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E^MLâL Zulöa- UN-Haunetal.Zul-aerKreisblatt L AM ÄM6Ä- ^?°uptschriftleiter Friedrich Ehren- V 7 QD.A." X. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis.

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J^fp für den Inhalt: Bernd Heim Fulda.v^tl^Cltung und Geschäftsstelle. Königstraße 42 Fernsprecher Nr. 2994 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 270 102. Jahrgang

Fulda, Montag, 18. November 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Tagung des Erogen Faschistischen Rats.

Al> 18. Memier Sanktionen gegen Stollen.

Der Große Faschistische R a t Italiens hat sich mit den Sanktionen befasst, die ab 18. November von den Mkcrbundsstaaten gegen Italien angewandt werden.

Nachdem Federzoni eine Entschließung verlesen hatte, nach der

alle Italiener in bedingungslosem Vertrauen bereit seien, jedes Opfer auf sich zu nehmen, um die natio­nale» Ziele zu erreichen,

wurde eine Botschaft an die in Afrika kämpfenden Truppen vorgeschlagen, in der dem Marschall von Italien, Emilio de Bono, und den Frontkämpfern des neuen faschistischen Italien, die bei dem afrikanischen Unternehmen unverändert den alten Geist der Revolution vertreten und mit den befreienden Waffen die unsterb­liche Zivilisation Roms bringen, der kameradschaftliche : Gruß entboten wird. Die Entschließung und die Botschaft wurden durch Zuruf angenommen.

Der Duce hat darauf ausführlichen Bericht über die Lage der Nation am Vorabend der Sanktionen er­stattet. Zu dem Bericht sprachen sechs Mitglieder des Kroßen Faschistischen Rates. Am Schluß der Aussprache, die von Mussolini zusammengefaßt wurde, ist eine Ent- i Weßung angenommen worden, in der es u. a. heißt:

Ter Große Rat des Faschismus, der sich am Vorabend der Anwendung der sogenanntenSanktionen" gegen Italien versammelt hât, betrachtet das Datum des 18. November 1935 als ein Datum der Schmach und der Ungerechtigkeit in der Weltgeschichte.

i Ki bezeichnet die nie zuvor angewandten Sanktionen cus I eine« Vorsatz, das italienische Volk wirtschaftlich zu ersticken, und als einen eitlen Versuch, es zu [ twigen, um ihm die Verwirklichung seiner Ideale und ' ii Verteidigung seiner Lebensnotwendigkeilen zu ver- l âdeni.

Ter Große Rat des Faschismus erwähnt lobend die musterhafte Ruhe und straffe Disziplin, mit denen das italienische Volk beweist, dass es sich der geschichtlichen Bedeutung der gegenwärtigen Ereignisse in vollem Ausmaß bewußt ist, und fordert cs auf, den Sank­tionen den unerschütterlichsten Widerstand entgegen­zusetzen und alle moralischen Kräfte und alle mate­riellen Quellen der Nation zu mobilisieren.

Er fordert die Italiener aus, am Montag, dem 18. Novem- w, für vierundzwanzig Stunden die Häuser zu beflaggen. Der Große Rat beschließt, auf den 1. Dezember die I Pro b i n z i a l a u s s ch ü s s e der Mütter u nd «uwen der Gefallenen des Weltkrieges nach Rom ein- zuverusen, um den Widerstand planmäßig zu verstärken, bei dem den italienischen Frauen eine erstrangige Auf- W anvertraut ist. Er ordnet an, daß an den Rat- musern Italiens ein Gedenkstein für die Belagerung an- gevracht wird, damit in den kommenden Jahrhunderten °le ungeheure Ungerechtigkeit gegen Italien dokumentiert »leibe. Er entbietet d e n Staaten, welche unter Ab- I Anung ihrer Zustimmung zu den Sanktionen der Sache Miedens gedient und sich zum Dolmetsch des Geistes "' Kolker gemacht haben, den Ausdruck seiner Svmpatbie.

Abessinischer Kriegsrat beschloß:

Ausgabe der Rückzugstaktik.

Schwere Kämpfe um Wasserstellen. - Italienisches Luftbombardement.

.. ?er Vormarsch der italienischen Südarmee wird m lebem Tage schwieriger, denn die Italiener haben sich M aus der offenen Wüste in die hügeligen Hänge des WdgebirgeS herangeschoben, das die Wüste nach Norden ^'schließt. Hier in dem wilden Gebiet sind die ^linier im Vorteil. Hier können sie ihre Klein- /egetaftif durchführen. überall entwickeln sich er-

Kämpfe kleinerer Abteilungen um b i e erstellen. Diese Kämpfe kosten aus beiden schwere Opfer Die Italiener werden durch Flug- die Lebensmittel und Medikamente abtoerfen, "proullmtiert, da die Zufuhr bis an die vorderen heran unmöglich ist. Besonders heftige Kämpfe spielen Um di? Wasserlöcher von Sassabaneh ab-

~ Ach den; italienischen Heeresbericht setzt die gruppe die Säuberungsaktion in dem zwischen A z b i und D a s s a fort.

m Azbj habe,, zwölf Stunden lang erbitterte

WA« ,. Kämpfe getobt.

eine h Pf'11'*-'1' mit sieben Maschinengewehren hielten hier ita hS Stellung. Während dieser Kämpfe belegten biet V Bombenflugzeuge zwei Stunden lang das Ge- llt Autalo und verwandelten die Ortschaften in «be S Italienische Flieger sprengten auch ein niÄe$ Munitionsdepot in die Luft. Die italie- W11, ^ufte bei den Kämpfen um Azbi waren sehr h)j[x' A zwar vornehmlich deswegen, weil die halb- Danakkttriegèr ohne jede Deckung mit gezucktem w die abessinischen Garben hineinlivfen.

Abberufung des Generals de Vono.

Se^tz. Nachfolger Badoglio.

Der Generatg' nverneur von Jtalienisch-Ostafrika, General de Bono, ist unter Verleihung der Würde eines M a r s ch a l l s von Italien von seinem Posten abberufen worden. An feine Stelle wurde der Generalstabschef des italienischen Heeres, Badoglio, der bisher die Würde eines Marschalls von Italien Pe- kleidete, zum Generalgouverneur von Eritrea und Jtäue- nisch-Somaliland ernannt. Zum Vizegouverneur wurde der bisherige Kommandant der römischen Divisionen, General G u z z o n i. ernannt.

*

Warum de Mns gehen mutzte

Asmara, 18. November.

Die Ablösung de Bonos durch Badoglio wird hier als von höchster militärischer und vielleicht auch poli­tischer Bedeutung angesehen. Seit langem waren Ge­rüchte über taktische Meinungsverschiedenheiten im Um= lauf. Während Graziani im Somaliland nach erprobten Kolonialmethoden vorging und trotz verhältnismäßig ge­ringer Truppenstärke (eine reguläre Division, eine Schwarz­hemdendivision und einige tausend Askaris) wichtige stra­tegische Erfolge errang, blieben die drei Armeekorps an der Nordfront, wie man hier meint, gewissermaßen hinter den Ereignissen zurück. Das Hauptziel alter Operationen ist und bleibt die Vereinigung der Eritrea- mit der So- malisront. Das bisherige Oberkommando vertrat den Standpunkt, das; die Truppen nur äußerst vorsichtig vor­gehen dürften, um unnütze Verluste zu vermeiden. Die Folge war ein Stillstand mit der Wirkung, daß sich der Truppen an der Nordfront einige Müdigkeit^ bemäch­tigte. Man sagt, daß an der Norchront, von einigen klei­neren Zusammenstößen abgesehen, kein Krieg im eigent­lichen Sinne des Wortes vor sich gegangen sei. Die Art dieses Vorgehens brachte aber auch die Gefahr, daß die geplante Verbindung zwischen Nord- und Südfront vor­läufig nicht möglich wurde. . .

Mit der Ernennung Badoglios wird eine ballige Aenderung der Taktik erwartet. Man wird voraus­sichtlich versuchen, jetzt an der Nordfront unter allem Eln- atz möglichst wert vorzustoßen und gleichzeitig das Schwer­gewicht der Operationen so zu verlagern, daß eine Ver­bindung mit Graziani an der Südfront schnellstens ges­chert wird. Wenn dies vor Eintritt der neuen Regenzeit im Frühjahr nicht möglich wird, muß zwangsläufig eine Pause eintreten, die nur dem Gegner zugute kommen könnte.

Bezüglich der politischen Seite des Kommandowechsels glaubt man, daß Rom dieser Maßnahme die Bedeutung einer Warnung an die Großmächte hat geben wol­len, um sie vielleicht zu Zugeständnissen zu bewegen, da sonst das Vorgehen jetzt richtigen militärischen Charakter annehmen würde.

Wie verlautet, hat der Negus

der Heeresgruppe des Ras Scyoum 6000 Mann

Verstärkung geschickt.

Gleichzeitig wird sich an allen Fronten der abessmische Widerstand erheblich verstärken, da ein abesstnif cher Kriegs rat, der in Dessie getagt hat, festgestellt bat, daß sich die bisherige Kampftaktik nach der politischen Seite hin nicht bewahrt habe. ^.as ständiae Zurückgchen habe die Stimmung von Heer und Volk ungünstig beeinflußt und zur Fahnenflucht abessi­nischer Führer und Häuptlinge geführt.

Von der Nordfront wurde am Sonntag berichtet, daß die Italiener auch in der letzten Nacht keine Fort­schritte gemacht haben.

Die Abessinier beunruhigen weiterhin durch über­raschende Unternehmungen die italienische Etappe und gefährden die Verbindungen. An der Süd front schreitet der italienische Vormarsch am Fafanfluß lang­sam fort unter teilweisen schweren Kämpfen zwischen einzelnen Abteilungen. Aus Dschibuti wird gemeldet, daß ein i t a l i e n i s ch e r Angriff bei T a b u n a zurück- geschlagen worden sei. Die Italiener sollen außerordent­lich schwere Verluste erlitten haben.

Der italienische Vormarsch gegen die Straße ^jidjiga Harrar ist infolge neuer schwerer Wolkenbrüche ins Stocken geraten.

Der Fafanfluß ist über feine Ufer getreten.

Zahlreiche italienische Tanks, Panzerwagen und Trans­portautos sind schon im Morast festgefahren. Der plötz-

liche Regen hat auch wieder zahlreiche Malaria- erkrankungen zur Folge gehabt.

So groß die Freude über General de Bonos Ab­berufung in Addis Abeba ist, so groß ist auch die Gewiß­heit, daß der Marschall Badoglio, der sich schon im Welt­krieg einen Namen gemacht hat, seinen Ruf nicht aufs Spiel setzen werde. Eine große italienische Offensive sei in aller Kürze zu erwarten. Diese kommt den Abessiniern keineswegs gelegen, denn sie leiden noch immer an großem Waffen- und Munitionsmangel, obwohl die Bahn DschibutiAddis Abeba mit abessini­schen Kriegstransporten verstopft ist.

Die abessinische Regierung hat einen

Ausruf an die Eingeborenen Eritreas drucken lassen, der in Tausenden von Exemplaren von Flugzeugen in Eritrea abgeworfen oder von Kurieren verteilt werden soll. In dem Aufruf wird Abessinien als Mutter der Eingeborenen bezeichnet und die Mahnung ausgesprochen, daß die Eingeborenen von Eritrea sich weigern sollten, gegen ihre Blutsbrüder in Abessinien zu kämpfen.

Ägypten verweigert Äberfliegung durch Kriegsflugzeuge.

Wie aus Kairo berichtet wird, hat die ägyp­tische Regierung ihren Gesandten in Rom ange­wiesen, der italienischen Regierung mitzuteilen, daß Ägypten in Übereinstimmung mit den Neutralitäts­grundsätzen und angesichts des Kriegszustandes zwischen Italien und Abessinien in Zukunft die Überfliegung ägyptischen Gebiets durch Flugzeuge der kriegführenden Staaten, die Waffen oder uniformierte Fahrgäste an Bord haben, nicht mehr erlauben werde.

Der Führer bei den Münchener eissporittchen Veranstaltungen.

Zur Eröffnung der diesjährigen Wintersaison im Prinzregenten-Eisstadion in München waren etwa 7000 Zuschauer erschienen, um dem Eis H o ckey ka mp s zwischen Auswahlmannschaften aus dem Süden und aus dem Norden und dem Schaulaufen des Europameister- paares Maxie Herber und Ernst Baier im Eiskunstlauf beizuwohnen. Eine besondere Würdigung erhielt der große Eissporttag durch die Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers, der kurz vor Beginn der Veranstaltungen mit seiner Begleitung, darunter Reichs­presseches der NSDAP. Dr. Dietrich und Brigadeführer Schaub, unter großem Jubel der Zuschauer im Stadion, erschien. Der Führer folgte den eissportlichen Veranstal­tungen mit lebhaftem Interesse. Nach den Vorführungen von Maxie Herber und Ernst Baier ließ der Führer die beiden Meister zu sich kommen und überreichte ihnen unter dem Jubel der Tausende ein prächtiges Blumengebinde.

Echte, volksgedundene deutsche Musik.

Geleitwort von Dr. Goebbels zum Tage der deutschen Hausmusik.

Zum Tag der deutschen Hausmusik, am 21. November, erläßt der Präsident der Reichskultur­kammer, Reichsminister Dr. Goebbels, folgenden Aufruf:

Das deutsche Volk besitzt in seinen musikalischen Werten einen unermeßlichen Reichtum an seelischen Gütern. Was die großen Meister der Vergangenheit und Gegenwart den Tönen anbertrauten, bleibt als Zeugnis hoher nationaler Kultur für alle Zeiten bestehen.

DerTag der deutschen Hausmusik" soll uns daran er­innern, daß den tönenden Denkmälern deutscher Geschichte eine lebendige Bedeutung zukommt. DerTag der deutschen Hausmusik" gemahnt uns gleichzei.ig daran, daß das deutsche Haus, die deutsche Familie, die KeimzellendesMusiklebens sind, denen innere Anteilnahme und Liebe zur tönenden Kunst entwachsen. DerTag der deutschen Hausmusik" lehrt uns ferner, daß nur die eigene musikalische Betätigung den Weg zum musikalischen Verständnis erschließt, der allen Volks­genossen ohne Unterschied zugänglich ist.

So wird auch in diesem Jahre derTag der deutschen Hausmusik" ein machtvolles Bekenntnis zur Pflege echter, volksgebundener deutscher Musik darstellen, die Eltern und Kinder heute wie vor Jahrhunderten zu gleichem seelischen Erleben vereint und darüber hinaus zur Stärkung und Festigung des Familiensinnes beiträgt.

Feuergefecht zwischen Feuerkreuzlern und Anhängern der Volksfront.

30 Schwerverletzte bei einer inncrpolitischcn Aus­einandersetzung in Frankreich.

In Limoges (Frankreich) kam es im Anschluß an eine Versammlung der Feuerkreuzler zu schweren Zusammenstößen mit Anhängern der Volksfront Auf beiden Seiten wurde von der Schußwaffe Gebrauch gemacht. Die kommunistischeHumanitè" meldet, daß 30 Personen, darunter auch Polizeibeamte, schwer verletzt worden seien. 21 von ihnen seien in ein Krankenhaus übergeführt worden. Zwei von ihnen sollen ihren Verletzungen erlegen sein.