Zul-aer Anzeiger
S&3Ä*S3L A Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg 3® ^S^^Äâ Zul-a- un- tzannetal ♦ ßulöaer Kreisblatt
Sauptschriftleiter Friedrich Ehren- V
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^ 273 — 12. Jahrgang
Fulda, Freitag, 22. November 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Kau eines dritten Zeppelin.
Swßzügige deutsche Lustverkehrspläne.
Die 500. Fahrt des „Graf Zeppelin". — feon Pernambuco nach Bathurst (Afrika).
In seinen sieben Betriebsjahren hat das Luftschiff Hills Zeppelin" der Deutschen Zeppelin-Reederei so âie Rekorde ausgestellt, daß auch das jüngste Jubiläum mir ein Meilenstein in der langen Kette der Erfolge be- deutet. Nachdem das glückhafte Schiff erst vor zwei Mona- m das im Weltluftverkehr einzigartige Jubiläum seiner Nla Ozeanüberquerung feiern konnte, taucht jetzt eine noch stolzere Zahl auf: die 5 0 0. Fahrt! Am Montag früh Lt der „Graf Zeppelin" in Pernambuco zu seiner M Fahrt auf, um die deutsche Überseepost aus S ü d - amerika nach Bathurst an der afrikanischen Küste bringen, wo ein schnelles Postflugzeug der Deutschen ^sthansa zur Weiterbeförderung der Post nach Deutschland wartet.
Fast mutet es an wie eine Ironie des Schicksals, daß dich bedeutsame 500. Fahrt für das Luftschiff nicht einmal eine der fahrplanmäßigen Südamerikafahrten ist; beim i n dcmPe n deldienst, den das Schiff zur Zeit aushilfsweise unterhält, hat es die R o l le eines Briefträgers zwischen zwei Kontinenten übernommen, während auf seinen Ozeanüberquerungen sonst die Minen mit Fr rgästen voll besetzt siild.
Welche Bedeutung die Luftschiffahrt seit der Indienststellung des „Graf Zeppelin" am 11. Oktober 1928 erlangt Hab beweisen am besten die Beförderungszahlen dieses ; ersten Transozean-Berkehrsluftschiffes.
Auf seinen 500 Fahrten legte das Luftschiff rund i IVi Millionen Kilometer zurück, mit andere«« Worten, cs fuhr 33mal um die Welt!
■ chefähr 12000 Passagiere, Millionen von Postsendungen W viele tausend Kilo Fracht wurden ohne den geringsten , Zischensall befördert. Wenn man rückblickend die vis- berigen Leistungen des „Graf Zeppelin" überschaut, dann ‘ tam man nur feststellen, daß das Schiff und seine bewährte Besetzung unter der hervorragenden F ü h - Uln g D r. E ck e n e r s Pionierarbeit im wahrsten Sinne des Wortes geleistet haben. Planmäßig überquerte das liustschiff mit der Sicherheit eines Dampfers die Ozeane, freiste die Erde und wurde in den wenigen Jahren zum Begriff der Sicherheit und Zuverlässigkeit.
Daß gerade der Zeppelin, diese ureigene deutsche Schöpfung, diese Verkörperung eines zielbewußter« Wil- mss in Zukunft in verstärktem Maße als einer der sichtigsten Aktivposten für Deutschlands "sehen im A u s l a n d e eiugesetzt wird, dafür sorgt
Die Einberufung der Jahrgänge 1913 bis 1916.
der Verteilungsplan für Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht. — Besondere Bestimmungen für Ostpreußen.
. Es wird jetzt amtlich bekanntgegeben, welche Jayr- Mge v a in H e r b st l 9 3 6 a n ihrer Reichsarbeitsdieust-
und Wehrpflicht oder nur der Wehrpflicht zu geigen haben.
„ Der Jahrgang 1916 hat den halbjährigen Re ich 6- «s o eitsdienst im Winter 1936/37 oder im Sommer , " zu leisten. Der aktive W e h r d « e n st ist von den ^uglich 1 und 2 Befundenen in einjähriger Dienstzeit zum -mm dein im Herbst 1937, zum Teil iu dem im Herbst ■ « beginnenden Ausbildungsjahr zu leisten. Die Bergung aus die beiden AuSbudungsjahre wird im allge- «lemen nach dem Geburtsdatum vorgenommen, so daß ’10 du in den ersten Monaten des Jahres 1916 Gebore- •n un ersten, die übrigen im zweiten Ausbildungsjahr 'gezogen werden. Die b e d i N g t T a u g l i ch e N werden 1 allgemeinen vorn Herbst 1937 an in zweimonatigen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet, »r.^ Jahrgang 1913 wird vom Sommer 1936 an im ««laufe der nächsten drei Jahre in zweimonatigen ‘Wen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet, fliegt aber nicht der Reichsarbeitsdienstpflicht. ^n Mußen wird auch der Jahrgang 1911 vom Herbst uoch zum aktiven Wehrdienst herangezogen. Er ebenfalls nicht mehr der Reichsarbetts-
Ve vorstehend genannten Jahrgänge werden im Wzahr 1936 gemustert und hierzu im Winter von den polizeilichen Meldebehörden ersaßt und in die Wehrstammrolle ausgenommen.
öffemr» Zugehörigen dieser Jahrgänge werde«, durch b|Äe Bekanntmachung aufgefordert werden, sich zu vâ. â^ persönlich bei den genannten Behörden anzu-
Mir die im Ausland lebenden Angehörigen arbeus^hrgänge wird das Heranziehen zum Reichs- Ugelt ^ust unb aktiven Wehrdienst noch gesondert ge- auti^ die Jahrgänge 1914 und 1915 (in Ostpreußen ist x;„ 0), die im Sommer 1935 gemustert worden und,
c Ableistung der Reichsarbeitsdienstpflicht und der
die tatkräftige Luftfahrtpolitik im neuen Deutschland. Mit der Gründung der Deutschen Zeppelin-Reederei unter dein Vorsitz des Reichsluftfahrtmiuisters G ö ring im März 1935 ist der deutsche Luftverkehr nach Übersee in ein neues entscheidendes Stadium seiner Entwicklung getreten. Aufgabe der neugegründeten Gesellschaft wird es sein,
eine Flotte von Luftschiffen zu schassen, um die „Hochstraßen der Luft" für den Personen-, Post- und
Frachtverkehr zu erschließen.
Die Zusammenarbeit zwischen Luftschiff und Flugzeug, die im Südamerikadienst zu schönen Erfolgen geführt hat, ist durch die Beteiligung der Deutschen Lufthansa an der Deutschen Zeppelin-Reederei fest verankert. Auch die deutsche Schiffahrt, besonders die Hamburg- Amerika-Linie, die mit ihrer weltumspannenden Organisation seit 25 Jahren für die Sache des Zeppelins wertvolle Pionierarbeit geleistet hat, wird mit der weiteren Entwicklung der Luftschiffahrt auf das Engste verbunden sein. Die Deutsche Zeppelin-Reederei hat kürzlich nicht nur mit der Hamburg-Amerika-Linie, sondern auch mit dem Norddeutschen Lloyd, der Hamburg-Süd, dem Mitteleuropäischen Reisebüro und der Deutschen Lufthansa neue Vertretungsverträge abgeschlossen, um alle großen deutschen Berkehrsnnternehmnnaen an der Werbung für den Zeppelèn-Berl'ehr und am Miiaui von Zeppelin Fahrkarten mitwirken zu lassen; damit ist
die verkehrsmäßige Organisation des geplanten Weltluftschiffverkehrs auf eine breitere Grundlage gestellt worden. Das neue große Verkehrslustschisf „LZ. 129", das in Friedrichshafen seiner Vollendung entgegengeht, wird die Verwirklichung der deutschen Luftschiffpläne ermöglichen. Nach Fertigstellung diefes Lust- schiffes wird sofort ein weiterer Neubau von gleicher Größe von der Deutschen Zeppelin-Reederei in Auftrag gegeben. Neben den planmäßigen Reisen nach Südamerika gemeinsam mit dem „Gras Zeppelin" wird der „LZ. 129" auch Probefahrten von Europa nach Nordamerika unternehmen und hierfür nur 2V2 bis 3 Tage benötigen. Aussichtsreich erscheint auch ein Luftschiff- dienst über den Indischen Ozean hinweg nach dem Fernen Osten, so daß in wenigen Jahren eine entscheidende Umwälzung des Verkehrs nach Übersee eintreten dürfte.
Wehrpflicht, ober letzterer allein, erst zuin Teil festgelegt. Soweit dies noch nicht geschehen, gilt folgende Regelung:
Jahrgang 1914: Die wehrfähigen Angehörigen dieses Jahrganges, die im November b. J. noch nicht eingestellt, sondern der Ersatzreserve 1 ungeteilt worden sind, werden, folveit sie «auglich I oder 2 befunben sind, i m Herbst 1 9 3 6 zürn einjährigen aktiven Wehrdienst ausgehoben werden. Soweir sie bedingt tauglich
Jahrgang 1913 und 1916 wird dienstpflichtig.
Der Berliner Polizeipräsident hat am Donnerstagmorgen in einer öffentlichen Bekanntmachung die Einzelheiten über die Erfastung der Jahrgänge 1913 und 1916 zur Heeresund Arbeitsdienstpflicht veröffentlicht. (Scherl Bilderdienst — M.)
Hnb, werden sie im Jahre 1936 in zweimonatigen Übungen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet werden.
Jahrgang 1915. Die wehrfähigen Angehörigen dieses Jahrganges leisten zur Zeit oder im Sommer 1936 den halbjährigen Reichsarbeitsdienst. Von den tauglich 1 und 2 Befundenen wird voraussichtlich nur ein kleiner Teil im Herbst 1936, der größere Teil erst vom Herbst 1937 an zum einjährigen aktiven Wehrdienst eingezogen werden. Die Verteilung auf die beiden Einstellungsjahre wird wie beim Jahrgang 1916 vorgenommen werden. Die bedingt Tauglichen werden in dem im Herbst 1936 beginnenden AÜsbildungsjahr in zweimonatigen Übungen bei Ergänzungseinheiten militärisch ausgebildet.
In O st p r e u ß e n wird auch der Jahrgang 1910 ebenso wie der Jahrgang 1914 zum aktiven Wehrdienst herangezogen.
Der Führer empfing den französischen Sotschaster.
Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: „Der Führer und Reichskanzler hat in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen den französischen Botschafter empfangen. Die Unterhaltung, welche die allgemeine politische Lage zum Gegenstand hatte, war von einem freundlichen Geiste getragen und bot Gelegenheit, den guten Willen beider Regierungen festzustellen."
Ore deutsche Flotte ehrt Admiral Zellicoe.
Zu Ehren des verstorbenen Admir als Jellicoe, des ritterlicher« Gegners und Befehlshabers der englischen Flotte in der Skagerrakschlacht, wird als Vertreter der Kriegsmarine der Flottenchef, Vizeadmiral Förster, an' ben Beisetzungsfeierlichkeiten teilnehmen. Zur Stunde der Beisetzung wird die deutsche Flotte die Reichskriegsflagge Halbstocks setzen.
Der englische Großadmiral Jellicoe, der jetzt im Alter von 76 Jahren gestorben ist, war der Befehlshaber der englischen Flotte in der Seeschlacht am Skaaerrak und der britischen Seestreitkräste zu Beginn des Weltkriegs. (Weltbild - M.)
„Treue Mitarbeit am Ausbauwerk des Führers."
Oberst Reinhard an beu ehemaligen NSDFB. (Stahlhelm).
Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, Oberst a. D. und SS.-Oberführer Reinhard, gibt folgendes bekannt:
„Die Auflösung des NS.-Frontkämpferbundes Stahlhelm ist auf Grund des Schreibens des Führers und Reichskanzlers an den Bundesführer Franz Seldte durch diesen vollzogen worden. Der Führer hat in diesem seinem Schreiben den bisherigen Stahlhelmern, die ihre soldatischen Erinnerungen weiter pflegen wollen, ben Eintritt in den Reichskriegerbund Kyff- Häuser empfohlen.
Ich heiße diejenigen Kameraden des ehemaligen Stahlhelm, die dieser Anregung des Führers entspreche,« wollen, im Reichskriegerbund willkommen. Ich reiche jedem die Kameradenhand, der als Bekenner der nationalsozialistischen Idee und als treuer Gefolgsmann des Führers in unsere Reihen treten will. Der Geist, der in dem von mir geführten Reichskriegerbund herrscht, ist der Geist der Front und des ewigen Soldatentums. Die Arbeit, die von nns geleistet werden muß, ist treue Mi 1 arbeit am gros; en Aufbauwerk d e s F ü h r e r s. Wer sich dazu aus innerer Überzeugung bedingungslos bekennt, soll unser Kamerad sein."
Königsmörder-Prozetz erst wieder im Januar
Paris, 22. November.
Die nächste Schwurgerichtssitzung in Aix-en-Provence, auf der die Fortsetzung des Königsmörder-Prozesses zu erwarte«« ist, findet im Januar 1936 statt,