M-aer Anzeiger
»-den Werktag. Wochenbeilage: „Der
&ÄHÄ Ä Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
|j^'‘«a%£i^ Zulöa- unü Haunetal ♦ Zulöaer krersblatt
Ä Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- z V
^nVr^bMj ^ ?/n?H?im 2w Schristleituns und Geschäftsstelle: Könkgstraße 42 ♦ Fernsprecher Nr. 2989
Nr. 267 — 12. Jahrgang
Fulda, Donnerstag, 14. November 1935
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UlMseiMHe KMOWe« in Aemtei.
Vlutige Zusammenstötze. — Fensterscheiben des englischen Konsulats zertrümmert.
In Kairo kam cs, wie das englische Nachrichtenbüro Reuter meldet, zu blutigen Unruhen, bei denen 3 9 «c r s o n e n , darunter 19 Polizisten, verletzt wurden. Eine Person wurde getötet. Ägyptische Studenten, die den llnabhängigkeitstag feierten, veranstalteten große eng- sgndfeindltche Kundgebungen. Dabei wurde der englische Aussenminister Sir Samuel Hoare angegriffen und der Führer der nationalistischen Wafd-Partei, Nahas Pascha . verherrlicht.
Nach kurzer Zeit kam es dann zu Zusammen- stè ß e n m i t d e r P o l i z e i. Die Demonstranten zogen zum englischen Generalkonsulat und z e r t r ü m m e r t e n 6ort Oie Fensterscheiben.' Ein großes Kaufhaus in der Nähe des Konsulats wurde ebenfalls angegriffen und beschädigt. Ägyptische Infanterie löste die Polizei ab, die in verschiedenen Stadtteilen Sperrketten gebildet bottc. Auch die ausländischen Gesandtschaften wurden von Infanterie bewacht.
Später beruhigte sich die Lage wieder, jedoch wurden weitere Unruhen nach der großen Massenkundgebung der Wsd-Partei erwartet, aus der Nahas Pascha sprach. Die Angriffe gegen den englischen Außenminister führt man aus seine kürzliche Äußerung in der Londoner Guild-Hall zurück, die die englisch-ägyptischen Beziehungen betraf und in Ägypten sehr ungünstig ausgenommen imnbe.
Der Vollzugsausschuß der Wafd (Nationaliftcn- partch hat beschlossen, der Regierung des Ministerpräsidenten Nessim Pascha ihre Unterstützung zu entziehen.
Es verlautet, daß die Wafdpartei den Ministerpräsidenten W Niicktritt aufMordèrt habe, daß dieser aber abgelehnt
Der Bauer muß der Kompanieführer in der Erzeugungsschlacht sein!
Erster Tag der Haupttagung des Goslarer Reichsbauerntages.
Nach eingehenden Fachberalungen, in denen alle die Ändwirtschast angehenden Sonderfragen behandelt wurden, begann am Donnerstag in Goslar die öffentliche Haupttagung des Rcichsüauerntages, auf der für den iieichsiiährstand die A r b e i t s p a r o l e n für den zweiten Abschnitt der Erzeugungsschlacht unter Einordnung in die großen weltanschaulichen und volkswirtschaftlichen Aufgaben ausgegeben werden.
Der Sprecher des 3. Reichsbauerntages, Ministerpräsident a. D. Granzow, eröffnete die Haupttagung und erteilte dem Stabsabteilungsleiter Dr. Merkel das Wort zu grundlegenden Ausführungen über „Die Zuordnung des Rechts als Voraussetzung neuer Wirt- schaftsgeftaltung". Dr. Merkel zeigte, wie die volksfremd gewordene Rechtsordnung durch die vom Nationalsozia- lsmus aufgebaute neue Lebensordnung der Volksgemein- abgelöst wurde, die durch eine neue Rechts- und «ntschaftsordnung getragen wird. Im Reichsnährstand M der Nationalsozialismus diese Forderungen verwirk- W und als neue Standesordnung eine neue Lebens- «emeinf^aft des deutschen Bauerntums geschaffen. Da- N gehört eine neue Bodenordnung und eine neue Marktordnung.
Reichshauptabteilungsleiter II, Dr. Brummenbaum, veyandelte die Grundlagen der Erzeugungsschlacht, die Wichtige Instrument zur Sicherung der Ernährung Mittes Volkes ist. Die Wehrfreiheit des deutschen Volkes auf die Dauer nur dann gesichert sein, wenn darüber n au* auch die Nahrungsfreiheit gegeben ist. Die Markt- N °""ug kann erst dann ihren Zweck voll erfüllen, wenn die asMuug in ordnungsmäßigen Bahnen verläuft. Unter ^VWänbcn muß in dem kommenden zweiten Abschnitt Erzeugungsschlacht in die Breite gearbeitet werden. A0.eruM und Ordnung der Erzeugung müssen ° ;n H a u d gehen. Unter den verschiedenen Pro- spiest die Faser Versorgung eine besondere
" nächsten Jahr sollte jeder Bauer, dessen und Klima es ermöglichen, ein paar Quadrat-
S d > achs bauen , die dann am nächsten Ernte- "ansteft auf dem Bückeberg dem Führer als Geschenk °es Reichsnährstandes überreicht werden sollen.
qewm? biefer ganz kleinen Fläche kann so viel Rohstoff werden, daß daraus jedem S o l d a t e n werb» ^aikshceres ein D r i l l i ch a n z u g gewebt kann.
Krol^ Stabsleiter der Reichshauptabteilung II, Doktor zeuM: wrach ebenfalls über die Ordnung der Er- lan&-$ie stark verschiedenen Grundlagen unserer Redn"? gastlichen Erzeugung setzen, so führte der schloß “• °- aus, bei allen «™™ »« h»r K'»eimunas- vora„- olne große Summe der ^er Kompanieführer an lein ?'âeugungsschlacht muß ein Bauer ' °er i. den Zweck der EräkUllungsWacht aus den
P a. aus, bei allen Führern in der Erzeugungs- ’ - von fachlichem Kö u n e n ~ r D n t
habe mit der Begründung, es sei seine Pflicht, angesichts der ungewissen Lage auf seinem Posten zu bleiben. Die Partei findet zwar im Volke große Unterstützung, hat aber im jetzigen Parlament keine Vertretung. Die Forderung nach Wiedereinführung der Verfassung von 1923 hat der Ministerpräsident abgelehnt, womit er, einer englischen Pressemeldung zufolge, im Sinne des britischen Oberkommissars Sir Miles Lampson handelte.
Nach den Nachrichten aus Ägypten hat es den Anschein, als wolle die Wafdpartei alle nationalistischen Kreise Ägyptens fest zusammenfassen und sich zum Träger einer mächtigen Volksbewegung machen, die darauf abzuzielen scheint, das Land aus dem Ab- Hüngigkeitsverhältnis zu Großbritannien zu lösen und es zu einem selbständigen Mitglied der Völkerfamilie zu machen.
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Auch in der ägyptischen Stadt Tantal) sind schwere Unruhen ausgebrochen.
In einem blutigen Straßenkampf zwischen Polizei und einer feindseligen Menge wurden 45 Poli zi st enver- letzt, davon 13 schwer. Die Polizisten eröffneten das Feuer auf die Angreifer, wobei ein Mann getötet und drei schwer verwundet wurden.
Amtlich wird erklärt, daß es außer in Tantal) und Kairo zu keinen ernsten Unruhen in Ägypten gekommen sei. Die ägyptische Regierung fordert das Volk auf, Ruhe zu bewahren. Sie weist aus die großen Gefahren hin, denen Ägypten bei einer Störung der öffentlichen Ord- nung ausgesetzt sei. Die Regierung sei entschlossen, unter allen Umständen die Ordnung aufrechtzuerhalten.
Gesichtspunkten der großen volkswirtschaftlichen Ausgabe heraus erkennt, und 2. seinen Hof so in Ordnung hat
Heute sind
unsere drei großen Erzeugungslücken die Eiweiß-, Fett- und die Faserlücke.
Uns fehlen augenblicklich rund eine Million Tonnen Eiweiß, das zu 9 bis 10 v. H. Futtereiweiß ist, rund eine Million Tonnen Fett, das zu rund Zweidrttie! für die menschliche Ernährung und ein Drittel für technische Zwecke benötigt wird, und Faserstoffe, bei denen wir augenblicklich noch zum überwiegenden Teil von, Ausland abhängig sind. So bedrohlich, wie diese Ver- sorqungslage auf den ersten Blick erscheinen mag, ist sie in Wirklichkeit nicht. Die Reserven im deutschen Boden sind so groß, daß die statistisch berechnete Möglichkeit der Selbstversorgung bei richtiger Ausnutzung aller Kräfte durchaus m ö g l i ch ist. Gesteigerte Aufmerksamkeit muß in Zukunft hinsichtlich Pflanze und Tier dem Gesundheitszustand gewidmet werden. . .
Der Rcichshauptabteilunqsleiter III, Dr. Korte, sprach über die Ordnung des Marktes. Die Marktordnung trägt drei großen Grundgedanken Rechnung: Schutz des Erzeugers, Schutz des Verbrauchers und Schutz derjenigen Kreise im volkswirtschaftlichen Kreislauf, die, für tue richtige Verwertung der deutschen Ernte und die richtige Versorgung des deutschen Volkes notwendig und darum berechtigt sind. In diesem dreifachen Schutz verwirklicht sich das Gebot der sozialen Gerechtigkeit, des Sozialismus. Es ist gar nicht abzusehen, welche Teuerung der Nahrungsmittel ohne Durchführung der Marktordnung entstanden wäre. Die Marktordnung dient dem ganzen Volke, denn sie soll das wesentlichste Hilfsmittel zur Sicherung der Volksernährung sein. Endlich dient sie der vom Führer gestellten Aufgabe der Rettung des deutschen Bauerntums.
Kür dss W^ksrhüfswerk!
Handwerker und Beamte sammeln am 1. Dezember.
Am 1. D e 3 c m b e r 19 3 5 werden die deutschen n n tz m erke r u u d B e a m t e n gemeinsam für das Winterhilfswer'k des deutschen Volkes sammeln. Das Handwerk wird die Straßensammlnugen in Berufs- t r a ch t durchführen. Gesammelt wird jeweils in Gruppen zu drei Mann: so z. B. sammeln ein Handwerksmeister, ein Beamte" und ein Handwerksgeselle oder Lehrling zusammen. Alle übrigen Handwerker, die nicht für die Straßensammlung eingesetzt werden, werden zusammen mit den Beamten W e r b e m ü r s ch e durch die Straßen ihres Ortes veranstalten.
Der Reichshandwerksmeistcr und Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Pg, Schmidt hat zu dieser
Die Polizei greift durch den Äther.
Internationaler Polizeifunk auf der Vcrbrechersuche. — Bildfunk und Geheimcode im Dienst der Kriminalpolizei.
In Berlin findet zur Zeit eine Tagung des Funkfachausschusses der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission statt, auf der wichtige Fragen der modernen Verbrecher- bekämpfung besprochen werden. Vor allen Dingen wird man sich hierbei den weiteren Ausbaumöglichkeiten des Polizeifunks widmen, der sich als ein hochwichtiges Hilfsmittel der Kriminalpolizei erwiesen hat. Die Polizei greift durch den Äther, und ihre Hand ist schneller als jedes noch so moderne Verkehrsmittel, dessen sich der Verbrecher zur Flucht bedienen könnte.
Wenn beispielsweise ein „schwerer Junge" in irgendeiner europäischen Hauptstadt ein „Ding gedreht" hat und sich schnellstens aus dem Staub gemacht hat, um seine Beute in Sicherheit zu bringen, so kann sich leicht folgendes ereignen: Die Polizei der betreffenden Stadt kennt das Signalement des Verbrechers und funkt es nun schnellstens nach Berlin. Hier befindet sich eine Zentralstelle, die ihrerseits den Funkspruch mit der genauen Beschreibung des Verbrechers wieder in alle Welt schickt. Die Morsezeichen „IPCQ", die sie ihrem Funkspruch voransetzt, machen die Empfangsstellen in den anderen Ländern aufmerksam. Der Funkspruch wird ausgenommen und an die unteren Dienststellen ausgegeben. Und wenn der Verbrecher dann auf irgendeinem Flugplatz landet, dann greift unter Umständen schon die dort stationierte Polizeiwache zu und verhaftet ihn. Der Traum ist ausgeträumt, die Gefängniszelle wartet schon . . .
Der Aufbau des Internationalen P o l i z e i f u n k s ist einfach und zweckmäßig. Er wurde bereits 1927 gegründet und Berlin als Zentralfunkstelle ausersehen. Jeder am Internationalen Polizeifunk teilnehmende Staat hat eine Polizeifunkstelle als Leitstelle für den Verkehr mit den anderen Ländern bestimmt. An diese Leitstelle werden alle Nachrichten aus dem Lande, gegeben, und sie leitet sie weiter an die Berliner Zentrales Von hier aus werden die Funksprüche wieder an alle übrigen Länder sofort weitergcgeben. Daneben gibt es noch für den Grenzverkehr zwischen den einzelnen .Ländern bestimmte G r e n z f u n k st e l l e n , die den Austausch von Meldungen weftnttich beschleunigen. Die Berliner Zentrale sendet dreimal am Tage alle gesammelten Meldungen in alle Welt hinaus Sie ist mit drei verschiedenen Sendern ausgerüstet, einem für lange Wellen und zwei Kurzwellensendern. Die Nachrichten werden natürlich nicht offen gefunkt, sondern nach einem bestimmten Morse-Geheimcode. Außerdem sind die Männer an der Funktaste beim Polizeifunk alte Praktiker, die ihr Handwerk verstehen. Sie senden die Geheimzeichen mit einer solchen Geschwindigkeit, daß für den gewöhnlichen Hörer nur ein Summen im Äther ist.
Dem internationalen Polizeifunk gehören bis jetzt außer Deutschland noch folgendeLänderan: Frankreich, Österreich, Ungarn, Polen, Jugoslawien und Rumänien. Dazu ohne eigene Sender Holland und die Schweiz. Neuerdings ist man auf dem Wege, auch den Bildfunk als Hilfsmittel einzuspannen. Damit können Steckbriefe und Fingerabdrücke übermittelt werden, die eine genaue Feststellung der Identität eines Verbrechers zulassen. Auch hierin ist Deutschland vorbildlich, das damals die Anregung für die Schaffung des Polizeifunks gegeben hat. Natürlich wird der Funk nicht nur für die Fahndung nach internationalen Verbrechern eingesetzt. Auch im Lande selbst ist diese Organisation bis aufs kleinste ausgebaut. Jede Meldung" und Fahndung wird aus den deutschen Städten nach Berlin durchgegeben und von hier aus an die L e i t f u n k st e l l e n im ganzen Lande weitergeleitet. Jeder Leitfunkstelle untersteht wieder ein bestimmtes Gebiet, über das zahlreiche Polizeifunkstellen verteilt sind. Jede Funkstelle hat ihr eigenes Rufzeichen, und so kann sie von Berlin oder der Landesfunkstelle gleich direkt angerufen werden, wenn man weiß, daß sich ein Verbrecher in eine bestimmte Gegend verzogen hat.
Daß diese große Organisation nicht umsonst aufgebaut ist, versteht sich. Sie hat schon viele große Erfolge zu verzeichnen 'gehabt. Mancher Verbrecher ist auf hoher See auf einem Schiff "ntdeckt worden, mit dem er als harmloser Passagier über den Ozean flüchten wollte Zum Beispiel ist es auch dem Internationalen Polizeifunk zu verdanken, daß der österreichische Eisenbahnattentäter M a - t u s ch k a festgenommen werden konnte. Aber man arbeitet immer mehr an der Vervollkommnung dieses modernsten Hilfsmittels der Kriminalpolizei, und diesem Zweck dient auch die Berliner Tagung. Man will Ersah Zungen über die einzelnen Sender" austauschen und vor allen Dingen auch das Anpeilen von Schwarzsendern verbessern. Weiterhin wird man Erfahrungen über die Ausrüstungen bei Polizei mit trag- und fahrbaren Sendern austauschen. Schließlich soll èin neuer internationaler Code für den Polizeifunk eingeführt werden, und wenn man dann auch noch die Einführung des Bildfunks in den anderen Ländern durchsetzt, dann werden es die „schweren Jungen" bestimmt nicht mehr leicht haben, sich dem Zugriff bei Polizei zu entziehen.
Straßensammlung einen Aufruf erlassen, in dem er u. a. ausführt: „Handwerker, du bist des Führers Soldat, wenn du in vorderster Front mitkämpfst. An deinem Sammeltag für das Winterhilfswerk wirst du deine Volksverbundenheit zeigen und beweisen, daß du bereit bist zum Sozial ismus bei Tat."