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Zulöaer Anzeiger

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. 238 - 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 11. Oktober 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Sanktionen gegen Italien.

50 Staaten des Völkerbundes mit Ausnahme von Oester reich, Ungarn und Italien billigen ihre Anwendung.

Pi der Donnerstagsißung der Vollversammlung des HUerbundes fiel die Entscheidung in der Sanktionsfrage. yjjciti der Vertreter Italiens, Baron Aloisi, den stouüvunkt Italiens in einer Rede verteidigt hatte, wurde â Aussprache, du keine Wortmeldungen Vorlagen, be- âdel Der Präsident der Vollversammlung des Völker- mdes, der tschechoslowakische Außenminister Benesch, Mc fest, daß auf Grund eines von der Vollversammlung meuvmmcncn Verfahrens außer Österreich, Ungarn und Italien alle übrigen i n der Vollversamm­lung vertr etc n e n Staaten dadurch, daß sie sich nicht auf Aufforderung des Präsidenten zu Wort gemeldet haben, sich für die Entschließung des Völkerbundsrates ausgesprochen haben, welche Italien für schuldig erklärte. Damit haben diese Staaten gleichzeitig sich 311 Sanktionen verpflichtet. Es handelt sich ins­gesamt nach der Mitgliederzahl des Völkerbundes um 50 Staaten, die nicht widersprochen haben.

Aach einem Bericht der englischen ZeitungDaily Telegraph" wird aus Grund einer Einigung zwischen Eden und Laval per Völkerbundsrat folgende Sanktionsmaß- nahmen Vorschlägen:

1. Anleihcsperre gegenüber Jlalien,

2. Boykott bestimmter italienischer Waren,

3. Sperre für alle Arten von Kriegsmaterial,

4. Aushebung der Wafsensperre nach Abessinien.

und

Tro? der überraschenden Erklärungen Österreichs Ungarns, die sich gegen Sanktionen ausgesprochen haben, wird in Gens angenommen, daß die Genfer Maßnahmen jchl mit bemerkenswerter Schnelligkeit weitergehen, jeden- W durch das Verhalten dieser beiden Staaten keine Ver-

Nmmg erleiden werden.

Ser Verlass der Völlerdimdsfihung.

Aloisi verteidigt den Standpunkt Italiens.

Die Vollversammlung des Völkerbundes wurde mit Mr Rede des italienischen Vertreters Aloisi über die clcllung seiner Regierung und seiner Ration im italie- W-abessinischen Krieg und in der gesamten WeUpolitil «öffnet, über die wir schon berichteten.

2500 Italiener medergemetzelt?

Reuter Meldet abessinisches Blutbad unter der italienischen Besatzung von Adua. London, 11. Okt. (Funkmeldung.) Reuter behaup-

^ in einer Meldung aus Addis Abeba, daß, wie aus abes- ^ijcher Quelle verlautet, die Truppen des Gouverneurs «s Seyoum in der Nacht zum Freitag nach einem über- ^lchenden Gegenangriff die Stadt Adna umzingelten und 'e gesamte italienische Besatzung in Stärke von 2500 loiin niedergemetzelt haben. Tausende von Gewehren, "Reiche Maschinengewehre und Feldgeschütze und viele "llionen Stück Patronen sollen den Angreifern in die We gefallen sein.

abessinischer Seite seien, wie Reuter ferner ' A |d}ü)ere Verluste zu verzeichnen. Der Gegenangriff die italienische Besatzung völlig überraschend.

6t Ä Schutze der Dunkelheit rückten starke abessinische Der J aTte °uf dem rechten Flügel der italienischen Limen ' worauf sich ein verzweifelter Nahkampf entwickelte.

wurde auf keiner Seite verlangt noch gewährt, essinier, die ihren Gegnern zchlenmäßig leicht über-

^I^°ren, kämpften mit Bajonetten, Speeren und

chenU Reuterbericht wird die Vermutung ausgespro- Italiener ohne große Verzögerung zum ' ausholen werden, obwohl nach den Gegen- beide« W ^e ganze Nacht andauerten, wahrscheinlich auf Weiser Sa? die kurze Atempause benötigt werde Wre griff 0 j V ot wird, setzte der erfolgreiche abessinische An- âua am Donnerstag um 20 Uhr ein.

en^ stellt die Billigung der Sanktionen fest.

der Rede Aloisis erklärte der Präsident der Mi dllwâlung, B e N e s ch , er müsse nunmehr die r^rage

Versammlung stellen, ob die Wortmeldungen «egen i " Saaten abgeschlossen seien, welch« entweder st» trollten Beschluß des Völkerbundsrates aussprechen Stimme Vorbehalte anmelden wollten oder sich der klaren n^dalten wollten. Der Präsident konnte dann er- ^dvbèn Widerspruch, außer durch Aloisi, nicht und das Verfahren damit anoenommen sei.

Darauf stellte Benesch fest, daß nur Österreich, Ungarn und Italien sich zum Won gegen den Beschluß des Rates ge­meldet haben und sonst eine Wortmeldung nicht mehr vor­liege. Damit haben sich, so erklärte er, alle übrigen Mit­glieder der Vollversammlung für den Beschluß des Völker­bundsrates erklärt. Das bebeutet nach den Formeln der Völkerbundssatzung die Annahme der Erklärung des Rates, daß Italien am Kriege gegen Abessi­nien schuldig ist, einschließlich der sich daraus nach Artikel 16 der Völkerbundssatzung ergebenden Verpflich­tungen, und die grundsätzliche Billiguna von Sanktionen.

Eine Erklärung Lavals.

Der Präsident erteilte daraus einer Reihe von Ver­tretern von Staaten das Wort, die ihre Haltung für die Sanktionen mit zusätzlichen Bemerkungen begründen woll­ten. Als erster gab der französische Ministerpräsident Laval folgende Erklärung ab:

Ich will nur eine kurze Erklärung abgeben. Frank­reich wird seinen Verpflicht ringen nach­kommen. Ich habe es vor dem Rat gesagt, ich habe es ' vor der Vollversammlung hiermit nuederhoU. Die Satzung des Völkerbundes ist unser internationales Gesetz, das wir nicht brechen und das wir auch nicht abschwächen lassen können. In dieser Minute, ivo jeder feine Verpflichtung auf sich nehmen muß, bekenne ich mich. Sie wissen es, mit tiefer Bewegung zu meiner Pflicht. Mein Land wird die Satzung des Völkerbundes einhalten. Aber die Freund- chaft legt mir auch eine Pflicht aus. Es bedeutet keine Ab- chwächung unseres Glaubens an die Autcntäi der höchsten nteruationalen Einrichtung, wenn wir den Versuch machen, gemeinsam mit ihr zu der gleichen Zeit, in der wir ihr Gesetz anwenden, eine Lösung des Konfliktes auf dem Wege einer Vereinbarung zu suchen. Die französische Re­gierung wird sich diesem Werke des Friedens leldenschast- lich hingeben, wobei, dessen bin td; sicher, sie jede Unter­stützuna in dieser Versammlung haben wird."

Eden für eine schnelle Aktion.

Nach Laval sprach der englische Minister Eden Er erklärte, daß er nicht erst zu betonen brauche, day die Politik der englischen Regierung unbedingt und in erster L.nie auf ihrer Mitgliedschaft beim Völkerbund fuße, weil sie der Ansicht sei, daß nur durch diese Organisation der Friede aufrechterhalten werden könne. Wenn man dre Zivilisation retten wolle, bann mu||e man in der Praxis abschaffen, was man im Prinzip verurteilt habe, nämlich ho« Krieg. Es sei Aufgabe des Völkerbundes, eine

Griechenland wird Monarchie.

Regierungswechsel gibt den Weg zur Volksabstimmung frei

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njegung steht, Y ' wrunasaeschäfte übernommen. In LMSK Säö m m^ »-

flamiert mürbcu. griechische Nationalver-

, der Wiedereinführung der Monarchie' in Griechenland Stellung nehmen soll, em-

Fällig Georg von Griechenland. ---- (Wagenborg-Bildarchtv.)

friedliche und gerechte Regelung aller Streitigkeiten zu versuchen, zum zweiten aber, wenn dieser Versuch fehl­schlage, den Krieg zu verhindern. Jetzt sei man mit diesem zweiten Versuch in der Form beschäftigt, daß

man den Krieg möglichst schnell beenden müsse.

Niemand dürfe seine Verpflichtung und seine Verant­wortung verletzen. Die Aktion müsse nunmehr begonnen werden. Er erklärte im Namen der eng­lischen Regierung den Willen dieser Negierung, in vollem Umfange an dieser Aktion teilzunehmen. Die Enthaltung des einen oder anderen dürfe nicht die übrigen von der unbedingten Erfüllung ihrer Verpflichtungen zurückhalten. Wenn es die Pflicht sei, solche Aktionen zu übernehmen, so sei es auch wichtig, daß diese Aktion schnell in Gang komme.

Nach dieser Erklärung Edens bekannte sich der schweizerische Bundesrat Motta ausdrücklich zu dem Beschluß des Rats. Die Schweiz werde ihre gesamten ihr durch die Völkerbundssatzung auferlegten Verpflich­tungen erfüllen, aber nur im Rahmen und in den Grenzen der Neutralität, welche der Schweiz durch international anerkannte Verträge zugesichert sei. Der russische Dele­gierte P 0 1 e m k i n führte aus, Rußland bestätige seinen Entschluß, seinen Verpflichtungen als Mitglied des Völker­bundes nachzukommen.

Anschließend sprachen noch der Vertreter H a i i i s . der dagegen protestierte, daß der Feldzug in Abessinien als ein Kolonialkrieg betrachtet werde, und der mexika­nische Vertreter, der seinerseits betonte, daß Meriko sich seinen Verpflichtungen als Pölkerbnndsmib glied nicht entziehen werde. Die weitere Aussprache wurde dann aus den Nachmittag vertagt.

Ausschuß für die Sühnemaßnahmen.

Zu Beginn der Nachmittagssitzung der Völkerbunds- Versammlung legte Präsident Dr. Benesch einen vom Präsidium ausgearbeiteten Entschlietzungsentwurf über den beabsichtigten Perbindungsausschuß für die Sühne­maßnahmen vor. Darin werden die Völkerbundsmit­glieder ausgesordert, im Hinblick auf die Entschließung des Völkerbundsrats vom 7. Oktober und auf Grund ihrer Verpflichtungen aus Artikel 16 der Satzung eine Ver­bindung der von ihnen ins Auge gefaßten Maßnahme in der Weise herzustellen, daß sie sich durch

je einen Delegierten und durch Sachverständige in

£ einem hierfür zu schaffenden Ausschuß

vertreten lassen. Die Aufgabe des Ausschusses wäre es, für die Prüfung und einheitliche Durchführung der Maßnahmen zu sorgen und den Rat auf jeden Umstand aufmerksam zu machen, der seine Prüfung erfordern könnte. Benesch betonte, daß dieser Ausschuß kein Organ der Versammlung oder des Rates sein werde, sondern eine Art Konferenz der Völkerbundsmit­glied e r , die sich darin zum Zwecke der Anwendung des Artikels 16 vereinigen sollen. .

Anschließend fand die Abstimmung über tue Zu sammenstellung des vorgeschlagcnen Ausschusses statt. Der Vorschlag wurde gegen die Stimme Italiens bei Stimm­enthaltung von Österreich und Ungarn von sämtlichen Mitgliederstaaten angenommen.

berufen worden. Anläßlich dieses Zusammentritts der Nationalversammlung hatte die innerpolitische Spannung immer mehr zugenommen. Auch bie m U 1tar t f d) e u Kreise mischten sich in die Frage der Staatsform ein. Sie sollen die sofortige Rückkehr des Königs verlangen, ^n den Kasernen wurden Hochrufe auf bey König ausgebracht.

Volksabstimmung am 3. November.

E i d ab.

Monarchie

Der neue Ministerpräsident Kondylis legte mit seinen Ministerkollegen vor der Nationalversammlung den ~ - - Nachdem die Nationalversammlung die Wiederaufrichtung der Monarchie be­schlossen und den Ministerrat vorläufig mit der Regent­schaft betraut hat, wird die Regierung dann btc Volks­abstimmung für den 3. November vorbereiten, durch die König Georg eingeladen werden soll, nach Griechenland zurückzukehren. Vizepräsident T h e o t o k r s hat auch das Außenministerium übernommen. Die neue Regierung hat das Standrecht verhängt.

DasHneue griechische Kabinett.

Athen, 11. Okt. (Funkmeldung.) Das neue griechische Kabinett ist nunmehr gebildet. Von den Ministern seien genannt: Ministerpräsident: General Kondylis, Vize­präsident und Außenminister: Chet oky, Kriegsminister: General Papagos, Luftfahrtminister: General Nio- Iaidos, Marineminister: Admiral Dusmanis, In­nenminister: Schinas. Auch die Posten der General- «ouveneure in Macedonien, Epirus, Grazien und Kreta wurden neu besetzt.