Möaer Anzeiger
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„ 257 _ 12. Jahrgang
Fulda, Samstag, 2. November 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Eröffnung der Luftkriegsakademie.
Schule echten Fliegergeistes.
Der Führer bei dem feierlichen Cröffnungsakt. — Ansprache Görings.
Im Großen Hörsaal der Lufttriegsakadcmie wurde gut Freitag in Anwesenheit des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht die in etwas mehr als Jahresfrist im Rahmen des Aufbaues der deutschen Luft- imffe geschaffene großzügige Anlage der Luftkriegs- undderLufttechnischen Akademie sowie der Luftkriegsfch ule eröffnet.
Unter der Gesamtleitung des Architekten des Reichsluftfahrtministeriums, Professor Dr.-Jng. Sagebiel, lind an der Straße Gatow—Kladow bei Berlin nach bcn Entwürfen der Architekten nnd Regierungsbau- mMer Binder, Braun und Gunzenhauser und unter der âttlichen Bauleitung des Architekten Dohme auf einem landschaftlich überaus reizvoll gelegenen, etwa 1700 Morgen großen Gelände schlichte, meist einstöckige Zweckdaulen nach übersichtlicher Planung entstanden.
Rechts der Straße liegt die Luftkriegsakademie in engster Verbindung mit der Lufttechnischen Akademie, die beide für die Weiterbildung der Offiziere bestimmt sind, während die links der Straße in der Richtung auf Groß-Glienicke errichtete Luftkriegsschule der Heranbildung des Offiziersnachwuchses dient. Dort sind auch die
Flugzeughallen und der eigentliche Flugplatz, die llnterkunftshäuscr, der Sportplatz und andere Anlagen
errichtet. 4000 Erd- und Bauarbeiter haben die gewaltige Anlage in dieser kurzen Frist geschaffen; vor etwa einem Jahre wurde der erste Stein vermauert; jetzt ist die Anlage nahezu vollendet.
Kurz vor 11 Uhr traf der Führer, begleitet von stinem Adjutanten, Hauptmann a. D. Wiedemann, ferner dem Reichspressechef Dr. Dietrich und Brigadeführer Schaub. am Haupteingang ein, wo er vom Reichskriegs- minister Generaloberst von Blomberg und den Oberbefehlshabern der Luftwaffe, General der Flieger Hermann Göring, des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, und der Kriegsmarine, Admiral
e. h. Raeder, dem Staatssekretär des Reichsluftfahrt- ministeriums, Generalleutnant Milch, der Generalität, der Rcichsluftwafse und dem Amtschef des Reichsluft- mttmmisteriums empfangen und in den Hörsaal geleitci wurde, nachdem er unter den Klängen des Deutschlandliedes die Front der vom Jagdgeschwader Wthofen gestellten Ehrenkompanie abaesckritten hatte
Füll?? Dichte Raum des Hörfaals ist in freundlichen Mitein , ^/halten, bis zu halber Höhe sind die Wände mit bog W verkleidet, und das gleiche Material ist auch für k«ss°,^^agspult und die Bestuhlung verwandt. Die eindl und prachtvollen Lichtträger vertiefen die
Wirkung. Die Stirnwand trug die Reichs- tue Rückwand auf langer, roter Bahn das Hoheits- zei* der Bewegung, während das Hoheits- Hakcnk?' h e r L u f t w a f f e, der Reichsadler, der cm ™ den Fängen hält, auf grauem Tuche die uanlierte.
lUNa ^»i geschichtlichen Rückblick auf die Entwick- Mcutm Großtaten der deutschen Luftwaffe sowie die amtPä £9 des Tages durch den Chef des Luftkommando- Generalmajor Wever,
U der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General das Ar *"w Flieger, Hermann Göring, ^erke^^^nd wies darauf hin, daß die Schaffung dieses toaste «n Symbol für die Arbeit der gesamten Lüfteten sönne, die wie dieses Bauwerk aus dem
Erdboden g e st a m p f t und nur dank einem unerschütterlichen Willen entstehen konnte, der auch die gesamte Luftwaffe von heute beseelt.
Allen Mitarbeitern, die sich mit restloser Hingabe für das Gelingen eingesetzt haben, dankte der Oberbefehlshaber der Luftwaffe mit herzlichen Worten. Auf die Be - stimmung der beiden Akademien eingehend, wies General Göring darauf hin, daß es keine Trennung zwischen Führung und Technik geben dürfe, und daß der Führer die Grundlagen der Technik einwandfrei beherrschen müsse.
Die Schaffung der Luftflotte werde einmal als eine Großtat unter den großen Taten des Führers gefeiert werden.
Dem Führer gelte der Dank der gesamten Luftflotte dafür, daß er die Grundlage für den Aufbau geschaffen habe. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß das deutsche Volk zur Wahrung seiner Ehre und Freiheit eine starke Luftwaffe brauche. Es gelte, eine Lufwaffe zu schmieden, die so stark sei, daß das deutsche Volk in Ruhe seiner Arbeit nachgehen könne. An dieser Stätte sollten die Flieger im Geiste der wirklich heroischen Auffassung der nationalsozialistischen Idee und unserer Zeit erzogen werden. Zu diesem Geist, zu heroischem Denken und Handeln sollten die Lehrkräfte der Akademie die Männer erziehen.
Wiederholt habe der Führer betont, daß sein und des deutschen Volkes Wille der Friede sei. Er habe aber ebenso ost betont, daß dieser Friede nicht allein von uns, sondern auch von unseren Nachbarn abhängt. Nur ein scharfes Schwert schütze den Frieden. Wenn dieses Schwert zerbräche, werde auch ein Volk friedlos.
Zum Schluß ermahnte General Göring das Führerkorps der Luftwaffe, immer wieder fortzuschreiten in dem Geist, in dem das Werk begonnen sei, ein Werk, das nicht in kühler Überlegung, sondern in heißer Leidenschaft entstanden sei. Diese Leidenschaft habe den Willen zur Tat werden lassen, und sie erwarte er auch von jedem Einzelnen, vor allem von jenen, die zu Führern berufen seien. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe wies noch einmal auf die leuchtenden Vorbilder in der kurzen Geschichte der deutschen Luftwaffe hin, denen nachzustreben höchste Verpflichtung sei. In der Materialanzahl werde wie im Weltkriege
Von der Weihe der Luftkriegs- und Lusttechnischen Akademie.
Das Musikkorps und eine Ehrenkompanie der Flieger begrüßen den Führer bei seiner Ankunft. Neben dem Führer links der Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, rechts Reichsluftfahrtminister und General der Flieger Göring.
(Heinrich Hoffmann — M.)
Deutschland immer unterlegen sein, aber die materielle Überlegenheit der anderen müsse durch den rechten F l i e g e r g e i st, wie ihn die großen Vorbilder vor- gelebt hätten, wieder wettgemacht werden.
An den Festakt schloß sich ein Rundgang durch die Gebäude beider Akademien nnd eine Besichtigung der Luftkriegsschule an.
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Anerkennung für den Aufbau
der Luftwaffe >m Weltkrieg.
Oberst a. D. Thomsen vom Führer zum Generalmajor befördert.
Der F ü h r e r und Reichskanzler hat mit dem 1. November 1935 Oberst a. D. Thomsen in Würdigung seiner geschichtlichen Verdienste um Aufbau und Führung der Luststreitkräfte im Weltkrieg zum Generalmajor unter gleichzeitiger Anstellung in der Luftwaffe be»
Generalmajor Thomsen.
(Bild aus dem Jahre 1917. — Scherl Bilderdienst.)
fördert. Generalmajor Thomsen steht zur besonderen Verwendung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, General der Flieger Göring.
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Generalmajor Thomsen gehörte bereits vor dem Kriege zu denjenigen Offizieren des Generalftabes, die mit der Bearbeitung des Flugwesens befaßt waren. Bei Ausbruch des Krieges gehörte er zur Inspektion der Fliegertruppe. Bei der Mobilmachung wurde der damalige Major Thomsen als Generalstabsoffizier bei der Truppe verwendet. Im Jahre 1915 nahm er eine umfassende Reorganisation der Fliegertruppe vor und wurde zum F e l d f l u g ch e f ernannt. Für die rechtzeitige richtige Erkenntuis der Bedeutung des Flugwesens, die Generalmajor Thomsen gehabt hat, ist es bezeichnend, daß er bereits im Jahre 1911 vor der Überschätzung der Luftschiffe gewarnt hat und schon damals voraussagte, daß in militärischer Hinsicht das Flugzeug die Luftschiffe schnell überholen werde. Ebenso hat er die Unvermeidlichkeit des Luftkampfes im Kriege vorausgesagt. Im April 1917 wurde er mit dem Pour le ménte ausgezeichnet.
Das Winterhilsswerk eine Ehrenpflicht.
Hirtenbriefe zum Winterhilsswerk.
Der Kölner Erzbischof, Kardinal Dr. Schulte, und der Bischof von Aachen, Dr. Vogl, rufen in einem Hirtenbrief die Gläubigen zur Teilnahme am Winter- Hilfswerk auf. In dem Hirtenschreiben des Kölner Erzbischofs heißt es u. a.: „Die vom Geiste der Liebe Christi erfüllt sind, werden sich auch als opferfreudige Förderer jener Hilfswerke bewahren, die zur Liu- derung der allgemeinen Volksnot ins Leben gerufen werden. Bei dem Winterhilfswerk dieses Jahres dürfen und werden Kirche und Karitas sich nicht versagen. ES gilt dem gemeinsamen Kamps gegen Hunger und Kälte in unserem Vaterlande. Dem Worte der Reichsregierung, das das Winterhilfswerk als Ehrenpflicht bezeichnet, trete ich aus Überzeugung bei, und euch alle, geliebte Erzdiözesanen, bitte ich als euer Oberhirte, euch bei der Erfüllung dieser Ehrenpflicht hervorzutun."
Der Bischof von Aachen schreibt u. a.: „Das katholische Volk wird nicht beiseite stehen, wenn es gilt, die Liebe zu seinem irdischen Vaterlands und den Volksgenossen aufs neue tatkräftig zu bezeugen."
Kreistag der NSDAP. Fulda im Innern des Blattes.
Oie Gastftättengerichte für den zweiten Eintopfsonntag.
Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerde hat f ü r d e n zweiten Einte p f s o n n t a g am 10. November 1935 die folgenden Eintopfgerichte in den deutschen G a st - stätten bestimmt: 1. Erbsensuppe mit Wurst, 2. Fisch-Eintopfgericht, Zusammenstellung nach Wahl, 3. Gemüsetopf vegetarisch oder Fleischeinlage. In den deutschen Gast- und Schankwirtschaften dürfen in der Zeit von 10 bis 17 Uhr am zweiten Eintopfsonntag keine anderen Gerichte abacaeben werden.