M-aer Anzeiger
S2B.S ? Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
Ko^Ba“’^ Juiöa- und Haunetal.Zulöaer Kreisblatt
Hauptschriftleiter Friedrich Ehren-
Ku, Fuwa,^Königst^ An?H?im^FuldI Schristleitung uns Geschäftsstelle: Königstraße 42 ♦ Zernfprecher Nr. 2989
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W. 203 — 12. Jahrgang
Fulda, Samstag, 31. August 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Manöver in der Lüneburger Heide.
Die Herbstübungen des VI. Armeekorps.
Ein Wendepunkt in der Geschichte des deutschen Heeres bekundet sich in den bevorstehenden großen Herb st Übungen des V L Armeekorps, der jruppen aus Westfalen und Niedersachsen, Hannover und Oldenburg, die in der Zeit vom 2. bis 7. September im Raume Lüneburg—Soltau—Celle zu Manövern zu- Mmengezogen werden. Zum ersten Male seit dem ichmachvollcn Diktat von Versailles kann die deutsche Cchrmacht bei diesen Schulübungen wieder größere Truppen vor bünbe zeigen, die mit ^en Waffen ausgerüstet sind, die der neuzeitliche Krieg verlangt.
Die erste Übung spielt sich vom 2. bis 4. September nördlich Celle im Raume zwischen Hermannsburg und Munster ab; ihr folgt ein Ruhetag. Die beiden nächsten Tage, der 6. und 7. September, werden dann wieder eine besonders interessante, die Nacht durch laufende Kampfausgabe mehrerer Divisionen zum Übungsgegenstand haben. Diese Übungen beginnen aus Richtung Lüneburg her in Gegend Bispingen (nördlich Munster) und enden ostwärts der großen Straße Heber—Soltau—Dorfmark.
Nach dem Signal „Das Ganze halt!" wird sich das gesamte VI. Armeekorps mit den unterstellten Truppen zu einer Schlußparade, die mehrere Stunden dauern wird, versammeln, um in strenger Disziplin und Haltung seinem höchsten Vorgesetzten und hoffentlich vielen Tausenden von Zuschauern zu zeigen, daß trotz einer
I Woche größter Anstrengungen der deutsche Soldat so froh und frisch ist wie am Tage des Ausmarsches aus der Garnison.
Von den beiden Übungen dürsten folgende Einzelheiten wissenswert sein: Die erste Übung wird zeigen, wie eine Division, die einem angreifenden, etwa doppelt I überlegenen Gegner weichen muß, zunächst hinhaltend MM, mit Feuer aller Waffen und Sperren den feindlichen Vormarsch verzögert und schließlich an einer rückwärtigen Linie zur Verteidigung übergeht, wo bis zur Entscheidung gekämpft wird. Bei der zweiten Übung wird eine in mehreren Kolonnen vormarschierende Division gezeigt, die später in einen Kampf verwickelt wird, über dessen Verlauf aus übungsrücksichten Einzelheiten letzt noch nicht mitgeleilt werden können.
Der Stand der jeweiligen Kriegslage wird durch die Tagesmeldungen in Presse und Funk bekanntgegeben werden. Die Teilnahme von Zuschauern an den Herbstübungen ist gestattet.
Hierzu sind die Straßen Celle—Sülze—Hermannsburg- Müden—Munster und Celle—Bergen—Wietzendorf—Sol
Das belgische Volk nimmt
Abschied von seiner Königin.
.. . -le Beisetzungsfeierlichkeiten für die Königin Astrid dopt Ministerrat aus Dienstag festgesetzt worden. 77 Königin wird in der Königsgruft der Kirche „ aeken bei Brüssel beigesetzt werden. An der t milchen . Überführung vom Stadtschloß nach Laeken die Schulkinder teil. Seit Freitag nachmittag Bevölkerung am Sarge der Königin im Stadt- um Abschied zu nehmen von der Herrscherin, hatte ' * Herzen ihres Volkes zu gewinnen verstanden
Die Ausdahrurrg der Königin
• 31. August. Die sterblichen lleberreste der bei» k d.^änigip sind jetzt im Schloß ausgebahrt worden. Auch r e, hat die Königin ihr heiteres Aussehen und ihre ^wahrt. Generale halten die Totenwache. Die dürfte am Nachmittag am Lager der Toten ÄbcPllcreiL Bis in die N rcht dauerte die Wallfahrt iende,, die sich vor der Verblichenen ehrfurchtsvoll . Die auswärtigen Diplomaten erschienen ge- derm Ministerpräfid .en van Zeeland, um ihm Frpiln ^Jâvünsche ihrer Re, rang zu übermitteln. Am k lni>>"d hielt der Ministe Präsident über den Brüsse-- die hämischen Sender eine kurze Gedenkrede auf sich ^r ^0^ mit der Aufforderung an das Volk, Könia Tr E seinen vom Schicksal schwer geprüften SU scharen.
d 60 Bauernhäuser eingeäschert.
U j c einem riesigen Feuer wurde die Ortschaft Nähe von Bendzin (Dombrowaer Revier) in zufolge eines schadhaften Schornsteins brach äanze , ^^ Bauern Feuern aus, das bald das Brand erfaßte. Ein heftiger Wind trug den 60 Bauern,das ganze Dorf In kurzer Zeit standen 16 Fencrnwn " mit allen Nebengebäuden in Flammen, denachbnr^., aus dem ganzen Revier und auch aus dem dei, waren' --J^<erschlesien eilten zur Hilfeleistung her- leooch dem Feuer gegenüber machtlos.
tau für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Im übrigen sind der Truppenübungsplatz Munster und sämtliche anderen Straßen im Übungsgelände polizeilich gesperrt. Die Verkehrsregelung erfolgt durch Polizei und Landjäger. Ihren Anweisungen und denen etwa weiterhin eingesetzter Absperrungsposten ist unbedingt Folge zu leisten, damit der Verlauf der Gefechtshandlung durch die Zuschauer nicht gestört wird.
Der Reichssender Köln bringt in der Übungswoche vom 2. bis 7. September über die Manöver Übertragungen von verschiedenen Gefechtsausschnitten.
Ein neues Schiff der Kriegsmarine.
Aviso „Grille", Schiff für Admiralitätsübungsreisen, Navrgationsbelehrungssahrten und Zielübungen.
Wie nachträglich berichtet wird, Hai d e r F ü h rer an den Flottenübungen an Bord eines neuen Kriegsschiffes der deutschen Marine, des Avisos „Grille", teilgenommen. Dieses Schiff wurde ähnlich wie sein altehrwürdiger Vorgänger, die „Grille", die nach verschiedenen Umbauten fast sechs Jahrzehnte der Kriegsmarine bis zum Weltkrieg wesentliche Dienste geleistet hat, für eine Reihe wichtiger Ausgaben erbaut.
Aus Aviso „Grille" sollen Admiralstabs- ü b u n g s r e l s c n und Nyvigationsbelehrungsfahrten stattfinden. Einen großen Teil des Jahres wird er als ZielschifffürTorpedo boote und ll nie rsee- boote fahren, zeitweise steht er der Nachrichtenversuchsanstalt für Versuche von Herchanlagen u ä. zur Verfügung. Auf diesem Schiff befindet sich die erste Hochdruck- dampf anlag e ^ ' b> . vrob* und wëiteremwickelt und -Versuchsschiff hat der Aviso „Grille" die Aufgabe.
für das Staatsoberhaupt gelegentlich bei
Besichtigungsreisen zur Verfügung zu stehen.
So sind auf „Grille" außer den Räumen für den Reichskriegsminister und den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine auch Räume für den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht vorgesehen. Aus diesem Grunde hat man beim Bau der äußeren Form auf ein j a ch t ä h n l i ch e s Gepräge Wert gelegt. Die Geschwindigkeit des Aviso „Grille" beträgt zur Durchführung seiner Aufgabe als modernes Zielschiff etwa 20 Seemeilen. An Bord befinden sich drei 10,5-Zentimeter- Geschütze, zwei 3,7-Zentimeter-Doppelflakgeschütze, zwei M. G./30.
Das Unglücksauto.
Der verunglückte Wagen des belgischen Königspaares, der in den Vierwaldstätter. See stürzte (WeWD.)
Adolf Hitler beim Artillerieschichen der Kriegsmarine.
TiV ArliüerieüüunMu der ^eugmeil Kriegsmarine, die in diesen Tagen stattfanden, wohnten auch der Führer und Reichskanzler zusammen mit dem Reichskriegsminister und Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring (links) bei. (Scherl Bilderdienst — M.)
Schweres Schiffsunglück.
Zusammenstoß des Lloyddampfers „Eisenach" mit dem britischen Schlachtschiff „Ramillies".
Wie der Norddeutsche Lloyd Bremen telegraphisch aus Dover erfährt, ist der Lloyddampfer „Eisenach" zwischen Dover und Dungeneß mit dem britischen Schlachtschiff „Ramillies" zusammengestoßen. Das Schlachtschiff „Ramillies", das eine Besatzung von 1000 Mann hat, befand sich auf dem Wege nach Portland, wo sich die britische Heimatflotte versammelt. Der Dampfer „Eisenach" war auf der Fahrt von Braila nach Hull.
Der Damier ,Eisenach' am Vorschiff starb beschädigt.
2 Tote, 1 Vermißter.
Bremen, 31. August, (Funkmeldung.) Zu den bisherigen Meldungen über den Zusammenstoß des Frachtdampfers „Eisenach" des Norddeutschen Lloyd mit dem englischen Kriegsschiff „Ramillies" im Kanal bei Dover wird ergänzend 'mitgeteilt, daß der Dampfer „Eisenach" am Vorschiff stark beschädigt ist. Das Schiff wird zur Zeit nach Dover geschleppt.
Bedauerlicherweise haben bei dem Unfall die Heizer Iagow und Hinrichs ihr Leben verloren. Der Trimmer Kupika wurde schwer verletzt. Der Hilfswärter Besser wird vermißt.
Zum Zeichen der Trauer über diese Arbeitskameraden wurden auf den Schissen des Norddeutschen Lloyd und auf dem Hauptverwaltungsgebäude in Bremen die Fahnen auf Halbmast gesetzt.
Der Besuch des Rerchshandwerks- meisters in Polen.
Reichshandwerksmeister Schmidt hat eine Reise nach Polen unternommen. Bei feiner Ankunft in War - s ch a 11 wurde er von Vertretern des polnischen Hand- werks herzlich begrüßt. In einer längeren Besprechung mit dem Leiter der polnischen Handwerkskammer stellte der Reichshandwerksmeister die erste Fühlung- nahme zwischen dem Handwerk der beiden Länder her. Am Abend hielt er vor 120 führenden Vertretern des polnischen Handwerks einen mit großem Beifall aufge- nommenen Vortrag über die Gestaltung des deutschen Handwerks seit der Machtübernahme durch Adolf Hitler im Deutschen Reich. Der Reichshandwerks- meister wird sich noch einige Tage in Polen aufhalten, um die nun angebahnten Beziehungen zwischen dem deutschen und dem polnischen Handwerk zu vertiefen.