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<5BÄ A Tagebla« für Rhön un- Vogelsberg V ^SR^Ö Zul-a- unö Haunetal Zul-aer Kreisblatt

^"?^"ÄlPtschriftleiter Friedrich Ehren- V

S? ^S^B e?n?H?im2^ Schristleitung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernfprecher Nr. 2^89

breiten Änzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." IX. 35. 910. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

250 - 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 25. Oktober 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

München rüstet für den 3. November.

Einweihung gewaltiger Neubauten in der Hauptstadt der Bewegung.

Die Hauptstadt der Bewegung und der Kunst Eschen rüstet zu der feierlichen Einweihung des Neu- l.^ her inneren und äußeren Ludwigsbrürke und zu .cm Richtfest der Führerneubauten am UniffsPlatz am Sonntag, dem 3. November. Gewaltige Sliuivcrke, die den kommenden Geschlechtern von dem 'klaffen des Führers und dem Aufbauwillen des müoimlsozialistischen Deutschland für alle Zeiten künden, stehen hier vor der Vollendung.

Die L u d w i g s b r ü ck e, die älteste Brücke Münchens, spielt eine historische Nolle in der Geschichte her Bewegung. Über sie ging am 9. November 1923 der Marsch der nationalsozialistischen Kämpfer, die dem Rus des Führers gefolgt waren. Mit der völligen Neugestal- Ng dieses Isar-Übergangs wurde eine Erweiterung K'nus 14 Meter vorgenommen. Am westlichen Zugang trieben sich vier Pylonen, auf denen

in Stein gemeißelte Jnschrifttafeln auf die historische Entwicklung der Ludwigsbrücke und ihre Neugestal­tung unter der Negierung Adolf Hitlers Hinweisen werben. Eine Tafel erinnert an die Kämpfer, die ihr geben am 9. November 1923 für Deutschlands Wieder­geburt Hingaben.

Die feierliche Eröffnung der Ludwigsbrücke findet um 11 Uhr vormittags statt. Für die Ehrengäste werden große Tribünen errichtet. Truppenteile der Wehrmacht und Ehrenformationen der Bewegung nehmen Auf­stellung. Auch die gesamte am Brückenbau beschäftigte Arbeiterschaft tritt mit ihren Arbeitsgeräten an. Im An­schluß an die Einweihung der Ludwigsbrücke werden die men Veranstaltungen dieses Tages ihren Höhepunkt ®it dem

Richtfest der Parteibauten am Königsplatz, i® Führerhaus und Verwaltungsgebäude, erreichen, ^gemeinsame Mittagstafel vereint dann die bei den Weineubauten mitschaffenden Arbeiter der Stirn und der Faust im Löwenbräukeller. Inzwischen wird das Richtfest im Alten Botanischen Garten ge- laert, der sich seit dem Brande des Glaspalastes in einem Miosen Zustande befand und nun zu neuem Leben er­

Widersprechende Meldungen

von dem Kriegsschauplatz.

Stillstand der militärischen Operationen? Abessinische Schlappe an der Nordfront.

^te Nachrichten aus Abessinien lauten wieder einmal M widersprechend. Nach Meldungen aus Asmara sind ->e militärischen Operationen in Ostafrika zum Still- gekommen, und zwar, wie man dort meint, als Wge der Verhandlungen zwischen Rom, London unb

.^selben Kreise, die diese Ansicht vertreten, sind r Meinung, daß die militärischen Operationen im Dezem- ,labgeschlossen sein würden, zumal täglich bei den Jta- m ft..111 Abordnungen eintreffen, die sich den italienischen ^.a?wen unterstellen. Nach anderen Berichten aus c J, albeba ist an der Südfront eine große ^ a ch t t m Gange. Dort steht der Ras Desta mit

000 Mann einem italienischen Heer von 140 000 Ä gegenüber. Der Kampf soll sich im Tal des Sche- ^i-Flußes abspielen.

r d e n haben nach einer Meldung aus dem bem < Hauptquartier abessinische Truppen unter . Oberbefehl des Ras S e y o u m eine Schlappe er- toeittiV1110 ^lvar sollen die Abessinier bei dem Versuch, Arnie??on. ^num den rechten Flügel der italienischen qi^abzuschneiden, zurückgeschlagen worden sein kfieti »?eTt. ^ ft f r o n t herrscht Ruhe. Die Italiener ünii^» -Wen von der Küste bis zur Front an und be­uch mit Aufklärungsflügen im Danakilgebiet.

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â Wehung einer LibrM-MWrr beWttgt

$e _ Rom, 25. Oktober.

ben '?^^3 abend wurde in Rom amtlich bekanntgege- iM ^ kie italienische Regierung eine Division aus Ali d ^^ückgezogen und in die Heimat abberufen hat. bcgo 7 Rückbeförderung der Division soll unverzüglich ètreitk^-^"^en. Die in Libyen stehenden italienischen ^n Jairc. Serben damit um 15 000 Mann verringert, klärt, ^"^ in hiesigen zuständigen Kreisen er- gunqâi Wese Zurückziehung spontan und beb in» ober "folgt sei; mit irgendwelchen Maßnahmen halten hm»®611 l" sie nicht verquickt worden. So habe Mbme / ^ nicht als Voraussetzung für diese Maß-- botringerf ^^> ^ England seine Flotte im Mittelmeer ftn bie â.^urerhin wird in hiesigen maßgebenden Krei- ^we deâ ouung ausgesprochen, daß, nachdem Italien Oberer "deutungsvolle Geste getan habe, auch von ^tragen ^c^r Entspannung der Lage im Mittelmeer

weckt wird. Den Abschluß der Veranstaltung in der Hauptstadt der Bewegung bildet die Einweihung des N S.-Ä r z t e h a u s e s, der neuen Heimstätte der Männer, die ihr Leben und Schaffen in den Dienst der Volksgesundung gestellt haben.

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Nowmente der Zett.

Die neuen Monumentalbauten in München sind das ureigenste Werk des Führers. Seine Pläne und Gedanken fanden ihre Verwirklichung durch den leider zu früh ver­storbenen Architekten Paul Ludwig T r o o st.

Der Führer hat es mehrfach in Reden betont, daß die Aufgabe einer neuen Zeitepoche sei, auch der Kultur und der Kunst ihre eigene Note zu geben. Und zu den kulturgeschichtlichen Aufgaben Dee Nationalsozialismus gehört auch eine Bau­kunst, in der sich die SSu^t der nationalsozialistischen Idee, ihre Gradheit und ihre Macht ausprägt. Die Monumentalbauten in München, die am 3. No­vember eingeweiht werden, sind st ä r k st e r Ausdruck der nationalsozialistischen Zeitepoche. In ihnen prägt sich der schöpferische Wille der Bewegung aus, sie zeigen die große Stillinie einer welt­anschaulich gerichteten Baukultur. Diese Monumental­bauten sind Dokumente der Zeit und werden es für alle Ewigkeit bleiben.

Wenn auch das Führerhaus und die Verwaltungs­gebäude der NSDAP, reine Zweckbauten sind, so ver­einen sie mit dem Zweckhaften doch den Ausdruck künstle­rischen Empfindens der Architektonik. Und selbst die Ludwigsbrücke, die großzügig umgestaltet worden ist, wird sich, obwohl eine reine Zweckstraße, in das neue architektonische Bild einfügen. Mit den neuen Bauten, zu denen noch die beiden Ehrentempel hinzugerechnet werden müssen, in denen am 9. November die Gebeine der vor zehn Jahren an der Feldherrnhalle Gefallenen beigesetzt werden, erhält München Monumentalbauten, wie sie seit der Zeit des Bayernkönigs Ludwig I. nicht mehr aufaefübrt worden sind.

Zur politischen Lage wird hier erklärt, es treffe keines­falls zu, daß bereits über einen festen Plan verhandelte werde. Es handele sich bei den augenblicklich im Gang i befindlichen diplomatischen Besprechungen nach wie vor ( nur um Fühlungnahmen, die darauf gench.et seren, die augenblickliche Lage einer eingehenden Prmung zu unterziehen.

Der Enkel Mensirks in goldenen Ketten.

Die Nachricht, daß der frühere Kaiser von Abessinien, L i j Jassou, der Enkel des großen Menclik, der in Harrar gefangengehalten wurde, aus dieser Gegend fort- gebracht worden sei, hat das Schicksal dieses seit zwölf Jahren gefangengehaltenen früheren Herrschers wieder in die Erinnerung zurückgerufen. Lij Jastou wurde von Meneliks Tochter Zaiditu, die sich mit Hilfe des jetzigen Kaisers von Abessinien des Throns bemächtigte, wegen angeblicher Geistesschwäche entthront und aefanaenaesetzt.

Abessiniens Exkaiser Lij Jassou.

(Scherl Bilderdienst --- MH

Er lebte bis jetzt in einem Kastell bei Harrar und ist, wie es heißt, am Handgelenk mit einer Goldkette an das Ge­lenk seines Wächters geschmiedet, der dafür haftet, daß der Gefangene nicht entflieht. Der Aufenthaltsort des Ge­fangenen ist stark bewacht, sonst aber genießt der frühere Herrscher die ihm zukommende Achtung. Wie es heißt, hat man ihn aus der Umgebung aus Harrar deswegen weg­geschafft, weil man befürchtet, daß die Italiener, wenn sie etwa Harrar einnehmen, Lij Jassou zum Gegenkaiser aus­rufen können.

Außenpolitische Umschau.

Das Zünglein an der Waage.

In Paris tagt derJayreskongreßderRadi- k a l s o z i a l e n Partei. Ein politisches Ereignis von höchster Bedeutung für Frankreichs innenpolitische Haltung, denn diese politische Linksgruppe ist das Zünglein an der Waage, der Drehpunkt der Innenpolitik.

H e r r i o 1 ist Parteivorsitzender. Die Partei, von deren Gunst oder Ungunst die Regierungen abhängig sind, hat in den letzten Monaten starke Kämpfe in ihren Reihen ausgetragen. Während Herriot und mit ihm der rechte Flügel, dem die alten Radikalsozialen angehören, eine mehr bürgerliche und bis zu einem gemiffen Grade konservativ gerichtete Politik verfechten, haben die unter der Führung Daladiers stehenden jüngeren Partei­kreise, die der Witz der parlamentarischen Wandelgänge dieJungtürken" zu nennen pflegt, mehr und mehr Einfluß gewonnen und die Partei stark nach links hin­überzuführen verstanden. S i e sind es auch gewesen, die gegen den Widerstand Herriots und seiner Leute die Radikalsozialen in engste Verbindung mit den beiden marxistischen Parteien innerhalb der sogenannten Volksfront gebracht haben. Diese Gegensätze werden aus dem Parieikongreß scharf auf­einanderplatzen. Herriot hat bereits erklärt, daß er eine Wiederwahl zum Vorsitzenden nicht mehr annehmen wolle. Da das aber nicht zum erstenmal geschieht, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, daß er sich schließlich von seinen Freunden doch noch überreden läßt und daß sich auch seine Gegner vom Lènksflügel bamh absurden werden, da Herriot zweifellos die stärkste politische Per­sönlichkeit innerhalb der Partei ist. Eins aber dürfte sicher sein, daß nämlich die radikalsozialen Minister ihrer Partei gegenüber gewisse Verpflichtungen auferlegt be­kommen, die sich sowohl auf innerpolitisches Gebiet Auflösung der sogenannten umstürzlerischen Verbände. Milderung der Deflation als auch auf die Außen­politik Festhalten an der Völkerbundssatzung und an dem Bündnis mit Sowjetrußland beziehen werden. In jedem Falle wird man den radikalsozialen Parteitag, von dessen Beschlüssen für die gesamte Politik Frankreichs und für das Schicksal des Kabinetts Laval sehr viel abhäng 1, aufmerkam beobachten und sich darauf gefaßt machen, daß er unter Umständen Überraschungen bringt.

Doppelspiel der Sowjets.

Die Sowjets drängen sich mit aller Macht in den Vordergrund der Weltpolitik. Das ist für sie eine Propa­gandafrage. Nur so wird auch die Rolle der Sowjets im Völkerbund verständlich Was sollten sonst wohl die roten Machthaber in der Versammlung der bürgerlich­demokratischen Staaten? Ihr Sprecher Litwinow gibt sich sehr natürlich in Genf, er spielt denBourgeois", obwohl das im Sowjetstaat das schwerste Verbrechen ist. Aber in Gens braucht Litwinow die Maske des Bieder­manns. Und man glaubt sie ihm sogar! Das ist der Witz der Weltgeschichte. Jetzt wirft sich Litwinow als der Beschützer Abessiniens aus. Er läßt alle seine Macht spielen, um schärfste Sanktionen gegen Italien durchzu­setzen. Für dasarme ansgebeutete Abessinien" legt er sich schwer ins Zeug. Und alsAusbeuter" will er Italien gebrandmarkt wissen. Die Politik der Sowjets ist natürlich bestimmt von dem Kampf gegen den Faschis­mus, den sie aus ihre Fahnen geschrieben haben. Uno deshalb die Wut auf Italien, deshalb das gemachte Mit­leid mit demausgebeuteten" Abessinen. Nur darf man nicht hinter die Kulissen sehen, sonst könnte man da die Sache mit etwas anderen Augen beirachten. Wie mar es doch kurz vor Ausbruch des Krieges in Abessinien? Da tauchte plötzlich ein Mann namens Chertock auf, der den Abessiniern gegen Olkonzessionen eine Millionen- Dollaranleihe zusagte. Wer i ft Chertock? Hinter ihm stehen amerikanische Jndustriekreise, wohl in erster Linie Munitionswerke, die bisher nichts mit Ölbohrungen zu tun hatten. Auch erschienen sie nicht so kapital­kräftig und einflußreich, daß sie eine Million Dollar als Anleihe vergeben könnten. Chertock ist ihr Makler in Sowjetrnßland. Er ist russischer Jude. Seltsame Ver­bindung. Sollte dieser Chertock etwa im Auftrage der Sowjets ? Sollte er die Anleihe von den Sowjets ? Die Sowjets also als Ausbeuter in Abessinien? Sie, die Ausbeuter, die doch für dasaus­gebeutete Abessinien eintreten?! Durchaus nicht so un­möglich, wie es klingt. Nur die Maske muß man her- unwrreißen! Es ist jedenfalls allemal gefährlich, sich mit den Sowjetrussen einzulassen. Selbst in der Maske des Biedermanns werden die Sowjets sich in ihrem Kampf für die Weltreyolution nicht beirren lassen. Sorge der Völkerbund, daß er nicht einmal vor der Weltgeschichte als Steigbügelhalter der Sowjets erscheint!

Das WHW. rüttelt das soziale Gewiffen des deutschen Volkes auf.