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M-aer Anzeiger

ss^^ C Tageblatt für Rhön UN- Vogelsberg.

& SK, sä2^5^S Zul-a- UN- Haunetal Zul-aer Kreisblatt

Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- V

lla 1!; Fulda^Königstr^ 42, ^rnsprecher^ 2989 Schristleitung UN- Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernfprecher Nr. 2989

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Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." VII. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis- liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Ar. 219 - 12. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 19. September 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Grundlegende Aenderung im deutschen Unterrichtswesen.

Einführung einesgleitenden Sechstageplans".Am Staatsjugendtag nur noch nationalpolitische Erziehung.

Reichserziehuugsminister Rust hat einen Erlaß mausnegeben, der eine grundlegende Änderung im Ätschen Unterrichtswesen bringt. Der Erlaß lautet:

Um eine bessere Durchführung des Ftaatsjugendtages und eine geregelte Unterrichtsführung zu gewährleisten, ordne ich an daß nach den Herbstserien in den Volksschulen (Grund- und Hauptschulen), in den mittleren und höheren Schulen am Staatsjugendtage kein lehrplanmâßi- qcrUnterricht mehr erteilt werden darf. Der Staats- jugmdtag soll in Zukunft ausschließlich der natioila lp o l i t i s ch e n E r z i e h u n g dienen.

Eine Übertragung der dadurch ausfallenden Unter­richtsstunden auf die übrigen fünf Wochentage ist für die mittleren und höheren Schulen aus die Dauer nicht trag­bar, vielmehr muß der bisherige Wochen- stundenplan aus sechs Tage verteilt bleiben. Daher muß ein weiterer, sechster Unterrichtstag als Ersatz für den Staatsjugendtag angefügt werden. Das hat zur Folge, daß die sechstägige Schulwoche fortan stândigum je einen Tag weitergleitet.

Diesergleitende Sechstagcpla n" wird so­wohl den Unterricht zu seinem Recht kommen lassen wie auch einer Überlastung der Schüler vorbeugen. Er ist mit Beginn des Unterrichts nach den Herbstferien an allen mittleren und höheren Schulen durchzuführen.

Die Schulwoche hat mit dem neuen Erlaß wie b i s - her sechs Schultage, sie deckt sich aber nicht mehr mit der Kalenderwoche. Der Stundenplan gleitet mit dem Staatsjugendtag als siebenten Tag jeder Woche um einen Tag weiter. Von den 40 Schulwochen sind künftig 33 Lernwochen und 7 nationalpolitische Schulungswochen Wer Sonnabend Staatsjugendtag). Die Erziehung ist im Rahmen des Ganzen zu betrachten: Unterricht und dazu nationalpolitische Schulung. An den Lehrplänen sur jede Woche ändert sich nichts. Der Sonnabend ist nur schulunterrichtsfrei, aber nicht Unterrichts- und er- ziehungsfrei.

Da der Sonnabend stets Staatsjugendtag ist, wird nach demgleitenden Sechstageplan" die erste Unterrichts- i.0Q)c 3- N. am Dienstag, dem 10. Oktober, beginnen und Dienstag, dem 22. Oktober, laufen. Vom Mitt- ^'m nächsten Tage, bis zum darauffolgenden Mitt- ; 1UM dann die nächste UnterrichtSwoche usw. Am »nabend, dem Staatsjugendtage, findet kein l e h r - - "umaßiger Fachunterricht mehr statt. Der 'lugendtag dient fortan nur noch der nativ- J .^^n Erziehung. Soweit die Jugend bnrAA Hitler-Jugend ist, erfolgt die Betreuung r ^âiule. Auch die G r u N d s ch ü l e r sind in die hin«^ « £ einbezogen, damit schon die früheste Schul- J 0 ^kaßt wird. Die Schulung am Staatsjugeudtage

Remeler Einheitsfront gegen Litauer Lügen.

191 September. DasMemeler Dampfboot" tter» r Nummer 217 vom 15. dieses Monats die E^"de Zuschrift der Memelländischen Einheitsfront: «Niemeier Beobachter" bringt in der am 12. Sep-» ausgegebenen Nummer 47 eine Nachricht zur Mèl-n Ä^b^g, die auch bereits am Tage vorher im Me- ^t âdmdienst verbreitet worden ist. In dieser Nachricht

ist dabei, was man über das Zustande- mitc^VV sogenannten Einheitsliste hört. Wir man uns Bills» ir^att. ist diese Liste nicht etwa nach dem freien worden, sondern sie ist viel- Rieubc'n ^ eines von außerhalb des Gebietes stam- Un er^tates zustande gekommen."

len üM wissen als die Erfinder solcher Nachricht Die erwö^ ^ten, wie unwahr diese Meldungen sind. Grctu, â Meldung bemüht sich, uns auch über die als uninw Gebietes hinaus zu verdächtigen und uns nen wir hinzustellen. Deshalb fön* druck) fest schweigen. Wir stellen mit allem Nach-- obachters« A erwähnte Meldung desMemeler Be- fange erfunh» Memeler Radiodienstes in vollem Ilm* daß die T Unsere Wählerschaft weiß es am besten, ^üttqett K der Einheitsliste der Erfolg ihres N ihm 'pulens war, daß dieser Wille so stark war, ^rücktrete^ alle anderen taktischen Erwägungen U von dem^^en. Wir fühlen uns ausschließlich abhän- ^vrellând^ Willen der Heimattreuen Mehrheit der ^ mLL La deren Treuhänder wir uns betrachten.

1*1« «bet«??? der Zukunft wird ein Bauernreich

5 nicht sein. (Adolf Hitler.)

erfolgt in der jeder Altersklasse gemäßen yorm. >scyur- unterricht und Staatsjugendtag sind durch die neue Rege­lung scharf voneinander abgegrenzt.

Bisher hatten sich durch den Staatsjugendtag starke Störungen des Unterrichts ergeben. Es ist nun ein Irr­glaube, daß die Jugenderziehung nur im Rahmen der Familie und Jugend möglich sei. Die Schulreform soll nicht nur eine Reform der Schulformen, Stundentafeln und Lehrpläne darstellen. Außerhalb des Unterrichts und der Schule ist ebenso wichtig die n a t i o n a l p o l i t i s ch e Erziehung Daher wurde schon im Juli 1934 durch eine Vereinbarung zwischen dem Reichserziehungsminister und dem Reichsjugendführer die Einführung des Staats­jugendtages beschlossen. Damit wurde der Staatsjugend­tag grundsätzlich aus dem Schulbetrieb herausgelöst; aber da nur das Jungvolk erfaßt wurde, blieb ein großer Teil der Schüler in der Schule. Dadurch entstand ein Hin und Her zwischen Staatsjugendtag und Unterricht. Die Folge war eine Schädigung der Hitler-Jugend.

Es ist nun ein entscheidender Schritt in der Geschichte der deutschen Jugender­ziehung, wenn durch den neuen Erlaß die ganze deutsche Schuljugend von dem Staatsjugendtag erfaßt wird. Bei der Neuregelung des Stundenplanes war die Frage zu verneinen, ob fünf Wochentage für den ganzen Unterricht als genügend anzusehen seien. 30 bis 35 Wochenstunden hätten dann aus fünf Tage zusammen- gedrängt werden müssen, was bedeutet hätte, daß sechs bis sieben Stunden täglich Unterricht hätten gegeben werden müssen. Eine Kürzung der Stundenzahl war aber bei den mittleren und höheren Schulen unmöglich, weil die Zweistundenfächer nicht weiter gekürzt werden können. Starke Abstriche bei den wissenschaftlichen und technischen Fächern waren ebenfalls nicht möglich. Daher hat man die Sechstageunterrichtswoche beibehal­ten. Da aber die Kalenderwoche durch das Einschieben des Staatsjugendtages nicht reicht, mußte über den Sonn­tag hinausgegriffen werden. Die neue gleitende Schul­woche von sechs Tagen ist also nicht gleich der Kalender­woche. Sie rückt immer um einen Tag weiter. Mögliche technische Schwierigkeiten sind leicht durch entsprechende Stundenpläne zu überwinden. Die Vorzüge sind, daß jetzt die Unterrichtsfächer wieder im rechten Verhältnis zueinander stehen und einer Überlastung der Schüler vorgebeugt wird. Es gibt künftig 33 Unterrichtswochen an Stelle der früheren 40. Da jedoch ein Teil der früheren Jugenderziehung nur verlegt wird, so bleibt es praktisch bei der Zahl der bisherigen Unter­richtswochen. Für den Unterricht ist eine Konzentration und Stoffkürzung zwar unbedingt erforderlich, aber die nationalpolitische Erziehung bedeutet eine wesentliche Bereicherung des Unterrichts und ist im Hinblick auf die Volksgesundheit und körper­liche Ertüchtigung unbedingt notwendig.

Nur Ltuierreduugen in Kowno?

Die Signatarmächte geben sich rasch zufrieden.

An z u st ä n d i g e r f r a n z ö s i s ch e r S t e l l e wird, nach einer Meldung aus Paris, erklärt, daß ein Schritt der Signatarmüchte gegenüber Litauen nicht erfolgt sei, es hätten lediglich Unterredungen stattgefunden. In Paris erwartet man also keinerlei Antwort, sondern ist der Ansicht, daß die Angelegenheit durch die am 14. September vom litauischen Ministerpräsidenten T u b e- [ i s abgegebene Presseerklärung über die bevorstehenden Wahlen in Memel erledigt ist.

Die Pariser ZeitungInformativ n" meldet auS Kowno:Man gibt zu verstehen, daß die Antwort der litauischen Regierung auf die von England, Frankreich und Italien erhobenen Vorstellungen hinsichtlich der kom­menden Wahlen von der Londoner Regierung bereits als befriedigend beurteilt worden ist." Das fran­zösische NachrichtenbüroH a v a s" meldet aus Kowno: Man teilt an zuständiger Stelle mit, daß keine neue A n t w o r t auf die Demarche der Mächte zu den Memel­wahlen gegeben werden wird."

Kinderbeihilfen

Nach einer im Reichsanzeiger veröffentlichten Verord­nung des Reichsfinnnzministers können aus den Mitteln des Sondervermögens des Reichs für Ehestandsdarlehen kinderreichen Familien auf Antrag einmalige Kinder­beihilfen gewährt werden.

I durch die Kriegshäfen des Mttelmeeres.

Genua Barcelona Algier Malta.

Von Walter Möller.

Auf Malta, im September 1935.

Nach den Reden der Vertreter derjenigen Länder, die direkt oder mittelbar an dem italienisch-abessinischen Streitfall interessiert sind, und den Pressemeldungen wer­den viele Zeitungsleser annehmen, daß es hier unten auf dem herrlichen, seit Wochen tiefblauen Mittelmeer nur so von Kriegsschiffen wimmelt. Nichts dergleichen kommt in Frage. Um der Wahrheit die Ehre zu geben denn man liest hier in den Zeitungen, die an den An­liegeplätzen angeboten werden, allerlei Übertreibungen in großer Aufmachung, sind wir in den etwa zwei Wochen, die der LloyddampferGeneral von Steuben" mit uns unterwegs ist, bisher nur einem kleinen Kreuzer begegnet. Inwieweit die Kriegsschiffbewegungen auf den hier stark befahrenen Schiffsrouten nachts erfolgen, mag allerdings dahingestellt bleiben, ebenso wie viele von den uns ziem­lich zahlreich begegnenden Frachtdampfern verschiedener Nationen Kriegsgut befördern.

In den Hafenstädten hat man schon eher Gelegenheit, Kriegs- oder zumindestens Sicherungsvorbereitungen zu beobachten, obwohl auch hier die Mehrzahl der Ver­ladungen aus naheliegenden Gründen in der Nacht er­folgen dürfte.

In Genua

geht das immer stark pulsierende Leben seinen Gang. Leb­hafter Straßenbahn-, Autobus- und Kraftdroschkenverkehr, Scharen von Fußgängern auf den Straßen, unter denen die kosmetisch sehr stark interessierte Damenwelt auf­fällt. Im Hafen selbst habe ich nur ein Kanonenboot ent­decken können, wohl aber wurde mir von den verschieden­sten Seiten übereinstimmend bestätigt, daß bereits von hier ziemlich erhebliche Truppentrans­porte abgegangen seien, und die vielen größeren und kleineren Frachtdampfer, vor denen die Kräne ununter­brochen in Tätigkeit sind, verladen augenscheinlich nicht nur Zitronen, Orangen und Öl.

Das militärische Bild der Stadt hat sich nicht wesent­lich verändert. Man sieht wie in allen italienischen Garnisonorten immer wieder kleinere Abteilungen der verschiedenen Truppengattungen in dem hier und in Spanien charakteristischen kurzen und raschen Stechschritt. Im Gegensatz dazu marschieren die Alpenjäger (Bersag- lieri) mit dem Filzhut und der Feder auf dem Kopf in langsameren, weiter ausholenden Schritten. Von ihnen scheint man allerdings hier stärkere Formationen zu­sammengezogen zu haben. Sehr auffallend beleben mar­schierende Sportabteilun2.cn in rotem Dreß das Stadtbild.

In Barcelona

wimmelt es von Militär, das allerdings in seiner Hal­tung, vor allem in bezug auf den uns merkwürdig an- mutenden Umgang mit dem Gewehr, einen etwas sonder­baren Eindruck macht. Eigenartig auch das Salutieren des Soldaten oder Unteroffiziers vor dem Offizier. Wäh­rend der Offizier den Gruß durch Anlegen der Hand an die Mütze erwidert, legt der Soldat, der das Gewehr mit der linken Hand an das linke Bein hält, die Rechte wie beteuernd auf die Brust.

Schon unser Schiff, das mit dem Fridericus-Rex- und Hohenfriedberger Marsch der Kapelle festmacht, wird hier, im Gegensatz zu anderen Häfen, ziemlich stark be­wacht. 9luf den Ramblas, das sind die schönen, breiten, in der Mitte mit Palmen oder noch mehr mit Platanen bewachsenen Promenaden- und Geschäftsstraßen, sieht man mitten im Publikum auf Schritt und Tritt einzelne und doppelt besetzte Militärposten mit Karabi­nern, und es gibt hier sowie auf der Plaza de Cata- luna, der Calle de Palage und der Calle de las Cortes, den hauptsächlichsten Brennpunkten des Verkehrs, kein öffentliches, aber bezeichnenderweise auch kein Bank­gebäude, die kleineren Bankgeschäfte mit einbegriffen, das nicht starken militärischen Schutz hätte. Daß es bei den Straßenkämpfen der letzten Unruhen recht heftig her­gegangen sein muß, sieht man an den zerschossenen Ge­bäuden, deren Zustand an die Gegend um das Berliner Schloß herum nach der Novemberrevolte 1918 erinnert.

Im Gegensatz zu Barcelona ist in Palma auf der märchenhaft schönen Mallorcainsel wenig Militär zu sehen, und die spanischen Soldaten lassen hier den Frem­den unbehelligt das Kasernentor passieren, ja, setzen sich auf den Kasernenhof mit freundlichster Miene in Positur, um sich photographieren zu lassen. Es gibt Bilder â la Carmen" erster Auszug:Wenn die Wache auf­marschiert"

Algier.

Hat man also in Spanien, oder wenigstens in der Provinz Katalonien, auaenscheinlicb zablreiches Militär zur Sicherung des Landfriedens aufgeboten, so gibt dem Hafen Algier das französische Militär, vor allem die Zuaven-Regimenter und die Fremden^ l e g i o n ä r e , ein starkes Gepräge. Soldaten und Kaser­nen machen einen ausgezeichneten Eindruck. Es scheint scharfer Drill zu herrschen, und was so ein armer aus nördlichem Klima stammender Fremdenlegionär hier aus- halten muß, begreift man erst, wenn man selbst jetzt, Mitte September, in leichtester Bekleidung durch die glühend­heißen. baumlosen Straßen acht, deren weiße Häuser, auf