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Zulöaer /lnzeiger

WS^ â Tageblatt für Rhön und Vogelsberg S "XB^ Iulöa- und Haunetal > Fuldaer Kreisblatt

^""s-uptschriftleiter Friedrich Ehren- y V

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^r. 269 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 16. November 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Das ganze Volk Träger der Kultur.

Dr. Goebbels über die Leistungen des kulturellen Aufbaus.

In einem festlichen Rahmen begann die Reichskultur- Wmcr ihre dritte Jahreskundgebung in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers und der führenden Männer m Staat und Bewegung, der Wehrmacht, der Wirt- slhaft, der Künste und der Wissenschaften, des Diplomati­schen Korps und der in- und ausländischen Presse.

Der große Saal der Berliner Philharmonie hatte Mjèigen Schmuck angelegt, über dem Podium der Musiker leuchtete das Hakenkreuz und darüber stand der Spruch, der für alle Zeiten für deutsche Kultur und Kunst gilt:Ehret eure deutschen Meiste r". Es war ein glanzvolles Bild, feierlich und weihevoll und »Mpaßt der großen Bedeütung des Tages, an dem der Rcichskultursen a t gebildet worden ist.

Die Kundgebung hat aller Welt einen neuen Beweis Wir geliefert, daß die Kultur im neuen Deutschland nicht etwa das Vorrecht einiger Weniger ist, sondern daß d a s g a n z e Volk Träger der K u l t u r ist. Des- HM nehmen auch nicht wie früher an derartigen Ver­anstaltungen Vertreter irgendwelcher sich berufenfühlender Kreise teil, sondern Vertreter aus dem ganzen Volke haben Teil an dieser Kultur im Reiche Adolf Hitlers.

Als unter Heilrufen der Führer und Reichs­kanzler das Haus betrat, wurde er von Reichsminister Dr. Goebbels, als dem Präsidenten der Reichskultur- kammer, und von Staatssekretär Funk, dem Vizepräsi­denten, empfangen und zu seinem Platz geleitet, während die Teilnehmer der glanzvollen Kundgebung den Führer mit der hochgehobenen Rechten grüßten. Fanfaren leite­ten die Kundgebung ein. Und nach einemVorspruch auf die ânst" von Gerhard Schumann, den der Staats- /Wspieler Friedrich Kayßler meisterlich wiedergab, Wie das Philharmonische Orchester unter der Leitung des Präsidenten der Reichsmusikkammer. Geueralmusik- hektor Professor Dr. Peter Raabe eine Komposi- '« des jungen nationalsozialistischen Komponisten Karl Wer, die von den Anwesenden mit dankbarem und be- Skistertem Beifall ausgenommen wurde

Unter lautem Jubel trat dann der Präsident der Wsknlturkammer, Minister Dr. Goebbels, an das

Dr. Goebbels' Rechenschaftsbericht.

Die Reichskulturkammer schaue nunmehr auf ein zwei- phriges Bestehen zurück, so begann Reichsminister tr. Goebbels seine großangelegte Rede. Mit dem heutigen "ge sei ihr innerer Umriß und organisatorischer Aufbau findet. Der Außenstehende mache sich keinen Begriff von cn Schwierigkeiten, mit denen dieser Aufbau verbunden Pvesen sei, aber auch nicht von der Größe des geistigen M künstlerischen Umbruchs, der sich hier vollzogen habe, ^i Präsident der Reichskulturkammer verwalte in Per- Machnion zugleich das Amt des Reichspropagandaleitcrs » Partei wie auch das des Reichsministers für Volks- "umarung und Propaganda. In dieser Dreiheit sei die Amte Gewähr einer reibungslosen Zusammenarbeit indischer Organisation, Partei und Staat ge-

Die darauf fußende Persoualpolitik biete nach jeder Achtung hin die Sicherheit dafür, daß nur Männer, '^ wirkliche Träger nationalsozialistischer Welt- unschauung sind, in massgebenden Funktionen unseres kulturellen Lebens tätig sein könnten.

. Die Reichskulturkammer sei heute j u d e n r e i n. Es >m Kulturleben unseres Volkes kein Jude mehr tätig.

'n Mlde könne deshalb auch nicht Mitglied einer Kammer L liegen seien den aus dem deutschen Kulturleben ^geschiedenen Juden in großzügigster Weise Möglich- zur Wege ihres kulturellen Eigenlebens gegeben wen Der Reichsverband der jüdischen Kulturbünde Uv 000 Mitglieder und unterhalte drei jüdische stille mehrere eigene Orchester mit dauernden Reiches "ungen ^der Art in fast allen Städten des

Nur die Pflege der d e u t s ch e n Kultur sei den Juden . unterbunden,

lW^wgekehn auch kein deutscher Künstler den Ehrgeiz V am jüdischen Kulturleben zu beteiligen.

ein» Kn dieser Tätigkeit rein organisatorischer Art stehe

- ^0" praktischen, positiven Maßnahmen, dre zur fetunn ö des Nachwuchses in der Kunst, zur Durch sühruun nationalsozialistischer Jugend in der Kultur- allen L'^ur Anregung zum künstlerischen Schassen auf gabenÄ^ten, zum Aussehen von hohen Preisen, Auf- und künstlerischen Ausschreibungen getroffen in siip* Wien. Soeben befinde sich die Reichskulturkammer mit der Arbeitsfront, um die sozialen

4se« künstlerischen Schaffens endgültig festzulegeu. Tr K? ^r A r b e i 1 der E i n z e l k a m m e r n führte Daten el § eine Reihe eindrucksvoller Zahlen und ön- Aus der

feien y Reichskammer der bildenden Künste

te Architekten in hervorragender Weise bei der

Rednerpult, um den Jahresbericht zu erstatten, der darin ausmündete, daß der nationalsozialistische Staat es ver­standen habe, den Künstler wieder fruchtbringend und schaffensfreudig in die Volksgemeinschaft einzureihen. Der R e i ch s k u l t u r s e u a t soll dem Werk einen neuen Rahmen geben, und die Männer, die in bkftn Senat be­rufen worden sind und deren Namen Dr. Goebbels, mehr­fach vom Beifall unterbrochen, bekanntgab, sollen die Verbindung zwischen der nationalsozialistischen Welt­anschauung und dem deutschen Kulturleben festigen und in allen Fragen deutschen Kulturwesens entscheiden.

Planung von bäuerlichen Siedlungen, bei Wohuungs- bauten der Wehrmacht, Fliegerlagern und Volks­wohnungsbauten, die Gartengestaltcr bei der Anlage von Militärflugplätzen und Reichsautobahnen herangezogen worden. Bei allen Bauvorhaben der öffentlichen Hand wurden für die Zwecke der bildenden Kunst bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt. Im Berichtsjahr seien 64 Wettbewerbe auf dem Gebiet der Baukunst und zuns Wettbewerbe für Gartengestalter ausgeschrieben worden. Die Sozialmaßnahmen der Kammer erstreckten sich auf dre Gewährung von zwei- bis dreiwöchigen völlig kostenfreien Erholungsreisen an rund 1100 Künstler, auf Gewährung von Beihilfen zur Behebung der wirtschaftlichen Not und auf eine im Aufbau begriffene Alters- und Hinter­bliebenenversorgung.

Der Präsident der R e i ch s p r e s s e k a m m e r habe durch die Durchführung seiner Anordnung zur

Wahrung der Unabhängigkeit der Presse alle von außen her an die Presse getragenen Einflüsse unterbunden. Der Dienst an der Volksgemeinschaft sei nunmehr einziger Zweck der deutschen Presse. Durch die Anordnung über Schließung von Zeitungsverlagen wurden die ungesunden Wettbewerbsverhältnisse beseitigt. Das Ergebnis konnte der Reichsminister an folgenden erfreulichen Zahlen aufzeigen:Die Gefamtdruckauflage der deutschen Zeitungen ist von 18, < Millionen im ersten Quartal 1934 auf 19 Millionen im ersten Quartal 193a gestiegen. Die Auflagensteigerung bei den 1500 bedeutend­sten Zeitschriften betrug 9 v. H. gegenüber l 934. Dre Ge samtauflage der Rnndfunkpresfe stieg in einem Jahre von 3,5 Millionen ans 4,25 Millionen."

Zur Schulung des Schr rft l e r te r n a ch - Wuchses seien bereits zwei Lehrgänge in der neu ge­gründeten Reichspresseschule durchgeführt worden. Das soziale Kernwerk der Reichspressekammer sei die Ver sorgnngsanstalt der deutschen Presse. Hier seien im Jahre 1934 2,24 Millionen und im ersten Halbjahr 1935 1,16 Millionen Mark aufgebracht worden.

Für die Reichsschriftlumskammcr seien Literaturpreise von insgesamt 250 000 Mark pro Jahr vom Reiche, von den Ländern, Kommunen und Privaten zur Verfügung gestellt worden. Daneben stünden noch direkte Beihilfen an not­leidende Schriftsteller in Höhe von 100 000 Mark. Zur unmittelbaren Werbung und Förderung des Schrifttums seien 500 000 Mark zur Ausgabe gelangt.

Die R c i ch s m u s i k k a m m e r habe bis Mitte Juni 1935 in 21 Städten mit insgesamt 150 Einzelveranstal­tungen und mit einet Besucherzahl von nahezu 200 000 die Bach-Händel-Schütz-Feiern begangen. Zahllose Stiven-

Dr. Goebbels bei seiner Rede auf der Kund­gebung der Reichs- kulturkammcr.

In der ersten Reihe der Zuhörer von links nach rechts: Die Reichs­minister Schwerin von Krosigk, Dr. Gürtner, v. Eltz-Rübenach, Dr. Frick, v. Blomberg, Heß, Göring, Dr. Goeb­bels, der Führer, Staatssekretär Funk- Reichsleiter Amann, Pros. Hönig, Prof. Raabe, Hanns Johst, Prof. Lehnich, Dreßler-

Andreß.

(Scherl Bilderdienst.)

dien seien an mittellose Musikstudierende vermittelt, un­bekannte junge Solisten durch Konzertveranstaltungen her- ausgestellt, wertvolle Kompositionen durch Druckkostenzu­schüsse gefördert worden.

Die Arbcitsloscnzèffer innerhalb der deutschen Bc- rufsmusikerschaft habe allein im letzten Jahr um 50 v. H. gesenkt werden können, zum Teil durch umfangreiche Umschulungen. Insgesamt seien im Jahre 1935 für Förderungszwecke der deutschen Musik über 600 000 Mark verausgabt worden.

Die Reichsrundfunkkammer habe in großen Zyklen Beethoven, Wagner, Mozart, Schiller und Cham­berlain der Millionenhörerschaft des deutschen Rundfunks nahegeführt. Besonders die Förderung junger, un­bekannter Dichter und Komponisten habe sich der deutsche Rundfunk angelegen sein lassen.

Der Niggertanz, so stellte Dr. Goebbels fest, wurde für den gesamten deutschen Rundfunk verboten, dafür aber erfuhr die deutsche Tanzmusik besondere Pflege.

Die Hörerzahl wuchs seit der Machtübernahme von 4,2 Millionen auf 6,8 Millionen. Das Ansteigen der Be­sucherzahl der Rundfunkausstellungen bon 971 000 im Jahre 1932 auf 1 888 000 im Jahr 1935 zeigt die wach­sende Volkstümlichkeit des nationalsozialistischen Rund­funks. Die Zahl der Volksempfänger wurde in diesem Jahre wiederum um eine Million vermehrt nnb durch die Schaffung des Arbeitsfrontempfängers dem Rundfunk der Weg in die Betriebe geebnet.

Auch der Film habe durch die Arbeit der Reichs­fi l m k â in m e r seine Basis im Volke verbreitert. Die deutschen Wochenschauen seien durch planvolle Einwirkung künstlerisch, kulturell und staatspolitisch umgestaltet worden. Das R e i ch s f i l m a r ch i v sei gegründet worden und in den Dienst lebendiger filmischer Schulung und' Forschung getreten. Unter deutscher Füh­rung und in Auswirkung des Internationalen Film­kongresses in Berlin sei eine internationale Filmkammer nach deutschem Muster gegründet und ein Deutscher zu ihrem Präsidenten erwählt worden.

Die Besucherzahl der Lichtspieltheater sei entgegen allen gegnerischen Prophezeiungen im letzten Jahre wiederum um 10 v. H. gestiegen.

Die soziale- Lage der Filmschaffenden habe durch neuc Tarife verbessert werden können. Dem deutschen Film insgesamt seien in diesem Jahre bereits 800 neue Dar­steller, 20 neue Regisseure und 220 sonstige künstlerische Kräfte zugeführt worden.

Der tatkräftigen Arbeit der R eichst h ealer­kam m e r endlich fei es gelungen, auch in diesem Jahre wieder eine Anzahl von Theatern neu zu eröffnen. Wäh­rend in Berlin bei der Machtübernahme nur noch die Staatlichen Theater spielten und selbst diese vor dem Ruin standen, würden heute fast alle Berliner Theater wieder bespielt und erfreuten sich stets wachsender Besucherzahlen

Zur Zeit seien in Deutschland 181 stehende Theater, 26 Wanderbühnen, 20 Gastspiclunternchmen und 81 reisende Kleinbühnen in Tätigkeit.

Welches andere Land habe dem auch nur annähernd Gleiches zur Seite zu stellen! Die Theaterzuschüsse des Reiches beliefen sich in diesem Etatjahr auf zwölf Mil­lionen. Die Schaffung einer Theaterakade- m i e für besonders begabte junge Künstler sei bereits im Plan fertig.

Nie Berufung des Michskultursenats.

Nun sei auch der Augenblick gekommen, das große repräsentative Forum des deutschen Kulturlebens eu-