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M-aer Anzeiger

^B&^ $ Tageblatt für Rhön UN- Vogelsberg Zul-a-und Haunetal-Zul-aer Kreisblatt

^0nFriedrich Ehren-

H??, :^B Bft ^Fuldl Schristleitung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprecher Nr. 2989

Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlatz nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlatz. D.A." IX. 35. 910. Zur Zeit ist Preis- liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

s 244 - 12- Jahrgang

Fulda, Freitag, 18. Oktober 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Schuschnigg Starhemberg.

Oesterreichs neue Regierung.

Vereinheitlichung der Wehrverbände. Zurückdrängung des Wiener Heimwehrflügels.

3m Aufruf des Kirchenausschusses heißt es u. a.:

Die unantastbare Grundlage der Deutschen Evange­lischen Kirche ist das Evangelium von Jesus Christus, wie es uns in der Heiligen Schrift bezeugt und in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht getreten ist. (Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche, Artikel 1.) Alle Arbeit der Kirche, auch ihre Theologie und ihre Verwaltung müssen der Verkündigung dieses Evangeliums dienen.

Mn 18. Oktober. Amtlich wird mitgeteilt: Bundes ta[cr Dr. Schuschnigg hat Donnerstag nachmittag dem Bundespräsidenten Miklas einen Vorschlag unterbreitet, Etliche Mitglieder seiner Regierung laut Artikel 82 jcr Bundesverfassung 1934 zu entlassen. Gleichzeitig gab der Bundeskanzler dem Bundespräsidenten gemäß Artikel M der Verfassung 1934 seine Demission. Der Bundespräsi-- deut gâb dem Vorschlag hinsichtlich der Entlassung der 'KcgierimgëtnifglWr statt, nahm jedoch das Ersuchen des Bundeskanzlers um seine Enthebung vom Amte nicht Ar Kenntnis. Er ersuchte den Bundeskanzler Dr. Schusch- nigg, ihm unverzüglich Vorschläge hinsichtlich der neuen Zusammensetzung der Regierung zu erstatten. Bundeskanz­ler Dr Schuschnigg kam diesem Auftrag des Bundespräsi­denten nach und erstattete seine Vorschläge, die vom Bundespräsidenten genehmigt wurden.

3m Kabinett wird somit Bundeskanzler Dr. Schuschnigg die Ressorts Bundeskanzleramt, Bundes- mmsterium für Landesverteidigung und Bundesmini­sterium für Unterichtr führen. Außerdem wurden vom Bundespräsidenten folgende Persönlichkeiten zu Mitglie­dern der Bundesregierung über Vorschlag des Bundes­kanzlers ernannt: Ernst Rüdiger Starhemberg, Vize­kanzler; Egon Berger-Waldenegg, Bundesminister für die Auswärtigen Angelegenheiten; Eduard Baar- Bare nfels, Bundesminister für fachliche Leitung der Angelegenheiten der inneren Verwaltung und des Sichrr- Wwcscns; ordentlicher öffentlicher Universitätsprofessor A.Debretsberger, Bundesminister für soziale Der- âng; Staatsrat Rechtsanwalt Dr. Ludwig Draxler, Äcksminister für Finanzen; Fritz Stockinger, Bun- èMnister für Handel und Verkehr; Generalprokurator 5'r. Aobcrt Winterstein, Bundesminister für Justiz; Ingenieur Ludwig Strobl, Bundesminister für Land­end Forstwirtschaft; Dr. Karl Buresch, Bundesminister ohne Portefeuille, betraut mit der Verwaltung gemein- Mer wirtschaftlicher Angelegenheiten und dem Vorsitz m wirtschaftlichen Ministerkomitee.

gleicher Zeit wird die Vereinheitlichung der Wehr- moande in der vom Bundesführer der Vaterländischen .front und Führer der Wehrfront Ernst Rüdiger Star- Mderg im Einvernehmen mit Bundeskanzler Dr. Schusch- .n vor einiger Zeit angekündigten Form durch- gesuyrt. Der neue gemeinsame Webrverband Mbrt die Be­

Kirche und Staat gehören zusammen

Ein Aufruf des Kirchenausschusses an das Kirchenvolk.

.... Reichsminister für die kirchlichen Angelegen- J % ^) errI, sprach vor den Vertretern der Presse über

de" der Kirchenausschuß an das Kirchenvoll Lte hat, um zugleich seine persönliche Stellung zu M "en Fragen darzulegen.

. ^ ®enl betonte,, der nationalsozialistische 1)0,1 jeher die Auffassung vertreten, daß Partei aat aus dem Boden des positiven Christentums sjnJn' °Me sich an eine Konfession zu binden. Aller- e hierbei festgestellt werden, daß positives tim , nidjtg. mit engstirnigem Dogmatismus zu feiLLr sondern nur mit der Tat. Die Konsequenz des "hoMllsmus, der aus dem Glauben und aus der die («ru?M ^"^^^ Polk gekommen sei, habe von selbst $ Ablage für ein solches Programm gegeben. tztI?E'onalsozialismus greise niemals in die teer» m » Gewissensfreiheit des einzelnen ein,

1 überlasse einem jeden, sich seinen Gott so vor- Ac!? Dellen, wie er cs für richtig halte.

uni) teWung sei von der Nationalsozialistischen Partei iaat immer vertreten worden. Wenn in den ivirrunn ^^^" Jahren hierin scheinbar eine Ver­such:- lün â^j^bn sei, so seien Partei oder Staat als einzeln/ betroffen gewesen. Sie sei höchstens auf An Zufuhren gewesen.

honte»?/;,/ ^^".be er, der Minister, daß die Verwirrung tigen Umn^^^n sei. Denn in der Zeit eines so gewal- Revolmin^^^^' ^ er durch die nationalsozialistische bet eiiiP h J# worden sei, eines Umbruches, Haltuna "Puren neue Blickrichtung für die geistige Wesen 5' fci eS selbstverständlich, daß auch über des Glaubens an sich Meinungsver- fei eg n. , "usbrechen. Deswegen

^^tfdiru rur' lucnn»o« Bewegungen wie z. B. der E'analsuri^^^nsbcwegung, die innerhalb der ua-

' l'mschen Weltauffassung entstanden sei, als Es [ei ;0 Gottlosenbewegung bezeichne.

n,^t nur hP!?a».nt' ""d der nationalsozialistische Staat 'N die Kommunismus ausgerottet habe, sondern ^SUna ."P^nvewegung. Die Deutsche Glaubensbe- p ein ®in»he Gottlosigkeit, sondern es sei klar, daß sich ? i° lelioiK? âum Durchbruch durchringe. Unsere Zeit daz Wie vielleicht keine Zeit vor uns, wenn ^l iiu^ lvußtsein über die Form dieser Religiosität "i 'edem vorhanden sei. Staat und Barret

zeichnungFreiwillige Miliz vesterreichischer Heimat- schutz" und wird der einzige Träger der freiwilligen Wehr­bewegung in Oesterreich sein. Um die zweckmäßige Aus­bildung und Vereinheitlichung der gesamten Wehrkräfte des Volkes zu ermöglichen, wird für eine enge und stete Fühlungnahme zwischen Wehrmacht und Miliz vorgesorgt sein. Der Bundeskanzler und Bundesminister für Landes­verteidigung Dr. Schuschnigg hat dem Vizekanzler und Führer der Wehrfront Starhemberg alle diesbezüglichen notwendigen Vollmachten eingeräumt, die erforderlich sind, um die zweckmäßige und reibungslose Zusammenarbeit der Wehrmacht und der freiwilligen Miliz zu gewährleisten.

Ferner wird gleichzeitig auch die Vereinheitlichung der in einer Arbeitsgemeinschaft bereits erfaßten Jugendorga­nisationen als Staatsjugend unter vollkommener Wahrung bestehender Rechte der einzelnen Verbände, insbesondere unter Berücksichtigung der im Konkordat vereinbarten Grundsätze durchgeführt.

Die Mitglieder der neuen Bundesregierung leisteten noch im Laufe des Donnerstagabends den Eid in die Hände des Bundespräsidenten.

Der frühere Bundesminister Reither wurde zum Lan­deshauptmann von Niederösterreich ernannt.

Die Umbildung des Kabinetts nach der Kundgebung für Fey am Mittwoch hat in Wiener politischen Kreisen nicht überrascht. Man erblickt in der Regierungsumbildung eine Stärkung des Kurses Starhemberg und zugleich eine Zu­rückdrängung des Wiener Heimwehrfli gels. Bemerkenswert ist die Ausschaltung des bisherigen vandwirtschaftsmini- sters Reither und dessen Ersetzung durch Ingenieur Strobl. Reither hat in seiner Eigenschaft als Bauernführer wieder­holt die Politik Starhembergs und auch die der Heimweh- ren angegriffen.

HeiMwehr-Feg mahnt zur Nutze

Der gewesene Bundesminister Fey hat einen Landes­befehl an die Wiener Heimwehr erlassen, in dem es unter Bezugnahme auf die Regierungsumbildung heißt:Ich befehle, daß sämtliche Kameraden und Truppen des Wiener Heimatschutzes vollkommene Ruhe und Disziplin zu halten haben, sich durch keinerlei Vorgänge, Gerüchte oder Agi­tationen zu Eigenmächtigkeiten und Disziplinlosigkeiten verleiten lassen."

nahmen auf diese einzelnen Glaubensrichtungen keinerlei Einfluß. .

Die einzige Möglichkeit, den Streit zu beenden, habe er darin gesehen,

aus den verschiedenen gegeneinander kämpfenden Gruppen Männer zusammenzuführen, denen er tue Führung und Leitung der inuerkirchlichen Angelegen­heiten habe anvertrauen können.

Dabei habe er sich bemüht, die Auswahl der in Frage kommenden Persönlichkeiten so sorgfältig wie nur möglich zu treffen. Er habe auch in langem Bemühen die Männer gefunden, die gewillt seien, das Beste für die Deutsche Evangelische Kirche zu leisten. Nun hätten diese Männer in voller Einmütigkeit den Aufruf erlassen, der purch seine Veröffentlichung auch dem evangelischen Kirchenvolk selbst zur Kenntnis komme.

Im Aufruf sei das gemeinsame Ziel für alle ge­geben: in der durch Gott gegebenen Wirklichkeit des deut­schen Polkes und des deutschen Lebens werde Vie natio­nalsozialistische Erziehung aufgebaut aus der Grundlage von Rasse, Blut und Boden, ans dem Willen zur Freiheit und aus der nationalsozialistischen Würde und Opfer- bereitschaft bis zur Lebenshingabe für die Volksgemein­schaft.

Wenn auf ver Grundlage dieses Ausrufs nunmehr die Deutsche Evangelische Kirche in ihren einzelnen Vertretern, den Pfarrern, ans Werk gehe, so werde es nicht mehr möglich fein, daß über Den Glauben irgendwie Streit oder Zwietracht im deutschen Volke entstehen könne.

Hier sei die Grundlage gegeben, die ein Arbeiten inner­halb der Kirche ermögliche, das wahrscheinlich für sie selbst von größtem Vorteil sei.

Jeder ehrliche Deutsche müsse dankbar dafür sein, so betonte ver Minister, daß die Zeiten der Verwirrung und des Streites nun hinter uns lägen. Aber seiner Auffas­sung nach sei dieser Streit doch notwendig gewesen, da in einer Zeit des Aufbruches genau so wie in der Zeit der Reformation nicht nur das wirtschaftliche und soziale Leben, sondern auch das innere, das religiöse Leben in Fluß geraten müsse. Die übergroße Mehrheit der deutschen Pfarrer werde sich fraglos diesem Aufruf froh anschließen. ^cr Minister drückte die Überzeugung aus, daß auch das gesamte Kirchenvolk sich freudig zu diesem Aufruf be­kennen und ihm gemäß handeln werde.

Im italienischen Hauptquartier.

General de Bono, der Oberbefehlshaber der gesamten italienischen Streitkräfte in Abessinien, während einer Besprechung im Hauptquartier. (Scherl Bilderdienst.)

Ernster Konflikt zwischen Mussolini und de Vono?

In der abessinischen Hauptstadt sind aus Eritrea Nachrichten eingetroffen, denen zufolge die italie­nischen Truppen überaus große Verluste durch Krankheiten haben sollen. Ferner wird hier die sensationelle Meldung verbreitet, daß zwischen Musso­lini, dem italienischen Generalstab und General de Bono wegen des langsamen Vorwärtskommens der italienischen Truppen heftige Meinungsver­schiedenheiten ausgebrochen sein sollen, d e B o n o erkläre das langsame Porwärtskommen ht. a. mit den ungeheuren Geländeschwierigkeiten, er müsse daher jede Verantwortung ablehnen. Angeblich soll der italienische General seinen Rücktritt angeboten haben, der italie­nische König habe aber selbst eine Vermittlungsaktion zwischen Mussolini und de Bono in die Wege geleitet.

Aus dieser Glaubensgebundenheit ermahnen und bitten wir die evangelischen Gemeinden, in Fürbitte,

Treue und Gehorsam zu Volk, Reich und Führer zu stehen. Wir bejahen die nationalsozia- listische Volkwerdung auf der Grundlage von Rasse, Blut und Boden. Wir bejahen den Willen zu Freiheit, nationaler Würde und sozialistischer Opferbercit- schaft bis zur Lebenshingabe für die Volksgemeinschaft. Wir erkennen darin die uns von Gott gegebene Wirk­lichkeit unseres deutschen Volkes.

Vor allem liegt uns in der gegenwärtigen Stunde daran, die im Kampf der letzten Jahre deutlich geworde­nen unaufgebbaren Anliegen zu verstehen und die auf­gebrochenen Kräfte zu positivem Einsatz zu führen. Nur auf diese Weise können

die zerstörenden Folgen des Kirchenstreits überwunden werden. Nur so kann ein neues V e r - trauen im evangelischen Deutschland und darüber hin­aus in der ganzen Christenheit wachsen und wird die Kirche der Reformation dem deutschen Volk auch in den religiösen Auseinandersetzungen unserer Tage den schul­digen Dienst leisten können. Spannungen sind unaus­bleiblich. Sie müssen in Würde, Ehrlichkeit und Wahr­haftigkeit ausgetragen werden.

Einstellung des Postüberweisungsverkehrs zwischen Deutschland und Italien.

Die italienische P o st v c r w a l t u n g hat den Postüberweisungsverkehr mit den fremden Postverwal­tungen eingestellt und gebeten, auch den Verkehr nach Italien einzustellen. P o st ü b e r w e i s u n g c n nach Italien werden daher vom 18. Oktober ab n i ch t mehr a u s g e f ü h r t, dagegen werden Postanweisun­gen nach Italien weiterhin angenommen.

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Nach dieser Verfügung hört der bargeldlose Zahlungsverkehr zwischen deutschen und italie­nischen Postscheckkunden auf. Bargeldüberweisungen durch Einzahlung auf Postanweisung an bestimmte Empfänger sind au cf) weiterb in m3 ett <6.