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Zul-aer Anzeiger

^ Li^eserungsbehinderung durch Höhere _ Ee- welchen keine Ansprüche. Verlag Fried- ®a E k r e ii klau, Fulda, Komgstrage 42. V^rnncLucT Friedrich Ehrenklau, Lauter- saupischriftleiter ^FriedrichEhren- Ük' Fulda, Königstr. 42^ Fernsprecher 2989 - Ntw für den Inhalt: Bernd H e' M , Fulda.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulöa- und Haunetal Kulöaer Kreisblatt

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§r. 212 12. Jahrgang

Fulda, Mittwoch, 11. September 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die Glocken Nürnbergs läuten den Parteitag ein.

Sachsen marschierten von Dresden nach Nürnberg. pünktliches Eintreffen der 345 Bannsahnen der HI.

Von allen Kirchen der alten Reichsstadt trugen es die Fiolkcn am Dienstag in die Welt: Der Parteitag in Nürnberg ist eröffnet. Aber das Gepräge hatte Nürnberg schon längst vorher erhalten. Da rollten die Sonderzüge in ununterbrochener Folge ein und luden die Tausende und aber Tausende aus, die teilnehmen dürfen an dem großen Geschehen.

Tie § S. und die Wehrmacht füllten als erste die TMm mit ihren langen Marschzügen. Die Leib- standarte Adolf Hitler hat großenteils gleich nach ihrer

120 Traditionsfahnen.

Sie feierliche Überführung der ruhmreichen Fahnen der alten Armee in das Lager der Wehrmacht bildete für Nürnberg ein bisher noch nie erlebtes militärisches Schauspiel. sTcherl-Bilderdienst.)

^unn ihren schweren Dienst aufnehmen müssen, denn ne mußte die Menschenmassen vor den« HotelTeutscher W, dem Quartier des Führers, im Zaume halten, die ah^u,0? .^r^en Morgen auf den Führer warteten, »wohl (eine Ankunft erst für den Nachmittag feststand. Um 10.00 Uhr morgens begann

^ du Abmarsch der Wehrmacht in ihre Quartiere.

^/^budem Spiel zogen sie durch die Straßen, die - Au Kolonnen und die blaugrauen der Flieger. Zehn bmtereinander bewegten sich die Züge des < n-teë Zum Lager Langwasser. Um das Lager- de U?ud mittags schon ein Wald von Fahnen ^tsdienstes. Dann bezog eine Abteilung der in» s^m1 Musik die Wache vor dem Grandhotel, L" Retchskriegsministër v. Blomberg, General a^» . lmi) andere militärische Führer Wohnung »»kommen haben.

»»w'^? versammelten sich viele der in Nürnberg V' Gauleiter, SA.- und SS.-Führer mit den top :>n Arbeitsdienstes und Stabsführern der lind h^Uc. , . ^wie der Oberbürgermeister Liebel frage bei Ulei "r Streicher auf der NS.-Anmarsch-

^^Eüchen Leiter aus Sachsen, die unter Füh- r.atsi Bauleiters Mutschmann von Dresden ' arnberg wieder den großen Provagandamarsch

1,1 Mei Wochen gemacht haben.

stad â'Ue Menschenmassen strömen in die Fest- üküßen ^^apser aus den vergangenen Jahren be* dlte auf den Straßen erneuert sich die wnnè >.«>'; ^^- ^vd über allem strahlende Herbst- ^ tm ^inbe fliegende Fahnen und Banner. draubo» "^§?!ugendführer Baldur v. S ch i r a ch ehrte ^1^ die acsnm?'^ÜMM"' die mit 345 Bannfahnen ins- 000 Kilometer in 25 Marschabteilungen Stramm- - ^^^chland zurückgelegt haben. in ft«,, ^'^n mit braunen Gesichtern, die stärksten bie aewoi^ Bannen. Fast ohne Ausfall haben sie vollbracht. und bip -^oiagsstunden kamen die Züge aus Berlin stad, ber vus der Reichshauptstadt und der Haupt- Hitler in irp> on^ 'vii all den Männern, die Adolf der gun . "^.Mitarbeiterschaft dienen. Dann traf auch samt §5°^ ^plomaren ein. Die Mitropa hat insge- 9i u 3 [ Q n afwagen für Gäste aus dem ihren Pia« ^euelli, die in der Nähe des Hauptbahnhofs Reichs,* runden haben.

ganisationsleiter Dr. Ley besuchte die in QCn, «... Markiere der Politischen Leiter

Ächte itb^hii ^ fuhr von Schule zu Schule, unter- " u vre BrreMÄuna der 1^0 000 Betten, die

Bereitstellung der Strohlager in den Fällen, wo die vorhandenen Bettstellen nicht ausreichten. In einigen Schulen sorgte er für die Nachlieferung von Stroh und für die Verbesserung der Waschgelegenheiten. Ter Gar Württemberg-Hohenzollern hat, da all« Schulen in Nürnberg belegt waren und die Fabriker nicht mehr zur Verfügung stehen, in einem ^großen Zelt­lager bei Fürth für Unterkunft sorgen müssen.

-i-

Jubel um den Führer bei seiner Ankunst.

Der Führer traf mit seinem Stab gegen 16.30 Uhr auf dem Nürnberaer Flughafen ein, wo ihn eine vieltausendköpfige Menschenmenge erwartete. Ter Stell­vertreter des Führers, Rudolf Heß, der ebenso wie die meisten Reichsleiter, Gauleiter und höheren Führer der SA.. SS., des NSKK. und der übrigen Gliederungen

Das deutsche Neichsschwert

dem Führer aller Deutschen.

Die Begrüßung Adolf Hitlers im Rathaus der alten Reichsstadt.

Dor dem Rarhaufe fand der Empfang des Führers durch die Ehrenkompanien der Wehrmacht und der Leib­standarte Adolf Hitlers statt. Dann betrat der Führer, geleitet vom Gauleiter Streicher unb von Oberbür­germeister Liebel, das Rathaus. Fanfarengeschmetter kündete im Rathaussaalc sein Kommen. Der Führer nahm gemeinsam mit dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Gauleiter Streicher und Oberbürger­meister Liebel auf den hohen Ratsstühlen Platz.

Dann erklang die Ouvertüre zuJulius Cäsar* von Händel und anschließend brauste urgewaltig der Chor Wachet auf" aus denMeistersingern von Nürnberg" auf. Nun betrat Nürnbergs Oberbürgermeister Liebel das Rednerpult und hielt seine Ansprache, in der er u. a. ausführte:

Mein Führer! Im dritten Jahre der nationalsozia­listischen Revolution, imJahre der Freiheit", haben die Glocken der ehrwürdigen Kirchen und Dome Nürnbergs den siebenten Reichsparteitag der NSDAP, feierlich eingeläutet. Das erste deutsche Reich verfiel. Des zweiten Reiches Trümmer versanken in Schmach und Schande. Sie aber, mein Führer, haben ein drittes deutsches Reich geschaffen und es in Einheit, Kraft und Stärke nach innen und außen machtvoll und in wahrer Größe neu erstehen lassen. Im Frühling dieses Jahres

gaben Sie dem deutschen Volke durch die Wieder­einführung der mit ungeheurer Begeisterung begrüßten allgemeinen Wehrpflicht schließlich auch die Freiheit.

Mit der von Ihnen geschaffenen nationalsozialisti- fchen Bewegung und damit dem ganzen deutschen Volke dankt Ihnen dies am Beginn des Parteitages der Frei­heit auch die deutscheste aller deutschen Städte: Nürnberg, die Stadt der Reichsparteitage. Unserem heißen Dank wollen wir in dieser Feierstunde sichtbaren Ausdruck verleihen Ich bitte Sie^ mein Führer, von der Stadt Nürnberg, altem deutschen Brauch gemäß, ein Zeichen ihrer Dankbarkeit, Treue und Ergebenheit entgegen- nehmen zu wollen.

Dus Kleinod, das die alte Reichsstadt Nürnberg dereinst Jahrhunderte hindurch als ein Symbol der Ein­heit, Größe, Macht und Stärke der deutschen Nation in ihren Mauern hüten und bewahren durfte, würdig nach­gebildet aus edelstem Material, lege ich in Nürnbergs Namen als ein Geschenk der Stadl in Ihre Hände. Das deutsche Neichsschwert dem Führer aller Deutschen, der Deutschland wieder einig, stark und frei gemacht!

Die Ansprache des Führers

Sichtlich bewegt, nahm der Führer die Nachbildung des alten deutschen Neichsschwertes aus den Händen des Oberbürgermeisters entgegen. Er reichte es seinem Stell­vertreter, schritt die Stufen hinauf und eröffnete den Neichspartcitag mit folgenden Worten:

Herr Oberbürgermeister! Ich danke Ihnen und der Stadt Nürnberg für den so herzlichen Empfang am heutigen Tage. Zum fünftenmal feiern mir hier das größte Fest unserer Bewegung. Wieder sind unzählige Menschen aus allen deutschen Gauen, erfüllt von der Kraft der nationalsozialistischen Idee, in diese uns allen so liebe und teure Stadt gekommen. Stärker noch als in den ver­gangenen Jahren wird sich die Eigenart Nürnbergs den Parteigenossen einprägen.

Die Stadt der herrlichen deutschen alten Kultur et weitert sich zusehends zur Stadt der neuen deutschen

Erhebung

schon am Vormittag in Nürnberg eingetroffen war, be­grüßte den Führer in der Reichsparteitagstadt. ferner halten sich zum Empfang des Führers Gauleiter Streicher-Nürnberg und Gauleiter Wagner- München eingefunden. Der Führer begab sich dann im Wagen durch eindichtesSpaliervonMenschen, die ihm zujubelten zumDeutschen Hof".

Auf dem ganzen Wege standen die Menschen zwanzig­und dreißigfach gestaffelt und boten dem Führer einen triumphalen Empfang. Wie immer an den Reichsparteitagen, war die ganze Gegend um den Deutschen Hof" herum trotz vielfacher Absperrungen von Menschen dicht umlagert, die immer wieder nach dem Führer verlangten und in ihrer Begeisterung von den Absperrungen kaum im Zaum gehalten werden konnten, als anläßlich des Vorbeimarsches verschiedener Marsch­formationen der Politischen Leiter der Führer einen Augenblick am Fenster sichtbar wurde.

Gewaltig sind die Bauwerke und Anlagen, die der Ab­haltung dieser Feste dienen sollen. Mit dem heuer im wesentlichen vollzogenen Ausbau des Luitpold- ha ins ist der erste biefer einzigartigen Schauplätze des nationalsozialistischen Reichsparteitages vollendet. Er ist uns allen besonders an das Her; gewachsen, weil sich auf ihm noch während der Kampfzeit eine der ersten Stan­dartenweihen zu Nürnberg vollzogen hat. Der vorläufige Abschluß res Umbaues der Zeppelinwiese gibt bis zur Erstellung des neuen großen Märzfeldes der politischen Organisation der Bewegung und insbesondere der Wehrmacht die Möglichkeit des neuen Auftretens.

Es ist für uns alle eine große Freude, daß wir diese Reuanlage in so erhebender Weise einweihcn können durch die Volksarmee der deutschen Nation. Nun,

nach der Wicdererstehung der Kraft und der Stärke des Reiches sind wir aber auch besonders glücklich, gerade in dieser nicht nur schönen, sondern einst auch so stark bewehrten Stadt den Reichsparteitag feiern zu können.

Das symbolische Zeichen deutscher Reichskraft, das Sie mir hier als Geschenk übergeben, soll mich selbst immer aufs neue erinnern an diesen denkwürdigen Parteitag des dritten Jahres der nationalsozialistischen Revolution und des ersten Jahres der neuen deutschen Freiheit.

Ich danke Ihnen, Herr Oberbürgermeister, noch einmal für diesen Empfang und das wunderschöne Ge­schenk und bitte Sie alle, der alten Stadt der Reichspartei­tage unseren deutschen Gruß zuzurufen: Nürnberg Heil!

Gewaltig klang dann das Heil aus die Stadt Nürn­berg aus, das der Führer ausbrachte. Tas Deutsch­landlied und das Revolutionslied der natio­nalsozialistischen Bewegung, das Horst-Wessel-Lied, schlossen die Feierstunde.

Ter Führer schritt nach dem Rathausempfang mit seinen engsten Mitkämpfern durch das Portal. Die Reichs- wehrabteilung präsentierte. Die Musik rauschte auf. Reichswehr- und SS.-Kapellen ließen die Trommeln raffeln. Der Führer fuhr im Auto stehend durch das abendliche Nürnberg.

Mit derAufführungderMeistersingerim Nürnberger Opernhaus ging dann der Vortag zu Ende

Des ersten Reiches Schwert.

Wenn die Stadt der Reichsparteitage, die alte Reichs­stadt Nürnberg, in diesem Jahr der Wiedergewinnung der deutschen Wehrhaftigkeit bem Führer und Reichs­kanzler als Ehrengabe eine getreue Nachbildung des alten deiltschen Kaiser-Zerenronial- s ch w e r t e s überreichte, so knüpft sie damit sinnbildlich an die große Überlieferung jener Zeit an, da sie Hüterin und Wählerin der Heiligtümer des Deutschen Reiches war.

Die berühmten R e i ch s i n s i g n i e n , die Ausdruck der Würde und Macht des Kaisers waren, bestehen neben dem Krönungsornat aus der goldenen Kaiserkrone, bem Reichsapfel, demSchwert des Heiligen Mauritius" und dem eigentlichen Zeremonialschwert der Kaiserkrönung, bekannt alsSchwert Karls des Großen". Sarazenische Künstler aus Sizilien haben dieses Schwert im 12. Jahrhundert angefertigt.

Die von dem Aachener Domgoldschmied Witte ge­schaffene Nachschöpfung des Kaiserschwertes ist so getreu dem Original nachgebildet, daß sie auch alle Patinierun­gen und Beschädigungen aufwcist. Sie ist ein Meisterwerl deuttcher G^ldschmiedearbeit. Bis zum Jahrd 1424