Möaer Anzeiger
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Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlatz nach Preisliste gewährt, bei Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlatz. — „D.A." VII. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis, liste Nummer 3 gültig. — Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
Fulda, Samstag, 14. September 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Führerappell an die Ausländsdeutschen.
Hitler auf der Tagung der Auslandsorganisation der NSDAP. in Nürnberg.
in Deutschland anwesenden Politischen der NSDAP. aus d e m Auslande, die freier der Reichsdeutschen in allen Teilen der Welt, nach Abschluß der Erlanger Tagung nunmehr d'-mer am Reichsparteitag 1935 und fanden sich am «lritaa nochmals zu einer großen Tagung der Auslands- MMsation in Nürnberg im Apollotheater zusammen. A Tagung erhielt ihre Bedeutung dadurch, daß der Fühler und der Stellvertreter des Führers das Wort ergriffen.
Gauleiter Bohle, der Führer der Auslandsorgani- brachte das in seiner einleitenden Ansprache zum Ausdruck. Er gab damit den Politischen Leitern Einblick in die Tätigkeit der mannigfachen Arbeitsgebiete der Ämter der Auslandsorganisation und betonte, daß die
bisher erzielten Erfolge nur erreicht werden konnten durch den Einsatz des Menschen, gleichgültig, welchem Stande er angehört oder welchem Beruf er nachgeht.
Dann ergriff unter brausendem Beifall der Führer das Wort. Er sprach von der Notwendigkeit für die reichsdeutschen Mitglieder der NSDAP, im Auslande, sich auch draußen in der Welt als ein lebendiges Mitglied in der deutschen Volksgemeinschaft zu fühlen. Dazu gäbe der Nationalsozialismus, der sich gleichsam als Inkarnation des deutschen Wesens in diesen Tagen in Nürnberg zeige, die Möglichkeit. Was sie in Nürnberg zu sehen Gelegenheit hätten, das sei so groß und für die deutsche Zukunft so bedeutend, daß jeder einzelne deutsche Reichsangehörige und Volksgenosse im Auslande eine tiefe innere Befriedigung empfinden könne, Angehöriger einer solchen Gemeinschaft zu sein.
Der Führer brachte dann zum Ausdruck, daß das deutsche Volk heute nicht nur ein Staat, sondern ein von lebendigem und innerem Leben durchpulster
Volkskörper geworden
sei. Das sei das Große, das der Nationalsozialismus dem deutschen Volke gebe: daß der Deutsche, der nun in das Ausland komme, nicht ein verlorenes Glied sei, sondern ein lebendiges Mitglied der Volksgemeinschaft bleibe. Daraus ergäben sich aber auch für jeden einzelnen Pflichten. Es genüge nicht, daß er wisse, er habe die Lutsche Staatsangehörigkeit noch. Er habe die Pflicht, die mangelnde Möglichkeit, am inneren staatlichen Leben leilzunehmeit, zu ersetzen durch die innere Teilnahme an unserem volklichen Leben, wie es sich in der national- lezialistischen Bewegung heute offenbare.
Der Deutsche im Ausland habe die Pflicht, immer, überall und zu jeder Stunde sich als Volksgenosse zu fühlen.
Er könne nicht sagen, er sei der nationalsozialistischen «melnichaftsauffafsitng entbunden, sondern im Gegen- Ä ^Ell er in der Fremde sei, keine Möglichkeit einer ^i-altung des Staatsschicksals habe, so müsse er um so äur Volksgemeinschaft stehen und an ihr mit- h et^n-, Das setze freilich voraus, daß er alles tue, was , ^^oualsozialismus von dem einzelnen Menschen Und über alle Stämme und Stände hinweg Polles mV" ^en Vordergrund stelle, Angehöriger eines ®er Führer schloß seine von tosendem Beifall immer lever unterbrochene Ansprache mit einem zu Herzen senden Appell an die Ausländsdeutschen
• nn Auslande zu diesem deutschen Volkstum und Verpflichtungen durchzuringen, ganz gleich, wo der elnzelne feine Arbeit leiste.
Den cvx Der Fackelzug der Zehntaufeno.
Leiltt H^uukt der Parteitaakundaebunaen am Donnerstag bildete der große Fackelzug der 10 000 Politischen b« WerJfÄ -l- SâiMW all« deutscheil Gaue °bu°l,m.
(Scherl Bilderdienst — M.)
Heß weihte 68 Auslandsfahnen.
Nachdem der Führer wieder den Saal verlassen hatte, nahm nun der Stellvertreter des Führers, R u d o l i Hetz ebenfalls von Jubel umbrandel, das Wort zu seiner Weiherede für 68 Fahnen von Ortsgruppen der Auslandsorganisation, die nun den Reichsdeutschen aller
Welt voranwehen werden, Politischen Leiter.
Er führte u. a. aus: ,
zur Vereidigung der Sie sich stets der Ehre
und
Seien
bewußt, die darin liegt, Angehöriger dieser Volksgemeinschaft, Mitglied des nationalsozialistischen Führerkorps zu sein. Erweisen Sie sich stets dieser Ehre würdig. Das Bild, welches das Ausland sich vom neuen Deutschland macht, wird auch beeinflußt durch Ihre Haltung. Bewahren Sie stets männliche Würde, buhlen Sie nicht um die Gunst des Auslandes, ebensowenig wie Sie ein herausforderndes Wesen zur Schau tragen dürfen.
Befolgen Sie die Gesetze Ihres Gastlandes, ebenso
Nürnberg im Zeichen der politischen Leiter
Gewaltiger Aufmarsch der 18 000. — Fortsetzung des Parteikongresses und der Sondertagungen.
Der vierte Tag des Parteitages der Freiheit gehörte den Politischen Leitern, die in 180 Sonderzügen nach Nürnberg gebracht worden waren. 180 000 politische Soldaten der Bewegung zogen in Zügen von 1000 oder 2000 Mann durch die Straßen Nürnbergs in ihre Quartiere, für die Reichsleiter Dr. Ley bestens vorgesorgt hatte. Jeder sand sofort in der seiner Gruppe zugeteilten Schule sein Bett. Die Politischen Leiter erhielten dann, soweit sie in den Abendstunden des Donnerstag eingetrofsen waren, für Freitag zunächst Urlaub und besichtigten das alte Nürnberg. Am Freitagmittag 1 Uhr war Appell und Sammeln für den Marsch zur Zèppelinwiesc.
Der Tag wurde im übrigen durch
eine Reihe von Sondertagungen
ausgefüllt. Um 8 Uhr morgens begann eine Tagung der Auslandsorganisation der NSDAP., auf der der Stellvertreter des Führers und Reichskeiter Bohle sprachen. Gleichzeitig tagte im Katharinenbau der N S. - S t u d e n t e n b u n d , vor dem Alfred Rosenberg sprach. Im Opernhaus war das Amt für Beamte versammelt, und im Kulturvereinshaus hielten das Re ichs rechts am t der Partei und der Bund Nationalsozialistischer Juristen Beratungen ab. Dabeisprachen Reichsminister Dr. Frank und Gauleiter Streicher. Es tagten ferner noch die H a u p t s ch r i f t l e i t e r der Pa rteipresse, die NS. - Kriegsopferver- s o rgn nq , die Parteigerichtsvorsitzenden und die Reichsarbeitsdien stfüh re r.
Inzwischen rollten auf dem Bahnhof Dutzendteich die
‘ Züge mit Hitler-Jugend und Jungvolk an.
Die letzten Marschkolonnen der Hitler-Jugend, die in dem großen Lager neben dem SA.-Lager Langwasser untergebracht ist, mußten vom Bahnhof Dutzendteich abmarschiert sein, als der Anmarsch der Politischen Leiter für die Kundgebung auf der Zeppelinwiese begann.
Wenige Stunden nach dem Eintreffen der Hitler- Jugend begann auch schon
wie Sie von diesem fordern, daß es Sie durch Recht und Gesetz schützt.
Achten Sie Ihr Gastland ebenso, als Sie von diesem erwarten dürfen, daß es dem neuen Deutschland Achtung entgegenbringt. Sie schwören Treue und Gehorsam dem Manne der für uns Deutsche und für die ganze Welt zum Inbegriff Deutschlands geworden ist, dem Manne, der Deutschland aus seiner tiefsten Not hochriß zu neuer Blüte, der ein in sich zerrissenes Volk zu größerer Einigkeit denn je zusammenschweißte, der Deutschland aus schier hoffnungsloser Ohnmacht zu neuer Macht führte, der Deutschland seine Freiheit wieder- errang, der Deutschland seine Ehre wiedergab."
Ein ergreifender Augenblick, als die bis tief ins Innerste bewegten Reichsdeutschen aus dem Auslande aufstanden und die Eidesformel sprachen, mit der sie den Eid ablegten auf den Führer. Die innere Bewegung löste sich im Horst-Wessel-Lied, das selten mit so tiefer Inbrunst gesungen worden ist.
die Anfahrt der Sonderzüqc der SA., der SS. und des NSKK.
Auf den weiten Straßen um Langwasser herum war Tag und Nacht ein ewiges Marschieren. Am Sonnabendmorgen waren die Lager der SA., der Hitler-Jugend und der SS. in Hasenbuck vollbesetzt. Nürnberg hat nun bei seinen rund 500 000 Einwohnern etwa 600 000 bis 700 000 Gäste für drei Tage in seinen Mauern.
Reichstagsfitzvvg wird auf alle deutschen Sender übertragen.
Die Reichstagssitzung, die am Sonntag um 21 Uhr in Nürnberg stattfindet, wird aus alle deut» scheu Sender übertragen.
Der Führer bei den in Nürnberg anwesenden Diplomaten.
Der Führer stattete am Freitag den in Nürnberg anwesenden Vertretern der Mächte im Salonwagen einen Besuch ab. Namens der in Nürnberg anwesenden Diplomaten sprach der polnische Botschafter Lipski den Dank aus für die Einladung und verband damit „die aufrichtigen Wünsche für das Gedeihen des Deutschen Reiches unter Ew. Exzellenz Führung".
Der Führer gab in seiner Antwort seiner Freude über den Besuch der Vertreter der Mächte auf dem Reichs- Parteitage Ausdruck mit dem Wunsche, daß sie von Nürnberg die Empfindung Mitnahmen, daß das deutsche Volk wirklich innerlich geschlossen ist und daß das, was sie in Nürnberg zu sehen Gelegenheit hätten, der ticsinncrste Ausdruck des Wesens und der Empfindungen des deutschen Volkes sei.
Die Memelgaranten erheben Vorstellungen in Kowno.
Die Vertreter von drei Garanten des Memelstututs, Frankreich, Italien und England, haben bei der litauischen Regierung Vorstellungen erhoben, um eine ordnungsmäßige Durchführung der bevorstehenden Wahl im Memelgebict sicherzuftellcn.
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Die Londoner Wochenzeitschrift „S p e c t a t o r" bezeichnet die A u s f ü h r u n g e n d e s M i n i st e r p r ä s r- beuten Göring in Nemonien (Ostpreußen) über die unhaltbare Lage im Memelgebiet als völlig berechtigt. Das Blatt warnt die Garantiemächte, den Ernst der Lage, die infolge der litauischen Drohungen entstehen könnte, zu übersehen.
Es handle sich um eine Angelegenheit des Völkerbundes.
Denn zuerst habe sich die Botschafterkonferenz und später hätten sich England, Frankreich, Italien und Japan der Memelangelegenheit angenommen. Litauen sei es nie klargewordcn, daß es nur einen Weg gebe, die Oberhoheit über das Memelgebiet zu behalten, nämlich ein ernstes Bestreben, das Abkommen, das der deutschen Bevölkerung vom Memelland die Autonomie gebe, reibungslos wirksam werden zu lassen.