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Nr. 211 12. Jahrgang

Parteitag der Freiheit

Nürnbergs Straffen Hallen wider vom Marschtritt der Bataillone

Nürnbergs große Tage haben wieder begonnen. Der aiarteitaa der Freiheit vereint wieder Hunderttausende deutscher Volksgenossen in der alten Stadt. Fahnen neben der Marschtritt der Kolonnen dröhnt durch tue Strafién Neben dem Braun der SA. und der Politischen Leiter das Schwarz der SS., das Erdbraun der Arbeits- dicnstmänncr, und zum ersten Male in stärkerem Maße

Grau unserer jungen deutschen Wehrmacht. Sie gibt w diesjährigen Parteitag ein besonderes Gepräge, dcm sie verkörpert die deutsche Freiheit, nachdem Adolf Hitler uns die deutsche Wehrfreiheit miedergegeben hat. Mg Mann von Heer, Marine und Luftwaffe werden liuf der Zeppelinwiese vor ihrem Obersten Befehlshaber ausmarschieren und Zeugnis ablegen von deutscher Kraft und Freiheit der Wehr.

Wieder beherbergt die alte Reichsstadt in ihren Mauern weit mehr Besucher als sie Ein­wohnerhat. Die Quartierbeschaffung war diesmal schwieriger als sonst. Für die Politischen Leiter sind 180 000 Betten bereitgestellt. Das war ein beson­deres Problem, weil die früher leerstehenden Fabriken heute arbeiten.

Hunderttausende finö in den Lagern untergebracht. Die Lager für SA., SS., Arbeitsdienst, RSKK. und Hitler-Jugend sowie die Lager der Reichswehr in der Umgebung Nürnbergs sind gegenüber dem vergangenen Jahre erheblich vergrößert und auch vielfach völlig um- gestaltet worden

3m Lager Langwasfer,

wo zunächst der Arbeitsdienst in großen Zelten Quartier nimmt und dann d ie SA. mit 100000 Mann untergebracht wird, mürbe der Oberkommandoturm zum ersten Male in Betrieb genommen Neben dem Lager steht der Hilfszug Bayern, der die Verpflegung zum Teil übernimmt. Es sind außerdem dort sehr viel Gulasch­kanonen ausgestellt. Das Lager wird jetzt nachts m i t S ch e i n w e r f e r n von etwa zehn Türmen aus erleuchtet. Neben dem Lager Langwasser liegt

das Lager der Hitler-Jugend,

dessen Verpflegung zum Teil auch vom Hilfszug Bayern erfolgt. Hier stehen die spitzen R u n d z e l t e, in denen je drei Zentner Stroh ausgelegt sind. In allen Lagern üben die Spielmannszüge und Musikzüge für die Ausmärsche und Kundgebungen. Neu sind in den großen Lagern die B r a u s e e i n r i ch t u n g e^n, die neben den Wascheinrichtungen geschaffen worden sind.

In der Nähe des Aufmarschgeländes der Luitpold- ^ma liegt

das Lager der SS.

'M 80 Mannschaftszelten, zwei Wachtzelten und vielen Ammandozelten haben die 30 000 schwarzen Soldaten 4oolf Hitlers ihre Unterkunft. Auch dies Lager hat einen '°en Kommandoturm. Bereits am Montag hat bleust des Schwarzen Korps begonnen. Sie stehen auf den Straßen, teils in den Quartieren bereit. Eine verantwortungsvolle Arbeit fällt ihnen zu. Für N|)en^ sind sie verantwortlich und für die

H J?^ Stätten, an denen die großen Kundgebungen komme ^'en teilweise ein ganz anderes Gesicht be-

Die große Kongreßhalle,

ihrem1 die Eröffnung des Parteitages stattfindet, ist in . Schmuck gegenüber dem vergangenen Jahr nri*1 g' verändert worden. Die Halle ist mit Tuch ausgeschlagen, auf dem in Rot und üräme lie^^â Fahnen, der Bänder und der

Tie Rückwand der Kongreßhalle trägt die große

$ Standarte des Führers.

einen /?staugstor hat einen Vorbau aus Stein erhalten, $Orhm,er^n Kuppelsaal. Dann ist die Halle von bem b e t m d^ zu der Tribüne, auf der die Standarten Beeil' riVnfl "Iren Platz finden, mit einem Segenübe, Ä ÄM ausgelegt. Die Front der Halle tränt Nutzen des Führers und der Reichsleiter goldenen «Äungsworl dieses Parteitages in großen heit «^uMaben:Für Deutschlands Frei- stehen' V , "" b W e h r!" Unter diesem Zeichen Die ufmarsche und alle Reden der nächsten Tage. Fahnennâ. prangt im Festschmuck. Von über 1500 grüßen die Banner des neuen Reiches. Die den zu an,, " 8 um Gelände des Parteitages sind mit schmückt 1 Wh n 3 0 n ^00 deutschen Städten ge- hölzernè lu>e,. meisten Hauptverkehrsstraßen sind steig qebstllf 9an9^brüc(en von Bürgersteig zu Bürger- den VerkcNv'r doi dem Durchmarsch der Kolonnen uehr bewältigen zu können.

die zu b . ^^ Luitpoldarena, steter lana/»^^en der Ehrenhalle mehrere hundert sur die Suichl,,lner3e Tribünen mit großen Durchgängen der weißen erhalten hat, liegt im festlichen Schmuck en Oteme und des grünen Rasens. Auf der

Fulda, Dienstag, 10. September 1935

Zeppelinwiese sind bis zuletzt Planierungs­arbeiten durchgeführt worden, weil der Grundwasserstand - in diesem Jahre höher war als früher. Pioniere und Arbeitsdienst haben das Gelände reguliert.

Auf allen Plätzen wurden bereits am Montag' Auf­märsche mit besonders dafür eingesetzten Kolonnen geübt. Die Träger der Standarten, die bereits in der Nacht zum Montag in Nürnberg eingetroffen waren, übten den Einmarsch in die Kongreßhalle. Die Reichswehr probte für den großen Einmarsch am nächsten Montag. Am Montagnachmittag wurden in einem feierlichen Auf- marsch

125 Fahnen alter Regimenter vom Bahnhof Nürnberg in ihr Lager übergeführt.

Diese Fahnen werden bei der Parade der Reichswehr vor dem Führer getragen. Die Reichsbahn hat für ins­gesamt 916 Vollzüge beim An- und Abtransport für den besonderen Güterzugverkehr, für die Umleitung eines erheblichenTeiles des normalenGüterverkehrs aus andere Strecken fast 3000 S o n d e r z u g f a h r p l ä n e fertig­stellen müssen. Die Vorkehrungen für das Ein- und Aussteigen sind jetzt so getroffen, daß der Aufenthalt jedes Sonderzuges auf dem Hauptbahnhof Nürnberg auf wenige Minuten beschränkt ist. Die R e i ch s p o st hat vier Ämter im Lager Langwasser, zwei Ämter im Lager der Hitler-Jugend und außerdem Poststellen in allen übrigen Lagern eingerichtet.

*

Die Aundsunlüberttagung vom Parteitag wird vom Nürnberger Funkhaus aus bewältigt. Der Rundfunk hat 10 ü bertragnngsstellen ein­gerichtet, auf die sich über 60 Mikrophone verteilen. Diese übertragungsstellen sind in allen für den Reichs­parteitag wichtigen Stellen angesetzt. Alle Kundgebungen werden auf Schallfolien ausgenommen.

Der Rundfunk hat sieben Übertragungs­wagen in Betrieb genommen. Für besonders schwierige und große Darbietungen steht ein Stromlinienwagen zur Verfügung, der mit modernsten Apparaten ausgerüstet ist. Ferner ist ein Meßwagen dauernd unterwegs, der alle Übertragungsstellen überwacht und jeden Fehler um-

Italienische Offensive nicht mehr fern?

Starke italienische Truppenbewegungen an der abessinisch-eritreischen Grenze.

Meldungen aus verschiedenen abessinischen Provinzen besagen, daß die fallen lschen Truppen an mehreren Punkten der Grenze von .wc| sinien und Eritrea zusammengezogen werden. Die italienischen Truppenbewegungen gelten als in an reichen dafür, daß der Beginn der < ta l > e n l 1 ch e n O f s e n s i v e n i ch t m e h r s e r n ist.

' Nach Meldu n gen aus Nordostafrlka lolle die Italiener die Absicht haben, zuerst 'M Norden bei Adna anzugreifen, um zunächst dre Schmach ihrer Niederlage von 1896 auszuloschen. Der Angriff wurde liier mit allen modernen Hilfsmitteln, Tanks, Panzer­wagen, Gas und Flugzeugen, geführt werden. Auch Groß­flugzeuge, die als Truppentransporter eingesetzt werden sollen, würden verwendet werden.

Von Adua aus würde der Angiff weiter nach Alsum geführt werden, wo sich die Abessinier versammelten.

Das Kommando auf italienischer Seite führe der Gene- 1 a I e Bono aus abessinncher Gerte Ras S e y u M. 35000 Abessiniern würden die Italiener 100 000 Mann weiße Truppen gegenüberstellen. Erst wenn die Opera­tionen im Norden durchgeführt seien, wurde ein Vor- st o ß im Süden erfolgen.

Muselmanisches Freiwilligenkorps für Abessinien.

2 6 0 0 0 berittene m usel m a nisch? G u r a - n i schaben sich dem Kaiser in Addis Abeba als ^-reiwil- liaenkorps zur Verfügung gestellt. Ihr Anführer erklärte, gemeinsam mit den koptischen Christen für den Kaiser und die Freiheit Abessiniens kämpfen zu wollen. ^ 5bbi« Abeba ist die erste japamsche Medrkamenten- sammlung im Wert von 20 000 Yen eingetroffen Eme weitere, für das Rote Kreuz bestimmte Sendung ist unter­wegs.

Englisches Kabinett unterstützt Edens Abessinienpolitik.

Nach einer Meldung aus Genf brachte der englische Staatssekretär des Äußern, Sir Samu e l H o a r e, der aus dem Luftwege in Genf eingetroffen ist, eine Bot- ickafi für den englischen Minister für Volkerbunds­angelegenheiten, Eden, mit, in der ihm die volle 11 nter ftü § itng Baldwins und be« K a b r - n e 11 § in dem von ihm in der abessinischen Frage befolg­ten Kurs versichert wird.

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

HW

Einholung der Blutfahne. Die Blutfahne. Sie sonst tr München anfbewahrt wird, ist von dem Sturmbann I der Münchener ST.-Verfügungs­truppe in einem Sonderzug nach Nürnberg gebracht wor­den.^ Einholung der Wahrte unter Voranmarsch des Musikzugcs. dessen Schellcnbauiu von dem größten deut­schen SS.-Mann getragen wird «Tcherl-Bilderdienst.s

gehend behebt. Endlich ist in Nürnberg ein Echowagen eingesetzt, der von morgens bis abends nach anschau­lichem funkischem Material sucht. Die Funktechniker müssen 32 Sendungen durchführen, weiter 32 Echoaufnahmen, außerdem werden ins-siamt über 800 Wachsplatten ge­schnitten, und mehr u.s 1000 Schallfolien hergestellt.

Ehrengäste des Führers.

Am diesjährigen Reichsparteitag nehmen neben dem Reichsminister des Auswärtigen Freiherrn von Neurath und Staatssekretär von Bülow als Ehrengäste des Führers eine Reihe von deutschen Botschaftern, Ge­sandten und Generalkonsuln bzw. Konsuln und außerdem eine größere Anzahl höherer und mittlerer Beamter des auswärtigen Dienstes teil.

Vormarsch am 24.?

London, 10. Sept. (Funkmeldung.) Mehrere englische Blätter melden aus Addis Abeba, daß der Beginn der italienischen Angriffes auf den 24. September festgesetzt worden sei. Dies gehe aus einer aufgefangenen Funkmel­dung hervor, die von Rom nach Asmara, der Hauptstadt von Eritra, gesandt wurde.

Die letzten amtlichen Mitteilungen von der Grenze Eritra bestätigen, wieNews Chronicle" aus Addis Abeba meldet, daß große italienische Truppenabteilungen von Asmara nach der Grenze in Richtung Adowa im Marsch sind. In Adi Ugri und Adi Kaie würden Infanterie, Schwarzhemden und Eingeborene Truppen mit Artillerie und Tanks zusammengezogen.

Die Wahlen in Bolen Geringere Wahlbeteiligung. Stimmenzuwachs für die Regierung.

Warschau, 10. September. Nach amtlichen Mitteilungen nahmen an der Sejm-Wahl in Pmen 7 d75 681 Wähler von 16 282 347 wahlberechtigten Personen teil. Die Wahl­beteiligung betrug somit 46,5 v. H. Bei den Wahlen 1930 betrug die Wahlbeteiligung 74,8 v. H. Somit ist tue Differenz 28,3 v. H. Sie ist das Ergebnis der vor keinem Mittel zurückschreckenden Agitation der Oppositionspar­teien, die gegen die Wahlbeteiligung unter Anwendung von physischer Gewalt gerichtet war. Hinzu kommt die außergewöhnlich ungünstige Wetterlage am Sonntag. 19o0 erhielt die Regierungsliste 5 292 725 Stimmen, gegenwär­tig beträgt die Anzahl der sich zur Regierung bekennenden Wähler 7 575 681, was einer Steigerung um 43,1 v. H. qleichkommt. Gewählt wurden 184 Polen, 19 Ukrainer, 4 Juden und 1 Russe. Auf 208 Abgeordnete kommen nur zwei Frauen.