Einzelbild herunterladen
 

M-aer Anzeiger

JgfsSI yi«mR!^

l^tionsdruck: Frièdrâ Ehrenklau! ^La 3 Zulöa- und Haunetal * Fuldaer Kreisblatt

Krt,^ Sti-bri» EH--»- V ZV

§i^â°»°8°u ^ A'Ä'S"Suu«. Schriftlettu», und «-sch-iftsstell«: «önigffraß- «* Z-rnspr-ch-r Nr. 2H8H

Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." X. 35. 910. Zur Zeit ist Preis, liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

^, 264 12. Jahrgang

Fulda, Montag, 11. November 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die Erfüllung des 9. November 1923.

16 Tote schmiedeten ein einiges Volk.

Durch Opfer zum Sieg. Triumph einer Idee. Vermächtnis an die Lebenden.

Sie halten dieEwige Wache"

Aus der Nacht des Todes erstand der Tag des Lichtes. Aus dem Opfergang wurde der Triumphzug des Sieges. So rang sich durch die mitternächtliche Todesstimmung in der Hauptstadt der Bewegung das stolze SiegcsbewuWein hindurch. Die Toten des 9. November 1923, die um Mitternacht von den Friedhöfen Münchens zur Ieldherrnhalle im feierlichen Zuge übergeführt wurden, sind auserstanden zum ewigen Leben und haben in dm Tempeln, dis ihnen zu Ehren eine siegreiche Bewegung errichtet hat, dieEwige Wache" bezogen.

Die Toten wachsn und schauen aus uns herab, die wir das Erbe hüten sollen. Sie werden unseren Weg verfolgen, der in die bessere Zukunft führen soll, für die sie ihr Leben ließen. Sie waren die 16 Treuesten um den Iührer, sie werden ihn auch weiter umgeben. And wir, die wir diesem Führer im Leben folgen, sollen stets das Beispiel vor Augen haben, das die 16 Kämpfer in München uns gaben: Mr sollen stets bereit fein zum Einsatz. Um das, was die Toten uns erkämpft, um Ehre und Freiheit wollen wir weiter kämpfen und uns als Hüter des großen Erbes würdig zeigen.

Opfergang durch dunkle Nacht.

Nacht vom 8. zum 9. November. Tiefes Dunkel über München. In die lautlose schwarze Finsternis leuchtet nur der Geisterschein der Fackeln. Dumpfer Trommelwirbel N den Geschützen, auf deren Lafetten die 16 Särge mit «toten Kämpfern ruhen. Menschen mit gebeugtem Kopf â zum stummen Gruß erhobener Rechten säumen die Sitafeen. Die Pferde dampfen in der nächtlichen Kälte. Toldaten in grau, die schwarzen Schatten der SS. und die braunen Männer der SA. und der NSKK. stehen als Wache.

Reben jedem Geschütz schreiten sechs Mann aus den Reihen der alten Kämpfer.

Sie tragen das schlichte braune Hemd, keine Abzeichen. Und vor der Feldherrnhalle stehen die Hitlerjungen, die frté Erbe der Toten übernehmen und weitertragen.

, Langsam naht der Zug der Feldherrnhülle. Sie tragen nicht den Trauerflor, denn sie wollen nicht trauern und "Mn, sie wollen die Toten ehren, sie wollen ihr Opfer erfüllen und die Wacht darüber halten, daß das Opfer »rcht umsonst war. So zieht der Zug mit den 16 Särgen

durch das Siegestor.

Zlvölf Schläge dröhnen von den Türmen der Stadt, das Ehrengeleit der Leibstandarte Adolf Hitler marschiert auf °en Platz, dahinter die Blutfahne, dann die Stan- oarte des^ Führers und dann die Geschütze mit den QlWn- Je sechs alte Kämpfer heben die Särge von den Pfetten und tragen sie in die Feldherrnhalle. Totenstille UW»m, nur hier und da ein Aufschlagen eines Pferde- R2. Da naht von fern durch das Siegestor

die Garde der Treuesten der Treuen.

Kämpfer mit dem Blutorden, barhäuptig, im schlichten aunen Hemd. Unter den Tausenden der alten Kämpfer u ch eine Frau, die Schwester Pia, die den )?"^deten am 9. November 1923 Hilfe leistete. Und hinter zehntausend Fahnen der Gliederungen ""° Organisationen der Partei.

M das Dröhnen der Uhren, die durch die stumme L" Glockenschlag halbeins Hallen lassen, schallt gant Heilruf auf den Führer.

wolf Hitler schreitet durch die langen Reihen der Fahnen auf die Feldberrnballe tu.

Nächtliche Totenwache.

^ler-Jugend hielt in der Nacht zum Rovember die Ehrenwache bei den 1,1 'Oten Kämpfern Die Jungen

^iV der ersten Blutzeugen der ein Symbol und ein Schwur. das Erbe der Ge- C!l';:iu hüten und weiterzutragen

(Schert Bilderdienst.

Dort erwarten ihn die Mitglieder der Reichsregierung. Mit seinem Stellvertreter Rudolf Heß geht er in die Halle hinauf. Dort verweilt er bei seinen treuen Kämpfern, die für ihn und seine Idee starben, während das Lied vom guten Kameraden anfklingi. Dann heben sich wieder die Fahnen und, nachdem der Führer die Feldherrnhalle verlassen ha?. ziehen die altenHämpfer und die Jugend, und die unendlich vielen, die Zeugen dieser mitternächtlichen Feierstunde sind, vorüber an der Stätte, an der die 16 Gefallenen aufgebahrt sind.

Neben den Särgen halten Hitlerjungen die Ehrenwache.

Vor der Halle steht die Blutfahne mit drei alten Kämpfern.

Tausende und aber Tausende haben in München diese historische Nacht vom 8. aus den 9. November 1935 durchwacht, um Abschied zu nehmen von den 16 toten Kämpfern. Aber die ganze Nation weilte in Gedanken in der Stadt der Bewegung, denn es gibt nur ein Fühlen im deutschen Volke, einen Gleichschlag aller Herzen: Die Kämpfer fielen, damit wir leben!

Vision am Mnigsplatz.

München, 9. November

In später Stunde sind wir m i t d e m F ü h r e r zum Königsplatz gefahren. Schon beim ersten Schritt, den wir durch die Propyläen tun, nimmt uns der Zauber ge­fangen, der von diesem Platz ausgeht. Zu beiden Seiten der klassizistischen Bauten Ludwigs l. und links und rechts vor derEwigen Wache" brennen die Kandelaber und werfen mattweißes Licht auf die Platten. Licht und Schatten, Mond und Wolken schaffen Kontraste und eine Stimmung, wie wir sie von alten Bildern kennen. Und nun, in der Nacht, wird es uns noch mehr klar als im Lichte der Sonne, in welchem Maße dieser Platz festlich ist und feierlich.

Was hinter den Säulentempeln derEwigen Wache" an Bauten steht, ist im Dunkel der Nacht versunken. So wirkt der Platz noch weit entrückter um diese Stunde, noch geschlossener, noch geweiteter. Er ist Andacht und Gebet in Stein. Die Menschen auf ihm wagen kaum ein lautes

Wort. Die Feierlichkeit hat auch ihre Herzen ergriffen, und sie fühlen sich schöpfungsnahe. Erfüllt vom Er­habenen gehen die Menschen heim, und ihre Seelen ge­wannen viel an Kraft und Stärke aus dieser Zwiesprache.

Wenig vor Mitternacht stehen wir auf dem B a l - k o nd es F ü h r c r b a u e s. Von hier oben ist es uns, als sähen wir in die Halle eines riesigen Domes. Dunkel wölbt sich der Himmel über den Play wie ein Dach auf

Das Siegestor, durch das der Zug der Getreuen zur Feldherrnhalle zog. (Scherl Bilderdienst.)

ragenden Pfeilern, und vollkommen wird diese Vision, als der Blick sich zu den Ehrentempeln wendet und nun von hier oben durch die Kränze der Säulen ein Bild sich bietet wie aus ferner Zeit der Hochrenaissance. Ganz klein und verloren erscheinen die Menschen zwischen den Bauten, und ragender noch und gewaltiger darum das Werk.

Plötzlich sind die Lautsprecher angcstellt, und eine neue Überraschung ist da: Der Königsplatz hat unerhört an Akustik gewonnen wie kein zweiter Platz in Deutsch­land. Getragen und fast wie aus Sphären kommend, hallt Trauermusik über den Platz. Gleich­mäßig ist der Ton, edel, rein und klar, ohne Echo und Widerklang. Ganz gebannt und gefangen von der Stunde stehen wir lange so und lauschen wie in einer Kirche oder einem herrlichen, weiten Saal. Noch nie haben wir so etwas erlebt. Jedem, auch von den Men­schen da unten, der diese Stunde um Mitternacht am Königsplatz erlebte, dem wird unauslöschlich im Herzen bleiben dieser königliche Platz und diese zauberhafte Stimmung, die er ausstrahlt.

Von einem Turm hallen dunkel und voll zwölf Stundenschläge. Die Musik bricht ab, hoch oben am Himmel aber steht ein Zeichen, wie wir es noch selten sahen. Ein Mondregen bogen: Brücke vom Göttlichen zu uns?

Schweres Unglück an der Nordirischen Küste.

18 Todesopfer.

London, 11. Nov. (Funkmeldung.) An der Küste der nordirischen Grafschaft Donegal ereignete sich Sonn­abendabend ein schweres Unglück, das 18 Todesopfer for­derte. 19 Männer und Frauen, die als Erntearbeiter in Schottland gewesen waren, hatten in einem offenen Segel­boot die Helmreise nach der Arrammore-Insel angetreten. Um den Weg abzukürzen, steuerte der Führer des Bootes durch eine klippenreiche Strecke. Plötzlich stieß das Segel­boot gegen eine Klippe und kenterte. 17 Personen! er­tranken. Die beiden Ueberlebenden klammerten sich an das Boot fest, das nach 15 Stunden an die Küste getrieben wurde. Einer der Geretteten starb nach kurzer Zeit, und das Befinden des anderen ist ernst. Unter den Opfern be­finden sich 8 Mitglieder einer FamMe. Eine andere Familie hat drei Mitglieder bei diesem Unglück verloren. Bis zum Sonntag abend gelang cs, neun Leichen zu bergen.