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sZul-aer Anzeiger

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Friedrich Ehrenklau, Lauter- AUlvU' MOV Oimil^mt * AlilVH%X £>IOVVI($H kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. ; Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- ^ z VD.A." IX. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis-

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241 - 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 15. Oktober 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

M Aufhebung der Waffenspe're

Französische Waffen für Abessinien

Neue italienische Truppen für Ostafrika. Der italienische General- stabschef übernimmt den Oberbefehl.

Wie vom abessinischen Kriegsschauplatz verlautet, dort die Ruhe vor dem Sturm. Die Juli etter sind mit dem Ausbau ihrer Stellung be- L«int während die Abessinier im Norden und lut allem in der Gegend von Harrar größere Truppen- kirnen zusammLuziehen. Wie die englische Zeitung Daily Telegraph" berichtet, seien größere illinzöfische M u n i t i o n s t r a tt s p o r t c aus M Wege nach Dschibuti, die für Abessinien bestimmt icini und im ganzen 3000 Tonnen Munition, Maschinen - »wellte und Karabiner umfassen.

M einer Meldung derMorningpost" dauern auch die i t a l i e n i s ch e n Truppentransporte durch den Suezkanal an. Acht italienische Dampfer trafen in Port Said ein, von denen vier 9000 Mann Soldaten und Arbeitet an Bord hatten. Die anderen waren mit Kriegsmaterial, Pferden und Automobilen beladen. In Mgekehtler Richtung fuhren

zwei italienische Dampfer mit 600 Verwundeten aus der Schlacht bei Adua,

die nachdem Dodekanes gebracht werden. Auch andere englische Zeitungen berichten über italienische Arwundetentransportc und meinen, daß offensichtlich die italienischen Verlustlisten nicht ganz mit der Wirklich- leit iibereinstimmten.

Wechsel im italienischen Oberbefehl.

[ Wjbein in Adua, um dessen Besitz fünf Tage und. O* gekämpft wurde, der Oberbefehlshaber der italie- - ân Truppen, General de Bono. bei einer Sieges- i feier eine Triumphparade abgenommen hat, überrascht sie Nachricht, daß die Tage seines Oberbefehls gezählt I feien. Der italienische Geueralstabschef, Marschall Ba- N l i o, der sich bereits aus dem Wege nach Massaua findet, soll den 69jährigen General de Bono im Ober- desèhl ablösen.

3n diesem Zusammenhang interessiert die Nachricht, daè der italienische Frontkämpferführer, General Gari- kbi, nach London reisen wird. Wie man aus Rom «richtet, soll Mussolini bereit sein, über die «endigung des Krieges zu verhandeln. Die wirkliche Deutung des Sieges in Adua sei stark übertrieben borden, nm nach außen Grund zu Verhandlungen zn Wen.

Wie aus Harrar gemeldet wird, ist

dcr Somalihäuptling Samatarri mit 2000 Mann zu den Abessiniern übergegangen,

Ö'W die Italiener zu kämpfen. Nach einer Nachricht i lddis Abeba sind sieben Somalihäupt- 1 'SMie sich von den Italienern hatten kaufen lassen, M' Hochverrats gehängt worden. 250 Offiziere und des, abgefallenen Ras Dedschas Gugsa seien i ue abesiinische Seite zurückgekehrt, da sie ihrem Kaiser 11 ^küte halten wollen.

, Enzian» und Belgien «Men Salennesinit nach Abessinien

A Großer Waffenkauf?

bi'e /-M5, Oktober. Die englische Regierung hat, Daik»»" Ä^g berlantet, das Verbot der Ausfuhr von N »^^bes-inicn aufgehoben-

lekretti^^»^ Regierung hat durch Eden dem General- Erun^- ^»Völkerbundes mitteilen lassen, daß sie auf 11 ^°e8 Vorschlages Nr. 1 der Sauktionskonferenz vom ßn V. T1® beschlossen habe, die Ausfuhr von Waf- statten °1.^ud Kriegsmaterial nach Abessinien zu ge- 3ur i5r öle Waffenausfuhr nach Italien werde bis NM» ^9 und Ergänzung der Waffenliste des er- s».^r Flages das Verbot in seiner gegenwärtigen 3 bleiben.

bo'3 â^^?'"^uhang mit der Wiederaufhebung des Ver- bet s.,Ausfuhr von Waffen nach Abessinien berichtet nie ibor j $ Standard", daß die Regierung von Abessi- bei der Bank von Aegypten einen Betrag Kauf vnn ^^^d hinterlegt habe, der für den sofortigen Die benutzt werde.

mit, dgl? Telegraphenageuiur in Brüssel teilt bonc belgische Regierung Anträgen auf Ausfuhr boin bach Abessinien in Uebereinstimmung mit der neu Euik^"^" un die einzelnen Mitgliedsstaaten erlasse- ^cyiung zukünftig ihre Genehmigung erteilen wird.

kfs#» 9um tampHos gefallen?

Meldungen über italienische Fliegerangriffe. Aon, 1-« britischer Schritt in Rom.

«ach «. Stober. Die heilige Kaiserstadt Aksum soll lÂalieniid'o *taIlenWr Kreise am Montag bereits von Dämpfe h" Puppen besetzt worden sein, ohne daß weitere Munden Toren oder in der Stadt selbst statt- Men, ^-Wn* mit seinen wichtigen Walifahrts- " ö ble Verwaltungsaebäude und die auch in

der weiteren Umgebung befindlichen Klöster, sollen keinen Schaden genommen haben. Die heilige Stadt soll also nicht erobert worden sein, sondern sich freiwillig ergeben haben.

Die Fälle freiwilliger Unterwerfung in der Provinz Tigre werden, wie von unterrichteter italienischer Seite behauptet wird, immer häufiger. Das italienische Ober­kommando prüft die Möglichkeit, die Truppen des Gou­verneurs von Ost-Tigre und der mit ihm übergetretenen Häuptlinge, insgesamt etwa 12 000 Mann, entsprechend einem Wunsche des Gugsa als Eingeborenenkorps unter italienischem Kommando zu organisieren und später gegen Abessinien einzusetzen. Bei den Kämpfen in der Umgebung von Adua seien 3500 Abessinier gefangen worden, die jetzt bei den Straßenbauarbeiten mithelfen. Das bis jetzt eroberte Gebiet von der Provinz Tigre umfaßt rund 4000 Quadratkilometer.

Nach abessinischen Meldungen aus Addis Abeba sollen in Richtung von Makale erneute italienische Flieger­angriffe erfolgt sein. Ein italienisches Geschwader soll über verschiedenen Ortschaften Bomben abgeworfen haben. Zahlen über die Todesopfer liegen noch nicht vor. Zu den Gerüchten, wonach Harle Selasfie Gugsa, der Kommandant von Makale, mit 40 000 Soldaten zu deu Italienern über­getreten sein soll, wird von maßgebenden abessinischen Kreisen nicht Stellung genommen. Andere Gerüchte be­haupten, Gugsa sei verwundet und auf dem Wege nach Addis Abeba.

Reichskirchenausschutz

Altpreutzischer Landeskirchenausschuh

Berlin, 15. Oktober. Der Reichs- und preußische Mi­nister für die kirchlichen Angelegenheiten hat die in,der Verordnung vom 3. Oktober 1935 vorgesehenen Ausschüsse, nämlich den Reichskirchenausschuß und den Preußischen Landeskirchenausschuß, wie folgt gebildet:

R e i ch s k i r ch e n a u s s ch u ß: Geueralsuperintendent i. R. D. Zöllner-Düsseldorf,- Landesbischof Diel-Speyer; Generalsuperintendent i.R. D. Eger-Naumburg (Saale) ; Präsident Koopmann-Aurich; Oberlandeskirchenrat Dr. Mahrenholz-Hannover; Oberkirchenrat Hanemann-Mün­chen; Pfarrer WilmDolgelin (Mark) und Pfarrer Küy- ner-Lötzen (Ostpreußen). o f . ..

Altpreußischer Landeskirchenausschutz: Ge- neralsuperinteudent i.R. D. Eger-Naumburg, (Saale); Oberkonsistorialrat Kaminski-Königsberg (Preußen); Su­perintendent Zimmermann-Berlin; Superintendent Dr. Schmidt-Oberhausen (Rheinland): Domprediger Martin- Magdeburg und Pfarrer Küßner-Lötzen (Ostpreußen).

Die Zusammensetzung der Ausschüsse ist unter dem Ge­sichtspunkt erfolgt, einen in sich geeinten und daher zu fruchtbringendem, kirchlichem Handeln befähigten Kreis von Männern zu finden, die aus ihrer Grundeinftclluna

Die neuen Genfer Sanktionsbeschlüsse

Das Geueralsclrciarint des Völkerbundes hat b e r e i t s i n 5 2 N o t c n die Beschlüsse über das Wafsen- aussuhrverbvt an die Völkerbundsstaaten meitergegebeu. Der Unterausschuß der S a n l t i o n k o n s e - re uz der die Frage der Kredit- und Anleihe- sanktionen zu prüfen hat. Hat 'rach dreistündigen Be­ratungen am Montagvormittag dem Gropeu Ausschuß der Sanktionskonferenz einen Vorschlag übermittelt, der nach Billigung durch den Achtzchnerausschuß der Sauk- tionskonferenz zugeleitet wurde. Nach einer amtlichen Mit­teilung des Geueralsekretariats des Völkerbundes heißt es in diesem Vorschlag:

Der Ausschuß hat einen Vorschlag geprüft, der ihm von einem Unterausschuß über die finauziellen Maß­nahmen vorgelegt wurde. Dieser Plan empfiehlt deu Mit- gliedsstaaten des Völkerbundes, unmittelbar die Maß­nahmen zu treffen, die notwendig sind, um

die folgenden Finanzmaßnahmcn für Italien unmöglich zu machen:

Alle direkten ober indirekten Darlehen, jede Auflage einer Anleihe, alle Bankkredite ober Kredite anderer Ari, jede Herausgabe von Aktien, jeden Aufruf zur Gründung von Fonds, die bestimmt sind, finanzielle Hilfsmittel zu beschaffen, sei es zugunsten der italienischen Negierung, sei es zugunsten öffentlicher Gesellschaften ober zugunsten von physischen und juristischen Personen, die auf dem italienischen Stantsaebiet ihren Sitz baben.

Wie in London verlautet, hat England die italienische Regierung ans diplomatischem Wege darauf aufmerksam gemacht, daß Addis Abeba und Diredawa offene, das heißt unbefestigte Städte seien, in denen sich große ausländische Niederlassungen befänden- Der englische Schritt dürste mit den Bemühungen von Mitgliedern des diplomatischen Korps in Addis Abeba Zusammenhängen, die beiden Städte gegen etwaige italienische Luftangriffe -M schützen.

Preß Association zufolge hat der italienische Unterstaats­sekretär Suvlch der englischen Regierung mitteilen lassen, daß er die Militärbehörden hiervon benachrichtigen werde. Aehnüchc Vorstellungen sind von den meisten übrigen, in Addis Abeba vertretenen Mächten erhoben worden.

Flottenübungen und Truppentransporte

DieKhedivial Mail Steamship Company", die Fracht­verbindungen zwischen Alexandrien und dem Piräus, Neapel, Genua und Marseille unterhält, hat ihre Ver­schiffungen nach den beiden italienischen Häfen bis auf weiteres eingestellt. '

Aus der höhe von Alexandrien finden zurzeit große Uebungen britischer Flotteneinheiten statt.

Das erste Bataillon des Regiments Manchester, das zwei Jahre in Bermudas (Westindien) stand, traf am Montag in Southampton ein und wurde nach nur acht­stündigem Aufenthalt auf heimatlichem Boden nach Aegyp­ten weiterverschickt.

SranW-tiirMer NichtangrWpaN

Teheran, 15. Oktober. Zwischen Iran und der Türkei rft, wie aus Meldungen der iranischen Presse hervorgeht, ein Nichtangriffspakt abgeschlossen worden. Die iranische Presse unterstreicht die Bedeutung des Paktes gerade im jetzigen Augenblick besonders. Bei dem Wetterleuchten im Westen müsse Iran im Interesse des Friedens im Osten am Völkerbund festhalten.

tiefste Verantwortung für Kirche, Volk und Staat bewiesen haben. Die Ausschüsse setzen sich daher aus bewährten Theologen zusammen, die als kirchliche Vorkämpfer, deut­sche und nationalsozialistische Männer, Prediger und Füh­rer im Weltprotestantismns Anspruch auf allgemeines Vertrauen erheben können.

Die Bildung der Kirchenausschüsse ist erfolgt, nachdem die zur Berufung gekommenen Männer selbst in zweitägi­gen Beratungen unter sich vollständige Einmütigkeit über die Linie der künftigen innerkirchlichen Arbeit und die Frage des Verhältnisses von Kirche, Volk und Staat erKelt haben. Das dem Reichsminister für die kirchlichen An­gelegenheiten in einer einstimmig gefaßten Erklärung vor­getragene Ergebnis der Beratungen enthält die Grund­lagen für eine förderliche Gestaltung der Lage und echte Befriedung des kirchlichen Lebens.

Der Reichskirchenausschuß wird noch im Laufe dieser Woche zusammentreten. Er wird sich in einer Veröffent­lichung über die Grundsätze für die Lösung seiner hohen Ausgaben an das Kirchenvolk wenden.

Der Vorschlag bestimmt weiter, daß die Regierungen aufgefordert werden, dem Ausschuß sofort die Maß nahmen mitzuteilen, die sie zur Durchführung dieser Empfehlungen getroffen haben. Verschiedene Mitglieder haben nähere Aufklärung über die Auswirkung in be stimmten Fällen verlangt, besonders in der Frage der Behandlung der Filialen italienischer Gesellschaften im Ausland und der Filialen fremder Gesellschaften in Italien, weiter über die Behandlung der Geschäfte italic- nischer Versicherungsgesellschaften und der Überweisungen zugunsten des italienischen Roten Kreuzes. (Solche Über­weisungen haben den Charakter humanitärer Tätigkeit und sind von den Sanktionsmaßnahmcn ausgeschlossen.)

Abbruch der diplomatischen Beziehungen LondonRom?

Die französische NachrichtenagenturHavas", be­richtet, was auch in London bestätigt wird, daß in dieser Woche Eden dem englischen Kabinett über die Genfer Sanktionsbeschlüsse berichten wird. Im Zusammenhang hiermit behauptetHavas", daß sich die englische Ab­ordnung in Genf eingehend mit dem Gedanken eines Abbruchs der diplomatischen Beziehun­gen zu Italien befaßt habe. Hierbei scheine sie von den britischen Dominions und auch von einigen anderen Mächten, insbesondere von Holland, unterstützt zu werden.