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M-aer /lnzeiger

. Werktag. Wochenbeilag«:Der LOemt l'tz« A,reis: monatlich 170 RM. Sonntag / ^.gbeüinderung durchHöhere Ee- 8<i?fi?Se Ansprüche. Lerlag Fried, »o» n klau, Fulda, Kâmgftrage 42. ^r^rud- Friedrich Ehrenklau, Lauter.

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Tageblatt für Rhön unS Vogelsberg Zulöa- und Haunetal »Iulöaer Kreisblatt

Schristlektung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Fernsprecher Nr. 2984

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Fulda, Mittwoch, 18. September 1935

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." vu. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis- liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

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ßmschmelzung der Landkarte Europas".

Mussolini droht England

Der Duce hat keine Angst vor einem Krieg

der Toten in die Millionen gehen?"

Soll die Zahl

Die französische ZeitungMati n" veröffentlicht in nrößter Ausmachung eine Unterredung eines ihrer Mit­arbeiter mit M u s s v l i n i, in dem der Duce sich mit I tjlicr unmißverständlichen Deutlichkeit ausdrückt, wie man - ft bisher auch von seiner Seite noch nicht gehört hat. I Mussolini erklärte, die Kräfte des Jnternationa- ' lismüs hätten in der Person Italiens den Faschismus trniebrigen wollen. Es sei diesen Kräften aber nur ge­lungen, ihn zu reizen. Der Groll Italiens werde lange anhalten; denn wenn das italienische Volk auch für FremMaft empfänglich sei, habe es doch niemals Be­leidigungen vergessen können.

Italien habe für das englische Volk eine aufrichtige und im Laufe der Jahre treue Freundschaft emp­funden. Es finde es aber heute ungeheuerlich, daß das englische Volk, das die Welt beherrsche, ihm ein armseliges Stückchen Boden unter der afrikanischen Sonne versage.

Es handele sich nicht um ein Pokerspiel, aber Italien habe in seinem Spiel eine Karte, die den Einsatz seines ganzen Lebens darstelle, und es werde diese Karte aus­spielen. Italien verfolge seinen geraden Weg. Wenn man gegen Italien eine Kriegshandlung begehe, gut, das bedeute dann eben Krieg. Italien wünsche ihn nicht, habe aber auch keine Angst davor.

Wolle man denn anstatt der Verluste, die eine kolo­niale Operation mit sich bringe, wie sie England und Frankreich nacheinander unternommen hätten, daß die Zahl der Toten in die Millionen ache?

Dann sollten aber auch die, die die Katastrophe entfesselt hätten, vor der Geschichte die Verantwortung dafür tragen. Italien wolle durch seine koloniale Operation Sicherheit und Ausbreitungsmöglichkeiten für seinen starken Bevölkerungszuwachs.

Die Gewehre würden da unten ganz von allein los- gchen, stunden doch dort 400 000 bewaffnete Abessinier und 250 000 Italiener, die auch Gewehre hätten.

Mussolini wies dann auf die in Italien herrschende Ruhe und auf die Mobilmachungsmöglichkeiten des neuen Italien hin. Eine Million sei mobilisiert. Inner­halb eines Tages könne er zehn Millionen der politischen Streitkräfte mobilmachen, ohne dabei die für die Landesverteidigung tätigen Ar­beiter aus ihren Werken herausnehmen zu müssen.

Wenn man es wage, beispielsweise militärische Sühnemaßnahmen gegen Italien einzusühren, dann werde Italien noch mehr aufbieten können.

Wolle Frankreich dessen freundschaftliche Bemühung für Italien und dessen europäische Anstrengung er aner­kenne solche Sühnemaßnahmen? Das sei alles, was er mit Rücksicht auf die heikle Stellung Frankreichs von diesem wolle. Mögen sich aber die anderen gesagt sein lassen, daß Sühnematznahmen die Gesahr einer Um-- schmelzung der Landkarte Europas mit sich bringen würden. Das wäre das klarste Ergebnis, das jene erreichen würden, die aus Selbstsucht Italien das Recht zum Leben -absprech n wollen.

Englischer Flottenausmarsch im Mittelmeer

Sperrung des Hafens von Gibraltar,

Englische Kriegsschiffe in griechischen Gewässern,

Wie das englische Nachrichtenbüro Reuter aus Mbraltar meldet, ist der südliche Eingang in den «dm j r a 1 i t ä t s h a f c ii durch ein künstliches Hindernis gesperrt worden. Nach einer Mitteilung des Hafen- mclsiers ist die Einfahrt verboten.

Auf der H ö h e v o n A l e x a n d r i e » (Ägypten) fand >ne eindrucksvolle Demonstration der briti - 'qrn Se e - u n d L u ft st r e i t k r â f t e statt. Die beiden Wen Schlachtkreuzer und die imposanten Flugzeug- vM Yachten vor allem auf die ägyptische Bevölkerung, » r c vom User aus teilweise beobachten konnte, Sinbyud. Die meisten in Ägypten stationierten J Tvl Kampf- und Bombenflugzeuge waren bei dieser 1Mmen Demonstration Englands im östlichen Mittet- ; »'ttr eingesetzt worden.

foini' fil^r Mitteilung des griechischen Innenministers zu- i Mehen e l n i g e H ä f e n d e r g r i e ch i s ch e n W e st - [ feil ^Wartung englischer Kriegsschiffe, und zwar " Üorfu, Argostolion und Navarino die erste,

i er» /" . b i e r t e e n g 1 i s ch e T o r p e d o b o o t s - ) r" slottille bereits am 20. September er- von e -orpedobootszerstörer werden wahrscheinlich l?r.cn englischen Kriegsschiffen begleitet fein.

j DOn N itâenischLu Z e i t u n g s m e l d u n g e n wird Weien aus mit englischer Unterstützung eine neue ufsiandsbeivegung der Seuussi gegen die Italiener

; . geschürt.

tstnicri , £ inMarsa Mabruk zwischen dem aus Tripoli- el ^MbWen geflüchteten Senussiführer Safi Kriegsminister und dem britischen ^vrbes eine sehr wichtige Besprechung seien ^bem Wie dasGiornale d'Jtalia" erklärt, ^Italienischen Streitkräfte in Nordafrika so ge-

; werden fömue ^" ucuer Senussiausstand nicht gefährlich

6**en in Genf bereits beschlossen?

nach SonhnL91^. Ministerpräsident Baldwin, der berufen ?/"Eehrte, hat eine Kabinettssitzung ein- nahme nein! ^. französische Forderung nach Über- durch ß. - ^antien für die französischeSicherheit" "Daily â ?nb 3 beraten. Das englische Blatt

i den Genfer ^ behauptet, man habe sich hinter

^enbunn inrh bereits im wesentlichen über An- ,, Zn ben1a der Sanktionen gegen Italien geeinigt. ^ »s s e« ; * " i u n g c n d e s F ü n f e r a u s - nf schreibt die französische Presse, hei«, Abessinien einen italienischen Ober- ^bnt toetb ^egus einsetzen, der vom Völkerbund er- 0Ware L v zwei ebenfalls italienische Unter

lväbfp»?^ Landesverwaltung beigegeben werden ?ominen' ? ® b e n die abessinische Unabhängigkeit Mieten woll^^^/^alten und den Italienern nur das ' Min (eine, ber Völkerbund von Abessinien als Mltglredcr verlangen könne.

England md die ümzUWe Anfrage

London, 18. September.

. Reuter berichtet aus Paris, daß man in französischen Kreisen am Dienstag geneigt sei, eher nach London zu sehen als nach Genf oder Rom, soweit die nächsten Nach- richten über Abessinien in Frage kämen. Die Sensations­berichte aus Genf über den Zusammenbruch der Beratun­gen des Fünferausschusses oder angeblichen Pläne des Fünferausschusses bestätigten lediglich, daß eine unmittel­bare Entscheidung in Genf nicht zu erwarten sei. Das In­teresse wende sich nach London, wo das britische Kabinett über die französischen Anfrage entscheidet, ob Groß-Bri- tannien, wenn der Fall eintrete, Sühnemaßnahmen gegen Deutschland ergreifen werde. Die Antwort sei von außer­ordentlicher Wichtigkeit für Gens. Sie würde Laval in den Stand setzen, seinen schönsten Erfolg, die Stresa-Front zwischen Groß-Britannien, Frankreich und Italien wie­der herzustellen.

Inzwischen hat in London das britische Kabinett getagt. Obwohl keinerlei amtliche Mitteilung über das Ergebnis der Kabinettssitzung ausgegeben worden ist, ist anzuneh­men. daß Sir Samuel Hoare einen Bericht über den ita­lienisch-abessinischen Streit gegeben hat.

Reuter erfährt dazu, daß auf die französische Anfrage, ob der britische Widerstand gegen einen Angriff unter dem Kollektivshstem sich auch auf das österreichische Problem erstrecke, keine bestimmte Antwort gegeben werde. Man sei der Ansicht, daß die französische Regierung nicht auf eine Antwort dränge, sondern die Angelegenheit durch die Rede Sir Samuel Hoares in Genf als geklärt ansehe.

Rom, 18. September.

So geringschätzig in Rom weiter dasnutzlose Ge­schwätz" von Gens betrachtet wird, so aufmerksam verfolgt man die Haltung, welche die an der abessinischen Frage in­teressierten Mächte einnehmen. Besonders die Haltung der englischen Regierung steht im Mittelpunkt des Interesses. . Der Londoner Berichterstatter desLavoro Fascista" glaubt Voraussagen zu können, daß die englische Erwiderung auf die französische Anfrage von der Absicht geleitet sein werde, Frankreich in der Sanktionsfrage auf die Seite Englands zu ziehen.

Weit mehr jedoch interessiert die tatsächlicheAnpas­sung" Englands an die sich zuspitzenden Ereignisse: die militärischen Vorbereitungsmaßnahmen Englands, Palä- sttnas, Aegyptens, Maltas und Gebraltars. Sn nüchternem Ton kommtLavoro Fascista" auf die in Rom so viel er­örterte strategische Stellung Englands im Mittelmeer zu­rück und betont, daß England durch die Entwicklung der Luftfahrt in seiner maritimen Stellung starke Einbuße er- litten habe. Darum falle jetzt Malta als Flottenstützpunkt so gut wie aus; die Hauptflottenmacht verlagere sich nach dem asiatischen Küstengebiet des Mittelmeeres.

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Befestigung der italienischen Mein des Dodekanes.

Wie aus dem Dodekanes gemeldet wird, liegt jetzt vor Rhodos, der Hauptiusel des- Dodekanes, ein italienisches Geschwader vor Anker. Auch mehrere italienische Frachtdampfer mit Baumaterialien sind eingetroffen. Die dicht vor den türkischen Küsten liegenden italienischen Inseln sollen befestigt werden, um im Verlauf des bevorstehenden italienisch- abessinischen Krieges Überraschungen von türkischer Seite zu vermeiden. Unter anderem wird auch die asiatische Seite der Insel P s e r i m o s , die nur vier Kilometer von dem kleinasiatischen Festland entfernt liegt, stark be­festigt werden, während das Innere der klimatisch sehr gesunden Insel zu einem riesigen Lager von Lazarett­baracken umgestaltet wird. Die Insel ist von der Bevölke­rung geräumt worden, um tropenkranken italienischen Soldaten aus Ostafrika Platz zu machen.

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Mobilisierung Abessiniens abgeschlossen.

Die abessinische Regierung enthält sich nach wie vor jeder Meinungsäußerung über die Lage. Sie wartet das Ergebnis der Verhandlungen des Genfer Fünferkomitees ab. Inzwischen wurden sämtliche Vor­bereitungen für die allgemeine Mobilmachung beendet. Die Mobilisierung soll jedoch nur ausgesprochen werden, wenn Italien zum Angriff schreitet. Die allgemeine Stimmung ist zuversichtlich.

Querschnitt durch den letzten Tag in Nürnberg.

Oben links: Die ruhmreichen Fahnen der alten Armee an i betn Führer. Oben rechts: Der Führer während seiner großen ©in Geschütz bei den Vorführungen der Wehrmacht. Unten rech' -

: der Spitze der großen Parade der Wehrmacht vor oßen Schlußrede auf dem Parteikongreß. Unten links: chts: Parade der Panzer. (Scherl Lilderd., Weltbild M.)