Möaer Mzeiger
ÄSÄ5EX A «wHet für «hön m» Vogelsberg S'SEi’È'FS.SCs ZulSa. unb tzsunelal>Iulbaer Kreisbla«
° Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- v ZV
ff 'itÄ^Ä ^V e?n?H?im ^Fulda. Schristleitung und Geschäftsstelle: Könlgftraße 42 ♦ Fernsprecher Nr. 2-5-
Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. — „D.A." X. 35. 910. — Zur Zeit ist Preis, liste Nummer 3 gültig. — Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
Nr. 256 — 12. Jahrgang
Fulda, Freitag, 1. November 1935
Einzewerkaufspreis 10 Pfg.
Erst Deutscher — dann Beamter
Generalappell der Berliner Gemeindebeamten. Eine Rede des Reichsministers Dr. Frick.
Berlin, 1. November. „Erst Deutscher — dann Beamter" -unter diesem Leitwort steht die Arbeit des Beamten im neuen Deutschland und stand der überaus eindrucksvoll verlaufene Generalappell der Berliner Gemeindebeamten im Sportpalast, bei dem Reichsminister des Innern Dr. africk in einer großen Rede über die Pflichten des deutschen Beamten und über die Gesetzgebung des Dritten Reiches sprach. Reichsminister Dr. Frick erklärte einleitend, er nehme gernd ie Gelegenheit wahr, um der gesamten deut- Mn Beamtenschaft seine Anerkennung und seinen Dank siir ihre treue Mitarbeit am Aufbauwerk Adolf Hitlers in den letzten zweidreiviertel Jahren auszusprechen. „Je mehr der deutsche Beamte sich seinem Volk verbunden fühlt, und je mehr er vom nationalsozialistischen Geist er- süllt ist, desto mehr werden die Vorwürfe", die, wie der Reichsminister sagte, nicht zu verallgemeinern seien, „der Bürokratie verschwinden. Der Beamte muß volksverbunden sein, und er darf sich nicht abschließen. Er muß der Freund und Berater jedes Volksgenossen sein, der sich an ihn hilstsuchend wendet. Gerade die Beamten von der Gemeindeverwaltung sind dazu als erste berufen, die unmittelbare Fühlung mit dem Volk zu halten."
Sa Zukunft müssen alle höheren Beamten eine gewisse Zeit in den äußeren Dienststellen gearbeitet haben, damit sie unmittelbare Fühlungnahme mit dem Volk haben.
Als segensreiches Beispiel führte er seine eigene mehr als zehnjährige Tätigkeit als Beamter in einem bayerischen Landratsamt an, die er nie bereut habe. Die neue deutsche Gemeindeordnung führe alle schöpferischen Kräfte der Bevölkerung an die Gemeindeverwaltung heran. Unter Mimischer Zustimmung der Beamten gedachte der Reichs- Minister der Verdienste der alten Vorkämpfer Sprenger und Neef. unter deren Führung alle früheren gewerkschaftlichen Beamtenverbände im neuen Reichsbund der Deutschen Beamten zusammengefaßt worden seien. Es gebe für den deutschen Beamten etwas Höheres als Streit um Gehaltsgruppen und Lohn, er wisse heute, daß er als besonderer Vertrauensmann des Führers am großenWie- dnaufbauwerk Mitarbeiten dürfe. Religion und Konfession sind die Gewissensfrage eines jeden einzelnen. Ich habe deshalb die Entkonfessionalisierung des gesamten öffentlichen Lebens verlangt.
„Wir wollen nicht katholische und protestantische Beamte, sondern wir wollen nur deutsche Beamte!" Der Minister Aach die Hoffnung aus, daß etwa noch bestehende kon- lchisnelle Beamtenvereine von selbst endlich den Entschluß Men. sich aufzulösen.
-in dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeam- tentumg sei zum ersten Male der Arierbegriff eingeführt Md verlangt worden, daß der deutsche Beamte arischer ilvitammung sein müsse, da das deutsche Volk ein Recht maus habe, von Deutschen regiert zu werden. Auf Grund ^ses Gesetzes seien alle Elemente aus dem Beamtentum ^gemerzt worden, die sich in der Systemzeit widerrechtlich Witwen hätten.
Hun stehe man vor den großen Aufgaben eines neuen Uamtengesetzes, das im Entwurf bereits fertig sei. In neuen Beamtengesetz kenne man keinen Unterschied «Küchen dem Beamten der Länder, des Reiches und J ^inbnt (stürmischer, anhaltender Beifall), denn für ^^'Uheitlich« Reich solle es nur noch ein Beamtenrecht
Die lebhafteste Zustimmung der Versammelten fand der
• ’ a^ er betonte, daß die Beamten sich nicht durch iL ^enen kleinen Sorgen den Blick für das große Ganze ssen dürften. Die Nachwelt werde uns nicht danach wieviel Butter oder Schweinefleisch einmal ver- "^rden konnten, sondern sie werde uns nach den he- Taten beurteilen. Dieses Urteil werde aber nur L $ ausfallen können, denn wenn man rückblickend was in den vergangenen zweidreiviertel Jahren bar h' 1 worden sei, so könne man wirklich nicht sagen, Ulvi Bett vertrödelt wurde. Dank des heroischen Ent-
Führers, der immer so kühn die Situation WS und der dann die darauf passende Da;,f > rrnge. seien wir wieder ein freies Volk geworden, oer Politik des Führers könnten wir stolz auf unsere r^^n und allen kommenden Dingen mit Ruhe "Mgensehen.
â°ß-n außenpolitischen Erfolgen stellt der Reichs- über mnt'let die großen innenpolitischen Erfolge gegen- âö§ ^ Reiches, Ueberwindung des Länderpartiku- Äarriâ^' - ^cä Parlamentarismus, Niederwerfung des Midie? v ""d Bolschewismus, Bekämpfung der Arbeits- 4rn °!e heule kaum mehr eine Bedeutung beanspru- tunaa. Einführung einer revolutionären Bevölke- Miban,^ Vermehrung der Geburten, die SatenZT11 Nürnberger Gesetze, die Einführung der b^SÄ als einzige Reichsflagge, das Rcichs- Wr die Kudengesetzgebung.
^^stLnkn^» - dnis für die Geschichte habe, müsse auch der Rafp„, >ur das Flaggengesetz haben, denn nur unter ^ichsbü.." Flagge sei. das Reich erneuert worden. Das M Zutun ^^nsetz sei von ungeheurer Bedeutung, es werde ^tersck-j!, Staatsangehörigen von den Reichsbürgern Das Reichsbürgerrecht erwerbe man nur auf wer Leistungen zu Staat und Volk. Reicksbüraer
könne nur ein deutschblütiger Volksgenosse sein. Schließlich habe die Arierfrage ihre Fortsetzung im Iudengesetz gefunden. In den Ausführungen dazu werde klar gesagt werden, daß der Jude nicht Träger eines politischen Rechts und auch nicht Inhaber eines öffentlichen Amtes sein könne. Endlich fei der Rassenmischung ein Ende gemacht worden. Er, der Minister, hoffe, daß diese Gesetze sich auf die Dauer zum Segen des deutschen Volkes auswirken werden.
Der Nationalsozialismus sei fern davon, wie man es ihm unterstellen wolle, die Juden bis aufs Blut zu quälen, sondern es solle auch auf legalem Wege eine klare Scheidung eintreten. Wenn diese Scheidung klar durchgeführt sei, werde es auch feine Beschwerden mehr geben.
Abschließend bemerkte Dr. Frick noch einmal, daß sich die Beamten nickt durck die kleinlicken äußeren Nöte. so
WM der MdMtWhilM in Gens
Aber auch Wiederaufnahme der Sanktionsberatungen. — Erklärungen Mussolinis gegen die Wirtschaftssanktionen.
In Genf haben die Beratungen über die wirtschaftlichen Sanktionen wieder begonnen. Daneben laufen aber die Friedensbemühungen weiter, nachdem Hoare, Eden und Laval und als Vertreter Italiens Baron Aloisi in Genf eingetroffen sind.
Vor seiner Abreise nach Genf hatte der französische Außenminister L a v a Hn Paris , och einige diplomatische Besprechungen. Die Unterredung Lavals sowohl mit dem p ä p st l i ch e n Nuntius als auch mit dem Sowjetbotschafter P o t e m k i n sollen in engem Zusammenhang mit der Abessinienfrage gestanden haben. In Pariser unterrichteten Kreisen wird darauf hingewiesen, daß von sowjetrussischer Seite stark darauf gedrängt wird, die Durchführung der Sanktionen so schnell wie möglich und mit größter Strenge in Gang zu setzen.
In London ist man der Ansicht, daß die jetzigen Friedensvorschläge noch keine Grundlage für ernsthafte Verhandlungen bilden. Der englische Außenminister Hoare hat erklärt, daß England nicht die Absicht habe, hinter dem Rücken des Völkerbundes Sonderverhandlungen mit Italien aufzunehmen. Die britische Haltung habe nicht die geringste Abänderung erfahren.
*
Bei der Einweihung der neuen Universitätsstadt Roms hielt Mussolini eine Rede, in der er daran erinnerte, daß die Universität von Rom an demselben 31. Oktober eingeweiht werde, an dem in G e ns eine Koalition von Egoisten und Plutokraten" vergeblich versuchten, den Weg des jungen Italien zu versperren Dre wirtschaftliche Belagerung, die man Italien androhe, müsse alle zivilisierten Kreise Europas vor Scham erröten lassen. Dem unerhörten Experiment, das man heute erstmalia gegen Italien ausprobiere, werde aanz
Die Italiener vor Makalle.
Abessinische Gegenoffensive im Süden? — Der Negus opferte sein ganzes Vermögen für Waffenankauf.
Im Norden Abessiniens stehen die italienischen Truppen vor Makalle, das von den Abessiniern geräumt worden ist. An der Sudangrenze haben die Italiener am Setitfluß abessinische Gegenangriffe abzuwehren. Heftige Kämpfe sollen hier im Gange sein. Im S ü d e n sollen die Italiener bereits G o r a h e i erreicht haben.
Nach Meldungen von abessinischer Seite werden eifrige Vorbereitungen für eine Offensive gegen die drei Heeressäulen der italienischen Südarmee getroffen. Nach einem Bericht auch aus Addis Abeba sind an der Somalifront jetzt 350 000 abessinische Krieger zu einer großen Gegen- üffensive aufmarschiert. Zwischen H a d a m a, 80 Kilometer südöstlich von Addis Abeba, und D i r e d a u a sind starke abessinische Truppenbewegungen im Gange. Sobald der ungewöhnliche Regen an der Südfront aufhört, soll die abessinische Offensive beginnen.
Wie die englische Presse berichtet, hat Kaiser H a i l e S e l a s s' e sein gefaultes Vermögen im Werte v o n 5 0 M i l l i o ne n P f u n d zum Ankauf von Waffen zur Verfügung gestellt. Die Summe sei nach London überführt worden, von wo aus ein Teil nach der Schweiz und nach New York und ein kleinerer Betrag nach Paris überwiesen worden sei. Die Provinzgouverneure und Häuptlinge sowie die führenden Generäle hätten weitere tOMillionen Pfund aufgebracht, die für den Unterhalt der irregulären Truppen und dem Ankauf von Munition verwendet würden.
unbequem sie auch manchmal fein mögen, wankelmütig machen lassen sollten. Bei anderen Völkern sei es zum Teil viel schlimmer als bei uns.
Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auf den Aufruf des Gauleiters Bürckel, der sich an die nicht schwerarbeitenden Parteigenossen richtete, auf ihre Fettration zugunsten der Schwerarbeiter zu verzichten. Das sei nationalsozialistische Tatgesinnung, daß einer für den anderen einstehe. Dieses Beispiel, erklärte der Minister unter der lebhaftesten Zustimmung der Versammelten, könne er allen empfehlen. >
Wenn das deutsche Volk danach lebe, würden auch alle Gegensätze aufhören. Alles Schwere, das dem deutschen Volk noch bevorstehen sollte, könnte leicht überwunden werden, wenn alle einmütig zusammenstehen und sich hinter unseren Führer Adolf Hitler scharen, der durch seine geniale Führung in den letzten Jahren bewiesen habe, daß er zur Führung des deutschen Volkes berufen und befugt sei. (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Wenn es not tue, so endete der Minister unter erneuter stürmischer Zustimmung, werde das deutsche Volk seine ganze Kraft in die Wagschale werfen.
Italien seinen unerschütterlichen Widerstand entgeaen- setzen.
Amerika unterstützt die Sanllivns- maßnahmen gegen Statten.
Roosevelt warnt vor Handelsbeziehungen mit den kriegführenden Staaten.
Der Präsident der Vereinigten Staaten, Roosevelt, hat in neuen Erklärungen jede Ausfuhr nach den kriegführenden Staaten verurteilt. In einer Pressekonferenz in Washington erklärte er, die amerikanischen Staatsbürger sollten alles vermeiden, was den Krieg zwischen Abessinien und Italien verlängern könnte. Er schloß mit der bedeutsamen Feststellung, daß die g genaue Erhebungen über alle die für die kriegführenden Länder
amerikanische Regierunl _
Verschiffungen anstelle, die für
bestimmt seien.
Man rechnet in Amerika mit einer weiteren
Verschärfung der Ausfuhrverbote.
Man ist der Ansicht, daß Roosevelt den festen Entschluß habe, alles in seiner Macht stehende zu tun, um den Handel mit I t a l i e n a b z u s ch n ü r e n. Er wird hierbei von der öffentlichen Meinung Amerikas unterstützt. Ford hat alle Verschiffungen nach Italien bereits eingestellt.
In einer Rundfunkrede erklärte der frühere Staatssekretär K e l l o g g , die Vereinigten Staaten sollten wegen der „flagranten Verletzung" der Oberhoheit einer anderen Nation Italien als Angreifer bezeichnen. Sie sollten ferner bekanntgeben, daß sie keinen Schritt unternehmen werden, der die Maßnahmen anderer Länder zur Beendiauna des Krieaes behindern würde.
Bormarsch in der Wüste.
Italienische Truppen in Stärke von 15 000 Mann, die sich zur Hälfte aus Europäern und zur anderen Hälfte aus Eingeborenen zusammensetzen, rücken langsam in der Wüste von D a n a k i l gegen die Brunnen von Asla vor, die jedoch von dem wilden Stamm der Assaimeras und anderen Stammesangehörigen des ganzen Gebietes durch Salz unbrauchbar gemacht wurden. In Verbindung hiermit werden von den italienischen Truppen von Mongalle aus große Bewegungen nach Osten durchgesührl. Hier ist zur Sicherung der Kampfhandlungen zwischen Mont Ali und Oddobo eine Straße angelegt worden.
Italienischer Angriff am Mussa Ali zurückgeschlagen.
Die Italiener haben, um die Aufmerksamkeit der Abessinier von ihrem Hauptangriffsziel Makalle abzulenken, durch ihre Ostfront einen Vorstoß in dem Gebiet nordwestlich des Mussa Ali, im Verfolge der Straße von Ela nach dem Tiradudsee, cingeleitet. Nach anfänglichen Erfolgen, die unter starker Beteiligung von Kavallerie, Tanks und größeren Jnfantericabteilungen erzielt werden konnten, wurde der italienische Angriff zurückgeschlagen, wobei die italienischen Truppen, abessinischen Berichten zufolge, bis zum Mussa Ali zurück- ecworfen wurden. Gegenüber einer Melduna des Sen-