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^8 - 12- Jahrgang

Ji11 " _________

Fulda, Montag, 30. September 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Mi M mit England Mnninien treffen

und alles tun, um Ausdehnung des Abefsinienkonflikts zu verhindern.

Die italienische Regierung hat an die englische Regie- eine Note gerichtet, in der sie sich bereit erklärt, mit S2 ein Abkommen über Ostafrika zu An, das auch den gerechten Interessen Englands

^* Italienische Regierung beteuert in dieser Note, alles tun werde, um eine Ausdehnung 5 italienisch.abessinischen Konflikts

^1) indern. Jedoch könne die italienische Regie- Edie Erklärung des abessinischen Kaisers hinsichtlich Rücknahme der abessinischen Truppen von den Mischen Kolonialgrenzen keineswegs ernstnehmew

*

3er Dreizehnerausschuß des Völkerbunds- niHdt die italienische Regierung aufgefordert, sich zu dem Porschlag der Entsendung neutraler Beobachter und -u der Erklärung, daß ein italienischer Angriff auf Aliessinien bevorstehe, zu äußern. Außerdem hat der Aus­schuß die Ausarbeitung des historischen Teils des Berichts in Angriff genommen.

SM-mdsversammlung vertagte sich.

Hossnungsvolle Schlußansprache Beneschs.

Die Pölkerbundsversammlung hat am Wochenende ihre Arbeiten abgeschlossen und sich entsprechend dem von ihrem Präsidium gefaßten Beschluß bis auf weiteres ver­tagt, um im Falle einer Verschärfung des italienisch- abessinischen Konfliktes jederzeit wieder zusammentreten zu können.

Der tschechische Außenminister Benesch schloß die Sitzung mit einer Ansprache, in der er zu dem italie- nisch-abessi n i s ch c n Konflikt erklärte, niemals Seien in Genf so klare und greifbare Erklärungen über das Arbeiten des Völkerbundes und über die restlose An- imdung des Völkerbundspaktes von den Vertretern der schmachte gesprochen worden wie diesmal. Das B e - tenntnis der Großmächte zum Genfer In - ffiini unb zu einem neuen Leben des Paktes, vor allem ^Erklärung eines großen Landes wie England, daß es künf­tig mehr denn je seine ganze Politik auf den Völkerbunds- W gründen wolle, könnte bedeuten, daß der Völkerbund nach Jahren schwerer Prüfungen in einen neuen Abschnitt stiner Geschichte eintreten und eine neue politische und Mtmaterielle Macht werde. Benesch sprach weiter davon, daß trotzdem in dem Konflikt, den der Rat noch nicht habe regeln können, ernste Ereignisse eintreten könnten. Die Versammlung gehe aber in der Hoffnung auseinander, daß der Weg der Versöhnung noch nicht verschlossen sei und daß du sriedliche Regelung immer noch eintreten könne.

*

Klärungen RuWmis vor dem Ministerrat.

Eine amtliche Mitteilung über einen italieni- TO Mini st e rra 1 am Sonnabend faßt die Erklä­ren Mussolinis zum italienisch-abessinischen Streit solgendermaßen zusammen:

&. rK italienische Regierung wird fein« Mnanve auf einem Gebiet und in einer Umwelt er- Wn, wo ihre Rechte aus vorgefaßter Meinung miß- m werden. Andererseits hat Abessinien in den Tagen, der Völkerbund sich in das formale Labyrinth ® einkapseU, die Mobilisierung aller seiner Li t vervollständigt in der Absicht, die Grenzen Kochen Kolonien anzugreifen.

in ho, . " istcrrat hat die Linien für seine Haltung t unmittelbarsten Zukunft folgendermaßen festgelegt!

11 cp wird den Völkerbund bis zu dem Tage verlassen, an dem der Völkerbund nicht selbst in "insang die Verantwortung fürMaßnahmen" 2 haben wird, die Italien treffen.

^"teilung der herzlichen Worte der schriftlichen -PWft von Hoare, die der englische Botschafter in Rom, Drummond, überreichte, erklärt der Ministerrat ~ to'e bereits in Bozen, daß die Politik verkn 1^'ber unmittelbar noch entfernt liegende Ziele oMÂvrl ^i? Interessen Englands verletzen könnten. fitattn»9 1 ^vlk muß über alte antifaschistischen Mysti- ber IwuJ nnu^ wissen, daß die italienische Regierung enoi,^----------- ur Verhandlung weiterer um die

Uglands verletzen tonnten, lle antifaschistischen Mysti- die italienische Regierung

der en^ wissen, ba

Abmaa, ,»? " mitficteirt hat, zur Verhandlung bereS bereit zu sein, die, sofern es sich ruhja^^.^?^^effen Englands in Ostasrika handelt, be-

3 Sie M können.

Seife TR^ Regierung erklärt in der feierlichsten itstlienHA x ^ alles vermeiden, wird, was den ausdehnen Konflikt auf ein weiteres Gebiet

Älëh?ft der Sitzung hat der Ministerrat den ^omaii 'ftXL^ "nb den Truppen der in Eritrea und duftesten Ä Divisionen den wärmsten Gruß und den Heng Glückwunsch entboten. Dieser Gruß gilt auch 'clHt su ^° .° a 1 e n Italiens, die im Mutterlande

SAOphnS' âu Wasser und in der Luf> ihren Dienst Hhiplin ^uck nimmt der Ministerrat von der Ruhe und Rn so erp^^. "an denen das italienische Volk in Ä, die^retd)en Tagen Beweis ablegt, eine Hal- il^'skerrai ss.n^uuzeichen eines starken Volkes ist. Der Ischen HÄk fest, daß in dieser Zeit einer wahrhaft das italienische, in 13 Jahren nßgjmej geformte Volk geschlossen um hie

Wahrzeichen der faschistischen Revolution steht. Das wird es in der allernächsten Zeit der Welt mit einer bürger­lichen Mobilmachung zeigen, die in der Geschichte ohne Beispiel ist.

*

Abeflinien verlangt SchutzmakRahmea

Allgemeine Mobilmachung?

Italienisches Konsulat in Karrar geschlossen.

Addis Abeba, 30. September. Der Kaiser von Abessi» neu sagt in einem neuerlichen am Sonntag an den Völkerbund gesandten Telegramm, Abessinien müsse jedoch erneut den Völkerbund auf die anhaltenden aggres­siven Maßnahmen Italiens, die deutlich Angriffsabsichten zeigten, aufmerksam machen.

Nunmehr bitte er den Völkerbund, für die kommende Zeit alle Maßnahmen gegen einen italienischen Angriff zu treffen. In der Erwartung, daß dies geschehe, wolle er, der Kaiser, die allgemeine Mobilmachung, die be­schlossen und vorbereitet sei, hinansschieben und nur bei einem Angriff Italiens ausrufen.

8m Gegensatz zu anderen Meldungen aus Addis Abeba berichtet Reuter, daß in dem Telegramm erklärt werde, daß der Kaiser eine allgemeine Mobilmachung nicht mehr länger hinauszögern könne angesichts der fortgesetzten Verstärkung der italienischen Armee in Afrika.

In dem Telegramm heiize es dann weiter: Dies wird unsere früheren Befehle nicht ändern, wonach unsere Trup-

pen sich in einer gewissen Entfernung von der Grenze men ^crejt ^re ' "

zu halten haben, und wir erneuern unsere Versicherung, A . ., . ..,- s «...

mit dem Völkerbundsrat immer zusammenzuarbeiten. ' ' Wenn Mu^osirn anbererieuö letzt erkläre, daß er dre

Nach Reuter sei es wahrscheinlich, daß heute eine Sitzung des Völkerbundsrates ab gestatten werde. _ In Völ­kerbundskreisen werde darauf hingewiesen, daß diese Ent­wicklung beweise, daß eine Notwendigkeit für die Ent­sendung von Völkerbundsbeobachtern nach Abessinien be­stehe, um die Möglichkeit für einen Angriffsakt festzu­legen. Es handele sich um eine Frage, die noch immer von dem Komitee der 13 beraten wird.

Einer Londoner Reutermeldung ans Addis Abeba zu­folge, ist das italienische Konsulat in Harrar geschlossen

Zu Ende Oktober oder zum 1. November

Einberufung des Jahrganges 1914 zum aktiven Wehrdienst

Einstellung aller tauglich Dienstpflichiigen unmöglich, weil genügend Freiwillige.

Die Rckrutenein stell ungen ins Heer undiu die Luftwaffe finden in diesem Jahre t n den letzten Oktobertagen oder am 1. Ro. vember statt. Die Einberufung der Rekruten erfolgt durch G e st e l > u n g s b e f e h l e der Wehrbe^rkskomman- dos, die den zur Einstellung Kommenden Ende September oder Anfang Oktober zugehen werden.

Von den bei der Musterung 1935tauglich" befun­denen Dienstpflichtigen können in diesem Jahre noch nicht alle eingestellt werden, da bereits eine große Anzahl Freiwilliger angenommen ist. Lau gliche Dienstpflichtige die in diesem Jahre nicht einberufen werden, erhalten den Eriatz- reserve-I-Schein. Sie können, sofern sie bet der Musterung tauglich 1 oder 2 befunden sind, in Ausnahmesallen noch im letzten Vierteljahr 1935 als Nachersatz zur Deckung von Ausfällen herangezogen werden. Im all­gemeinen wird ihre Einstellung zum Dienst tn der aktiven Wehrmacht im Oktober 1936 erfolgen.

Bedingt Taugliche werden im Jahre 1936 zu Übungen der Ersatzrcscrve herangezogen werden.

Es wird besonders darauf hingewiesen, daß weder für Freiwillige aus Grund eines ihnen übersandten vor­läufigen Annahmescheines noch für bei der Musterung tauglich" Befundene (f. Entscheid auf dem Musterungs- 'âusweis 1935) ein Anspruch auf Einstellung gegeben ist. Erst durch Übersendung des G esiellungs - (,cfehl3 oder Ersatzreserve-l-Scheins erhalten ste end- aültia Bescheid, ob ihre Heranziehung zum Dienst in der aktiven Webrma^ im Jab- 1935 erfolgt ober nicht.

Bor der voreiligen Lösuna eines bestehenden Arbeits- Verhältnisses oder dergleichen vor Eingang des Ge- stellungsbefehls wird deshalb gewarnt.

Bei der Musterungtauglich" befundene Dienstpflich­tige des Jahrgangs 1914 (in Ostpreußen auch 1910), die am I November weder einen Gestellungsbefehl noch etnen Ersatzreserve-1-Schein erhalten haben, sind vcrpsltch- tet sich umgehend bei ihrem zuständigen Wehrbezirks- kommando schriftlich oder persönlich zu melden.

Im übrigen sind alle Anfragen bei den Wehr- beüttskommandos ober das Anbringen von Sonder­wünschen über Einberufung (z. B. Einberufung zu einem anderen Truppenteil. Überschreibung aus der Ersatz'

worden. Man sieht dies als ein äußerst ernstes Anzeichen in Addis Abeba an.

Starke italienische Truppenbewegung

Abessinische Meldungen wissen von fortschreitenden ita­lienischen Truppenbewegungen an der Eritrea-Grenze zu berichten. In dem strategischen Dreieck von Adiugri AsmaraSenafe sollen 51 000 Mann, davon 31000 far­bige Truppen, zusammengezogen sein. Unter den Truppen befinden sich Pioniere, Artillerie, Flieger und Sanitäts- mannschaften.

Sn den nächsten Tagen erwartet man die mit Bewilli­gung des Kaisers für den Schutz der Eisenbahnstrecke Ad­dis AbebaDschibuti bestimmten französischen weißen Truppen.

Die Abreise des schwedischen Generals Virgin wurde auf Dienstag verschoben.

Sngionö lehnt Sonderoerhandlungen ab

Italienisches Angebot zurückgewresen.

Genf, 30. September. Minister Eden begibt sich heute über Paris nach London. Er wir dfür die Donnerstag­sitzung des Dreizehnerausschusses des Völkerbundsrates nach Genf zurückerwartet.

Nach Auffassung maßgebender englischer Kreise hat sich durch das Telegramm des Negus über die allgemeine Mo­bilmachung Abessiniens die Lage nicht geändert.

Zu der Verlautbarung über den italienischen Minister­rat vom Sonnabend wird von englischer Seite erklärt, die italienische Regierung habe tatsächlich am 29. Januar an die britische Regierung eine Mitteilung der i.t der Verlautbarung erwähnten Art gemacht. England habe aber einen Meinungsaustausch über abessinische Ange­legenheiten abgelehnt, um nicht einmal den Anschein auf­kommen zu lassen, als ob es einer gegen die Grundsatz« des Völkerbundes verstoße.rden neuen Ordnung zuzustim-

englischen Interessen nicht schädigen wolle, so sei das ein wichtiger Punkt. England treffe jedoch seine Vorkehrungen im Mittelmeer und anderswo nur in seiner Eigenschaft als Völkerbundsmitglied. Der in dem römischen Kommu­nique und in anderen Erklärungen Mussolinis angedeute­ten Bereitschaft zu direkten Verhandlungen außerhalb des Völkerbundes mißt man auf englischer Seite keine be­sondere Bedeutung bei.

(Fortsetzung auf Seite 2.)

reserve I zu sofortiger Ableistung der aktiven Dienstzeit usw.) zwecklos. Sie können nicht beantwortet werden,

Gestellungspflicht zum Arbeitsdienst.

Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes teilt mit: Die G e st e l l u n g s b e f e h l e für die Arbeits­dienstpflichtigen, die bei der Musterung den Entscheid zur Einstellung zum 1. Oktober 1935 erhielten, sind diesen tm Laufe des September zugestellt worden. Diese Ein­berufungen erfolgten erstmalig auf Grund des Arbelts- dienstgesetzes vom 26. Juni 1935 zum 1. Oktober d. J.

Die Arbeitsdienstpslichtigcn machen sich im Sinne des RAD. Gesetzes strafbar, wenn sie der erhaltenen @nv berufung nicht Folge leisten.

Ebenso macht sich der strafbar, der einen Arbeitsdienst- pflichtigen daran hindert oder abhält, dem Gestellung^- '.besehl Folge zu leisten.

Jeder gemusterte und tauglich befundene Arbetts- dienstpflichtige wird ferner auf die Bestimmungen des bei der Musterung ausgehändigtenVorläufigen Entscheide!- hingewiesen, dessen Absatz 4 lautet:Wechselt der Arbeits- dienstpslichtige nach der Musterung seine Wohnung, so hat er seine neue Anschrift - zur Vermeidung der Folgen, die ihm aus dem bei Nichtmeldung sofort eingeleiteten Faha- 'dunasverfahren erwachsen werden innerhalb von drei -Tagen nach Umzug zu melden." Diese Bestimmung besagt also, daß

die Arbeitsdienstpflichtigeu an ihrem neuen Wohnort sich nicht nur polizeilich anmelden müssen, sondern auch noch ihre neue Anschrift dem Musterungsami des Arbeitsdienstes, dessen Adresse aus dem Stempel auf demVorläufigen Entscheid" zu erfahren ist, sofort mitzuteilen haben.

Troy dieser klaren Vorschrift sind Gestellungsbefehle alsunbestellbar" zurückgekommen, da die betreffenden Arbeitsdienstpflichtigen die Bekanntgabe ihrer neuen An­schrift nach erfolgtem Wohnortwechsel bei dem zuständigen Meldeamt unterlassen hatten. Zur Vermeidung von Strafen werden solche Arbeitsdienstpflichtlgen a u p gefordert, ihre neue Anschrift sofort ihrem Muste« rungsamt nachträglich mituteilcn.