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Lul-aer /lnzeiger

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Kauptschnftleiter Friedrich Ehren-

kla u^ Fulda, Königst^ 4^ ^ern^p^er^ 2989.^ Schriftleitung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprecher Nr. 2989

Anzeigenpreis.

1 mm Höhe in der 46 mm

breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß.

D.A/

910. Zur Zeit ist Preis-

liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

K. 240 - 12- Jahrgang

Fulda, Montag, 14. Oktober 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Reichsminister

Dr.

Frick:

Wir wollen nichts anderes

als unser eigenes Volk erobern!

Saarbrücken, 14. Oktober.

Saarbrücken fand Sonnabend eine große Kund­gebung statt, auf der Reichsinnenminister Dr. Frick eine bedeutsame Rede hielt.

Nach kurzen Begrüßungsworten des Saarbrücker Ober­bürgermeister Dürrfeld sagte Reichsminister Dr. Frick: Ä überbringe Ihnen die herzlichsten Grüße des Führers Md Reichskanzlers, der mich am Freitag zum Vortrag empfangen hat und der selbst den lebhaftesten Wunsch geäußert hat, Sie bald hier persönlich begrüßen zu können.

Die RMgliederung des Saargediels

Sieben Monate sind ins Land gegangen seit dem denk­würdigen Tage, als das Saarland wieder zum Vaterland zurückkehrte. Inzwischen ist die Rückgliederung des Saar­landes an das Reich nahezu vollendet. Gewaltige Opfer mußten nach der Rückgliederung sowohl von der saarländi­schen Bevölkerung als auch vom Reich durch erhebliche Zuschüsse gebracht werden, um diese Rückgliederung rei­bungslos vollziehen zu lassen. Ganz besonderen Dank muß ich dabei dem Reichskommissar für die Rückgliederung, Gauleiter Bürckel, für seine umsichtige und tatkräftige Arbeit abstatten, aber auch der Saarbevölkerung für das große Verständnis und die bewundernswerte Disziplin, mit der sie alle Maßnahmen des Reiches zur Verwirklichung der Rückgliederung ausgenommen hat.

Mr sind uns darüber einig, daß das Saarland in seiner Wgm Verfassung, wie es der Versailler Vertrag schuf, so schnell wie möglich verschwinden muß, d. h., daß t$ ön ein größeres Gebiet angeschlossen werden muß. Ich glaube, wenn auch die Reichsreform noch einige Zeit auf sich warten lassen wird der Führer allein wird diesen Zeitpunkt bestimmen, so wird es doch nötig sein, dieses Land möglichst bald mit einem anderen deutschen Land, einem benachbarten Land, mit dem es schon bisher in engsten wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen stand, nicht nur wie jetzt parteiorganisatorisch, sondern auch staatspolitisch in engen Zusammenhang zu bringen. Alle diese Fragen werden von der Reichsregierung mit Ge- visscnhaftigkeit geprüft und vom Führer in letzter Linie entschieden werden.

Der Austritt aus dem Völkerbund

Die ganze Welt hallt augenblicklich von Krieg und miegègefchrei wider; nur das angeblich friedenstörende Deutschland befindet sich in völliger Ruhe. Vor nunmehr Jahren hat der Führer den Austritt aus dem Völkerbund erklärt. Am nächsten Montag (also heute. Echrrftltg.) wird dieser Austritt auch formell rechts- nachg. Ich glaube, deutsche Volksgenossen, es ist niemand '»ter uns, der nicht froh ist, daß der Führer vor zwei

Die große Schlacht bei Adua

Italien meldet Übertritt des Schwage s des Negus.

Die Berichterstattcr d e r englischen 3 e i "Mni sowohl in Eritrea als auch in Addis Aoeba

heftige Kämpfe, Verluste und siegreiches Vorgehen 8 Massendesertationkn der Abessinier zu den genern und umgekehrt der schwarzen italreniichen Mraste zu den Abessiniern. Die Italiener be- ! daß zwei Ras mit 12 000 Mann und ^rrfi ^ übergegangen seien. Die englische

AM der Ansicht, daß diese italienischen Meldungen nL^ °uaerct Vorsicht auszunehmeu seien, da italienische SnMeu$eauf dem Gebiet des angeblich übergetretenen « oti Makale heftiges Feuer erhalten hätten, während »zweite Ras schon aus Dem Grunde nicht in der hin gewesen sein dürfte, sich auf Italiens Seite zu ^»gen, weil er bereits in den e r st e n Kampf- S^9eJaUen sei- ..

sprech interessant erscheint angesichts der wlver- Meldungen der Bericht des Sonderbericht- Adu^.derMorningpost". Er bestätigt, dap vor "egroße Schlacht im Gangesei, daß Die u-auf dem nördlichen Flügel aufs ichwerste be- Schief daß sie Mühe hatte,r, sich in dem eroberren Eliircn duch in ihren rückwärtigen Verwindungen in ëstlick w ^lten, und daß die abessinische Armee, bie nord- lcWii Ver achten Flanke der Italiener stehe, in den italio;^gen beträchtliche Fortschritte gemacht baoe. rnc zwischen Adna und Aksum, der die noch immer nicht gefallen ist, k1 bie , schwierig geworden, zumal

herÄ '^er jetzt den dort fechtende« Askaris, die brs- meht «^"^Elast der Kämpfe zu tragen Hutten, nutzt tu-nUcn Ev'lne« und in aller Eile große ^crftar "8er- weißer Truppen heranzieherr mühten.

Jahren diesen entscheidenden Schritt getan hat. Denn Dem angeblichen Zweck des Völkerbundes, Frieden und Ver­söhnung unter den Völkern zu schaffen, ist er in seiner bisherigen Existenz in gar keiner Weise gerecht geworden. Man kann sogar sagen, daß der Völkerbund sogar die Ursache und der Erreger neuer Kriege ist. Unser Krieg, den wir führen, ist der Krieg gegen Hunger und Kälte- Wir wollen nichts anderes als unser eigenes Volk erobern.

Staat und Kirche

Reichsminister Frick sagte dann zu den kirchlichen Fra­gen: Christus hat gesagt:Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Und in jenes Reich wird sich auch der National­sozialismus niemals einmischen. Das ist eine Aufgabe, die der Kirche allein überlassen bleibt. Was aber westliche und politische Dinge angeht, so ist dafür allein zuständig und maßgebend die Nationalsozialistische Deutsche Ar­beiterpartei und der nationalsozialistische Staat. Wenn wir diese klaren Zuständigkeitsgrenzen von beiden Seiten einhalten, wird es niemals zu ernsten Zwistigkeiten kom­men. Ein Reichsgesetz, das verfassungsmäßig angenommen wurde, hat Geltung für alle. Es können dabei auch für keinerlei kirchliche Instanzen irgendwelche Ausnahmen aelten. Wenn der Staat verküat. daß die öffentlichen Kör­perschaften die Flagge des Reiches hissen, so können wir auch verlangen, daß die Kirchen an den nationalen Feier­tagen die Hakenkreuzfahne hissen.

Das Juden-Gesetz

Der Redner beschäftigte sich dann eingehender mit den in Nürnberg erlassenen Gesetzen und kündigte dabei an, daß in kürzerer Zeit die Ausführungsbestimmungen er- lassen würden. Man werde auch weiter daran denken, durch eine gesetzliche Regelung eine Einschränkung der wirtschaftlichen Betätigung der Juden durchzuführen, um damit allen Einzelaktionen vorzubeugen.

Mes für Deutschland!

-um Schluß seiner Ausführungen befaßte sich Dr. Frick noch eingehender mit dem Winterhilfswerk und den ge- wattigen vom Führer gestellten Aufgaben. ^lemals , so beendete Dr. Frick seine 'Ausführungen,l,t Deutschland besiegt worden, wenn es einig war. Solange wir einig zusammen treu hinter dem Führer stehen und* seiner ge­nialen Führung folgen, solange wird uns kcm Fenid etwas anhaben können, lolange wird Deutschland fiep behaupten und schließlich den Platz an der Sonne irch er­obern, auf den es nach seiner ruhmreichen Dergangenhert Anspruch erheben kann. In diesem Sinne, deutsche Bolks- genossen, alles für Deutschland! Herl Hitler-

Nach den italienischen Berichten aus Aymara hat cf) der Schwager des abessinischen Kaisers- D e d s ch a s V is» Selas sie Gugsa, den italienischen Vorposten ^Mi un» "ich mH flinen Baff«» d-m B-s-HZ »«3 Generals Santini unterworfen. Dedfchas Gugsa war »Xir- swer von Osttigre (Makale) und ist ein Abkommlmg bei Silk die während des 18. Jahrhunderts bie Krone von

,nd die abessinische Kaiserkrone vereinigte. Er hatte L Schw-s^ ->°ile Selassie jur Fran, du - EÄäÄÄ istSbey B. °.

M Reul Mitglied der belgischen Milttarmrssion, in Merttcher Zeremonie im kaiserlichen Palast im Bersem der

Prinzen des kaiserlichen Hauses zum General- betbre 11 f3 s e r abessinischen Armee ernannt worden^ Sein Titel ist allerdings nurTechnischer Rat- âr des Generalstabes", aber jeder weiß, daß er der eigentliche Leiter des Generalftabes ist.

Dramatisches ZwrscheNspiel

in^is Abeba.

Italiens Gesandter schließt sich im Gcsandtschastskellcr ein.

^ür Sonnabend vormittag war die Ab reis eher Vi it * lieber der italienischen Gesandtschaft aus Addis -lbeba Soraekben. Das Gcsaudtschaftsperjonal schien mit env Sünbiaer Verspätung am Bahnhof, wo sich das gezamte Nmomatische Korps zur Verabschiedung versammelt hatte"' Der Gesandte Graf Vinci befand sich nicht hinter er hatte sich vielmehr im Keller der b t i d) a f t eingeschlossen. Graf Vinci weigerte sich trotz mehrfacher Aufforderung, das Gebiet 'u verlassen und ans Addis Uhelia

reisen. In seiner Gesellschaft blieb auch der Militär­attache C a l d e r i n i zurück.

Als der für das Personal der italienischen Gesandt­schaft bereitgestellte Sonderzug dann Addis Abeba verließ, sprang der Zweite Sekretär der italienischen Gesandt­

schaft, de Grcnc 1, plötzlich aus dem Zug und entfernte sich eiligst vom Bahnhof. Man fand ihn in einem Restaurant, wo er sich verborgen hatte, und nahm ihm seinen Revolver ab. Dann wurde er gewaltsam in den nächsten planmäßigen Zug gebracht und von einer Wache bis zur abessinischen Grenze begleitet.

Italiens Gesandter Graf Vinci hat über sein Ver­bleiben inAddisAbeba eine schriftliche Erklärung abgegeben, die folgenden Wortlaut hat:Ich Endesunter­zeichneter erkläre, daß ich aus eigenem Willen in Addis Abeba geblieben bin, weil mein Bestreben, zwei meiner Handelsvertreter noch zu erwarten, seitens der abessini­schen Regierung keine Unterstützung gefunden hat. Ich er­kläre, daß ich mich freiwillig keiner Maßnahme der abessi- nischen Regierung unterwerfen werde." Tas Diploma­tische Korps in Addis Abeba ist über die Handlungsweise des italienischen Gesandten im höchsten Grade erstaunt. Da das Agrement für den Gesandten am Sonnabend um 11 Uhr abgelaufen ist, sann die abessinische Regierung jederzeit ohne Rücksicht auf die diplomatische Exterri torialitäl gegen ihn vorgehen.

In diesem Zusammenhang wird von abessi­nischer Seite die Meldung verbreitet, daß, nachdem das Gesandtschaftspersonal das Gebiet der italienischen Gesandtschaft verlassen habe, sich die gesamte italienische Askarischutzmanuschaft in voller Uniform beim Kaiser im Gibbi gemeldet habe. Sie soll sich bereit erklärt haben, für Abessinien Kriegsdienste zu leisten.

*

Knegsvorberettungen in Aden

Addis Abeba, 14. Oktober. Eine Anzahl in Addis Abeba lebender Araber wollte die arabischen Frauen und Kinder aus Sicherheitsgründen nach Aden schicken- Nhre Einreise wurde jedoch von den britischen Behörden abqe- lehnt. Als Begründung für diese Haltung wurde in Addis Abeba bekannt, daß Aden bereits umfangreiche Kriegs- Vorbereitungen trifft. Auf den die Stadt und den Hafen umgebenden Höhen werden Fliegerabwehrqeschühe aus­gestellt, und die in Aden ansässigen Frauen und Länder mußten bereits die Stadt verlassen.

Oer Guezkanal.

Wird er geschlossen oder nicht?

Der Völkerbund hat Sanktionen gegen Italien beschlossen, um den Krieg in Abessinien möglichst schnell zu beenden. Damit taucht auch die von An­fang an viel erörterte Frage wieder auf: Wird der Suezkanal geschlossen oder nicht? Eine solche Maßnahme würde Italien schwer treffen, da der ganze Nachschub zum abessinischen Kriegsschauplatz durch den Kanal geht.

Der Suezkanal, diese künstliche Wasserstraße, die das Mittelländische und das Rote Meer miteinander ver­bindet, ist die Schlagader des Verkehrs nach Südafrika, Indien und Ostasien. Auch Abessinien, dessen einzrg beaueme Zuaänae am Roten Meer liegen. kann von

Europa aus nur auf diesem Wege erreicht werden, wenig­stens, wenn man nicht den einen Monat längeren Weg nm Nord- und Südafrika herum benutzen will.

Seit dem ersten Tage, an dem Jtalren den Feldzug gegen Abessinien vorbereitete, ist es einer der besten Kun­den des Suezkanals geworden. Man kann annehmen, daß Mussolini annähernd eine halbe Million Soldaten und Arbeiter nach Afrika geschickt hat, die alle zu Schlfl verfrachtet werden mußten. Nun ist aber so eine Durch fahrt durch den Snezkanal ein recht teures Vergnügen. Die Verwaltung des Kanals ist auch heute, da die meisten Währungen nicht mehr entfernt den Vorkriegsstand auf- weisen, nicht von ihren nach Goldsranken berechneten Tarifen abgegangen. Bis vor wenigen Wochen betrug die Durchfahrtsaebübr für Schiffe 5.75 Gold-