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EHZbM- E Tageblatt für Rhön und Vogelsberg & ^5>R Fulöa- und Haunetal ♦ Fuldaer Kreisblatt
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,|t 221 - 12. Jahrgang
Fulda, Samstag, 21. September 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
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siussolini wird an die Waffen appellieren
Großzügige italienische Kriegsvorbereitungen. — Kriegsausbruch in vierzehn Tagen?
Wie die englische Zeitung „D a i l y M a i l" aus Rom verichtct, sei die i t a l i e n i s ch e R e g i e r u n g nach Prü- ta der Vorschläge des Genfer Fünferausschuffes zu der Urzeugung gelangt, daß Italien jetzt nur noch der Eg« Weg bleibe, an die Waffen zu appellte- rtn, um seine gewünschten Ziele in Oftasrika zu erreichen. In ähnlicher Weise äußern sich auch die Berichterstatter der englischen Zeitungen „Morningpost"", „Times" und Daily Telegraph" die besonders daraus hinweist, daß der von Aloisi beabsichtigte Besuch in Rom ausgegeben werden mutzte, weil Mussolini erklärt habe, er wünscheletnen Rat von Genf anzunehmen.
Gleichzeitig weist „Daily Telegraph" daraus hin, daß Mussolini seine endgültige Entscheidung noch verschoben habe, um seine militärischen Vorbereitungen jetzt aufs äußerste zu beschleunigen. „Daily Expreß" berichtet, daß
in Rom ein Sechzehucrausschuß gebildet worden sei, der sich vor allem mit den erwachsenden internationalen Fragen und besonders mit Gegenmaßnahmen gegen etwaige Sanktionen zu beschäftigen habe.
Das Blatt weist besonders daraus hin, daß Italien jetzt großzügige militärische Vorbereitungen im Jn- lande und an der ägyptischen Grenze treffe. Italienische Küstenstädte würden in den Ver- teidigungszustand gesetzt, besonders aber habe Italien
große Munitionsbcsteüungen in Amerika
Macht, die in Washington Aufsehen yervorgernfen hätten Md zu einer Nachprüfung durch die amerikanische Regir- »9 führen würden.
Großes Aufsehen erregt in London ein Artikel der «Daily Mail", die sich bisher immer in schärfster Form gegen die englische Völkerbundspolitik und die Anwendung den Sanktionen gegen Italien gewandt hatte und erklärt, sic Englands Eintreten für Abessinien für einen Fehler Alte. Der Völkerbund, der sich demnächst auch mit der -iemelsrage zu befassen habe, könne geeignet sein, England m weitere Schwierigkeiten auf dem Kontinent zu stürzen. Aber
im jetzigen kritischen Stadium der Entwicklung könne cs für das englische Volk nur eine Wahl und ein Los geveu: Right or wrong, my country! (Mein Vaterland steht über Recht oder Unrecht!)
Ur ^Eon habe demgemäß geschlossen hinter , ührern zu stehen, „wie immer in den unsterb- ihrer Geschichte". Zum Schluß fordert das u * J 0fortige Verstärkung des eNgli - " st ungsstande s. Ebenso hat in der Offent- r^ auch bei der britischen Linken, die Rede 91 Georges Eindruck erweckt, in der er erklärte, ciner Woche oder vierzehn Tagen würde -weit im Zeichen eines neuen Angriffskrieges stehen.
âEwârffchastUche Rückwirkungen des Asritastreiies.
hin?1 ^PM* Italiens mit Abessinien
Reihe schwerwiegender finanzieller betrefft mit sich, die zunächst Italien selbst dessen fr Rüstungen Milliarden kosten. Jnfolge- s rohstoffarme Italien kaum noch irgendwo ein« ""'st durch rigorose Zwangsmaßnahmen die sjEU'ng und Finanzen in Ordnung halten. Aber sich 'U"Än Rückwirkungen des Konflikts erstrecken dir' ^eUinö^ aus New York besagen, auch auf -tbeiüiib'^ Gefahr eines Krieges Italiens gegen haben behM? ^uunt die Gefahr eines Mittelmeerkrieges Qhifo die Versicherungsraten für nach Ost- Bork nein?™6 Waren fast um das Zehnfache in New schließen stud. Die Versicherungsgesellschaften den ZeitrM,^"""Seu gegen Kriegsgefahr nur noch für An de,. " wenigen Tagen ab.
Steife ink!?bEumschen Getreidebörsen schnellen die und albr^i^^wer durch die europäische Kriegskrise "Nische» M ""$ durch die infolge der argen- angeregten Kauflust in die Höhe.
aus Tokio tauchte dort fr^romih S1 ?ys> daß Italien das Völkerbunds- “ff Tokio er , sstus^ukonftikt angenommen habe. An ^Waa onk"^ löste dies Gerücht einen zeitweiligen Aussicht aus d'Uachdem in den letzten Tagen durch die furèanstj 'nen europäischen Krieg ein stetiger 'agey, daß Â eingetreten war. Andere Berichte be- von Loyd diesen Tagen
. und Holland beträchtliche Gold-
“Wnben ^. "müfsungen nach Amerika Ä^ten M Kapitals! ucht nach den Ver- ° spiegelt sich auch in der Festig- wteder.
Ad>« wird nicht verteidigt.
Die abessinische Negierung erwartet nach einer Meldung aus Addis Abeba den Ausbruch des Krieges mit Italien in etwa 14 Tagen. Man nimmt an, das; die italienische Armee ohne förmlicheKriegs- e r k l ä r u n g vormarschieren werde. Die Abessinier würden sich auf Veneidigungsmaßnahmen beschränken. Adna würde wegen seiner ungünstigen strategischen Lage wahrscheinlich nicht verteidigt werden, so daß die Italiener den Ruhm eines Sieges bei Adna nicht einheimsen dürften.
Stellen stillt Sie Borfchläge
„Ohne einschneidende Aenderungen unannehmbar."
Rom, 21. September.
Wenngleich dir Vorschläge des Fünferausschusses in
politischen Kreisen Roms auch weiterhin mit
er Step» jetzt all-
sis beurteilt werden, so unterläßt man es , _ gemein, die Vorschläge rundweg abzulehnen. In ihrer gegenwärtigen Form seien sie allerdings, wie an zustän-- diger Stelle erklärt wird, für Italien nicht annehmbar, falls nicht noch einschneidende Aenderungen vorgenommen werden sollten.
In dieser Absicht werden, wie man hinzusetzt, die Vorschläge des Fünferausschusses in Rom von der italienischen Regierung zur Zeit einer Prüfung unterzogen. Wie rasch diese Brüsuug durchgeführt werden kann und wieweit der auf heute vormittag einberufene Mrnisterrat bereits endgültig zu diesen Vorschlägen Stellung nehmen kann, läßt isich zur Stunde noch nicht übersehen.
Mussolint empfängt.
Nach einer ersten Ueberprüfung der Vorschläge, des Fünferausschusses hat Mussolini am Freitagnachmittag den französischen Botschafter Chambrun und Staatssekretär Suvich den englischen Botschafter Sir Eric Drummond empfangen. Obwohl über diese Unterredungen nichts verlautet, ist man doch in politischen Kreisen geneigt, ihnen im Hinblick auf eine mögliche Weiterbehandlung des ita- lienisch>-abessinischen Konflikts eine gewisse Bedeutung beizulegen. Der Ernst der Lage wird freilich nach wie vor allenthalben und besonders auch auf französischer Seite mit besorgter Skepsis beurteilt.
„Nur koloniale Vorbeugungsmaßnahme".
Die Antwort des auf Sonnabend vormittag angesetzten Ministerrates dürfte nach Ansicht italienischer unterrichteter Kreise mit Bemerkungen verknüpft sein, die ihrerseits den Gegenstand weiterer Beratungen des Fünferausschusses bilden könnten. 3m Hinblick auf diese Möglichkeit wird in autorisierten Kreisen Roms der größte Wert auf die Feststellung gelegt, daß die militärische Aktion Italiens
Englands Flottenstärkq im Mittelmeer.
Das englische Nachrichtenbüro „Reuter" veröffentlich! eine Übersicht über die Verteilung der britischen Kriegsschiffe im Mittelländischen Meer. Danach befinden sich in Gibraltar die Schlachtkreuzer „Hood" und „Renown", ferner vier Kreuzer, neun Zerstörer und drei Minensucher. In Alexandria liegen nunmehr insgesamt 29 britische Kriegsschiffe, von denen das Schlacht- schiff „Resolution" mit Admiral Sir William Fisher an Bord erst am 18. September eingetroffen ist. Zu dem Geschwader in Alexandria gehören u. a. die Schlachtschiffe „Revenge" und „Paliant", drei Kreuzer, die beiden Flugzeugmutterschiffe „Glorious" und „Courageous" sowie ein Hospitalschiff. Die Zahl der in Aden eingetroffenen Kriegsschiffe beläuft sich auf zehn, darunter sind die Kreuzer „Norfolk" und „Colombo". In 5>aifa befinden sich drei Kreuzer und zwei U-Boote. In Port Said halten sich das Schlachtschiff „Barham", der Kreuzer „Despatch" und ein Zerstörer auf. Die Reutersche Übersicht teilt ferner mit, daß in Suez am 18 September ein Aviso angekommen, aber weiter- gefahren ist. Aus Singapore wird gemeldet, daß das Flugzeugmutterschiff „Hermes" und drei Zerstörer dort am 18. September cingetroffen sind. Malta wird in obenstehender Übersicht nicht erwähnt.
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Absperrung der italienischen Petroleum- versorgung durch England?
Der Berichterstatter der Pariser Zeitung „Echo de Paris" in London berichtet seinem Blatte, die englische Marineleitung sei der Überzeugung, im Ernstfälle Italien durch Abschnüren der Petroleumlieferuna en mattsetzen ’u können. Dieser Ab
Abessinien wirft Schützengräben aus.
(Weltbild.)
in Ostafrika, die als Vorbeugungsmaßnahme gedacht sei, nicht über den Charakter ähnlicher kolonialer Maßnahmen hinausgehen soll, wie sie wiederholt in anderen Kolonialabschnitten durchgeführt worden seien, und wie man sie unter Einsetzung von Tanks und /ruderen m ob erneut Kriegswaffen zurzeit an der nordindischen Grenze erlebe.
„Auf keinen Fall europäische Verwicklung".
Auf keinen Fall werde Italien eine Initiative ergreifen, die den italienisch-abessinischen Konflikt auf Europa ausdehnen und den europäischen Kontinent in kriegerische Verwicklungen ziehen könnte.
Japans Botschafter bei Mussolini.
I Am Freitag besuchte der japanische Botschafter Sugi- jmura den italienischen Regierungschef Mussolini. Man bringt auch diesen Besuch mit Fragen des italienischabessinischen Konfliktes in Verbindung. Sugimura war lange Zeit zusammen mit Sir Eric Drummond, dem gegenwärtigen englischen Botschafter in Rom, als Generalsekretär des Völkerbundes in Genf tätig.
Laval in Paris-
Pari,
ministe;
, 21. September. Ministerpräsident und Autzen- Laval ist am Freitagabend um 22.20 Uhr aus Genf als dem Lyoner Bahnhof in Paris eingetroffen.
sicht entsprächen auch die Flöttenbëwegungen. Die'Schließung ieä Suezkanals würde die Versorgung durch den Persiscien Meerbusen und die Petroleumlinie von Abadan «^schneiden. Die Bewachung der Palästinaküste und Haifas würde die Zufuhr von Petroleum aus dem Irak sperren. Selbst wenn die Italiener dort Erfolge haben sollten, würden die Engländer leicht das Petroleum an der Quelle in M o,s s u l aufhalten können. Um den Italienern die Lieferungen aus dem Kaukasus abzuschneiden, sollen gegenwärtig Verhandlungen mit der türkischen Regierung über die Schließung der Dardanellen im Gange sein. Durch Sperrung der Meerenge von Gibraltar werde Italien von der Zufuhr amerikanischen Petroleums abgeschnitten. Es könnte dann nur noch auf dem Festlandsweg über die Schweiz, Deutschland und mittelbar über Rumänien Petroleum beziehen, vorausgesetzt, daß die Lieferanten dieser Länder trotz der etwaigen Vorschriften des Völkerbundes überhaupt Italien versorgen könnten.
Die neue Reichskriegsflagge.
Der Führer behält sich die G e st a l t u n g persönlich vor.
Der Führer und Reichskanzler hat sich dir Gestaltung der neuen R c i ch s k r i c g s s l a g g c persönlich Vorbehalten. Ihre Einführung ist in kurzer Zeit zu erwarten. Bis dahin wird nach einer Verfügung des Reichskriegsministcrs auf den Dienstgcbäudcn der Wehrmacht die bisherige Reichskriegsflagge zusammen mit der Hakenkreuzflagge gesetzt.