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SÄW? Tngebla» für Rhön und v»g-Isb°rg> & Sg Zulda- und Yaunetal. Zuldarr «rrlsbla«

^0"^aup'tschriftleiter Friedrich Ehren-

Ilanj^ül^^ Königs 42, ^rnsprecher^ 2989.^- Schristleituns und Gèfchästsftâ: Königftraße 42 Fernsprecher Nr. 2989

Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." IX. 35. 910. Zur Zeit ist Preis, liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil .Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

N. 243 - 12. Jah-gang

Fulda Donnerstag, 17. Oktober 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

SMmlsskM M dem eulM Millett.

England hält zum Völkerbund. Der Vermittlungsversuch Lavals unerwünscht und aussichtslos.

Das englische Kabinett hat in einer Sitzung Mittwoch einen B e r i ch t E d e n s entgegengcnom- und über die Frage der Sanktionen beraten. Auch H hei c nalischen Öffentlichkeit besaßt man sich Mast mit den Sanktionen und vor allem mit den soge- naimtcn Pariser Vermittlungsvorschlägen.

der ,,M o r n i n g p o ft" wird die Haltung der malischen Regierung dahin umrissen, die allgemeine Hal- tuna der Regierung sei, daß die Lösung das Siegel des Völkerbundes tragen müsse. Sie sei entschieden gegen einen Friedensschritt, der darauf abziele, Italiens Erfolge in Abessinien zu legalisieren. Die Gründe für diese Hal- seien dreifacher Art:

1 Erveriment der Sühnemaßnahmen müsse, wenn es lehrreich sein solle, bis zum Abschluß durchgeführi

2 ^entschlossener der Völkerbund sich im gegenwärtigen ^alle zeige, desto größer werde die abschreckende Wirkung aus künftige Angreifer sein.

3 Tas Ansehen des Völkerbundes würde schweren Schaden erleiden, wenn es ihm nicht gelänge, seinen Willen auch nur zum Teil durchzusetzen.

Die englische Presse berichtet ferner, daß der britische Botschafter Laval erklärt hat, nach seiner Ansicht werde die britische Regierung seine Einigungs­grundlage billigen, die nicht in erster Linie die Zurück- nahmeder italienischen Truppen von abessi­nischem Gebiet vorsehe. Die Genfer Staatsmänner seien tot Ansicht, daß

der Völkerbund nichts zur Förderung einer Verein- tnung tun könne, die eine Aufteilung Abessiniens zur Grundlage habe.

Es stehe außer Zweifel, so schreibt von den franzö­sischen Zeitungen dasE ch o d e P a r i 3", daß die Hal­tung der französischen Regierung in keiner Weise den eng­lischen Erwartungen entspreche, und es wäre. falsch, wollte man sich die Tatsache verheimlichen, daß die fran- wsisch-cnglischen Gegensätze von heute sich in sehr ernster -form in der Zukunft auswirken könnten. Der gleichen -lnsicht ist auch dasOeuvre", das von einer sehr ge- ipannten Atmosphäre in Genf spricht. In derV i c - loire" wendet sich Hervè an die französische Offentlich- 'eit und fordert sie auf, den Machtfaktor England nicht 3» unterschätzen.

Nom sehr zurückhaltend.

Gegenüber den viel erörterten Gerüchten über Diplomatische Bemühungen Lavals im Sinne einer Überbrückung des Gegensatzes zwischen Rom und -ondon wird in italienischen zuständigen Kreisen sthr große Zurückhaltung geübt. Im gegenwärtigen Augenblick müsse man die Aussichten auf einen Erfolg "Ngestchts der Tatsache sehr gering einschätzen, daß Eng­end sich auf das entschiedenste jedem Vermittlnngs- ""lahren außerhalb des Völkerbundes entgegenstellc.

habe die Bemühungen Lavals, zu vermitteln, - zu würdigen gewußt Und werde daher auch, falls Mvwelche Vorschläge gemacht werden, sie aufmerksam

l,cn/ Vorläufig könne jedoch keine Rede davon n daß bereits irgendwie greifbare Pläne näher er- worden seien.

NW fordert völlige Handelssperre gegen Italien.

bereis u § f ^ ü f f e der Sanktionskonferenz bi i tcn am Mittwoch in Genf -wieder über die Rötliche n Sanktionen, und zwar der bnSperre der Einfuhr aus Italien und fei,ige die Entschädigungen und die gegen-

Generalsekretariat des Völker- m veröffentlicht den Wortlaut des von der eng- über da? -"ung schriftlich vorgelegten Vorschlages

^"^°i der gesamten Einfuhr italienischer Waren in Der -witglicbftaaten des Völkerbundes.

"- "-'Die Regierungen der Mit- Süter in ii\ Ö^ Völkerbundes werden die Einfuhr aller Verharr? Staatsgebiet (mit Ausnahme von Gold- nnd Gistèr ^ Geldstücken) untersaaen. wenn diese kommen n Miauen oder einer der italienischen Besttznngen Misti» « "olienischen Ackerbau oder der italienischen ^cii8iinrl<'ltammen oder entsprechend ans den italienischen geschickt » "'..Zanz gleich, von welchem Ort die Waren ab- hergestM,."^- Die Ackerbaugüter und die in Italien guter aus x .eu oder auch die Waren und Ackerbau- ^ihuu . italienischen Besitzungen, die einer Ver- Waren etnem anderen Land unterworfen sind, sowie lUm Teil in Italien oder den italienischen «eren 9 ,9efteöt sind und zum Teil in einem an- Güter faßen gleichfalls unter das Verbot. Die ^fafacbhn^ "ilgenblicklich Gegenstand einer laufenden reiben Wb, sollen von dem Verbot nicht ausae- faiben, ~le Güter, die sich bereits auf Fracht v. °usaxnon!rn'en^e"tt das Verbot nicht durchführbar ist,

e-

Der Entwurf Edens hat die Z u st i m m u n g der skandinavischen Staaten sowie Hollands, Belgiens, Ru­mäniens und Sowjetrußlands gefunden. Ein aktiver Widerstand trat auf keiner Seite in Erscheinung, doch machten einige Länder, darunter Spanien und die Schweiz, gewisse Vorbehalte. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt, da zunächst der Ausschuß für gegenseitige Unter­stützung befragt, d. h. die Frage der Entschädigungen ge­klärt werden soll.

Außer den Verhandlungen über die gegenseitige Unterstützung wurde für Mittwochnachmittag eine Sitzung des Großen Ausschusses angesetzt. Außerdem hat der juristische Ausschuß der Sank­tionskonferenz sich mit der völkerrechtlichen Frage befaßt, inwieweit die Erklärungen Österreichs und Ungarns mit der Völkerbundsfatzung übereinstimmen und inwieweit die Parlamente bei der Durchführung der Sanktionen in demokratisch regierten Staaten wirklich herangezogen wer­den müssen.

In Kreisen der englischen Abordnung in Genf be­hauptete man am Mittwochnachmittag, nachdem am Vor­mittag verschiedentlich die Abordnungen untereinander Fühlung genommen hatten, daß man mit einer Annahme der in Paris gemachten Vorschläge durch London nicht rechne. Je stärker übrigens der W i d e r st a n d d e r eng­lischen Regierung werde, um so mehr werde, so wird aus Genf berichtet, in Genf von Kreisen, die hinter Laval stehen, behauptet, daß es sich nicht um einen fran­zösischen, sondern um einen französisch-italienischen Vor-

England labt Vorsichtsmaßnahmen

im Mittelmeer bestehen bleiben

Lavals VermittlungSvorsKIâge.

In London liegen nunmehr genauere Mitteilungen über den Inhalt der Vermittlungsvorschläge Lavals zwi­schen Italien und England bzw. dem Völkerbund vor. Es bestätigt sich, daß Laval in seiner Unterredung mit dem britischen Botschafter in Paris am Montag die Frage aufgeworfen hat, ob eine Herabminderung der britischen Flotten streitkr äste im Mittel­meer zur Entspannung der Lage in Genf dienen und Italien für Vermittlungsvorschläge zugänglicher machen könne. Weiter wird mitgeteilt, daß Laval auch aus einen Vorschlag Mussolinis Bezug nahm, die i t a l i e n i s ch e n Streitkräfte in Libyen zu vermindern wenn England mit seinen Flottenstreitkraften tm Mittel­meer das gleiche tut.

In London tritt man aber gegen Gerüchte aus, wo­nach Laval eine Reihe von Friedensbedingungen formu­liert habe.

Unterredungen mit den Botschaftern Englands unv Iialiens.

Die innerpolitischen Gegensätze.

Daris 17. Oktober. Sm Vordergründe des Interesses steht der wahrscheinlich letzte Versuch Lavals, Mussolini m einer friedlichen Lösung zu bewegen. Die Hoffnung auf Erfolg ist gering. In politischen Kreisen legi man Wert au die Feststellung, daß es sich bei den bereits bekannt gewordenen Anregungen nicht etwa um emen feftumrifse- nen Vorschlag handele, da Laval nicht befugt sei, 1 andern um einen sowohl Rom wie London vorgeschlagenen Rah- m?n für eine gütliche Einigung. Die Haltung Englands in Genf hat ihren Eindruck in Paris nicht verfehlt, doch machen sich, besonders auf der Rechten, nach wie vor Widerstände gegen die Sühnemaßnahmen geltend, wobei deutlich inner-politische Gegensätze zum Ausdruck kommen. Der rechtsgerichtete Senator Lemery schreibt in derLi- berte- Die Blockade drohe Wirklichkeit zu werden. Das sei eine Kriegshandlung. Italien werde sich beugen oder gewaltsam Widerstand leisten müssen. Leon Blum, der Diener der französischen Marxisten, reibe sich die Hände. Er sollte aber nicht vergessen, daß das französische Volk einen solchen Krieg nicht wünsche Dieser würde zu einer Revolution führen, wie sie von der Volksfront nicht er­mattet werde.Frankreich erwache!», so schließt Lemery.

erkenne, wer mit deinem Blut spielt!»

" Ministerpräsident und Außenminister Laval hatte am Mittwoch Unterredungen mit dem italienischen Bvlschafter Cerruti und dem englischen Botschafter wir George Elerk.

6ngl6Sö5 Antwort an Frankreich

Militärische Vorbereitungen im Mittelmeer bleiben.

London, 17. Oktober. Das englische Kabinett beschäftigte sich am Mittwoch im wesentlichen mit dem Stand der Sühnemaßnahmen und erörterte die Schritte im Parla­ment um den Maßnahmen Gesetzeskraft zu verleihen.

Reuter zufolge hat das Kabinett die Antwort auf den Vorschlag Lavals, die Stärke der britischen Flotte im Mit­

schlag handele, weil man die Verantwortung möglichst von Laval wieder fortnehmen möchte.

Vefchlkffe der Vollsitzung.

In dem Großen Ausschuß und der Voll­sitzung der Sanktionskonferenz hat man nacheinander die Vorschläge des juristischen Ausschusses und die Vorschläge des militärischen Ausschusses angenom- m - n. In der Entschließung des Juristenausschusses steht eigentlich nur der eine wichtige Satz, daß nach Auffassung dieses Ausschusses

alle Mitglicdstaaten des Völkerbundes die Pflicht haben, die notwendigen Maßnahmen zur Durchfüh­rung ihrer Verpflichtung nach Artikel 16 der Völker­bundssatzungmit der größten Schnelligkeit" zu treffen.

Man Hai dann weiter sowohl in dem Großen Ausschuß wie in der Vollversammlung zu der Liste für das Waffen- yusfuhrverhot noch einige Materialien für den chemi­schen Krieg und den Gaskrieg hinzugenommen, hat aber gleichzeitig sestgestellt, daß überhaupt der chemische Krieg und der Gaskrieg durch internationale Vereinbarungen verboten sind. Mit Recht wies der schweizerische Delegierte M o t t a in der Vollversammlung darauf hin, daß man unter diesen Umständen auch Abessinien an das Verbot erinnern müsse oder zum min-

besten Abessinien nicht etwa der Gaskrieg gestattet sei.

Zu Beginn der Sitzung machte der Vertreter V e

ene-

zuelas einen allgemeinen Vorbehalt hinsicht­lich der Beteiligung seines Landes an Sanktionsmaß­nahmen unter Berufung aus seine schlechte wirtschaftliche Lage. Er erklärte, es solle mit anderen als Gewaltmitteln eine Lösung des Streitfalls angestrebt werden.

In der Erörterung über die gegenseitige Unter- stützungs- und die Entschädigungsfrage ist man im Laufe des heutigen Tages trotz stundenlanger Sitzungen über­haupt nicht weitergekommen.

wonw

telmeer unter gewissen Voraussetzungen auf ein normales Maß zu vermindern, fertig. Gewisse Schlüsse über den Inhalt der Antwort glaubt Reuter aus der in Londoner amtlichen Kreisen vertretenen Ansicht ziehen zu können, ich sich die Lage durch die Entsendung weiterer _______nischer Truppen nach Libyen in den letzten Tagen nicht gebessert habe. Man habe Grund anzunehmcn, daß der Flottenvorschlag Lavals von anderen Anregungen begleitet gewesen sei, über deren Eharakter jedoch nichts

italieni

verlaute.

Laval hat dem britischen Botschafter gegenüber nichts von einer in der französischen Presse behaupteten Mittei­lung der italienischen Regierung an die französische er-

Der 9. November 1935

Im Zeichen der deutschen Freiheit.

München, 17. Oktober. Der Traditionsgau München- Oberbayern, der vom Führer beauftragt wurde, die Vor­arbeiten zur Durchführung der Feiern anläßlich des 12. Jahrestages des Schicksalsmarsches der Bewegung vom Bürgerbrânkeller zur Feldherrnhalle in Angriff zu neh- men, hat bereits seine Arbeiten begonnen. Der 12. Jahres­tag des Schicksalsmarsches der Bewegung steht im Zeichen der vom Führer für alle Zeiten wiedereroberten Freiheit des deutschen Volkes. Der 9. November 1935 gilt barum der Auferstehung der Helden in das neue freie Deutsch­land.

Deshalb wird im Anschluß an den Marsch der alten Kämpfer vom Bürgerbräukeller zur Feldherrnhalle am 9. November 1935 die Ucberführung der 16 Gefallenen in Ehrentempeln am Königsplatz erfolgen. Der Weg von der Feldherrnhalle bis zu den Ehrentempeln soll versinnbild­lichen den Sieg und die Auferstehung der Gefallenen vom 9. November 1923 im Jahre der Freiheit. Auf dem- uigsplatz findet zusammen mit dem letzten Appell die Auferstehungsfeier der Gefallenen statt.

wähnt. wonach Italien sich nicht in der Lage sehe, den Brennerpaß ohne französische Hilfe gegen etwaige An­griffe zu verteidigen. -

Reuter zufolge besteht jedoch jetzt kaum ein Zweifel, daß Laval in letzter Stunde sich ernstlich bemüht, eine ver,ähn­liche Regelung des italienisch-abessinischen Streitfälle^ zu erzielen bevor der Völkerbund drastischere wittfcyafnichc Sühnemaßnahmen ergreift. Reuter erinnert baran, day der Vorschlag Lavals, eine Verringerung der britischen Flotte im Mittelmeer gleichzeitig mit einer Verringerung der ita­lienischen Streitkräfte in Libyen auf ihren normalen Stand durchzuführen, im wesentlichen dem.Vorschlag ent­spricht, den der italienische Botschafter in London tn^u) in Gestalt einer persönlichen Botschaft Mussolinis beut