit euch die Millionen des Volkes. Noch ein Zweites laßt euch sagen, ihr Trauernden: Der Tod dieser 19 tapferen Soldaten ist nicht umsonst, denn sie starben für