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Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Ps Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon- kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." X. 35. 910. Zur Zeit ist Preis, liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

265 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 12. November 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

z Zweck des Dritten Reichsbauerntages:

Befehksausgabe für die zweite Erzeugungsschlacht.

Schulung der Bauernführer. Keine Lebensmittelkarten.

In Goslar, wo wiederum die deutschen Bauernführer in dieser Woche zum Reichsbauerntag versammelt sind, cmlat die Befehlsullsgabc für die zweite Erzeugungs- âcht.Wer", wie der Reichsbauernführer Darr« in mm Geleitwort gesagt hat,das Glück hat, deutsche Heimaterde bearbeiten zu dürfen, muß sich auch der Auf- â bewußt sein, datz aus dieser Heimaterde das ganze tot ernährt werden mutz." Die erste Erzcugungs- »d)t ist geschlagen, jetzt folgt die zweite. Und an ihrem Anfang steht der Reichsbauerntag in Goslar.

Nach der feierlichen Eröffnung am Sonntag begannen am Montag früh die S o 2 d e 'r t a g u n g e n der ver­schiedenen Abteilungen des Reichsnährstandes. Es handelt sich bei diesen geschlossenen Sitzungen um die sachliche Beratung der verschiedenen Einzelheiten, wobei gleich­zeitig alle Sonderfragen als Vorbereitung auf die ab­schließende öffentliche Haupttagung durchgearbeitet werden. So folgte in den Sondertagungen eine besonders ins einzelne gehende Schulung der Bauernführer und der Sachbearbeiter. Die Bedeutung dieser Schulungsarbeit er­gibt sich schon daraus, daß hier

die Grundlage für die Durchführung der Richtlinien des Reichsbauernführers für ein ganzes Jahr gelehrt wird.

Ten Anfang machte Montag eine Sondertagung der MshauptabteUung ll für die Kreisbauernführer und 6 Kreishauvtabteilungsleiter II unter Leitung des Lichshauptabteilungsleiters Dr. B r u m m e n h aum,der sich ebenso wie sein Stabsleiter Dr. Krohn mit den Hauptgesichtspunkten des zweiten Abschnittes der Er- Dgungsschlacht beschäftigte.

Es kommt daraus an, bis in die letzten Ortsbauern- schasten hinein selbständige Träger der Erzeugungs­schlacht zu haben, die auch nach den Ortsverhältnissen für die richtige Ziel iching der Erzeugungssteigerung sorgen. Dr. Krohn wies «ei u. a. auf die Schlußfolgerung hin, die sich aus der Tatsache ergibt, daß die Wiesen und Weiden rund 25 v. H. der landwirtschaftlichen Nutzfläche einnehmen, aber nur 111 b. Hr des Gesamtertrages der Markterzeugung liefern. Staatsrat Meinberg benutzte die Gelegenheit, chonderc Gesichtspunkte für die künftige planvolle Len- nw.g^der Erzeugung herauszustellen. Beim Eingehen auf ?!e israge der Fettwirtschaft betonte er ausdrücklich, daß die tzerlegenheitslösung der Einführung von

Lebensmittelkarten unter keinen Umständen

in Betracht käme. Es handele sich auch hier angesichts der -nge, die bei der Machtübernahme vorgefunden wurde, nm eine Rohstoffrage, die ihr besonderes Gesicht S^ bekommen habe/ daß die Einschaltung von fünf ulNionen Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß einen natür- Ä Zuwachs des E r n ä h r u n g s b e d a r f s ge- .ii b^be, der sich stark auf dem Gebiete der Fett- und .^ichversorgung bemerkbar mache. Gerade deshalb es darauf an, nicht mit Redensarten die Lage zu sondern die Gestaltung der Erzeugung so zu men, daß das nun wieder in vollem Umfange in der gehende deutsche Volk auch die angemessene Er­dung finde. So erscheine gegenwärtig

Vormarsch der Italiener auf Harrar.

DasEZiel: Verbindung zwischen der Somali- und der Eritreafront.

^ den letzten Erfolgen der Italiener an der Nord o^udfront sieht man im italienischen Hauptquartier der militärischen Operationen sehr znvcw «ll, Im Norden dringt die italienische Heeres- »ach Einnahme von Mak'alle weiter südlich vor. ^m dat die Armee Graziani in der Provinz Ogaden ^Fortschritte gemacht und steht etwa 2 5 0 K i l o - u°r Harrar. Das Ziel des Vormarsches der ^uoarinee ist die Verbindung zwischen der italienischen kolon ""d Eritreafront. Sollte es den bewen feeres- , men gelingen, sich zu vereinigen, so wäre nach Auf Ä italienischen Militärs die Eroberung gesichert, denn nach Wiederherstellung der ülberhe könnte der italienische Vorstoß in das innere Witins .^ginnen. Wenn es den Italienern gelingt, bte A Eisenbahnlinie von D s ch i b u t r n a ch in ihre Hände zu bekommen, dann schenk de daniil die Munitionszufuhr für die abesum- unterbinden können. .

Wi^ '?' den italienischen Meldungen über die Fort- ^er « "' Vormarsches im Süden und Norden erklärt V 6, daß es nicht wahr fei, daß die italienischen Djidchiga stehen. Auch im Norden sei ^ lon noch in abessinischen Händen, und in der ° don Makalle dauerten die heftigen STamüfe an.

die Erzeugungsschlacht als die vordringlichste der vielseitigen Ausgaben des Reichsnährstandes.

Dabei werde darauf Rücksicht zu nehmen sein, daß die Leistungssteigerung auf bodenständiger Grundlage er­folge. So solle die Viehzucht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der vollwertigen Ausnutzung des Eigen­futters ausgebaut werden. Bei dieser Sondertagung kam auch die Frage der S t i ck st o f f p r e i s e zur Sprache.

Außerdem wurde eine Sondertagung der Reichs- Hauptabteilung I durchgeführt, bei der Reichshauptabtei lungsleiter H a i d n über die Stimme des Blutes als Gesetz des Volkes sprach, und Stabsabteilungsleiter Dr. Merkel das Eigentum in germanisch-bäuerlicher Auf- fassung und in der jüdisch-bolschewistischen Anschauung behandelte. Ferner traten die Hauptvereinigung der deut­schen Viehwirtschaft und die deutsche Milchwirtschasts Vereinigung zu Fachbesprechungen zusammen.

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Landflucht und Erzeuguusrjchlacht

Goslar, 12. November .Die Fachtagungen des diesjähri­gen Reichsbauerntages waren am Montag sämtlich über­füllt. In einer Sondertagung der Reichshauptabteilung I unter der Leitung des Reichshauptabteilungsleiters Haids wurden die Ursachen und Gefahren der Landflucht gekennzeichnet. Die Landflucht stellt eine Gefahr für die Grzeugungsschlacht dar. Diese aber ist für das wirtschaft­liche und politische Leben Deutschlands entscheidend. Es fehlt der deutschen Landwirtschaft infolge der Landflucht an geeigneten Arbeitskräften. Hier muß unbedingt Ab­hilfe geschaffen werden. Hand in Hand damit gehen die Maßnahmen zur Neubildung deutschen Bauerntums. In einer anderen Fachtagung unter Leitung des Reichs- abteilungsleitcrs Dr. Brummenbaum wurde die Nutzbar­machung der Statistik für die Erzeugungsschlacht be­handelt. Für den Erfolg der wirtschaftlichen Tätigkeit des Reichsnährstandes komme es auf den regelmäßigen Austausch der von den verschiedenen Stellen gefundenen Ergebnisse an. In einer Sondertagung der Reichshaupt- abrcilung II hat Staatsrat Meinberg zur Leistungs­steigerung der noch unter dem Durchschnitt liegenden Höfe gesetzliche Regelungen auf dem Gebiete der Tierzucht und Milcherzeugung in Aussicht gestellt. In der Sitzung der Hauptvereinigung der deutschen Milchwirtschaft wurde zur Lösung des Fettproblems die Notwendigkeit her- vorqehobcn, im Sommer in Zeiten der Milchschwemme die'Verarbeitung auf Butter vorzunehmen, die als na­tionale Butterreserve für den Winter eingelagert wird. Bei der Hauptvereinigung der deutschen Vieh Wirt­schaft wurden die Maßnahmen behandelt, die während der vorübergehenden Mangelperiode eine angemessene und gleichmäßige Verteilung der Schlachtschweine sicherstel­len. Eine weitere grundsätzliche Maßnahme ist in der Bin­dung von Käufern an die Märkte zu sehen. Ferner ist eine GenehmigungsPflicht für Hausschlach- t u ngen eingeführt worden, um den Versuchen gewis­ser Bevölkerungskreise zu begegnen, sich der Festsetzung der Kontingente zu entziehen.

Anlüßtich des Geburtstages des Königs von Italien nahm Mussolini in seiner Eigenschaft als Kriegsminister am Montag eine große Parade über die Garnison von Rom ab an der sich alle Waffengattungen mit insgesamt 20 000 Mann beteiligten. Nach der Parade hielt Mussolini vom Balkon des Palazzo Venezia folgende kurze An- . spräche- Ihr habt soeben nur den kleinsten Teil der mili- tärischen Streitmacht gesehen, die Italien zu Beginn des 14 faschistischen Jahres znr Verfügung hat. Diese Macht mit allen ihren Waffengattungen und ganz besonders mit ihrem Geist ist bereit, die Belange und die Würde Italiens zu verteidigen in Europa unö Afrika und überall, wo es nötig sein sollte. In der kurzen Seit von einigen Monaten haben wir bereits zwei alte Rechnungen beglichen. Der Rest wird noch k o m m en,"

Italienischer Protest gegen die Sühnemaßnahmen.

Unterredung des britischen Botschafters mit Mussolini?

Der italienische Botschafter bei Laval.

Rom, 12. November. Die italienische Regierung hat am Montag abend an ihre diplomatischen Vertretungen in sämtlichen Sanktionsstaateu eine sehr ausführliche Protest­note gegen die Sühnemaßnahmen gerichtet, die auftrags­

gemäß am Montag den entsprechenden Regierungen über­reicht worden ist. Der Wortlaut der Protestnote wird in Rom am Dienstag veröffentlicht.

Von zuständiger italienischer Seite wird erklärt, daß diese Protestnote keineswegs mit der vor wenigen Tagen von Italien in Kairo überreichten Protestnote gleichlautend ist, die natürlich schon deswegen ganz anders abgefaßt sei, weil Aegypten als Nichtmitglied des Völkerbundes zur Teilnahme an den Sühnemaßnahmen überhaupt nicht verpflichtet sei. Außerdem wird darauf hingewiesen, daß die italienische Regierung bis heute noch keine direkte Mitteilung des in Genf tätigen Verbindungsausschusses oder der darin vertretenen Staaten erhalten hat.

In unterrichteten Kreisen Londons wird es für möglich gehalten, daß der britische Botschafter Sir Eric Drum­mond in Kürze eine weitere Aussprache mit Mussolini haben wird. Die bisherigen Besprechungen galten bekannt­lich dem Zweck, die Möglichkeit einer englisch-italienischen Entspannung zu untersuchen.

Ministerpräsident und Außenminister Laval empfing am Montag den italienischen Botschafter. Der Besprechung wird in politischen Kreisen große Wichtigkeit beigemessen.

Eine Friedensredr Roosevelts

Washington, 12. November. Wie alljährlich fand auch in diesem Jahre am 11. November im ganzen Lande das Gedenken für die Gefallenen des Weltkrieges statt. Das amerikanische Volk ehrte mit einem allgemeinen Schweigen von zwei Minuten die Toten des großen Krieges. Zum ersten Male, seit vor 11 Jahren das Grab des Unbe­kannten Soldaten auf dem Arlington-Militärsriedhof bei Washington durch Präsident Harding feierlich der Nation übergeben wurde, begab sich wieder ein Präsident der Vereinigten Staaten an diese geweihte Stätte, um aber­mals den Friedenswillen der Vereinigten Staaten zum Ausdruck zu bringen.

In einer Rede verkündete Präsident Roosevelt als die beiden Leiisätze seiner Regierung den Wunsch, die Ver­einigten Staaten davor zu bewahren, in einen Krieg hineingezogen zu werden, und den festen Willen, in jeder nur möglichen Weise den Frieden zu fördern und vor den furchtbaren Folgen eines Krieges zu warnen. Die ame­rikanische Regierung nenne einen Kriegauch Krieg", wenn es sich um einen bewaffneten Einfall in ein fremdes Land und Tötung von Menschen ohne Kriegserklärung handele. Die gegenwärtig aufwachsende Generation kenne die Schrecken des Krieges nicht und wisse nicht, was Krieg bedeute. Ihr erscheine die Atmosphäre einer Munitions­fabrik, und das Heldentum auf dem Schlachtfeld eine an­regende und willkommene Abwechselung nach dem trocke­nen, trübseligen Dasein, das die schweren Zeiten zu Hause mit sich bringen. Das amerikanische Volk werde bttfer Illusion aber nicht zum Opfer fallen, sondern es wisse, daß der Begeisterung und dem kurzen Wohlstand der Kriegszeit unweigerlich der wirtschaftliche und soziale Zusammenbruch für die folge, die den Krieg überleben. Amerika werde daher weiterhin für den Weltfrieden arbeiten, aber selbst­verständlich gleichzeitig für eine angemessene Verteidigung feiner Landesgrenzen zu Lande, zu Wasser und in der Lust sorgen.

Litauische Sonderpollzei für das Memeigebiel

Eine neue Verletzung des Memelstatuts.

Memel, 12. November. Die litauische Regierung hat be­schlossen, in Memel eine neue Polizeitruppe in einer Stärke von 62 Mann nach dem Vorbild der sogenannten KownoerReservepolizei für außergewöhnliche Zwecke" einznsetzen. Diese Polizei wird der Staatspolizei ange­gliedert. Znm Leiter ist bereits ein höherer Beamter der Kownoer Reservepolizei ernannt worden.

Nach dem Memelstatut ist das gesamte Polizeiwesen Sache der autonomen Organe. Im Notfall kann die öffentliche Polizei die litauische Regierung um Beistand ersuchen. Dieser Fall ist nicht eingetreten. Nach dem Artikel 20 des Memelstatuis darf die litauische Regierung im Memelgebiet nur Grenz-, Zoll- und Eisenbahnpolizei unterhalten. Die Einführung dieser litauischen Polizei­truppe im Memelgebiet stellt also eine erneute Verletzung des Statuts dar. Uebrigens hat es sich oft genug er­wiesen, daß durch das Verhalten litauischer Polizeiorgane im Memelgebiet erst Reibungen künstlich geschaffen wur­den, die der Befriedung der Lage im Memelgebiet im höchsten Grade abträglich sind.

Prozeß gegen den Nischos von Meißen.

Beginn am 14. November. - Öffentliche Verhandlung.

Am 14. November beginnt vor der vierten Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts der P r o - zeß gegen den 53jährigen Bischof von Meißen, Peter Legge, wegen Devisenvergehens. Zusammen mit dem Bischof hat sich sein Bruder, der 46 Jahre alte Generalsekretär Dr. TheodorLegge aus Paderborn, sowie der 47jährige Generalvikar Domherr Pros Dr. Wilhelm Soppa zu verantworten. Wegen Begünsti­gung des Angeklagten Dr. Theodor Legge stehen ferner die 25 Jahre alte Auguste Klein aus Paderborn und der 39jährige Generalsekretär Wilhelm Freck­mann aus Paderborn unter Anklage. Die Verhandluua wird in v o l l e r O f f e n t l i ch k e i t durchgeführt.