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SSg,® 4 Sageblatt für Rhön an» Vogetebety ^SÄitR $utoa= und ^aunctal < $utoaet Rteiablatt ^E"" ^aup'tschriftleiter Friedrich Ehren-
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„. 258 - 12. Jahrgang
Fulda, Montag, 4. November 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Deutschland wünscht den Frieden
Göring über das deutsch-französische Verhältnis. — Der erste Saar-Besuch des preußischen Ministerpräsidenten.
2Uin ersten Male seit der Rückgliederung des Saarlandes stattete Ministerpräsident Göring der deutschen Laarbevölkerung einen Besuch ab. überall wurde Ministerpräsident Göring aus das herzlichste um- jubelt. Bei der Ankunft des Ministers, bei seiner ssayrtdurch das be
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„oben Kundgebung im ymorncyen Lvarrourgiaai orange teil und stauten sich die Menschenmassen in den Straßen der Stadt und in den Orten der Umgebung, die mit ihrem prächtigen Flaggenschmuck an jedem Haus die Freude alter Saarländer widerspiegelten.
Schon in den Morgenstunden des Sonnabends, lange vor Ankunft des Ministers, drängten und stauten sich die Menschenmassen in den Straßen der Stadt Saarbrücken und in den Orten der Umgebung, die mit ihrem prächtigen Flaggenschmuck an jedem Haus den äußeren Schein d inneren Freude aller Saarländer widerspiegelten. Der Bahnsteig, auf dem der Zug ankam, war besonders festlich
er
geschmückt.
Als die Gestalt des Ministerpräsidenten am Abteil- fenster sichtbar wurde, brach die Menge in begeisterte
Heilrufe aus
Gauleiter Bürckel entbot dem hohen Gast die Grüße des Gaues und der Saar. Vor dem Bahnhof hatten eine Ehrenbereitschaft der Feldjäger mit präsentiertem Gewehr und die Abordnungen der verschiedenen Formationen Aufstellung genommen.
Kurz nach 10 Uhr bestieg Minister G o r t n g mit Gauleiter Bürckel den Wagen, um, von stürmischen Heil- rufen begrüßt, die Fahrt durch das Sulzbachtal zur Grube Reden anzutreten. Unterwegs überall das ßiche Bild: Nicht endenwollender Jubel, stürmische Mrufe.
Auf der Grube Reden, einer der modernsten Gruben des Saarlandes, wurde Hermann Göring von den
Arbeitern jubelnd empfangen.
Herzliche Willkommensworte sprach der Betriebs- Waller Backes und iberreichte dem hohen Besucher eine Grubenlampe. Dann ergriff Ministerpräsidem Göring unter erneuten Heilrufen das Wort und sagte u. a.: Als ich heute in die Grube einfuhr, wollte ich ^eu tapferen Arbeitskameraden den Dank des Führers über- mitleln und die Verbundenheit zwischen Führer und Volk bekunden. Besonders schwer habt gerade ihr Bergleute an der Saar zu leiden, weil noch nicht die wünschenswerte Mstenzgrundlage geschaffen werden konnte. Ihr habt es trotz aller Hetzereien gefühlt, daß die Geburtsstunde eines neuen Arbeitertums in Deutfchland geschlagen hatte, daß man in Deutschland den deutschen Arbeiter erst richtig in
Volk hineinzustellen begann.
So war es für den Führer der glücklichste Tag seines Lebens, als er in jener denkwürdigen Stunde erfuhr, daß die ganze Saar zu Deutschland stand.
Gr war tief bis ins Innerste erschüttert und hat dem Allmächtigen dafür gedankt. Der Führer weiß, daß er euch Mur großen Dank schuldet. Er wird tun, was in •einen Wen steht. (Langanhalteuder Beifall.)
Während Ministerpräsident Göring in der Grube ’ wurden an den Denkmälern der Opfer des Ordner Grubenunglücks in seinem Auftrage und in dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht Kränze "'edergelegt. Unmittelbar nach dieser Kundgebung M Ministerpräsident Göring über Neunkirchen, Olesen, St. Ingbert nach Saarbrücken zurück.
Göring spricht im überfüllten Wartburgsaal.
■ Am Nachmittag sprach der Ministerpräsident auf M großen Kundgebung im überfüllten Wartburgsaal.
erinnerte zunächst an jene schweren Stunden, wo ganze deutsche Volk auf die Stimme des Volkstums her Saar lauschte, an jenen Kampf um die völkische ” des Saarvolkes, der in einem gewaltigen Be- botto Deutschtum gipfelte. Wenn man geglaubt S'J0 fuhr er dann fort, mit dem Versailler Diktat üb/J deutschen Menschen einfach zur Tagesordnung sie deutsche Teile Herausreißen zu können, um anderen Völkern anzugliedern oder untreu Stier rillen Volkstum machen zu können, dann hat man Saar und dort an der Memel erkennen Beifall) ^^ deutsch ist, bleibt deutsch! (Stürmischer
^Bekenntnis der Saar war nicht nur das- Betz "ms zu Deutschland, cs war auch das für Adolf
(Stürmischer Beifall unterbricht mmuten- lang den Redner.) seiner^ Ministerpräsident ging im weiteren Verlaus ein ln^e auf die Frage Kirche und Religion ' erklärte dabei, es sei Verleumdung, daß der gion ini^^iismus gegen den Glauben, gegen die Rell- f° b,f Kirchen gerichtet sei. Wir sagen das nicht, wis; ’ er fort, aus Taktik heraus, sondern Werl wir unser/aß der Deutsche am Glauben hängt. Das tst " eigene Einstellung.
Bewp?^ eine politische Partei, eine weltanschauliche iiuug und befehlen niemandem eine bestimmte
Konfesiion.
Das hat jeder mit sich selbst abzumachen. Die Beziehungen zu Gott unterstehen keiner staatlichen und keiner Parteikontrolle. So wie der Nationalsozialismus sich zur Kirche stellt, denn er beschränkt sich auf seine staatlichen Aufgaben, so muß sich auch die Kirche mit dem Nationalsozialismus abfinden.
Der Nationalsozialismus erstrebe die Zusammenraffung aller vorhandenen Kräfte, und da sei auch die Lösung der sozialen Frage eine immer brennendere.
Der deutsche Arbeiter wisse, daß der Führer im Tiefsten seines Herzens gerade für die deutsche Arbeiterschaft eintrete.
Es möge hier und da auch einmal geschimpft werden. Das sei nicht so schlimm, aber man dürfe sich nicht mutlos machen lassen, nicht zaghaft oder gar feige werden.
Man müsse auch den Deutschen von der Saar dankbar sein, daß sie durch ihre Entscheidung dazu beitrugen, die Bahn für die Erhaltung des Friedens zu ebnen. Von Frankreich wollen wir nichts anderes, als den Frieden.
Mögen die Franzosen, so führte der Ministerpräsident weiter aus, endlich von jener wahnwitzigen Vorstellung abkommen, als lauerten wir nur darauf, eines Tages Frankreich zu überfallen.
Wir haben uns im großen Völkerringen kennengelernt, und wir haben Achtungvoreinander. Wirbrauchen unsere Kräfte nicht mehr in einem Waffengange zu messen. Wir wollen unseren Wettstreit lieber in friedlicher Arbeit austragen.
Ich bin überzeugt, so wie das deutsche Volk den Frieden wünscht, wünscht auch das französische Volk nichts sehnlicher als den Frieden.
Es sind noch niemals die Völker gewesen, die den Krieg wollten. Denn die Völker haben die Lasten und Opfer jedes Krieges zu tragen. Aber dieser Friede hängt nicht allein von uns ab. Und deshalb haben wir uns die Sicherung geschaffen, daß dieser Friede uns nicht so leicht gestört wird.
Die Aufrüstung Deutschlands ist deshalb ein positiver Beitrag zum Frieden gewesen, denn ein wehrloses Land ist für seinen Nachbarn immer ein großer Anreiz.
Nun aber, nachdem Adolf Hitler dem deutschen Volk das Schwert wiedergegeben hat, können wir ruhig sein, denn das ist es gerade, weshalb das Volk mit einer grandiosen Hingabe an ihm hängt. Es ist selbstverständlich, daß wir ihm alles geben, was wir haben, und wenn er ruft, kommen wir, und was er will, wird ihm gegeben Denn er verlangt nichts für sich, sondern alles nur Mr sein Deutschland. (Langanhaltender, bratender Beifall.)
Verbindung von Volk zu Volk.
Die Weihe der neuen Rheinbrücke durch Hermann Göring.
Am Sonntag weihte Ministerpräsident Göring unter Teilnahme der gesamten Bevölkerung des Rhein- Wied-Kreises in einer feierlichen Kundgebung die nach ihm benannte neue Rheinbrücke bei N e u w i e d ein und übergab sie dem öffentlichen Verkehr. Ein jahr- zehntealter Traum der Bevölkerung ist damit im nationalsozialistischen Staat nach knapp l^ jähriger Arbeit in Erfüllung gegangen. Kein Wunder daher, daß dem preußischen Ministerpräsidenten ein sehr herrlicher Empfang zuteil wurde. Fahnen und Girlanden ohne Zahl und Reisig und Tannengrün schmückten sämtliche Straßen. Zu beiden Seiten stauten sich die Massen zur
Einweihung der Münchener Neubauten
Der Führer bei dem Richtfest der neuen Parteigebäude.
Der Sonntag war für die Hauptstadt der Bewegung, M ü n ch e n, ein bedeutsamer und ereignisreicher Tag. Es wurden die Neubauten ein- geweiht, die zur Verschönerung der Stadt in erheblichem Maste dienen sollen und die aus der schöpferischen Kraft des Nativnalsozialimus heraus entstanden sind.
Am frühen Vormittag begab sich der Führer zur Grabstätte des Professors Paul Ludwig Troost, des leider zu früh verstorbenen großen Baumeisters. In stiller Andacht verweilte der Führer einige Minuten am Grabe und legte einen großen Lorbeerkranz mit weißen Chrysanthemen nieder. Zu beiden Seiten des in Blumen gebetteten Grabes loderte der F e u e r s ch e i n zweier Pylone als sinnvolle Ehrung für den Schöpfer der gewaltigen Bauten.
Die Eröffnung der Ludwigsbrücke.
Die Feststraßen zu beiden Seiten der Ludwigsbrücke hatten einen wahrhaft großzügigen Schmuck erhalten. Nicht weniger als 150 hohe Fahnenmasten ließen die Banner des Reiches flattern. Die Bewohner der umliegenden Häuser hatten ihre Fenster mit Fahnen >md
Hermann Göring im Saarland.
Begrüßung und zu freudigem Empfang. Brausende Heilrufe empfingen den Ministerpräsidenten bei seiner Ankunft am Bahnhof. Sie pflanzten sich fort, wurden stärker und stärker bei seiner Fahrt zu der von Hakenkreuzbannern flankierten Brüâenrampe, wo die feierliche Eröffnung stattfand.
Der Kreisleiter des Wied-Kreises eröffnete die Feier. Der Bürgermeister von Neuwied verband mit seinem Dank an den Ministerpräsidenten und an alle für den Bau Verantwortlichen und am Bau Beteiligten einen kurzen Rückblick auf die Entstehung dieses Werkes nationalsozialistischer Gemeinschaft. Der Gauleiter des Gaues Koblenz-Trier, Staatsrat Simon, wies in seiner Ansprache darauf hin, daß der Bau dieser Brücke nur eines der vielen Werke sei, die dem ganzen Volke dienen, wie alles, was Der Nationalsozialismus durchsetze und schaffe. Dann ergriff Ministerpräsident Göring das Wort. Auch er erinnerte daran, daß alle die großen Werke, die der Nationalsozialismus schaffe, nur ein äußeres Zeichen seien für die Treue zum Führer und für die Volksverbundenheit aller Deutschen.
Mitten in eine Zeit rastlosen Aufbaues sei diese Brücke hineingestellt und sichtbares Zeichen für die
Verbundenheit aller Deutschen.
Nur friedlichen Zwecken wolle sie dienen, indem sie deutsches Volk zu beiden Seiten des Stromes verbinde. Mit dem Wunsche, daß sie immer und zu allen Zeiten ein Werk des Friedens, aber auch ein Symbol der Verbindung von Volk zu Volk sein möge, weihte der Ministerpräsident dieses neue Bauwerk ein. Nach dem gemeinsamen Gesang der Nationalhymnen überschritt der Ministerpräsident als erster die Brücke und nahm anschließend unter dem Jubel der Bevölkerung den Vorbeimarsch der nationalsozialistischen Formationen ab.
Kreistag der NSDAP. Fulda
im Innern des Blattes.
Girlanden reich geziert. Von den vier Pylonen zu beiden Seiten des westlichen Brückenkopfes loderten Flammen empor. Am östlichen Brückenkopf waren zwei Tribünen errichtet, auf der einen Seite die Tribüne für den Führer und das Führerkorps, ihr gegenüber eine Tribüne für die Gäste der Stadt. Am anderen Jsar- ufer war vor einer 12 Meter hohen mit weinrotem Tuch verhängten Wand eine weitere Tribüne errichtet, ihr gegenüber eine vierte Tribüne, die für die Kriegsbeschädigten Play bot.
Gegen 10 Uhr setzte der A u f m a r sch d e r E h r e u- formationen ein, die von der äußeren Zweiürückeu- straße bis zu den Tribünen Spalier bildeten. Ein Bataillon Infanterie, drei Züge der Fliegertruppe, Ehrenformationen der SS., der SA., des Arbeitsdienstes, des NSKK. und des Luftschutzes traten an, während HI. und BDM. ihren Platz auf den beiden Seiten des westlichen Brückenkopfes fanden, und die gesamten am Brückenbau beteiligten Arbeiter mit ihren Arbeitsgeräten und Maschinen sich unter einem geschmückten Kran versammelten. Auf der Tribüne des Führers flankierten zwei Münchener Kindl das Rednerpult. Jungvolkpimpfe