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, . , i-spn Werktag. Wochenbeilage:Der ErfHewt« g^reis: monatlich 1,70 RM. ^"Uierungsbehinderung durchHöhere ®e» k? Ansprüche. Lerlaa Fried.

Ehrenklau, Fulda, Kümgstraße 42. V^inngbrud: Friedrich Ehrenklau, Lauter- Kauptschristleiter Friedrich Ehren- Fulda, Königstr. 42 Fernsprecher 2989 - jj'e iu? für den Inyalu Bernd Ycim ^ulda.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- und Haunetal»Iulöaer Kreisblatt

Schristleitung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernfprecher Nr. 2484

^. 947 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 22. Oktober 1935

Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." IX. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis- liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Neuer Vormarsch der Italiener.

Nom meldet Sieg der Südarmee. - Vor einer großen Schlacht im Norden.

Einschränkungen bei der Einnahme von Brennstoffen in diesen Häfen ausgesetzt. Diese Beschränkungen beziehen sich nicht auf andere italienische Fahrzeuge.

Einen ähnlichen Schritt hat die ägyptische Regie­rung in Rom unternommen.

Die Italiener haben im Süden Abessiniens nach Reibungen der italienischen Heeresleitung einen Sieg über die Abessinier errungen. Trotz der Regengüsse sind die italienischen Truppen unter General Graziani weiter nach Norden vorgestoßen und haben die beiden Ortschaften D a m e r e i und S h i l l a w e erobert.

Bvmbenslugzeuge bereiteten den Angriff der % Italiener vor.

Sann stieß die Südarmee nach. Die Abessinier sollen schwere Verluste erlitten und ans dem Rückzug zwei Geschütze und eine große Zahl von Maschinengewehren und Gewehren verloren haben. Die italienischen Bomber sind trotz verschiedener Kugeleinschläge, die von abessi­nischen Schützen herrühren, in den italienischen Flug- Hafen hinter der Front znrückgekehrt. Nach dem italie­nischen Heeresbericht haben die Abessinier 50, die Italiener 14 Tote zu beklagen.

Im italienischen Hauptquartier an der N o r d f r o n t scheinen ebenfalls neue Angriffe vorbereitet zu werden. Wenn nicht alles täuscht, wird der nächste Vorstoß der italienischen Truppen, der der S t a d t M a k a l l e gelten wird, dieerste bedeutende Schlacht, des italie­nisch-abessinischen Krieges bringen.

Das italienische Oberkommando schätzt die Zahl der abessinischen Truppen, die zwischen Adua und Makalle zusammengezogen sind, auf 40 000 bis 50 000.

In der Nähe von Makalle beginnt die neue Straße nach Addis Abeba, deren Bau erst kurz vor Ausbruch oer Feindseligkeiten abgebrochen worden ist. Die Italiener hassen, diese Straße erreichen zu können. Dann wollen W das letzte noch fehlende Verbindungsstück von Adua Makalle.und darüber hinaus bis zum Beginn der Äaße, die auch für Lastautos befahrbar sein soll, zu » bauen. Aber die Abessinier haben auf derselben straße große Truppenmassen an die Front nördlich Rakalle herangebracht, um den italienischen Plan zu ver- kittln. Der neue italienische Vorstoß wird sich schneller

Abbruch des Abessinienkrieges?

Versöhnlichere Atmosphäre in Rom und London?

$:$ L oNdou wurde am Montag amtlich bestätigt, versuchsweise Vorschläge für eine Becndi - guiig der Feindseligkeiten in Abessinien W$e;i Rom und Paris ausgetaufcht worden sind.

... Ferner wurde zugegeben, daß in dem dreiviertel- tobigen Gespräch zwischen Mussolini und dem ^tischen Botschafter in Rom am Freitagein leichter Vinwcis" auf die Möglichkeit der Beendigung

5 s r ieges gemacht wurde. Diese Friedensvorschläge, einen Versuch darstellten, befänden sich jedoch, wie in mtuchen Kreisen betont wird, in einem sehr frühen

und seien mehr von der Art zwangloser Er- âmgungen. Es werde eine Zeit dauern, bis sie ^iltige^Gestali annehmen können, da an dem gegen- lüttgen Streit drei Parteien, nämlich Italien, Abessinien der Völkerbund, beteiligt seien und alle drei befriedigt werden müßten.

Das englische NachrichtenbüroPreß Associa- meldete, daß am Montag

ui der internationalen Lage die Anfänge einer ver­söhnlicheren Atmosphäre zu entdecken

Derleichte Hinweis* auf die Möglichkeit von ni,uu^""rschlägen sei bei der Unterredung in Rom vom Silken Botschafter gegeben worden. Mussolini - "^ verlautet, die Erklärung, die der Botschafter zur uL W'Zg italienischer Mißverständnisse über die briti- [jJ Z Achten und Beweggründe abgab, in freund- einc W-/ ' fe ausgenommen. Der Duce habe auch selbst ' in brllu - i^ung abgegeben, wonach Italien sich nicht sich d - Belange einzumischen wünsche. Ans Grund der italienim "^ ergebenden Erleichterung der englisch in der ^" Spannung Halle manirgendein Vorgehen Mtärti Uln9 Einer Herabsetzung der britischen Flotten- italicniirf Mittelmeer und einer Herabsetzung der (ich (t, . Truppenansammlung in Libyen" für mög- ^"1111111/0 üüche Geste, so glaube man, würde die Ent- w. ? "A beiden Seiten unterstreichen

Reiner t halbamtliche englische Nachrichtenbüro Leiter- s/1"^ Eine entsprechende Meldung. Es schreibt gut lni, nc amtliche Mitteilung sei nicht erhältlich, aber 31 it t j ^cbtete Beobachter seien der Ansicht, daß abessjnüf, "" immer noch die Abtretung einiger der Provin- .Außenprovinzen einschließlich der Tigre- èiraßh "hie das Recht fordere, eine Eisenbahn oder Soiifliii , "anen, durch die Eritrea mit Jtalienisch- ieboch bnr verbunden werde. In London bestehe man ^e r l c a "hb daß alles innerhalb des Rahmen- v d e s Völkerbundes getan werden müsse. «lhaNsdewrwlmg für Malte* SAiße Der brifv London, 22. Oktober.

m 0 h b, Wirtschafter in Rom, Sir Eric Drum- ngelviesen worden, der italienischen Regierung

Tanks und Flugzeuge als Hauptwasfen des Angriffs bedienen.

_ Der Oberstkommandierende der italienischen Streit­kräfte, de B o n o, hat in dem von den Italienern er­oberten Gebiet eine Erklärung verbreiten lassen, daß er im Namen des Königs die Regierung des Landes übernehme. Die Bevölkerung von Tigre und A g a m e stände unter italienischem Schutz. Die Stammesführer seien für die Aufrechterhaltung der Ordnung verantwortlich. Die Häuptlinge und die Geist­lichen, die sich nicht binnen zehn Tagen den Behörden gestellt hätten, würden als Feinde betrachtet werden. Jeder durch die italienischen Truppen angerichtete Schaden werde ersetzt werden.

*

Wir tämvle» um Miere Freiheit"

Rundfunkansprachr des Kaisers von Abessinien.

Paris, 22. Oktober.

Am Montag sandte der Sonderberichterstatter des Paris Soir" in Addis Abeba vom kaiserlichen Palast aus eine zehn Minuten lange Rundfunkreportage, die auf die meisten französischen Sender übertragen wurde. Nach einleitenden Sätzen bat der französische Journalist den Negus, einige Worte in das Mikrophon zu sprechen.

Kaiser Haile Selassie hielt in fließendem Französisch eine kurze Ansprache, in der er u. a. betonte:Ungeachtet seiner verhältnismäßigen Schwäche wird unser Volk es doch ver­stehen, sein Land zu verteidigen! Denn wir alle kämpfen um unsere Freiheit!" Sodann sprach der Kaiser von Abes­sinien seine unbeirrbare Hoffnung auf die gerechten Ent­scheidungen des Völkerbundes aus und gab seiner Freude darüber "Ausdruck,, daß, er in Eurova lebhafte Anteilnahme für sein Land und das Schicksal seines Volkes sestzustellen vermocht habe.

mrtzuterlen, daß die brüif.he Regierung sich enty- iossen hat, die in der Arrager Konvention enthaltenen Neutra- l i t ü t s b e ft i m m n n g e n anzuwenden.

Das bedeutet, daß italienische, mit Kriegsmaterial be­ladene Fahrzeuge, die Häfen der britischen Kolonien oder des englisch-ägyptischen Sudans anlaufen, nicht länger als

24 Stunden im Hafen bleiben können. Sie sind ferner

Mussolinis Söhne an der abessinischen Front.

Bruno Mussolni, der Sohn des Duce, und Graf Ciano, der Schwiegersohn, die bekanntlich als Flugzeugführer am italienisch-abessinischen Feldzug teilnehmen, auf einem der neuerrichteten Flugplätze an der italienischen Front in Abessinien. Der dritte von links ist Bruno Mussolini, der fünfte Graf Ciano. (Scherl Bilderdienst M.)

Eroberung der Wissenschaft.

Der geistige Umbruch, den die nationalsozialistische Revolution für unser Volk darstellt, beginnt sich immer tiefer und klarer auf kulturellem und wissenschaftlichem Gebiet auszuwirken. Altes wird beseitigt oder umgeformt, Neues wird gestaltet. Der geistige Kampf, der sich hier abspielt, ist nicht abgeschlossen mit dem politischen Durch­bruch der neuen Anschauung, sondern wird noch Jahr­zehnte in Anspruch nehmen, weil hier erst die Tiefenwirkung beginnt, weil hier ein Ringen sich vollzieht, das an die bisherigen Grundanschauungen des Denkens rührt. Eine wirkliche Revolution ist nicht be­schränkt auf den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Abschnitt unseres Lebens, sondern erfaßt das Leben in seiner Totalität.

Die letzten Wochen haben gezeigt, wie der National­sozialismus dem Gemeinschaftsleben und darüber hinaus dem geistigen Bild der deutschen Hochschule und ihrer Wissenschaft neue Gestalt gibt. Jahrhundertealte Formen verschwinden. Korporationen lösen sich auf. Der große Zusammenschluß des Waffenstndenten- tums, der Allgemeine Deutsche Wasfenring, der einst Ord­nung in das Gemeinschaftsleben an den Universitäten getragen hat und dessen Gründung ein bedeutsamer Schritt zur Vereinheitlichung des Studententums war, wird überflüssig. Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund wandelt feinen Aufbau um, die Grund­lage seiner Organisationen werden rund 2 0 0 Kame­radschaften, die anknüpfen an die alten studentischen Gemeinschaften.

Das alles waren Fragen, die nicht von heute auf morgen gelöst werden konnten, sondern die ausreisen mußten. Noch tiefer, aber darum langsamer und stetiger sind die Umso rmungen in der Wissenschaft selbst. Es ist nicht nur eine Angelegenheit der Um­benennung eines Etatstitels, wenn an die Stelle der historischen Reichskommission, des Trägers der großen Aktenpublikationen, das R e i ch s i n st i t u t f ü r d i e Ge­schichte des neuen Deutschlands getreten ist. Es ist ein Vorgang, der die Revolution, die sich auf politischem Gebiet vollzogen hat, sichtbar Besitz ergreifen läßt von der Wissenschaft.

Die große Rede, die der Präsident des neuen Instituts, Prof. Dr. Frank, bei der Eröffnung des Instituts gehalten hat, war Ausdruck dieser Revolution, war ein Beispiel dafür, mit welcher Totalität die neue Weltanschauung auch vom wissenschaftlichen Leben Besitz ergreift. Mit aller Deutlichkeit zeigt sich, wie falsch die Auffassung ist, als handele es sich bei der Politik und Wissenschaft um zwei voneinander getrennte Gebiete. Die Wissenschaft wird wie die Wirtschaft, die Kunst und das Staatsleben getragen von der einheit­lichen politischen Idee, die heute Deutschland beherrscht, und erhält von hieraus ihre Willensausrichtung.

Diese Totalität ist nicht wie man im Auslande so gerne glauben machen möchte die Machtergreifung der kleinen Tagespolitik über dieautonome" Wissenschaft, über das Streben nach Wahrheit, nach den Urgründen des Wissens, ist auch keine Erfindung des Nationalsozialis­mus. Prof. Walter Frank bat sehr eindrucksvoll ein Be­kenntnis zu der großen Tradition der deutschen Wissen­schaft und ihrer Tugend abgelegt, als daß es da noch vieler Worte bedürfte. Genau so wie das politische Er­wachen, das in Deutschland nach dem Zusammenbruch Preußens 1806 begann, Übergriff aus Kultur und Wissen­schaft und seinen Ausdruck in der Gründung der Univer­sität Berlin durch den Staatsmann Wilhelm von Hum­boldt fand, durch die die bisherige Form der Universität ausgelöscht wurde, genau der gleiche geistige Vorgang vollzieht sich auch nach der Revolution, die der National­sozialismus darstellt. Eine neue Welianschanung erhebt den Totalitätsanspruch, der Charakterzug jeder jungen Weltanschauung ist.

Pros. Frank hat bei der Eröffnungsfeier in großen Zügen den Arbeitsplan des R e i ch s i n st i t u t s für die nächste Zeit umrissen. Er hat dabei betont, daß es sich nur um einen Anfang handelt. Das Werk, das hier in Angriff genommen worden ist, kann nicht von heute aus morgen bewältigt werden und auch nicht von einigen wenigen, sondern bedars zu seiner Vollendung des Ein­satzes einer ganzen kämpferischen Forscher­generation.

Es gibt wenig Wissenschaftszweige, wo die Wand­lung durch die neue Weltanschauung so tief und umfassend ist wie gerade in der Geschichtsschreibun g. Man sehe sich die Quellensammlungcn an, die die liberale Geschichtswissenschaft zusammengetragen hat, sowie die Gestaltung dieses Materials durch die Historiker. Im wesentlichen war es ein Überblick über das diplomatische Spiel zwischen den Nationen, ein Heranziehen von Noten, amtlichen Dokumenten und staatlichen Verfassungen. Jener g e i st i g e B l u t st r o m, der die deutsche Geschichte durchzieht, jene Grundkräfte, die aus dem Volk immer wieder herauskamen und zum Durchbruch strebten, jenes langsame Erwachen zum Volk, das durch Adolf Hitler zur Vollendung geführt, fand kaum einen Niederschlag in der wissenschaftlichen Arbeit.